[Tipp der Woche] Einfach gewaltig – Kirk und John

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Video-Link: https://youtu.be/DDAhzwjNLJk

Pflichttermin für alle Freunde des Old-School-Westerns: kommenden Sonntag, also am 9. Mai, läuft zur Primetime auf arte „Die Gewaltigen„, einer der letzten Western, die in den 60er Jahren gedreht wurden, ohne sich des Genres zu schämen.  Hier agieren zwei absollute Superstars des Genres – John Wayne und Kirk Douglas – hart an der Grenze zur Selbstparodie, bieten jede Menge krachende Action und Selbstironie mit einer einzigen Intention: Pferdeopern-Freunde bestens zu unterhalten. Und Wayne und Dougals liefern, aber hallo! Allein die Saloon-Schlägerei – die einen prominenten Platz in unserer Serie „Schlägereien der Sonderklasse“ einnimmt – lohnt schon das Einschalten. Wer den ganzen Film anschaut wird mit opulenten Landschaftsaufnahmen belohnt, kernigen Dialogen, jeder Menge Action und einem Western-Feeling, dem man nur noch hinterhertrauern kann. Spaß-Filme wie dieser werden leider nur noch sehr selten gedreht. Also ist am kommenden Sonntag um 20 Uhr 15 arte Pflicht, zumal hinterher noch eine absolut sehenswerte Doku über Kirk Douglas läuft.

[Tipp der Woche] Kufenkapitalismus trifft Glasnost – „Red Penguins“ im Stream und auf Blu-ray

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Video-Link: https://youtu.be/vJqgIDN7J6E

Viele Menschen machen ja bei Dokus erst mal lange Zähne: belehrend, filmische Schulstunde, langweilig – so lauten die gängigsten Vorurteile. „Red Penguins“, eine Doku über den Versuch amerikanischer Sportvermarkter, in den 90er Jahren ZSKA Moskau, den berühmtesten Eishockey-Verein der ehemaligen Sowjetunion, zu übernehmen, beseitigt diese Vorurteile in Sekundenschnelle. Man sitzt vor dem TV, nach 3 Minuten klappt die Kinnlade runter, und dann kommt man 90 Minuten, in denen man bestens unterhalten wird, aus dem Staunen nicht mehr raus. weiterlesen…

[Streaming-Tipp] Die dunkle Seite der Fußballmacht – die Doku „Schwarze Adler“

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Video-Link: https://youtu.be/a63s2wBOvpg

Seit ein paar Tagen steht die Doku „Schwarze Adler“ bei amazon prime online. „Schwarze Adler“ lässt Nationalspielerinnen und Nationalspieler schwarzer Hautfarbe zu kommen und lässt sie von Ihren Erfahrungen und Erlebnissen in Deutschlands Fußballstadien erzählen. Sie erzählen nicht nur von Ihren Erlebnissen mit der Nationalmannschaft, sondern auch vom Alltag in der Bundesliga, von ihrer Zeit in der Fußballjugend und von ihrem Leben abseits der Fußballplätze. Ich hab mir den Film gestern angeschaut und war begeistert, vor allen Dingen von den langen Passagen, in denen die Spielerinnen und Spieler erzählen und reflektieren. Da erlebt man nicht nur ein Stück Fußballgeschichte, sondern auch ein Stück Zeitgeschichte: Wie der Fußball sich in den letzten fünfzig Jahren verändert hat, wie dieses Land sich verändert hat. Und da werden einem die Dinge in den Blick gerückt, die sich eben nicht geändert hat, die Dummheit und der Rassismus, mit denen Menschen anderer Hautfarbe begegnet wurde und begegnet wird.

Wenn man Ausschnitte aus Sportsendungen der 60er und 70er Jahre anschaut, dann ist man unwillkürlich entsetzt, über die Blödheit und unverfrorene Gönnerhaftigkeit, mit der damalige Spitzenjournalisten den Spielern mit schwarzer Hautfarbe begegnet sind. War das wirklich so schlimm? Ja, das war so schlimm, der Film zeigt’s einem in aller Deutlichkeit. Und es ist heute noch schlimm, man muss sich schämen, was Menschen in diesem Land nicht nur von den Stadiontribünen runterrufen, sondern wie Menschen mit anderer Hautfarbe im Alltag behandelt werden. Wenn Gerald Asamoah erzählt, wie er seinem eigenen Sohn rassistische Beschimpfungen erklären musste, mit denen der gerade von einem anderen Spielervater während eines Jugendspiels bedacht worden war, wird einem ganz anders.

