[Tipp der Woche] Wildwest auf bayrisch: „Hopfen, Malz und Blei“ im Kino

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Video-Link: https://youtu.be/Q16sJXIqItg

Die Idee, einen Western nicht im Westen der USA anzusiedeln, ist so neu nicht. Das amerikanischste aller Film-Genres auszuwildern wurde schon öfters versucht, mit mehr oder weniger großem Erfolg. In den Alpen und in Bayern wurden schon manche Western-Varianten angesiedelt, und diese Woche kommt eine neue hinzu: „Hopfen, Malz und Blei“ kommt am Donnerstag in die Kinos. Der Film – dessen für letztes Jahr geplanter Start Virus-bedingt verschoben wurde – macht gegenüber gravitätisch daherkommenden anderen Alpen-Western einen hochsympathischen Eindruck, weil er sich überhaupt nicht ernst sondern ständig selbst auf die Schippe nimmt, da hat wohl eher Bully Herbig als John Ford die Westernpatenschaft übernommen. Die Dialoge im Trailer kommen zwar für meinen Geschmack etwas zu krachledern daher, aber das ist vermutlich Absicht: „Spiel mir das Lied vom Bauerntheater!“

In der Rasierloge vom „alten weißen Mann“ lernen – die Western mit James Stewart aus den fünfziger Jahren

In den sechziger Jahren war ich samstags und sonntags (bei den damals üblichen „Jugendvorstellungen“) Stammgast in der „Rasierloge“1 der Kinos meiner Heimatstadt. In diesen Jugendvorstellungen konnte man als junger Mensch für 1 DM (Rasierloge) bzw. 1,50 DM (Rest des Kinos) einen Film anschauen. Das waren meist nicht gerade Meisterwerke der Filmkunst. Ich hab mir da fast alle Tarzanfilme mit Lex Barker, Gordon Scott, Jock Mahoney und Johnnie Weissmüller reingezogen. Und Western gab’s natürlich, jede Menge Western. Meistens ältere, aus den 40er und 50er Jahren, die nicht so viel Verleihgebühr kosteten. Die hab ich mir trotzdem angeschaut, das waren oft ziemlich gute Filme, und das Preisleistungsverhältnis hat gestimmt. 1 DM für den Platz in der Rasierloge, zwanzig, dreißig Pfennig für Süßkram, prima Nachmittag. Einen Film hätte ich mir aber beinahe nicht angeschaut, und das wäre ein großer Fehler gewesen… weiterlesen…

[Tipp der Woche] Fake News im Westen – „Der Mann, der Liberty Valance erschoss“ im TV

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Video-Link: https://youtu.be/Q6iEna2pJqM

Es gibt Filme, die treffen einen einigermaßen unvorbereitet. Das war bei mir mit „Der Mann, der Liberty Valance erschoss“ der Fall. Den hab ich im Fernsehen gesehen, da war ich zwölf, dreizehn Jahre alt und hatte mich auf einen Western mit John Wayne, James Stewart und Lee Marvin gefreut, Super-Besetzung. Und dann fängt der Film damit an, dass James Stewart als alter Sack zu John Wanes Beerdigung fährt. Ich hätte beinahe die Glotze ausgemacht und weiter in meinem Lassiter-Heft gelesen. Gottseidank bin ich dran geblieben, sonst hätte ich erst viele Jahre später verstanden, was für ein tolles, vielfältiges und, ja, profundes Film-Genre der Western sein kann. weiterlesen…

[Tipp der Woche] Er macht’s nochmal – Clint Eastwoods „Cry Macho“ startet im Kino

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Video-Link: https://youtu.be/2022dNTtzfg

Unsere Neunzigjährige wollen mich fertig machen. Shatner lässt sich in den Orbit schießen, und Eastwood haut im gleichen Alter noch einen Spätwestern raus, bei dem er wieder als Produzent, Regisseur und Hauptdarsteller in Personalunion fungiert: „Cry Macho„. Eastwood spielt einen ehemaligen Rodeochampion, der einen jungen Mann aus Mexico raus und nach Hause holen soll. Das klingt jetzt nicht soooo hundertprozentig originell, und in der Tat beschweren sich bei der IMDB einige User über die Stereotypie der Handlung, aber hey: Erwarten wir wirklich von Clint Eastwood, dass er das „Alter Sack kann es noch“-Genre in seinem Alter nochmal komplett neu erfindet? Der Trailer gefällt, Clint Eastwood scheint gut drauf zu sein, und dass Drehbuch hält für ihn ordentlich lockere Sprüche bereit, die er mit gewohnter Lakonie abfeuern kann. Ich freu mich diese Woche auf einen schönen, überraschungsfreien Kino-Abend mit einem meiner Lieblingsschauspieler und -regisseure!

