[Tipp der Woche] Wildwest auf bayrisch: „Hopfen, Malz und Blei“ im Kino

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/Q16sJXIqItg

Die Idee, einen Western nicht im Westen der USA anzusiedeln, ist so neu nicht. Das amerikanischste aller Film-Genres auszuwildern wurde schon öfters versucht, mit mehr oder weniger großem Erfolg. In den Alpen und in Bayern wurden schon manche Western-Varianten angesiedelt, und diese Woche kommt eine neue hinzu: „Hopfen, Malz und Blei“ kommt am Donnerstag in die Kinos. Der Film – dessen für letztes Jahr geplanter Start Virus-bedingt verschoben wurde – macht gegenüber gravitätisch daherkommenden anderen Alpen-Western einen hochsympathischen Eindruck, weil er sich überhaupt nicht ernst sondern ständig selbst auf die Schippe nimmt, da hat wohl eher Bully Herbig als John Ford die Westernpatenschaft übernommen. Die Dialoge im Trailer kommen zwar für meinen Geschmack etwas zu krachledern daher, aber das ist vermutlich Absicht: „Spiel mir das Lied vom Bauerntheater!“

[Tipp der Woche] Solche Filme machen sie leider nicht mehr: „Harley Davidson and the Marlboro Man“ als Collector’s Edition auf Blu-ray

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/Ap3ws_lukLc

Solche Filme machen sie leider nicht mehr: Buddy-Movies über zwei Typen, die den großen Schlag landen wollen und einen vollkommen idiotischen Plan durchziehen wollen. Natürlich scheitern sie erstmal, an sich selbst und an allen möglichen Widrigkeiten, die sich ihnen in den Weg stellen. Doch sie geben nicht auf, obwohl sie keine Chance haben, und irgendwie ziehen Sie ihr Ding dann doch durch, mit ordentlich Action und jeder Menge dummer Sprüche, und am Ende haben sie ihr Ziel dann doch erreicht oder auch nicht, Hauptsache Spaß gehabt, noch ein letzter dummer Spruch und ab in den Sonnenuntergang, prima Film. „Harley Davidson and the Marlboro Man“ ist haargenau so ein Film, in dem Mickey Rourke und Don Johnson zwei Typen spielen, die ihre Lieblings-Bar vor dem Konkurs retten wollen, in dem sie einen Geldtransporter überfallen, in dem sich dann statt Geld Drogen befinden. Und dann geht der Ärger richtig lso und dauert bis zum Sonnenutnergang. Hoffnungslos altmodisch. Aber immer wieder schön. Ich jedenfalls mag solche Filme. Und diesen hier. Diese Woche kommt er als „Collector’s Edition“ auf DVD und Blu-ray raus. Keine Filmkunst, im Gegenteil. Gerade deswegen ma ich ihn ja.

[Tipp der Woche] Hamlet in echt – „The Northman“ im Kino

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/s6CT7x9YBGY

Die ollen Wikinger sind im Trend. Jede Menge Zuschauer bei „Vikings“ oder „Assassins Creed: Valhalla“, aber wer denkt, der diese Woche in die Kinos kommende „The Northman“ wre bloß die übliche hollywood-Abzocke, hat die Rechnung ohne Regisseur Robert Eggers gemacht. Eggers hat bisher zwei beeindruckende Indie-Filme gedreht(„The Witch“ und „Der Leuchtturm“). „The Northman“ ist seine erste Großproduktion, bei der edr sich tatsächlich treu geblieben ist. Die Grundprinzipien seiner Indie-Filme – historische Genauigkeit bis ins Detail und wahrhaft atemberaubende Bildkompositionen – finden sich auch hier wieder. „The Northman“ erzählt die Geschichte eines Königssohns, der die Ermordung seines Vaters rächen will. Kommt bekannt vor? Ist bekannt, klar, ist die Story von Hamlet. Aber Shakespeare hat „Hamlet“ ja nicht erfunden, sondern hat für sein Stück auf eine alte Wikingerlegende zurückgegriffen, die sich jetzt Robert Eggers vorgenommen hat, um diesen Film draus zu machen. Top-Cast (u.a. Alexander Skarsgård, Nicole Kidman und Ethan Hawke), reichlich Wikinger-Action und vor allen Bilder, die einen staunen lassen: die strammen 137 Minuten, die der Film dauert, vergehen im Kinosessel wie im Fluge. Und das Kino ist der Ort, an dem man diesen Film sehen muss, denn egal, wie perfekt das eigene Heimkino mittlerweile ausgestattet ist: große Bilder brauchen die große Leinwand!