Was diesen Film so eindringlich macht, ist die Nachdenklichkeit, mit der die 14 Spielerinnen und Spieler ihre Karrieren noch einmal Revue passieren lassen und bewerten. Da ist kein Raum für larmoyantes Gejammer oder Anklagen an „die Gesellschaft“, da wird emotional und doch nüchtern erzählt, was war und was ist. Der große Held des Films ist Erwin Kostedde, der erste Spieler schwarzer Hautfarbe, der es zum Nationalspieler gebracht hat. Was hat dieser Mann alles erleben müssen, was hat der für eine Last geschultert! Und trotzdem spricht er, trotz aller verständlichen Bitternis, mit einer großen, freundlichen Zärtlichkeit über den Fußballsport. Wie überhaupt alle Akteure nicht nur von den dunklen Seiten des Fußballs erzählen, sondern auch von der großen Kraft, mit der dieser Sport Menschen zueinander bringen und miteinander versöhnen kann.

„Schwarze Adler“ ist ein großer, ein wichtiger Film, der einen nachdenklich und wütend macht, gleichzeitig aber auch Hoffnung auf eine bessere Zukunft weckt. Für Menschen, die sich für Fußball interessieren, ist er schlichtweg ein Muss. Ich hab lange nicht so etwas Beeindruckendes gesehen. Zur Zeit wird er bei amazon prime im Stream gezeigt, im Juni läuft er im ZDF.

 

 

 

 

 

[Tipp der Woche] Animation mit Seele – „Soul“ auf Blu-ray“

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Video-Link: https://youtu.be/1Bko4KPRl0s

Soul„, der neueste Pixar-Animationsfilm, ist nie ins Kino gekommen. Pandemie-bedingt wurde er zu Weihnachten auf dem Streamingdienst Disneyplus gestartet und sorgte sofort für größtmögliche Begeisterung – bei den relativ wenigen Menschen, die ein Disneyplus-Abo hatten. Ich hab eins, und mich hat der Film komplett aus den Socken gehauen. Pixar hat ja von jeher „erwachsene“ Animationsfilme produziert, meilenweit entfernt von dem Kinderkram, mit dem man üblicherweise Zeichentrickfilme assoziiert. Und „Soul“ ist alles andere als Kinderkram. „Soul“ ist Philosophie pur, verpackt in eine dermaßen unterhaltsame, witzige Story, die das Zeug dazu hat, die Beschäftigung mit dem Sinn des Lebens zum Volksport zu machen. weiterlesen…

[Tipp der Woche] Cool, lässig, witzig – „Hap und Leonard“ als Bücher und als Serie

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Video-Link: https://youtu.be/axBe1-DBoNo

Letzte Woche hat mich ein Kumpel gefragt, wie ich „Hap und Leonard“ finde? Als ich „Hap und wer? Nie gehört.“ antwortete, guckte er mich an, als wäre ich ein ziemlich ekliges Insekt, das die letzten Jahrzehnte im Tiefschlaf unter einem Stein verbracht hat. Das fand ich ein bisschen übertrieben, bis ich dann am Wochenende angefangen hab, den ersten Roman mit Hap und Leonard von Joe R. Lansdale zu lesen und in die nach den Büchern gedrehte Serie auf amazon prime reingeschaut hab. Meine Herren, was hab ich denn da verpasst? Hap ist ein stoischer Kriegsdienstverweigerer, Leonard ein schwuler, schwarzer Vietnam-Veteran und beide versuchen irgendwie, sich in den 80er Jahren in Texas durchs Leben zu schlagen. Dabei geraten Sie ständig in Schwierigkeiten, denen sie mit professioneller Expertise, ordentlich Action und jeder Menge dummer Sprüche begegnen, es ist einfach die reine Freude, die Abenteuer der beiden nachzulesen (10 Bände umfasst die Reihe mittlerweile) bzw. die nach den Romanen gedrehte Serie auf amazon prime (3 Staffeln bisher) anzuschauen. Wer nach kerniger Unterhaltung mit Action und Humor sucht, sit bei Hap und Leonard goldrichtig. Und muss sich dann nicht mehr von einem Kumpel so mitleidig anschauen lassen.

