[Tipp der Woche] Reiter aus Leidenschaft – „The Rider“ auf Blu-ray

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/8moxBGez7VI

Die Kinos sind Lockdown-bedingt noch zu. Da bietet sich diese Woche die Gelegenheit, einen Wilm zu entdecken, der ein wenig am Kino-Publikum vorbeigerauscht ist, als er 2018 gezeigt wurde. Die Rede ist von „The Rider„, einem Neo-Western über den Rodeo-Reiter Brady Blackburn, der nach einem schweren Sturz erfährt, dass er nie wieder Rodeo reiten darf: die nächste Kopfverletzung könnte ihn umbringen. Aber Blackburn hat nie etwas anderes gelernt als Reiten: und er will auch gar nichts anderes machen als Reiten. Die (einfache) Story kommt einem bekannt vor, das hat man so oder ähnlich schon mit Boxern und Wrestlern gesehen, aber „The Rider“ ist anders. Zum einen, weil diese Geschichte dem Hauptdarsteller des Films, Brady Jandreau tatsächlich widerfahren ist. Zum anderen, weil dieser Film wirklich einmalig schön fotografiert ist. Man sieht nicht nur atemberaubende Aufnahmen von amerikanischen Prärien, Jandreau macht im Sattel wirklich eine Ausnahme-Figur. Wenn man ihn reiten sieht, merkt man, dass einige andere Schauspieler nicht wirklich reiten, sondern eher wie nasse Scäke auf geduldigen Pferden abhängen. Schließlich enthält dieser Film einige wirklich herzzerreißende Szenen. Also, die Szene, in der Blackburn den gelähmten Rodeo-Reiter besucht, die geht selbst dem hartgesottensten Zuschauer an die Nieren- Toller Film, meine Empfehlung für diese Woche. Am Freitag erscheint die Blu-ray, die wegen der Kamera wirklich lohnt. Auf amazon prime ist der Film ebenfalls zu sehen.

[Tipp des Tages] Allein mit sich um die Welt – „Vor uns das Meer“ auf arte

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/6aZijmTLNjo

Das ist auch so ein Männertraum: Einmal um die Welt fahren. Allein. Auf dem eigenen Boot. Donald Crowhurst hat diesen Traum wahr gemacht. Beinahe. Er hat sich an einem Wettrennen rund um die Welt mit Einhandseglern beteiligt, das von der Sunday Times veranstaltet wurde. Obwohl er nur ein Amateur-Segler war, hat er es beinahe geschafft. Doch kurz vor dem Ziel ist er verschwunden. „Vor uns das Meer“ erzählt seine Geschichte, Colin Firth spielt die Hauptrolle. Der Film läuft heute um 13 Uhr 50 auf arte. Man kann ihn dort auch in der Mediathek anschauen.

[Tipp der Woche]Die besten Weihnachtsfilme

mikegi / Pixabay

Der typische Weihnachtsfilm hat sehr viel mit „Dinner for One“ gemeinsam, das ja sieben Tage später gesendet wird. Sowohl den Weihnachtsfilm als auch Freddie Frintons Sketch kennt man auswendig. Trotzdem schaut man sich die Geschichte immer wieder an, weil’s einfach zu Weihnachten (bzw. zu Silvester) dazu gehört. Hier enden jedoch die Gemeinsamkeiten. „Dinner for One“ funktioniert nur an Silvester, der typische Weihnachtsfilm läuft praktisch nie an Heiligabend sondern meistens in der Vorweihnachtszeit. Keine Ahnung warum. Sind an Heiligabend die Quoten generell zu mau? Scheuen sich die Programmmacher, an diesem Datum die umpfzichste Wiederholung zu versenden? Wer kann das wissen? Egal: Wie der Zufall es will laufen morgen, am Dienstag vor Weihnachten, auf Sat1 meine beiden absoluten Lieblingsweihnachtsfilme hintereinander. Und wenn das nicht der Tipp der Woche für die Weihnachtswoche ist, dann weiß ich auch nicht… weiterlesen…

[Tipp des Tages] DER Weihnachts-Horror – „Rare Exports“ im TV

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/Ill4VPqKaDY

Was schrägen, tiefschwarzen Humor anbelangt, haben die Finnen in den letzten Jahren erfolgreich den Briten ihre Führungsposition streitig gemacht. Aus den Filmstudios im Norden Skandinaviens kommt mittlerweile regelmäßig abgefahrenes Humorgut in unsere Videostreams und -player. Ein besonders gelungenes Beispiel für finnischen Humorexport läuft heute Abend um 22 Uhr 20 auf Tele 5: „Rare Exports

Die Story? Archäologen graben mehrere hundert Meter tief in den Korvatunturi-Bergen und entdecken… den Weihnachtsmann, kein Scheiß. Dann fangen plötzlich an Kinder zu verschwinden… der Weihnachtsmann (kein ganz angenehmer Zeitgenosse, in dieser Version) wird entführt… und seine Elfen wollen ihren Chef befreien. Alles klar? Mit ein paar Bier und vielleicht etwas finnischem Wodka wird das ein TV-Highlight der Woche!