Hohe Hufe mit 96, Ohrfeigen-Aftermath und das richtige Fluchtauto – die Links der Woche vom 25.3. bis 31.3.

Jeden Freitag auf “Männer unter sich”: Links, die uns während der Woche untergekommen sind – Sport, Cartoons, Reportagen, Hintergründe zu unseren Artikeln usw. Männliche Themen zum Wochenende, viel Spaß!

Heute ist nicht nur Freitag, sondern auch 1. April. Das kümmert auf diesen Seiten jedoch niemand, den wir sind auch sehr stolz darauf, dieses Blog von Anfang an komplett Aprilscherz-frei gestaltet zu haben. Ebenso stolz sind wir wieder mal auf usnere Links der Woche, die besten Geschichten und Videos, die wir während der letzten sieben Tage für euch gesammelt haben. weiterlesen…

[Tipp der Woche] Für „El Awrence“ hätte er ihn bekommen MÜSSEN – „Lawrence von Arabien“ im TV

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/a3tuBFHuYV4

Letzte Nacht wurden in Hollywood die Oscars vergeben, Will Smith hat, wie erwartet und vollkommen verdient, den Oscar für die beste männliche Hauptrolle bekommen, über die Begleitumstände mag ich nicht schreiben, das wird andernorts bereits genug breit getreten, deshalb hier nur so viel: Da hat es allen Beteiligten entschieden an Klasse gemangelt. Ich möchte stattdessen an einen anderen Schauspieler erinnern, der nicht nur einen, sondern mehrere Oscars verdient gehabt hätte (unfassbare acht Mal war er nominiert, erhalten hat er nur einen Oscar fürs Lebenswerk, weil der Academy wohl doch aufgegangen ist, wie peinlich man ihn immer wieder übergangen hat). Die Rede ist natürlich von Peter O’Toole, und der erste Film für den er den Oscar hätte erhalten MÜSSEN läuft kommenden Sonntag um 20 Uhr 15 auf 3sat: „Lawrence von Arabien„. weiterlesen…

[Tipp der Woche] Vater und Sohn – die Doku „Cicero – zwei Leben, eine Bühne“ im Kino

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/YwLG_FTwzkM

Dieser Tipp der Woche mag auf den ersten Blick wie ein Hinweis für totale Minderheiten anmuten, er ist es aber nicht. „Cicero – zwei Leben, eine Bühne“ ist einfach ein toller, interessanter und, ja, tatsächlich spannender Film auch für Menschen, die mir Jazz und Dokus sonst nichts anfangen können. Es geht um zwei Generationen der Familie Cicero, genauer gesagt um den Jazz-Pianisten Eugen Cicero und seinen Sohn, den Sänger Roger Cicero. Vater und Sohn waren geniale Musiker, die mit ihrer Musik die Herzen der Menschen erreichten, beide starben viel zu jung und früh an einem Hirninfarkt, der Vater mit 57 Jahren, der Sohn mit 45. Der Film zeichnet die Lebenswege beider Männer nach und ruft mit Archivmaterial die musikalischen Karrieren der beiden ins Gedächtnis, zeigt ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Wobei die Gemeinsamkeiten überwiegen. Beide waren Musiker mit einer Liebe zum Publikum, sie machten keine Musik für Kritiker, sondern für die Menschen. die ihre Konzerte besuchten und sich ihre Alben in den Plattenschrank stellten. Vorwürfe, dass sie sich als Jazzer zu sehr der Unterhaltungsmusik näherten, taten beide mit einem Achselzucken ab. Wichtig ist auf der Bühne, da kümmert es keinen, in welche Schublade man von der Kritik gesteckt wurde. „Cicero – zwei Leben, eine Bühne“ ist ein Film, in dem man zahlreiche große musikalische Momente entdecken oder wiederentdecken kann, ein Film, der (nicht nur) Jazz-Fans begeistert und mit Wehmut erfüllt: Wie viel tolle, unvergessliche Musik haben wir verpasst, weil diese beiden Giganten zu früh gehen mussten?

