[Tipp der Woche] Wildwest auf bayrisch: „Hopfen, Malz und Blei“ im Kino

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Video-Link: https://youtu.be/Q16sJXIqItg

Die Idee, einen Western nicht im Westen der USA anzusiedeln, ist so neu nicht. Das amerikanischste aller Film-Genres auszuwildern wurde schon öfters versucht, mit mehr oder weniger großem Erfolg. In den Alpen und in Bayern wurden schon manche Western-Varianten angesiedelt, und diese Woche kommt eine neue hinzu: „Hopfen, Malz und Blei“ kommt am Donnerstag in die Kinos. Der Film – dessen für letztes Jahr geplanter Start Virus-bedingt verschoben wurde – macht gegenüber gravitätisch daherkommenden anderen Alpen-Western einen hochsympathischen Eindruck, weil er sich überhaupt nicht ernst sondern ständig selbst auf die Schippe nimmt, da hat wohl eher Bully Herbig als John Ford die Westernpatenschaft übernommen. Die Dialoge im Trailer kommen zwar für meinen Geschmack etwas zu krachledern daher, aber das ist vermutlich Absicht: „Spiel mir das Lied vom Bauerntheater!“

[Tipp der Woche] Clavier macht den Clouseau – „Mord in St. Tropez“ im Kino

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Video-Link: https://youtu.be/zfzKFc1Nz_k

Christian Clavier scheint sich mit „Mord in St. Tropez“ einen Herzenswunsch erfüllt zu haben. Offenbar hat Frankreichs Chef-Komiker jahrzehntelang davon geträumt, Peter Sellers mal richtig zu zeigen, was eine Harke und wer der bessere Inspektor Clouseau ist. Clavier natürlich. Damit ist eigentlich alles über diese in den 70er Jahren angesiedelte, in entsprechend schrillen Farben gedrehten und top-besetzten (Clavier, Poelvoorde, Depardieu) Film gesetzt. Der Film ist eine als Whodunit amskierte Slapstick-Orgie, die sich – ein paar AAnleihen an „Knives Out“ ausgenommen – ausschließlich an den „Pink Panther“-Filmen orientiert. Clavier mimt den vertrottelten Inspektor, der auf Schritt und Tritt Sachschaden verursacht, Depardieu ist sein geschundener Vorgesetzter und die Krimihandlung dient nur als Anlass, um jede Menge visuelle Gags aufs Publikum loszulassen. Der Humor schwangt zwischen total blöd und brillant, das Tempo lässt gelegentlich nach und die Hauptdarsteller sind eigentlich zu alt für so einen Quatsch. Macht aber nix, ich hab mich schlapp gelacht. Der Film ist genau die richtige Ablenkung für beschissene Zeiten wie diese.

[Tipp der Woche] Schräg, spannend, brüllkomisch: „Helden der Wahrscheinlichkeit“ auf Blu-ray

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Video-Link: https://youtu.be/9Xi0JePkO0A

Als „Helden der Wahrscheinlichkeit“ im September letzten Jahres ins Kino kam, war er unser Film der Woche. Jetzt kann ich sagen, dass er auch mein Film des Jahres war. In keinem anderen Film hab ich mich 2021 derart blendend amüsiert wie in diesem schrägen, kuriosen, anrührenden und stellenweise brüllkomischen Genre-Mix. weiterlesen…

[Tipp der Woche] Der Becher mit dem Fächer und der Kelch mit dem Elch – „Der Hofnarr“ auf Blu-ray

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Video-Link: https://youtu.be/Pt37TRvU_Mw