[Tipp der Woche] Rätselhafter Arthouse-Blockbuster – Nolans „Tenet“ erscheint auf Blu-ray

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/xscxntVQ8JE

„Wo ist er jetzt?“ – „Wer?“ – „Na, der Protagonist.“ – „Welcher, der aus der Gegenwart oder der Vergangnheit?“ – „Keine Ahnung.“ – „Welcher ist das jetzt?“ – „Wer?“  Der eben durchs Bild gegangen ist.“ – „Nur ein Statist.“ – „Bist du sicher?“ – „Nein.“

Wer „Tenet“ im Kino gesehen hat, kennt diese Fragen. Christopher Nolans Film ist keiner der üblichen Blockbuster, die man entspannt über den Rand der Popcorn-Tüte beobachten kann, während man nebenher noch die Whats-App-Nachrichten checkt. „Tenet“ ist ein vielschichtiges erzählerisches Rätsel, dass ich zum Beispiel erst nach längerem Nachdenken halbwegs knacken konnte, ich hab vor ein paar Monaten hier im Blog darüber geschrieben. Diese Woche erscheint „Tenet“ auf Blu-ray, und vielleicht ist das Heimkino das eigentliche Medium für diesen Zeitreise-Thriller.

Nicht falsch verstehen: Mindestens einmal sollte man „Tenet“ im Kino gesehen haben. Diese Wahnsinnsbilder gehören auf eine große Leinwand, Punkt. Aber der komplexen Story kommt man mit Vor- und Zurückspulen vielleicht besser auf die Schliche. Ich zum Beispiel hab beim ersten Mal Anschauen jede Menge wichtiger Details verpasst. Dass kann einem bei der Blu-ray nicht passieren. Und – wichtiges Kaufargument – der Blu-ray liegt eine Bonus-Disc mit einem 75minütigen „Making of“ bei. Vielleicht lässt Nolan sich ja da ein wenig in die Karten blicken. Oder wirft er neue Rätsel auf?

Am 17. Dezember, dem Erscheinungstag der Disc, sind wir schlauer. Oder nach dem Lockdown, wenn wir uns Tenet fünf Mal angeschaut und endlich verstanden haben.

[Tipp der Woche] Götter in Schwarz-Weiß – Finchers „Mank“ auf Netflix

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/aSfX-nrg-lI

Auf diesen Film habe ich – ungelogen – ein Jahr lang gewartet. Meine Vorfreude begann, als ich erfuhr, dass ein Regisseur, den ich sehr bewundere, nämlich David Fincher, einen Film über eins meiner Idole, den Drehbuchautor Herman L. Mankiewicz dreht. Mankiewicz ist heutzutage nur noch Film-Freaks ein Begriff. Die aber wissen, dass er im Hollywood der 30er und 40er Jahre ein Gigant war, der die Drehbücher zu mehr stilbildenden Hollywood-Filmen geschrieben und bearbeitet hat als jeder seiner Zeitgenossen. Zu Manks Kerben im Coltgriff gehören unter anderem ein paar Filme der Marx Brothers (die er auch produzierte), „Dinner at Eight“, „Pride of the Yankees“, „It’s a Wonderful World“ und „The Wizard of Oz“. Jeder Drehbuchautor hätte sich mit dem Skript zu einem dieser Filme seinen Platz im Olymp verdient, aber er hat sie gleich dutzendweise rausgehauen. weiterlesen…

[Tipp der Woche] Mit und ohne Verstand – „Das Verhör in der Nacht“ im TV, „Guns Akimbo“ auf Blu-ray

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/Rq864D8BgSw

In dieser Pandemie-Zeit ist nur eines sicher: Hin und wieder braucht der Mensch ein bisschen Ablenkung. Virus, Home-Office, Virus, Drosten-Podcast, Virus, Brennpunkt und in jeder Talkshow olle Lauterbach. Irgendwann will man mal was anderes sehen! Doch wie lenkt man sich am besten ab? Der eine möchte mit Action zugeballert werden, damit er mal zwei Stunden nicht nachdenken muss, der andere möchte das Gegenteil, der möchte seinen Denkapparat intensiv benutzen, um eben auf andere Gedanken zu kommen. Für beide Zielgruppen haben wir diese Woche einen Tipp.

