[Tipp der Woche] Cool, lässig, witzig – „Hap und Leonard“ als Bücher und als Serie

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Video-Link: https://youtu.be/axBe1-DBoNo

Letzte Woche hat mich ein Kumpel gefragt, wie ich „Hap und Leonard“ finde? Als ich „Hap und wer? Nie gehört.“ antwortete, guckte er mich an, als wäre ich ein ziemlich ekliges Insekt, das die letzten Jahrzehnte im Tiefschlaf unter einem Stein verbracht hat. Das fand ich ein bisschen übertrieben, bis ich dann am Wochenende angefangen hab, den ersten Roman mit Hap und Leonard von Joe R. Lansdale zu lesen und in die nach den Büchern gedrehte Serie auf amazon prime reingeschaut hab. Meine Herren, was hab ich denn da verpasst? Hap ist ein stoischer Kriegsdienstverweigerer, Leonard ein schwuler, schwarzer Vietnam-Veteran und beide versuchen irgendwie, sich in den 80er Jahren in Texas durchs Leben zu schlagen. Dabei geraten Sie ständig in Schwierigkeiten, denen sie mit professioneller Expertise, ordentlich Action und jeder Menge dummer Sprüche begegnen, es ist einfach die reine Freude, die Abenteuer der beiden nachzulesen (10 Bände umfasst die Reihe mittlerweile) bzw. die nach den Romanen gedrehte Serie auf amazon prime (3 Staffeln bisher) anzuschauen. Wer nach kerniger Unterhaltung mit Action und Humor sucht, sit bei Hap und Leonard goldrichtig. Und muss sich dann nicht mehr von einem Kumpel so mitleidig anschauen lassen.

[Tipp der Woche] Der Urknall der Fernsehkomik – „Monty Python’s Flying Circus“ auf Blu-ray

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Video-Link: https://youtu.be/6Tsvcn9rR6M

Die Geschichte der deutschen Fernsehkomik lässt sich einteilen in die Zeit vor dem 5. Oktober 1969 und die Zeit danach. Vor diesem 5. Oktober war Willi Millowitsch, Heidi Kabel und Co. Lieb, nett, manchmal irgendwie lustig. Schlag 23 Uhr an besagtem Tag lief dann die erste Folge von „Monty Python’s Flying Circus“ und die Welt war eine andere. Zum ersten Mal war hierzulande im Fernsehen eine Komik zu sehen, die anarchisch war. Respektlos. Die Grenzen sprengte. Und die – für die damalige Zeit – ein Tempo hatte, das einem den Atem nahm. Okay, es gelang den Pythons nicht, Willi und Heidi sofort von den Bildschirmen zu fegen, aber sie schufen sich eine zunächst kleine, stetig größer werdende Fangemeinde, die sich regelmäßig bis spät in die Nacht wachhielt, wenn eine neue Folge des „Flying Circus“ in den Programmzeitschriften angekündigt wurde. 5 Jahre lang, von 1969 bis 1974 drehten Sie ihre überdrehte TV-Show, und zwei Folgen drehten Sie sogar auf deutsch. So groß war die Fangemeinde da schon geworden. Monty Pythons ganze Fernsehherrlichkeit wird diese Woche – restauriert und mit zahlreichen Extras versehen – auf Blu-ray wieder veröffentlicht. Die Blu-ray lohnt auch für TV-historisch nicht Interessierte: der wilden Komik der Truppe merkt man beinahe nicht an, dass es schon über fünfzig Jahre her ist, dass sie auf die Fernsehschirme los gelasssen wurden.

[Tipp der Woche] Der Ahnherr aller Caper-Filme – „Rififi“ auf arte

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Video-Link: https://youtu.be/fJXgBZeFgNk

1955 kam ein Film in die Kino, der die Welt veränderte – zumindest die Welt des harten, spannenden Kriminalfilms. Nach „Rififi“ war nichts mehr so, wie es vorher war. „Stil ist genauso wichtig wie die Handlung“, war eine der wichtigsten Erkenntnisse, die dieser Film mit sich brachte, „Sieh die Welt durch die Augen des Gangsters“ eine andere. Nach diesem Film war die Welt des französischen Kinos eine anderen, und den Gangsterfilm hat dieses Meisterwerk ebenfalls für immer verändert. Jeder Regisseur, der diesen Film gesehen hat, ist von ihm nachhaltig beeinflusst worden. Und mordsspannend ist diese Geschichte über einen minutiös geplanten und präzise durchgezogenen Raubzug auch noch. Wenn ihr irgendwann denkt, dass bei arte (wo der Film heute, Montag, um 20 Uhr 15 läuft) eine Tonstörung ist, dann irrt ihr euch. Die sagen während des Raubs tatsächlich die ganze Zeit lang nix.