[Tipp der Woche] Ritchie/Statham, die 5.: „Operation Fortune“ im Kino

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/Cc9ZNoUhosM

Für Freunde des gepflegten Action-Kinos könnte der kommende Donnerstag zum Festtag werden: an diesem Tag kommt „Operation Fortune“ in die Kinos, die fünfte Zusammenarbeit von Kult-Regisseur Guy Ritchie und Action Legende Jason Statham. Die bisherigen gemeinsamen Projekte der beiden haben bisher verlässlich für sehr gute bis herausragende Kino-Unterhaltung gesorgt. Das sollte auch diesmal der Fall sein. Die Story verspricht einiges: Statham gibt den weltbekannten Superspion Orson Fortune, der die Welt vor den Machenschaften eines Waffenhändlers retten muss und zu diesem Zwecke einen Hollywoodstar ins Team aufnimmt. Der Trailer sieht gut aus, uns erwarten ordentlich Sachschaden und ein paar staubtrockene One-Linern, das ist Kino, wie ich#s mag. Am Donnerstag hocke ich vor der Leinwand. Kleine, sicherlich überflüssige Warnung: Es hat keine Previews des Films gegeben, und die Presse darf keine Vorab-Kritiken veröffentlichen. Das macht ein Studio normalerweise nur, wenn sie einen todsicheren Erfolg oder einen monumentalen Stinker auf der Pfanne haben. Aber, seine wir mal ehrlich: Ist Ritchie und Statham wirklich ein schlechter Action-Film zuzutrauen?

[Tipp der Woche] Clavier macht den Clouseau – „Mord in St. Tropez“ im Kino

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/zfzKFc1Nz_k

Christian Clavier scheint sich mit „Mord in St. Tropez“ einen Herzenswunsch erfüllt zu haben. Offenbar hat Frankreichs Chef-Komiker jahrzehntelang davon geträumt, Peter Sellers mal richtig zu zeigen, was eine Harke und wer der bessere Inspektor Clouseau ist. Clavier natürlich. Damit ist eigentlich alles über diese in den 70er Jahren angesiedelte, in entsprechend schrillen Farben gedrehten und top-besetzten (Clavier, Poelvoorde, Depardieu) Film gesetzt. Der Film ist eine als Whodunit amskierte Slapstick-Orgie, die sich – ein paar AAnleihen an „Knives Out“ ausgenommen – ausschließlich an den „Pink Panther“-Filmen orientiert. Clavier mimt den vertrottelten Inspektor, der auf Schritt und Tritt Sachschaden verursacht, Depardieu ist sein geschundener Vorgesetzter und die Krimihandlung dient nur als Anlass, um jede Menge visuelle Gags aufs Publikum loszulassen. Der Humor schwangt zwischen total blöd und brillant, das Tempo lässt gelegentlich nach und die Hauptdarsteller sind eigentlich zu alt für so einen Quatsch. Macht aber nix, ich hab mich schlapp gelacht. Der Film ist genau die richtige Ablenkung für beschissene Zeiten wie diese.

In der Rasierloge vom „alten weißen Mann“ lernen – die Western mit James Stewart aus den fünfziger Jahren

In den sechziger Jahren war ich samstags und sonntags (bei den damals üblichen „Jugendvorstellungen“) Stammgast in der „Rasierloge“1 der Kinos meiner Heimatstadt. In diesen Jugendvorstellungen konnte man als junger Mensch für 1 DM (Rasierloge) bzw. 1,50 DM (Rest des Kinos) einen Film anschauen. Das waren meist nicht gerade Meisterwerke der Filmkunst. Ich hab mir da fast alle Tarzanfilme mit Lex Barker, Gordon Scott, Jock Mahoney und Johnnie Weissmüller reingezogen. Und Western gab’s natürlich, jede Menge Western. Meistens ältere, aus den 40er und 50er Jahren, die nicht so viel Verleihgebühr kosteten. Die hab ich mir trotzdem angeschaut, das waren oft ziemlich gute Filme, und das Preisleistungsverhältnis hat gestimmt. 1 DM für den Platz in der Rasierloge, zwanzig, dreißig Pfennig für Süßkram, prima Nachmittag. Einen Film hätte ich mir aber beinahe nicht angeschaut, und das wäre ein großer Fehler gewesen… weiterlesen…

[Tipp der Woche] Schön und schmerzlich wie das Leben – „Die Abenteurer“ im TV

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/UHkndS9qBkg

Ich weiß noch, wie das war, als ich „Die Abenteurer“ zum ersten Mal gesehen hab. Das war Ende der achtziger Jahre, in der Spätvorstellung in einem Berliner Programmkino. Da saß ich hinterher noch lange im Kinosessel, der Abspann war schon längst vorbei, die Lichter im Saal angegangen und die Kinomitarbeiter waren schon am Saubermachen, als ich endlich wieder aufstehen konnte. Der Film hatte mich umgehauen, und auch heute noch nimmt er mich verlässlich emotional stark mit, wenn ich ihn mir wieder anschaue. „Die Abenteurer“ ist nämlich nicht nur ein – sehr gutgemachter – Abenteuerfilm, er zeigt gleichzeitig auch, auf durchaus schmerzliche Weise, dass Abenteurer inzwischen aus der Zeit gefallene Gestalten sind. weiterlesen…