Fangen wir mit den Denkern an. Am Freitag lief auf arte der Kammerspiel-Thriller „Das Verhör in der Nacht„. Ein Verhör-Spezialist (Charly Hübner) hat 90 Minuten Zeit, um herauszufinden, ob eine Professorin (Sophie von Kessel) nur eine Übung mit ihren Studenten veranstaltet oder tatsächlich eine Bombe gelegt hat, die am Ende besagter 90 Minuten hochgehen wird. Das wirkt ein bisschen wie eine Theatersituation, und das ist es auch: der Film basiert auf einem Theaterstück von Daniel Kehlmann, der auch das Drehbuch geschrieben hat. Vorher hat Kehlmann sich vermutlich mehrmals den französischen Klassiker „Das Verhör“ angeschaut, mit dem seine Verhör-Geschichte mehr als nur flüchtige Ähnlichkeiten hat. Und Charly Hübner durfte auch mal mitgucken, der hat sich einiges von Lino Ventura abgeschaut. Neunzig Minuten lang passiert eigentlich nichts, aber das Duell zwischen Polizist und mutmaßlicher Terroristin ist trotzdem sehr spannend und exzellent gespielt. Solange man sich auf die minimalistische Erzählweise einlässt und gewillt ist, den durchaus komplexen Gedankengängen der beiden Protagonisten zu folgen. Der Film läuft heute Abend im ZDF, man kann ihn aber auch in der arte-Mediathek anschauen.

Wer nicht mitdenken sondern sich lieber vollkommen hirnlos aber sehr amüsant beballern lassen möchte, ist hingegen bei „Guns Akimbo„, der diese Woche auf Blu-ray rauskommt, goldrichtig. Daniel Ratcliffe bekommt zwei Knarren in die Hände geschraubt(!), um sich an einem durchgedrehten Gladiatorn-Spiel im Internet zu beteiligen, und dann geht die Party los. Ds ist total konstruiert, unglaubwürdig bis zum geht nicht mehr, aber eben – nicht zuletzt dank einem Ratcliffe in Topform – ein grandioser Achterbahn-Spaß.

 

[Tipp der Woche] Nicht Django, aber sein Gebetbuch war trotzdem der Colt – Italo-Western-Klassiker auf Blu-ray

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/E_ikjArWpdc

Django – sein Gebetbuch war der Colt“ – cooler Titel für einen Italo-Western, nicht wahr? In der Tat, nur dass Django in diesem Film eigentlich gar nicht vorkommt. Der Typ, den Franco Nero in diesem Film spielt, heißt im Original nämlich Tom Corbett, den ollen Django haben sie damals in der deutschen Synchro drübergestülpt, weil allein der Name Django damals an den Kinokassen tausende Tickets verkauft hat. Diesen Etikettenschwindel kann man aber durchaus verschmerzen, denn erstens gibt es zwischen Tom Corbett und Django tatsächlich mehr als nur flüchtige Ähnlichkeiten, und zweitens ist der Film – ob mit oder ohne Mr. D. – tatsächlich ein überdurchschnittlicher, immer noch sehr ansehbarer Italo-Western mit beeindruckendem Body-Count. weiterlesen…

[Tipp zum Wochenende] Wie ein junger Stier – Depardieu in „Der Bulle von Paris“

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/DInF4f5H4aE

Um Himmelswillen, waren die Morceau und der Depardieu noch jung, als sie „Der Bulle von Paris“ gedreht haben! Okay, Schwamm drüber, der Zahn der Zeit lässt keinen von uns in Ruhe. Obwohl die Kino-Premiere von „Police“, wie der Film im Original betitelt ist, schon satte 35 Jahre zurück liegt, kann man den Film heute noch prima anschauen. Das liegt zum einen am tollen Spiel der Hauptdarsteller – vor allen Dingen Depardieu ist noch meilenweit von seinem aktuellen behäbigen Minimalismus entfernt – zum anderen daran, dass der Film ein klassisches französischer Krimi ist, in dem die psychologischen Untiefen, durch die die Hauptfiguren waten, mindestens genauso spannend sind wie der Kriminalfall, um den es geht. Maigret lässt grüßen. Der Film läuft am Sonnabend um 22 Uhr 15 auf Servus TV.