[Tipp der Woche] Einfach gewaltig – Kirk und John

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Video-Link: https://youtu.be/DDAhzwjNLJk

Pflichttermin für alle Freunde des Old-School-Westerns: kommenden Sonntag, also am 9. Mai, läuft zur Primetime auf arte „Die Gewaltigen„, einer der letzten Western, die in den 60er Jahren gedreht wurden, ohne sich des Genres zu schämen.  Hier agieren zwei absollute Superstars des Genres – John Wayne und Kirk Douglas – hart an der Grenze zur Selbstparodie, bieten jede Menge krachende Action und Selbstironie mit einer einzigen Intention: Pferdeopern-Freunde bestens zu unterhalten. Und Wayne und Dougals liefern, aber hallo! Allein die Saloon-Schlägerei – die einen prominenten Platz in unserer Serie „Schlägereien der Sonderklasse“ einnimmt – lohnt schon das Einschalten. Wer den ganzen Film anschaut wird mit opulenten Landschaftsaufnahmen belohnt, kernigen Dialogen, jeder Menge Action und einem Western-Feeling, dem man nur noch hinterhertrauern kann. Spaß-Filme wie dieser werden leider nur noch sehr selten gedreht. Also ist am kommenden Sonntag um 20 Uhr 15 arte Pflicht, zumal hinterher noch eine absolut sehenswerte Doku über Kirk Douglas läuft.

[Tipp der Woche] Reiter aus Leidenschaft – „The Rider“ auf Blu-ray

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Video-Link: https://youtu.be/8moxBGez7VI

Die Kinos sind Lockdown-bedingt noch zu. Da bietet sich diese Woche die Gelegenheit, einen Wilm zu entdecken, der ein wenig am Kino-Publikum vorbeigerauscht ist, als er 2018 gezeigt wurde. Die Rede ist von „The Rider„, einem Neo-Western über den Rodeo-Reiter Brady Blackburn, der nach einem schweren Sturz erfährt, dass er nie wieder Rodeo reiten darf: die nächste Kopfverletzung könnte ihn umbringen. Aber Blackburn hat nie etwas anderes gelernt als Reiten: und er will auch gar nichts anderes machen als Reiten. Die (einfache) Story kommt einem bekannt vor, das hat man so oder ähnlich schon mit Boxern und Wrestlern gesehen, aber „The Rider“ ist anders. Zum einen, weil diese Geschichte dem Hauptdarsteller des Films, Brady Jandreau tatsächlich widerfahren ist. Zum anderen, weil dieser Film wirklich einmalig schön fotografiert ist. Man sieht nicht nur atemberaubende Aufnahmen von amerikanischen Prärien, Jandreau macht im Sattel wirklich eine Ausnahme-Figur. Wenn man ihn reiten sieht, merkt man, dass einige andere Schauspieler nicht wirklich reiten, sondern eher wie nasse Scäke auf geduldigen Pferden abhängen. Schließlich enthält dieser Film einige wirklich herzzerreißende Szenen. Also, die Szene, in der Blackburn den gelähmten Rodeo-Reiter besucht, die geht selbst dem hartgesottensten Zuschauer an die Nieren- Toller Film, meine Empfehlung für diese Woche. Am Freitag erscheint die Blu-ray, die wegen der Kamera wirklich lohnt. Auf amazon prime ist der Film ebenfalls zu sehen.

[Tipp der Woche] Nicht Django, aber sein Gebetbuch war trotzdem der Colt – Italo-Western-Klassiker auf Blu-ray

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Video-Link: https://youtu.be/E_ikjArWpdc

Django – sein Gebetbuch war der Colt“ – cooler Titel für einen Italo-Western, nicht wahr? In der Tat, nur dass Django in diesem Film eigentlich gar nicht vorkommt. Der Typ, den Franco Nero in diesem Film spielt, heißt im Original nämlich Tom Corbett, den ollen Django haben sie damals in der deutschen Synchro drübergestülpt, weil allein der Name Django damals an den Kinokassen tausende Tickets verkauft hat. Diesen Etikettenschwindel kann man aber durchaus verschmerzen, denn erstens gibt es zwischen Tom Corbett und Django tatsächlich mehr als nur flüchtige Ähnlichkeiten, und zweitens ist der Film – ob mit oder ohne Mr. D. – tatsächlich ein überdurchschnittlicher, immer noch sehr ansehbarer Italo-Western mit beeindruckendem Body-Count. weiterlesen…

[Tipp des Tages] Schön schräge Hommage an den Italo-Western: „Schneller als der Tod“ im TV

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Video-Link: https://youtu.be/x8QSL8J0u4U

Über den Geheimtipp-Status ist „Schneller als der Tod“ nie herausgekommen. Was nicht weiter verwunderlich ist. Für ein großes Publikum ist diese kleine Western-Perle einfach zu schräg, obwohl das Staraufgebot beeindruckend ist: Sharon Stone, Gene Hackman, Leonardo DiCaprio und Russel Crowe in seiner ersten US-Rolle. Aber die Geschichte über ein Revolverhelden-Duell in einem Western-Drecknest nimmt sich selbst nicht ernst genug, um ein Massenpublikum zu erreichen. Schwarzer Humor, schräge Gags, ungewöhnliche Einstellungen, und jede Menge Sergio-Leone Zitate machen den Film jedoch zu einem wahren Fest für Western-Kenner. Der Film läuft heute um 20 Uhr 15 auf Tele5.