[Tipp der Woche] Tennis satt – die US Open auf Eurosport

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/7f7ReYaqV6I

Seit 7 Tagen kommen die Tennis-Freunde wieder voll auf ihre Kosten, seit 7 Tagen laufen die US Open, Eurosport überträgt flächendeckend. Wie immer in New York bekommt man faszinierendes, athletisches Tennis der obersten Güteklasse zu sehen. Mein Highlight der ersten Woche war der mächtige Fight über füfn Sätze, in dem Carlos Alcaraz (für mich bisher ein komplett unbeschriebenes Blatt) den topgesetzten Stefanos Tsitsipas aus dem Turnier geworfen hat, mit unbändigem Willen und herrlich aggressiven Schlägen, auch und gerade aus der Bedrängnis heraus. Ich freue mich auf die nächsten Matches.

Kein Tipp der Woche

Es ist Länderspielwoche. Die Qualifikation für die nächste WM beginnt mit dem Debut von Hans Flick als Bundestrainer. Das wäre selbstverständlich unser Tipp der Woche gewesen, wenn diese WM nicht in Qatar stattfinden würde. Und diese WM, die auf unwürdige, korrupte Weise vergeben wurde und daher in einem Land stattfinden wird, das keinerlei Fußball-Tradition besitzt, dafür aber Menschenrechte mit Füßen tritt und unverhohlen islamistische Terroristen unterstützt – mit so einem Land und so einer Veranstaltung will ich nichts zu tun haben. Deshalb entfällt heute unser Tipp der Woche und wird ersetzt durch eine Ankündigung, die mir als langjähriger Anhänger der Nationalmannschaft nicht leicht fällt: Zur Nationalmannschaft gibt’s in diesem Blog keinen Beitrag mehr, bis dieser widerliche Qatar-Spuk Geschichte ist.

 

Es darf wieder getippt werden!

Comfreak / Pixabay

Es sind nur noch ein paar Tage, dann hat die Sommerpause im Fußball endlich ein Ende. Am kommenden Woche rollt die Kugel in der ersten Runde des DFB-Pokals, und am Wochenende darauf geht die Bundesliga an den Start. Und diesmal könnte es tatsächlich eine spannende Saison werden. Bei den Bayern läuft’s in der Vorbereitung deutlich unrunder als bei der Konkurrenz, dem Verein steht ein ziemlich happiges Auftaktprogramm bevor, der Kader scheint im Vergleich zur Vorsaison leicht geschwächt und Julian Nagelsmann, der neue Trainer, wird wohl noch einige Spieltage benötigen, um richtig in der Säbener Straße anzukommen. Heißt: Wenn endlich mal einer der möglichen anderen Titelaspiranten die sich bietenden Chancen nutzt und einen halbwegs gelungenen Start hinlegt, kann sich der ein Punktepolster anlegen, mit dem er den Rest der Saison aus einer Position der Stärke bestreiten kann… Aber wer kann das wirklich vorhersagen? Natürlich diejenigen, die bei unserem Tippspiel mitmachen! weiterlesen…

Elfer – genial daneben

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/_TFribViDSs

Ich hasse Elfmeterschießen, insbesondere wenn ein großes Fußballturnier auf diese Weise vorentschieden oder gar entschieden wird. Elfmeterschießen hat letztlich nichts mit Fußball zu tun: Fußball ist ein Mannschaftssport, in dem spielerisches Können, Strategie und Taktik spielentscheidend sind. Beim Elfmeterschießen treten keine Mannschaften, sondern einzelne Spieler an, entscheidend sind – neben der Technik – Nervenstärke und eine mehr oder weniger große Portion Glück. Beim Elfmeterschießen wird nicht die bessere Mannschaft ermittelt, es wird eine Entscheidung erzwungen, weil man hier und jetzt eine Entscheidung braucht – sportlich ist für mich anders.

Hinzu kommt: Elfmeter im Elfmeterschießen sind immer eine bierernste Angelegenheit. Wenn da was schiefgeht, ist es gleich eine Tragödie. Was Quatsch ist. Beim Sport geht dauernd was schief. Und manchmal ist das sogar sehr komisch. Wie bei ein paar von den Elfern im Video.

[Eine wie keine] Doch Dänemark? – Turniertagebuch, Eintrag 11

Eine Europameisterschaft wie diese hat’s noch nicht gegeben: in mehreren Ländern… unter Pandemie-Bedingungen in beinahe leeren Stadien ausgetragen… ohne Fanmeilen und Public-Viewing-Volksfeste… was für ein Turnier wird das werden? Ich habe auch keine Ahnung, aber bis zum Finale werde ich’s vielleicht herausfinden. Und wenn ich mich reinschreiben muss

Heute starten die Halbfinale der EM, und wer’s bis hierhin geschafft hat, der kann’s auch ins Finale schaffen. Spätestens ab jetzt kommen Komponenten hinzu, mit denen fehlende spielerische Klasse ausgeglichen werden kann: Glück, Wille, Nervenstärke, auch Härte. Das Italien, Spanien und England bis hier her gekommen sind, überrascht nicht. Die „letzten Vier“ bei großen Turnieren setzen sich meist aus den „üblichen Verdächtigen“ zusammen, überraschend sind eher die Mannschaften, die man NICHT im Halbfinale erwartet hätte. Diese Mannschaft ist Dänemark, die Überraschungsmannschaft des Turniers. Bei Europameisterschaften waren derartige Mannschaften überraschend (Ha! Der musste jetzt sein!) erfolgreich: 2016 Portugal, 2004 Griechenland und 1992, ja, Dänemark. Werden’s die Dänen diesmal schaffen? Ich wünsche es Ihnen und drücke beide Daumen, aber die letzten zehn Minuten des Viertelfinales gegen Tschechien haben mich skeptisch gemacht: da gingen die Dänen auf dem Zahnfleisch, die waren am Ende ihrer Kräfte. Haben Sie noch die Power, die physisch starken Engländer zu schlagen? In Wembley? Das wird schwer.

