[Tipp der Woche] Nicht Django, aber sein Gebetbuch war trotzdem der Colt – Italo-Western-Klassiker auf Blu-ray

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Video-Link: https://youtu.be/E_ikjArWpdc

Django – sein Gebetbuch war der Colt“ – cooler Titel für einen Italo-Western, nicht wahr? In der Tat, nur dass Django in diesem Film eigentlich gar nicht vorkommt. Der Typ, den Franco Nero in diesem Film spielt, heißt im Original nämlich Tom Corbett, den ollen Django haben sie damals in der deutschen Synchro drübergestülpt, weil allein der Name Django damals an den Kinokassen tausende Tickets verkauft hat. Diesen Etikettenschwindel kann man aber durchaus verschmerzen, denn erstens gibt es zwischen Tom Corbett und Django tatsächlich mehr als nur flüchtige Ähnlichkeiten, und zweitens ist der Film – ob mit oder ohne Mr. D. – tatsächlich ein überdurchschnittlicher, immer noch sehr ansehbarer Italo-Western mit beeindruckendem Body-Count. weiterlesen…

[Tipp zum Wochenende] Wie ein junger Stier – Depardieu in „Der Bulle von Paris“

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Video-Link: https://youtu.be/DInF4f5H4aE

Um Himmelswillen, waren die Morceau und der Depardieu noch jung, als sie „Der Bulle von Paris“ gedreht haben! Okay, Schwamm drüber, der Zahn der Zeit lässt keinen von uns in Ruhe. Obwohl die Kino-Premiere von „Police“, wie der Film im Original betitelt ist, schon satte 35 Jahre zurück liegt, kann man den Film heute noch prima anschauen. Das liegt zum einen am tollen Spiel der Hauptdarsteller – vor allen Dingen Depardieu ist noch meilenweit von seinem aktuellen behäbigen Minimalismus entfernt – zum anderen daran, dass der Film ein klassisches französischer Krimi ist, in dem die psychologischen Untiefen, durch die die Hauptfiguren waten, mindestens genauso spannend sind wie der Kriminalfall, um den es geht. Maigret lässt grüßen. Der Film läuft am Sonnabend um 22 Uhr 15 auf Servus TV.

[Tipp der Woche] Er ist endlich wieder da – „Borat Anschluss Moviefilm“ im Stream

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Video-Link: https://youtu.be/bdpEUfgCmtE

Der erste Borat-Film hat das Publikum gespalten: Für die einen war es eine Sternstunde der Impro-Comedy1, die anderen fanden ihn konfus, öde und geschmacklos. Ich war zwiegespalten, als ich den ersten Borat angesehen hatte: Einerseits konnte ich nicht umhin, Sacha Barons Cohens Meisterschaft als Impro-Comedian zu bewundern, und die wunderbare, grenzensprengende Geschmacklosigkeit hat mir auch sehr zugesagt, aber: mir hat eine richtige Story gefehlt, und irgendwann hat sich die Masche doch wiederholt und wurde langweilig. Aber Sacha Baron Cohen hat scheinbar meine Gedanken gelesen und sich richtig Mühe gegeben zu haben, meine Wünsche zu erfüllen: „Borat Anschluss Moviefilm“ hat zwar immer noch reichlich mit versteckter Kamera gedrehte Impro-Szenen, aber Cohen hat sich ein gescheites Drehbuch gegönnt und den Film mit einer Story und einem Haufen gescripteter Gags ausgestattet. Die samt und sonders so wunderbare böse, gemein und geschmacklos sind, dass jeder aufrechte Social Justice Warrior spätestens nach zwanzig Minuten in Schnappatmung verfällt und ein umgehendes Verbot des Films fordert. Borat wird nach 14 Jahren Zwangsarbeit (der erste Film ist in Kasachstan nicht so gut angekommen) vom kasachischen Präsidenten wieder in die USA geschickt, diesmal mit dem Auftrag, Vize-Präsident Mike Pence ein Geschenk zu überbringen, damit der bei Trump Gutwetter für Kasachstan macht. Und das Geschenk ist durchaus speziell…

Ich hab mich schlapp gelacht, trotz des einen oder anderen Durchhängers. Der Film wird derzeit auf amazon prime gestreamt.

[Tipp der Woche] Es ist noch lange nicht vorbei – „Cobra Kai“ auf Netflix

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Video-Link: https://youtu.be/Xe45mmev65o

Normalerweise hab ich’s nicht so mit Fortsetzungen. Wenn eine Geschichte rund und stimmig ist, dann ist es meinethalben vollkommen okay, dass sie nicht weitergeht. Die meisten Fortsetzungen erzählen sowieso nur die gleiche Geschichte in neuen Kulissen und mit neuen Personen. Der erste „Karate Kid“-Film aus 1984 ist so ein Fall: prima Geschichte, schlüssiges Ende, fertig. Die beiden Fortsetzungen waren überflüssig wie ein Kropf und kamen nicht annähernd an den ersten Streifen an. Als ich vor zwei Jahren erfuhr, dass Sie eine Fortsetzung des ersten Films als Serie drehen, die 35 später spielt, hab ich abgewinkt. Was soll das, bitteschön, werden?