Diese Woche wird’s wieder mal nostalgisch: Als ich unseren Tipp der Woche, den Komödienklassiker „Der Hofnarr“ zum ersten Mal gesehen habe, da war die Zahl der Geburtstagskerzen auf der jährlichen Torte noch einstellig. Der Film selbst, in dem Giganten wie Danny Kaye, Angela Lansbury und Basil Rathbone die Komik-Muskeln spielen lassen, ist bereits 1955 gedreht worden, aber erstaunlich frisch geblieben: Ich hab ihn mir erst letztes Jahr mal wieder angeschaut und mich wieder scheckig gelacht. Der Film zieht einfach jedes Klischee des Mantel-und-Degen-Films durch den Kakao, nimmt die ganze Robin-Hood-Romantik gnadenlos auf die Schippe, und Danny Kaye fackelt als Vollpfosten, der sich als besten Hofnarren der Welt ausgeben muss und daran immer wieder scheitert, ein Komik-Feuerwerk der Sonderklasse ab. Allein die Szene, in der er zum Ritter geschlagen wird, und – natürlich – die Szene, in der er sich zu merken versucht, welche Geheimpille in welchem Trinkgefäß ist, sorgen bei mir verlässlich für Erstickungsanfälle.

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Video-Link: https://youtu.be/jOvHMOjIG9s

Am Donnerstag erscheint der Film erstmals auf Blu-ray.

[Tipp der Woche] Kunstraub, Kreuzfahrt, Komik – „Das Schwarze Quadrat“ im Kino

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Video-Link: https://youtu.be/AGAG7eTw3co

Deutsche Kino-Komödien schaffen es relativ selten zum „Tipp der Woche“, aus Gründen. Was sich diesbezüglich vor deutschen Kameras abspielt, ist oft doch eher grobschlächtig und  vorhersehbar, solche Filme mag ich nicht, deshalb empfehl ich sie auch nicht. „Das Schwarze Quadrat“ ist anders und trifft meinen Geschmack. Für mich entsteht richtige Komik, wenn jemand in eine absurde Situation gerät und seinen Stiefel konsequent durchzieht, was dann immer absurdere und damit komischere Situationen zur Folge hat. Im „Schwarzen Quadrat“ haben wir es mit zwei Kunstdieben zu tun, die gerade ein superwertvolles Gemälde gestohlen haben und es an Bord eines Kreuzfahrtschiffes weiterreichen wollen. Zu diesem Zweck haben Sie zwei andere Kreuzfahrt-Gäste chloroformiert, deren Rollen sie einnehmen. Pech, dass das zwei Entertainer sind, die als David Bowie und Elvis Presley die Passagiere unterhalten sollen. Das ist der Anfang und den Rest… nein, den könnt ihr euch eben nicht denken, sonst würde ich den Film nicht empfehlen. Den Rest müsst ihr anschauen. Ab Donnerstag im Kino.

[Tipp des Tages] In die Vollen mit „25 km/h“

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Video-Link: https://youtu.be/DO4YKSjAfTs

Zwei Brüder, die sich jahrelang nicht gesehen haben, treffen sich bei der Beerdigung ihres Vaters wieder, prügeln sich prompt am offenen Grab und brechen wenige Stunden später auf ihren alten Mofas zu einem Roadtrip an die Ostsee auf, um dort endlich mal gepflegt ins Meer zu pinkeln… Ja, eine solche Filmhandlung kennt man, eine derartige Kombi aus Buddy- und Roadmovie hat man öfters schon gesehen, aber selten so gelungen wie in „25 km/h„. Dafür verantwortlich ist das mit komischen Situationen und Dialogen gespickte Buch von Oliver Ziegenbalg, die kongeniale Regie von Markus Goller, vor allem aber wird der Film von den beiden Hauptdarstellern Bjarne Mädel und Lars Eidinger getragen. Das sind grandiose Komiker und Menschendarsteller, zwischen denen die Chemie hundertprozentig stimmt. „25 km/h“ ist eine der besten deutschen Filmkomödien überhaupt, eine lässiges Roadmovie voller Lacher und Wehmut. Wer den Film im Kino oder im Stream verpasst hat, kann ihn sich heute um 20 Uhr 15 auf Sat1 angucken.