Meine Tipps fürs Halbfinale:
Italien – Spanen 2:1
England – Dänemark 2:0

 

[Tipp der Woche] Noch 3 gute Spiele vor der Sommerpause – Halbfinale und Finale der EM

Foto:Marco Verch, CC-BY 2.0

Wäre keine Pandemie und gäbe es das (erwartbar) unsägliche Verhalten der UEFA nicht, wäre diese EM vielleicht die Mutter aller Turniere. Die Stimmung in den Stadien ist toll – auch wenn man immer „Wenn das mal gut geht…“ denkt, wenn man die Jungs und Mädels auf den Rängen feiern sieht – wir bekommen engagierten Fußball zu sehen, der Spaß macht – okay, natürlich wäre es noch schöner, wenn unsere Mannschaft nicht so unwürdig rausgekegelt wäre und man noch mitfiebern könnte – und das taktische Niveau steigt von Runde zu Runde an, je besser die Mannschaften sich einspielen. Genauso soll ein großes Turnier sein, und ich hab soviel Spaß beim Zuschauen, wie seit der EM 96 in England nicht mehr. Daher sind die Halbfinalspiele am Dienstag und Mittwoch und das Finale am kommenden Sonntag meine Tipps der Woche. Wer weiß, wann wir solchen Fußball und solch eine Stimmung wieder zu sehen bekommen…

[Eine wie keine] Wann hat ihn nur der Mut verlassen? – Turniertagebuch, Eintrag 10

Eine Europameisterschaft wie diese hat’s noch nicht gegeben: in mehreren Ländern… unter Pandemie-Bedingungen in beinahe leeren Stadien ausgetragen… ohne Fanmeilen und Public-Viewing-Volksfeste… was für ein Turnier wird das werden? Ich habe auch keine Ahnung, aber bis zum Finale werde ich’s vielleicht herausfinden. Und wenn ich mich reinschreiben muss.

Foto: Steindy (Diskussion) 10:00, 27 June 2011 (UTC) (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0], via Wikimedia Commons

Das war’s also: gestern ist die Nationalmannschaft mit 0:2 rausgekegelt, Jogi Löw hat zum letzten Mal sein Team gecoacht, und die Ära, die er begründet hat, endete ganz anders, als sie begonnen hat: enttäuschend mutlos. Denn sein Mut war es, der Löw von allen seinen Vorgängern unterschied. Löw war tatsächlich der erste Bundestrainer – sieht man mal von Helmut Schöns Zwischenhoch mit der 72er Europameister-Elf ab – der bedingungslos an das spielerische Potenzial seiner Spieler zu glauben bereit war und nicht nur, wie die Herbergers, Beckenbauers und Völlers vor ihm einen Mangel verwalten wollte. Löw glaubte an das „beautiful game“, den schönen, kombinatorischen Angriffsfußball, und ließ ihn auch spielen, vor allen Dingen in Südafrika 2010 und in Brasilien 2014, wo sein Mut dann mit dem Titel belohnt wurde. Dazwischen – das soll man nicht verschweigen – gab es immer wieder Partien, wo Löw von einer merkwürdigen Angst vor der eigenen Courage befallen wurde, das Halbfinale der EM 2012 gegen Italien fällt einem sofort ein, als er das gesamte Offensivpotenzial der Mannschaft opferte, um Pirlo auszuschalten…

Diese merkwürdige Angst scheint ihn auch gestern wieder befallen zu haben, denn die Mannschaft hat in Wembley merkwürdig gehemmt gespielt. Von 15 aggressiven Minuten in der ersten Hälfte abgesehen, spielte die Mannschaft viel zu abwartend, vorsichtig, reaktiv… als hätte man gar nicht vor zu gewinnen. So tritt man nicht auf, wenn man in Wembley, einer der Kathedralen des Fußballs irgendwas gewinnen will. Bezeichnend waren Löws letzte Einwechslungen: das Team liegt 0:1 hinten und er bringt… Emre Can? Ernsthaft? Nicht Sané, nicht Musiala1 sondern Emre Can?

Ich fand’s schade, dass Löw seinen Abschied so verhalten gestaltet hat. Dass er ausgerechnet bei seiner Derniere (wie auch leider bei der vergurkten 2018er WM) zum drögen Zweckfußball seiner Vorgänger zurückgekehrt ist, statt sich an den gloriosen Spielen seiner eigenen Ära zu orientieren, an den 2010er Partien gegen England und Argentinien, an dem Halbfinal-Spektakel gegen 2014 gegen Brasilien… das wäre ein Abschied gewesen. „All in“ gehen, Manu Neuer rausnehmen und jeden auf der Bank einwechseln, der irgendwie nach vorne spielen kann… Out with a Bang!

Das wäre der Abgang gewesen, den ich Jogi Löw gegönnt hätte.

Meine Tipps fürs Viertelfinale:
Schweiz – Spanien 0:2
Belgien – Italien 1:2
Tschechien – Dänemark 0:2
Ukraine – England 0:2