Nun, tatsächlich eine der besten TV-Serien des 21. Jahrhunderts, wie ich jetzt zugeben muss, nachdem ich mir die ersten beiden Staffeln von „Cobra Kai“ im Eiltempo auf Netflix reingezogen habe. 30 Jahre nach dem schicksalhaften Kampf, in dem Daniel LaRusso Johnny Lawrence mit dem „Kranich“ besiegt hat, hat sich einiges geändert – und vieles nicht. Aus Daniel ist ein aalglatter, sehr erfolgreicher Geschäftsmann geworden, der ein riesiges Autohaus leitet, Johnny schlägt sich als Hilfsarbeiter durch und steht vor den Trümmern seines verpfuschten Lebens. Eine zufällige Begegnung mit dem jungen Miguel, der von ein paar Bullies gemobbt wird, inspiriert Johnny, den „Cobra Kai“-Dojo wieder aufzumachen und Jugendlichen Karate beizubringen. Als Daniel davon erfährt, rastet er aus. „Cobra Kai“ ist für ihn immer noch ein rotes Tuch. Erst versucht er, Johnny zu sabotieren. Als das scheitert, macht er den Myagi-Dojo wieder auf und konkurriert mit Johnny um die Gunst der Jugendlichen – und der eigenen Kinder… Mehr mag ich nicht verraten, da es ein paar wirklich überraschende Wendungen gibt und auch ein paar alte Bekannte aus dem Film wieder auftauchen. Das Ralph Macchio und William Zabka ihre Rollen aus dem Film wieder aufgenommen haben, verleiht der Geschichte eine tolle Authentizität. Und die beiden sind wirklich tolle Schauspieler, denen es gelingt, die Balance zwischen Tragödie und Komödie zu halten. Das ganze ist eine tolle, fesselnde Männer-Geschichte, mal traurig, oft sehr komisch und durchaus zum Nachdenken anregend.

[Tipp der Woche] Steilvorlage für den Boss: „Thunder Road“ auf DVD

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Video-Link: https://youtu.be/kWCS8rvueRU

„Thunder Road“ ist den meisten ein Begriff. „Klar, das ist doch der Springsteen-Song“, hört man meistens, wenn man nach diesem Titel fragt. Was die wenigsten wissen: es war ein Plakat zu dem Robert-Mitchum-Film „Thunder Road„, das den Boss zu einem seiner Meisterstücke inspirierte. weiterlesen…

[Tipp der Woche] Thema Bébel – ein Abend auf arte

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Video-Link: https://youtu.be/FsfrXLG_O_c

In einer leider schon länger zurückliegenden Zeit, in der man Schauspieler noch als „Leinwandidole“ bezeichnete, ist Jean-Paul Belmondo einer meiner Lieblingsschauspieler geworden. Logisch, dass mein Lieblingsschauspieler hier im Blog öfter ein Thema war, einen längeren Text hab ich über ihn zu seinem 80. Geburtstag geschrieben. Am kommenden Sonntag hat arte einen Themenabend für „Bèbel“1 ausgerichtet. Der Abend startet um 20 Uhr 15 mit einem Belmondo-Klassiker, dem Krimi-Drama „Das Geheimnis der falschen Braut“ (Regie: François Truffaut, die „falsche Braut“ spielt Catherine Deneuve). Im Anschluss, um 22 Uhr 15, wird die Doku „Belmondo, der Unwiderstehliche“ gesendet, prallvoll gepackt mit zum Teil bisher unveröffentlichtem Archivmaterial. Ein absolutes Muss, nicht nur für Bébel-Fans wie mich.

[Tipp der Woche] Beyond Lummerland – „Jim Knopf und die Wilde 13“ kommt ins Kino

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Video-Link: https://youtu.be/JwG3kZSox2g

Darauf warten wir seit 2018. Seit wir die Neuverfilmung von „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ im Kino angeschaut haben, sehen wir die Fortsetzung „Jim Knopf und die Wilde 13“ herbei. Weil wir da mit unseren Kindern reingehen wollen. Oder mit den Enkeln. Oder weil wir ganz einfach selber noch mal zwei Stunden lang im Kinosessel um die zehn Jahre alt sein wollen, um dieses prachtvolle Abenteuer noch mal zu erleben. Ich will – und muss, vermutlich – da auch nicht viele Worte machen. Michael Endes in zwei Büchern erzählte Abenteuergeschichte von Jim Knopf und seinen phantastischen Abenteuern ist ein Klassiker der Jugendliteratur, der meine – weit zurückliegende – Kindheit bereichert und mein Leseverhalten für mein ganzes Leben geprägt hat. An Jim Knopf messe ich grundsätzlich alle Bücher, die ich zur Unterhaltung lese: So lustig wie Jim Knopf? So spannend wie Jim Knopf? So emotional wie Jim Knopf?

Die Neuverfilmung des ersten Teils, die 2018 in die Kinos kam, hat mir sehr gut gefallen, nicht zuletzt, weil sie das Lokomotivenrad nicht neu erfunden hat, sondern weil sie die bekannte, wunderbare Geschichte mit neuem Leben erfüllt hat. Die Tricks waren – für einen Kinderfilm – sehr okay, und schauspielerische Glanzlichter gab’s in Serie, allen voran Ochsenknecht als König Alfons der Viertelvorzwölfte und Mick Brisgau Henning Baum als Lukas, der in die Rolle eine wunderbare Bud-Spencer-Hommage (inkl. Dampfhammer und Doppel-Backpfeife) gepackt hat. Seit ich mir den Film vor wzei Jahren angeschaut hab, freu ich mich auf die Fortsetzung. Und jetzt ratet mal, wer am Donnerstag im Kino sitzt?

Und falls sich jemand fragt, warum ich in diesem Zusammenhang nicht auf diese Frau Maltzahn aus der Hamburger KiTa eingegangen bin, die es vor ein paar Wochen mit der Behauptung, Jim Knopf wäre rassistisch, in die Schlagzeilen geschafft hat: Man muss nicht jeden überspannten Quatsch kommentieren.