[Tipp der Woche] Die Fragen der Zeit – die Ausnahme-Serie „Years and Years“

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Video-Link: https://youtu.be/15lTaSK3xps

Manchmal hilft einem der Zufall weiter: letzten Freitag wollte ich schnell noch herausfinden, ob Lindner tatsächlich so einen Unfug erzählt hat und hab deshalb in der ZDF-Mediathek nach einem Talkshow-Schnipsel geschaut, da fiel mir die britische Serie „Years and Years“ auf. Klang ganz interessant, hab mal reingeschaut… und dann alle sechs Folgen übers Wochenende durchgebingt. Meine Herren, ist das spannend, es geht um die Familie Lyons aus Manchester und das, was das Leben in den nächsten 15 Jahren mit diesen Menschen macht. Und es ist kein sonderlich schönes Leben: in der fiktiven nahen Zukunft dieser Serie hat Donald Trump in 2020 die Wahl gewonnen und lässt gegen Ende seiner zweiten Amtszeit eine Atomrakete auf eine chinesische  Militärbasis abschießen. Die Welt wird zum Chaos, und dieses Chaos nutzt die rechtspopulistische Politikerin Viv Brook (sensationell von Emma Thompson gespielt) aus, um Premierministerin zu werden und aus Großbritannien einen autoritären Alptraumstaat zu machen. Mehr will ich nicht verraten, nur soviel sei gesagt: Das, was die Familie Lyons in diesen 15 Jahren erlebt ist wild, bizaar, schrecklich, schön und jederzeit mordsaufregend. „Years and Years“ erzählt nicht nur spannende Geschichten, die Serie stellt auch Fragen zur Zeit, über die sich nachzudenken lohnt. Ein Muss.
Die Serie steht noch bis zum 15.3. d.J. i nder ZDF Mediathek, wo man sie gratis anschauen kann. Danach muss man auf Streamingdienste oder DVD/Blu-ray zurückgreifen-

[Tipp der Woche] Zeitlos brüllkomisch: „Der Partyschreck“ in Sonderedition auf Blu-ray

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Video-Link: https://youtu.be/SU9s8L7Sewg

Die Filmkomödie ist in Gefahr. Und mit Filmkomödie meine ich jetzt nicht irgendwelchen zu lauwarm gebadeten RomCom-Kram, wo der Gipfel der Komik erreicht ist, wenn der Bräutigam so tut, als habe er die Braut vor der Hochzeit nicht gesehen. Nein, ich meine anarchische, zum Brüllen komische, respektlose Filmkomik, bei der man im Kinosessel von einem Erstickungsanfall in den anderen ereilt wird. Ich rede von Filmen wie „Der Partyschreck“ mit Peter Sellers. In diesem Film geht es um den glücklosen Kleindarsteller Hrundi V. Bakshi, der statt gefeuert zu werden eine Einladung zu einer mondänen Hollywood-Party erhält. Genauso gut hätte man eine Bombe in der Party-Location hochgehen lassen können, denn der notorische Pechvogel Bakshi richtet in wunderbarer Arglosigkeit ein Chaos an, das man sonst nur aus Katastrophenfilmen kennt. Dieser Film erscheint am 4. März auf Blu-ray in einer Special Edition, der zwei mit Extras vollgepackte DVDs beiliegen. Und ich kann nur jedem raten, hier zuzuschlagen, denn langsam muss man sich sorgen machen, wie lange man Filme wie den Partyschreck noch ansehen kann, ohne sich durch ein Meer von Disclaimern und Trigger-Warnungen klicken zu müssen, bevor endlich der Vorspann auf dem heimischen Bildschirm erscheint. Man werfe einen Blick auf die jüngsten Userkritiken zu diesem Film in der IMDB und staune: Diesem Klassiker der Filmkomik (der einen festen Stammplatz in meinen persönlichen Top Ten inne hat) wird Rassismus unterstellt, und „kulturelle Aneignung“ und ähnlich woker Blödsinn. weiterlesen…

[Streaming-Tipp] King of Nascar – Neue Kevin-James-Sitcom „The Crew“

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Video-Link: https://youtu.be/XiwX-enDKFs