[Tipp der Woche] Der Eberhofer wieder – „Kaiserschmarrndrama“ im Kino

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Video-Link: https://youtu.be/4b2Dmkqq1Ok

Ich mag den Eberhofer. Und den Rudi Birkenberger, natürlich. Und all die anderen herrlich schrägen Typen aus dem Ort, wo der Eberhofer den Sheriff macht. Bisher hab ich jeden Film dewr Serie gesehen. Manche waren stärker, manche waren schwächer. Lachen muss ich immer, spätestens, wenn die Clique es zu später Stunde im Wirtshaus krachen lässt. Tja, da wäre sogar ein Nordlicht wie ich gern dabei. Deshalb geh ich diese Woche ins Kino. Und schau mir „Kaiserschmarrndrama“ an.

[Tipp des Tages] Einer für die Engel – „Angel’s Share“ auf arte

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Video-Link: https://youtu.be/vl7U5ggdkS4

Es gibt diesen oberschlauen Spruch, mit dem man vom Trinken abgehalten werden soll, wenn’s einem dreckig geht: „Der Alkohol ist immer das Problem, nicht die Lösung.“ Dieser Spruch ist wohl auch dem vielfach ausgezeichneten Regisseur Ken Loach auf den Zeiger gegangen, denn er hat seinen Film „Angel’s Share“ als konsequente Anti-These zu dieser sauertöpfischen Lebensweisheit gedreht. In diesem Film ist der Alkohol nämlich die einzige Lösung für ansonsten unlösbare Probleme. Eigentümer und Verursacher dieser Probleme ist der Kleinkriminelle Robbie, der Vater geworden ist und seine kriminelle Karriere beenden muss, wenn er Frau und Kind nicht nur alle paar Jahre beim Hafturlaub sehen will. Nur wie? Der Zufall kommt ihm zu Hilfe: er entdeckt die Welt des Whiskys, und seine feine Nase führt ihn zu einem ganz großen Ding…  weiterlesen…

[Tipp der Woche] Er ist endlich wieder da – „Borat Anschluss Moviefilm“ im Stream

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Video-Link: https://youtu.be/bdpEUfgCmtE

Der erste Borat-Film hat das Publikum gespalten: Für die einen war es eine Sternstunde der Impro-Comedy1, die anderen fanden ihn konfus, öde und geschmacklos. Ich war zwiegespalten, als ich den ersten Borat angesehen hatte: Einerseits konnte ich nicht umhin, Sacha Barons Cohens Meisterschaft als Impro-Comedian zu bewundern, und die wunderbare, grenzensprengende Geschmacklosigkeit hat mir auch sehr zugesagt, aber: mir hat eine richtige Story gefehlt, und irgendwann hat sich die Masche doch wiederholt und wurde langweilig. Aber Sacha Baron Cohen hat scheinbar meine Gedanken gelesen und sich richtig Mühe gegeben zu haben, meine Wünsche zu erfüllen: „Borat Anschluss Moviefilm“ hat zwar immer noch reichlich mit versteckter Kamera gedrehte Impro-Szenen, aber Cohen hat sich ein gescheites Drehbuch gegönnt und den Film mit einer Story und einem Haufen gescripteter Gags ausgestattet. Die samt und sonders so wunderbare böse, gemein und geschmacklos sind, dass jeder aufrechte Social Justice Warrior spätestens nach zwanzig Minuten in Schnappatmung verfällt und ein umgehendes Verbot des Films fordert. Borat wird nach 14 Jahren Zwangsarbeit (der erste Film ist in Kasachstan nicht so gut angekommen) vom kasachischen Präsidenten wieder in die USA geschickt, diesmal mit dem Auftrag, Vize-Präsident Mike Pence ein Geschenk zu überbringen, damit der bei Trump Gutwetter für Kasachstan macht. Und das Geschenk ist durchaus speziell…

Ich hab mich schlapp gelacht, trotz des einen oder anderen Durchhängers. Der Film wird derzeit auf amazon prime gestreamt.