[Tipp der Woche] Der Urknall der Fernsehkomik – „Monty Python’s Flying Circus“ auf Blu-ray

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Video-Link: https://youtu.be/6Tsvcn9rR6M

Die Geschichte der deutschen Fernsehkomik lässt sich einteilen in die Zeit vor dem 5. Oktober 1969 und die Zeit danach. Vor diesem 5. Oktober war Willi Millowitsch, Heidi Kabel und Co. Lieb, nett, manchmal irgendwie lustig. Schlag 23 Uhr an besagtem Tag lief dann die erste Folge von „Monty Python’s Flying Circus“ und die Welt war eine andere. Zum ersten Mal war hierzulande im Fernsehen eine Komik zu sehen, die anarchisch war. Respektlos. Die Grenzen sprengte. Und die – für die damalige Zeit – ein Tempo hatte, das einem den Atem nahm. Okay, es gelang den Pythons nicht, Willi und Heidi sofort von den Bildschirmen zu fegen, aber sie schufen sich eine zunächst kleine, stetig größer werdende Fangemeinde, die sich regelmäßig bis spät in die Nacht wachhielt, wenn eine neue Folge des „Flying Circus“ in den Programmzeitschriften angekündigt wurde. 5 Jahre lang, von 1969 bis 1974 drehten Sie ihre überdrehte TV-Show, und zwei Folgen drehten Sie sogar auf deutsch. So groß war die Fangemeinde da schon geworden. Monty Pythons ganze Fernsehherrlichkeit wird diese Woche – restauriert und mit zahlreichen Extras versehen – auf Blu-ray wieder veröffentlicht. Die Blu-ray lohnt auch für TV-historisch nicht Interessierte: der wilden Komik der Truppe merkt man beinahe nicht an, dass es schon über fünfzig Jahre her ist, dass sie auf die Fernsehschirme los gelasssen wurden.

[Tipp der Woche] Der Ahnherr aller Caper-Filme – „Rififi“ auf arte

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Video-Link: https://youtu.be/fJXgBZeFgNk

1955 kam ein Film in die Kino, der die Welt veränderte – zumindest die Welt des harten, spannenden Kriminalfilms. Nach „Rififi“ war nichts mehr so, wie es vorher war. „Stil ist genauso wichtig wie die Handlung“, war eine der wichtigsten Erkenntnisse, die dieser Film mit sich brachte, „Sieh die Welt durch die Augen des Gangsters“ eine andere. Nach diesem Film war die Welt des französischen Kinos eine anderen, und den Gangsterfilm hat dieses Meisterwerk ebenfalls für immer verändert. Jeder Regisseur, der diesen Film gesehen hat, ist von ihm nachhaltig beeinflusst worden. Und mordsspannend ist diese Geschichte über einen minutiös geplanten und präzise durchgezogenen Raubzug auch noch. Wenn ihr irgendwann denkt, dass bei arte (wo der Film heute, Montag, um 20 Uhr 15 läuft) eine Tonstörung ist, dann irrt ihr euch. Die sagen während des Raubs tatsächlich die ganze Zeit lang nix.

[Tipp der Woche] Die Fragen der Zeit – die Ausnahme-Serie „Years and Years“

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Video-Link: https://youtu.be/15lTaSK3xps

Manchmal hilft einem der Zufall weiter: letzten Freitag wollte ich schnell noch herausfinden, ob Lindner tatsächlich so einen Unfug erzählt hat und hab deshalb in der ZDF-Mediathek nach einem Talkshow-Schnipsel geschaut, da fiel mir die britische Serie „Years and Years“ auf. Klang ganz interessant, hab mal reingeschaut… und dann alle sechs Folgen übers Wochenende durchgebingt. Meine Herren, ist das spannend, es geht um die Familie Lyons aus Manchester und das, was das Leben in den nächsten 15 Jahren mit diesen Menschen macht. Und es ist kein sonderlich schönes Leben: in der fiktiven nahen Zukunft dieser Serie hat Donald Trump in 2020 die Wahl gewonnen und lässt gegen Ende seiner zweiten Amtszeit eine Atomrakete auf eine chinesische  Militärbasis abschießen. Die Welt wird zum Chaos, und dieses Chaos nutzt die rechtspopulistische Politikerin Viv Brook (sensationell von Emma Thompson gespielt) aus, um Premierministerin zu werden und aus Großbritannien einen autoritären Alptraumstaat zu machen. Mehr will ich nicht verraten, nur soviel sei gesagt: Das, was die Familie Lyons in diesen 15 Jahren erlebt ist wild, bizaar, schrecklich, schön und jederzeit mordsaufregend. „Years and Years“ erzählt nicht nur spannende Geschichten, die Serie stellt auch Fragen zur Zeit, über die sich nachzudenken lohnt. Ein Muss.
Die Serie steht noch bis zum 15.3. d.J. i nder ZDF Mediathek, wo man sie gratis anschauen kann. Danach muss man auf Streamingdienste oder DVD/Blu-ray zurückgreifen-

[Tipp der Woche] Zeitlos brüllkomisch: „Der Partyschreck“ in Sonderedition auf Blu-ray