Mit Kevin James ist das so ’ne Sache. Man mag ihn, oder man mag ihn nicht. Wer hier regelmäßig mitliest, weiß, dass ich Kevin-James-Fan bin. Der Mann trifft einfach einen Nerv bei mir. Er bringt mich zum Lachen, und er scheint ein sympathischer Kerl zu sein. So einfach ist die Welt, und so einfach sind die Filme und Sitcoms, in denen er die Hauptrolle spielt. Die meisten hab ich mir gerne angeschaut, und ich hab auch kein Problem damit, dass das Strickmuster der meisten seiner Geschichten ziemlich ähnlich ist. Okay, „Kevin can wait“, seine letzte Serie, war ziemlich Mist. Hab ich nur die ersten paar Folgen gesehen, dann nicht weiter. Musste nicht sein.

Deshalb hab ich mich auf „The Crew„, seine neue Serie, die vor ein paar Tagen auf Netflix gestartet ist, sehr gefreut. Auch wenn er da wieder jemanden spielt, der ebenfalls Kevin heißt. Musss nicht mehr, sein, Kevin, wir haben den Gag mit „Kevin“ jetzt verstanden. Nichts für ungut, Kevin. Gefreut hab ich mich, weil dieser Kevin Teamleiter eins NASCAR-Rennteams ist. Super-Idee. Der typische Kevin-James-Humor und Autorennen, das ist eine traumhafte Paarung, das sollte passen.

Passt auch, aber die erste Folge ist wirklich furchtbar. Und das schreib ich als Fan des Mannes. Zusammengestückeltes Buch, fahrige Schauspielerei von allen Beteiligten, inkl. vom Meister selbst, und die Konserven-Lacher vom Tonband gehen einem auf den Zeiger. Und das Potenzial der Grundidee wird noch nicht mal angekratzt. Beinahe hätte ich nicht weiter geschaut. Und das wäre ein Fehler gewesen. Die 2. Folge ist schon viel besser, und ab der dritten Folge geht die Serie ordentlich ab, da wird sie wirklich komisch. Das ist halt bei Sitcoms so, da braucht das Ensemble ein paar Folgen, bis alle aufeinander eingespielt sind und entspannt ihr Ding durchziehen können. „The Crew“ ist da keine Ausnahme. Und wer sich in der NASCAR-Rennszene auskennt, wird sich auch über die zahlreichen Kurzauftritte von echten Rennfahrern freuen. Die Serie ist ein Hit. Ab der dritten Folge. Und für die 2. Staffel lassen sie hoffentlich die Konservenlacher weg.

 

 

[Tipp der Woche] Reiter aus Leidenschaft – „The Rider“ auf Blu-ray

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Video-Link: https://youtu.be/8moxBGez7VI

Die Kinos sind Lockdown-bedingt noch zu. Da bietet sich diese Woche die Gelegenheit, einen Wilm zu entdecken, der ein wenig am Kino-Publikum vorbeigerauscht ist, als er 2018 gezeigt wurde. Die Rede ist von „The Rider„, einem Neo-Western über den Rodeo-Reiter Brady Blackburn, der nach einem schweren Sturz erfährt, dass er nie wieder Rodeo reiten darf: die nächste Kopfverletzung könnte ihn umbringen. Aber Blackburn hat nie etwas anderes gelernt als Reiten: und er will auch gar nichts anderes machen als Reiten. Die (einfache) Story kommt einem bekannt vor, das hat man so oder ähnlich schon mit Boxern und Wrestlern gesehen, aber „The Rider“ ist anders. Zum einen, weil diese Geschichte dem Hauptdarsteller des Films, Brady Jandreau tatsächlich widerfahren ist. Zum anderen, weil dieser Film wirklich einmalig schön fotografiert ist. Man sieht nicht nur atemberaubende Aufnahmen von amerikanischen Prärien, Jandreau macht im Sattel wirklich eine Ausnahme-Figur. Wenn man ihn reiten sieht, merkt man, dass einige andere Schauspieler nicht wirklich reiten, sondern eher wie nasse Scäke auf geduldigen Pferden abhängen. Schließlich enthält dieser Film einige wirklich herzzerreißende Szenen. Also, die Szene, in der Blackburn den gelähmten Rodeo-Reiter besucht, die geht selbst dem hartgesottensten Zuschauer an die Nieren- Toller Film, meine Empfehlung für diese Woche. Am Freitag erscheint die Blu-ray, die wegen der Kamera wirklich lohnt. Auf amazon prime ist der Film ebenfalls zu sehen.

Auf die Ohren: Die Sörensen-Hörspiele

Jonny_Joka / Pixabay

Letzte Woche hatten wir ja ein echtes Fernseh-Ereignis: Der Nord-Krimi „Sörensen hat Angst“ am letzten Mittwoch hat einen Nerv getroffen. Diese Mischung aus Spannung, Empathie und extrem trockenem Humor hat die Menschen berührt, tatsächlich hab ich in meinen Timelines niemand gefunden, der den Film nicht gemocht hat. Irgendwo hab ich gelesen, dass der Film auf einem Hörspiel beruht, das Sven Stricker1 geschrieben und inszeniert hat, und bei dem Bjarne Mädel ebenfalls die Hauptrolle gespielt hat. Das hat mich interessiert, deshalb hab ich Google gefragt und gleich zwei Hörspiele gefunden, „Sörensen hat Angst“ und eine zweite Geschichte aus Katenbüll, „Sörensen fängt Feuer“. Jedes Hörspiel dauert so um die fünfzig Minuten, jedes Hörspiel macht einen Riesenspaß und in jedem Hörspiel kommt eine Figur vor, die man im Fernsehfilm weggelassen hat, Sörensens Vater. Allein über den Vater mit seiner „Elefant im Porzellanladen“-Mentalität hab ich Tränen gelacht. Beide Hörspiele dauern etwa 50 Minuten, beide sind wie der Fenrsehfilm: spannend, berührend und sehr komisch. Das Anhören kostet nix. „Sörensen hat Angst“ findet ihr u.a. in der ARD-Audiothek, „Sörensen fängt Feuer“ zum Beispiel hier.

[Tipp der Woche] Mehr Tiefen-Spannung geht nicht: „Der letzte Atemzug“ auf arte

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Video-Link: https://youtu.be/_3pgrG4BWtw

Als kleiner Junge8efn_note]Ja, klar, ist lange her.[/efn_note] hab ich mir spannende Filme und Serien immer in der Tür stehend angeschaut. Damit ich rausrennen konnte, wenn die Spannung unerträglich wurde1. „Der letzte Atemzug; Gefangen am Meeresgrund“ hätte ich mir vermutlich aus zwei Zimmern Entfernung angeschaut und dabei die Finger in die Ohren gesteckt. Meine Herren, was Spannung angeht setzt dieses Doku(!) Maßstäbe. Worum geht’s? Ein Tiefseetaucher strandet am Meeresgrund und hat noch für 5 Minuten Sauerstoff. Rettung kommt frühestens in 25 Minuten. Jetzt beginnt der Überlebenskampf. Mehr sag ich nicht. Den Rest könnt ihr euch denken. Oder auch nicht. Lasst sicherheitshalber die Tür offen.

Der Film läuft heute um 23 Uhr 55 auf arte. Anschauen könnt ihr ihn auch auf youtube. Oder in der arte Mediathek.

[Tipp des Tages] Norddeutscher geht’s kaum: „Sörensen hat Angst“ von und mit Bjarne Mädel

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Video-Link: https://youtu.be/z6LRnbmRXRA

Normalerweise mach ich bei den Mittwochsfilmen in Ersten extrem lange Zähne, aber diese Woche mach ich mal eine Riesenausnahme und erkläre 20 Uhr 451 ARD zum Pflichttermin. Da läuft nämlich „Sörensen hat Angst„, ein Krimi nicht nur mit Bjarne Mädel, sondern auch von, denn hier hat einer unserer Lieblingsschauspieler auch erstmals selbst Regie geführt. Bjarne Mädel spielt den Kripo-Beamten Sörensen, der wegen einer massiven Angststörung seine Versetzung in die extrem ruhige Kleinstadt Katenbüll beantragt hat. Kaum ist er dort angekommen, wird aber der Bürgermeister von Katenbüll erschossen im Viehstall aufgefunden, und in den folgenden 90 Minuten geht’s rund für Sörensen, der gegen seine Ängste, um die Akzeptanz seiner Kollegen und gegen ein ziemlich finsteres Komplott in Katenbüll zu kämpfen hat. Das ist anrührend, streckenweise brüllkomisch (diesen norddeutschen Extrem-Laidback-Humor hat Mädel drauf wie kein Zweiter), manchmal anrührend (die zweite Hälfte des Films geht einem ganz schön an die Nieren) und ziemlich spannend. Ich hab mir den Film in der Mediathek angeschaut und ihn gleich meiner ganzen Timeline empfohlen. HEute seid ihr dran. Um 20 Uhr 45 im Ersten. Oder in der Mediathek.