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Video-Link: https://youtu.be/SU9s8L7Sewg

Die Filmkomödie ist in Gefahr. Und mit Filmkomödie meine ich jetzt nicht irgendwelchen zu lauwarm gebadeten RomCom-Kram, wo der Gipfel der Komik erreicht ist, wenn der Bräutigam so tut, als habe er die Braut vor der Hochzeit nicht gesehen. Nein, ich meine anarchische, zum Brüllen komische, respektlose Filmkomik, bei der man im Kinosessel von einem Erstickungsanfall in den anderen ereilt wird. Ich rede von Filmen wie „Der Partyschreck“ mit Peter Sellers. In diesem Film geht es um den glücklosen Kleindarsteller Hrundi V. Bakshi, der statt gefeuert zu werden eine Einladung zu einer mondänen Hollywood-Party erhält. Genauso gut hätte man eine Bombe in der Party-Location hochgehen lassen können, denn der notorische Pechvogel Bakshi richtet in wunderbarer Arglosigkeit ein Chaos an, das man sonst nur aus Katastrophenfilmen kennt. Dieser Film erscheint am 4. März auf Blu-ray in einer Special Edition, der zwei mit Extras vollgepackte DVDs beiliegen. Und ich kann nur jedem raten, hier zuzuschlagen, denn langsam muss man sich sorgen machen, wie lange man Filme wie den Partyschreck noch ansehen kann, ohne sich durch ein Meer von Disclaimern und Trigger-Warnungen klicken zu müssen, bevor endlich der Vorspann auf dem heimischen Bildschirm erscheint. Man werfe einen Blick auf die jüngsten Userkritiken zu diesem Film in der IMDB und staune: Diesem Klassiker der Filmkomik (der einen festen Stammplatz in meinen persönlichen Top Ten inne hat) wird Rassismus unterstellt, und „kulturelle Aneignung“ und ähnlich woker Blödsinn. weiterlesen…

[Streaming-Tipp] King of Nascar – Neue Kevin-James-Sitcom „The Crew“

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Video-Link: https://youtu.be/XiwX-enDKFs

Mit Kevin James ist das so ’ne Sache. Man mag ihn, oder man mag ihn nicht. Wer hier regelmäßig mitliest, weiß, dass ich Kevin-James-Fan bin. Der Mann trifft einfach einen Nerv bei mir. Er bringt mich zum Lachen, und er scheint ein sympathischer Kerl zu sein. So einfach ist die Welt, und so einfach sind die Filme und Sitcoms, in denen er die Hauptrolle spielt. Die meisten hab ich mir gerne angeschaut, und ich hab auch kein Problem damit, dass das Strickmuster der meisten seiner Geschichten ziemlich ähnlich ist. Okay, „Kevin can wait“, seine letzte Serie, war ziemlich Mist. Hab ich nur die ersten paar Folgen gesehen, dann nicht weiter. Musste nicht sein.

Deshalb hab ich mich auf „The Crew„, seine neue Serie, die vor ein paar Tagen auf Netflix gestartet ist, sehr gefreut. Auch wenn er da wieder jemanden spielt, der ebenfalls Kevin heißt. Musss nicht mehr, sein, Kevin, wir haben den Gag mit „Kevin“ jetzt verstanden. Nichts für ungut, Kevin. Gefreut hab ich mich, weil dieser Kevin Teamleiter eins NASCAR-Rennteams ist. Super-Idee. Der typische Kevin-James-Humor und Autorennen, das ist eine traumhafte Paarung, das sollte passen.

Passt auch, aber die erste Folge ist wirklich furchtbar. Und das schreib ich als Fan des Mannes. Zusammengestückeltes Buch, fahrige Schauspielerei von allen Beteiligten, inkl. vom Meister selbst, und die Konserven-Lacher vom Tonband gehen einem auf den Zeiger. Und das Potenzial der Grundidee wird noch nicht mal angekratzt. Beinahe hätte ich nicht weiter geschaut. Und das wäre ein Fehler gewesen. Die 2. Folge ist schon viel besser, und ab der dritten Folge geht die Serie ordentlich ab, da wird sie wirklich komisch. Das ist halt bei Sitcoms so, da braucht das Ensemble ein paar Folgen, bis alle aufeinander eingespielt sind und entspannt ihr Ding durchziehen können. „The Crew“ ist da keine Ausnahme. Und wer sich in der NASCAR-Rennszene auskennt, wird sich auch über die zahlreichen Kurzauftritte von echten Rennfahrern freuen. Die Serie ist ein Hit. Ab der dritten Folge. Und für die 2. Staffel lassen sie hoffentlich die Konservenlacher weg.