[Tipp des Tages] Der Außenseiter-Samurai – „Ronin“ im TV

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Video-Link: https://youtu.be/_3CBxiCQlxs

Ein Ronin ist ein Samurai, der keinem Herren dient, und in „Ronin“ haben wir es mit mehreren dieser Kerle zu tun. Ein Haufen Gangster und Agenten – bei keinem weiß man, für wen er arbeitet bzw. ob er für jemanden oder auf eigene Rechnung arbeitet – sind hinter einem mysteriösen Koffer her. Was in dem Koffer ist, ist auch nicht so ganz klar, aber letztlich ist das egal: Wichtig ist, dass die Iren den Koffer wollen. Und die Russen. Und andere vervorragende Nationen bestimmt auch. Und um an den Koffer zu bekommen, ist den Agenten und Gangstern, die hinter dem Ding herkommen, jedes Mittel recht. Hier wird betrogen, gemeuchelt, sabotiert und geprügelt, dass es die reine Freude ist. Auch schauspielerisch ist der Film vom Allerfeinsten: Robert de Niro, Jean Reno, Jonathan Pryce, Sean Bean, Michael Lonsdale, Stellan Skarsgård – die Namen sprechen wohl für sich selbst, da kann sogar Katharina Witt(!) eine Russin spielen, ohne weiteren Schaden anzurichten. „Ronin“ war und ist ein grpßer Kino-Spaß, einer der besten AGenten-Thriller überhaupt. Heute Abend läuft er um 20 Uhr 15 auf kabeleins.

[Tipp der Woche] Es ist noch lange nicht vorbei – „Cobra Kai“ auf Netflix

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Video-Link: https://youtu.be/Xe45mmev65o

Normalerweise hab ich’s nicht so mit Fortsetzungen. Wenn eine Geschichte rund und stimmig ist, dann ist es meinethalben vollkommen okay, dass sie nicht weitergeht. Die meisten Fortsetzungen erzählen sowieso nur die gleiche Geschichte in neuen Kulissen und mit neuen Personen. Der erste „Karate Kid“-Film aus 1984 ist so ein Fall: prima Geschichte, schlüssiges Ende, fertig. Die beiden Fortsetzungen waren überflüssig wie ein Kropf und kamen nicht annähernd an den ersten Streifen an. Als ich vor zwei Jahren erfuhr, dass Sie eine Fortsetzung des ersten Films als Serie drehen, die 35 später spielt, hab ich abgewinkt. Was soll das, bitteschön, werden?

Nun, tatsächlich eine der besten TV-Serien des 21. Jahrhunderts, wie ich jetzt zugeben muss, nachdem ich mir die ersten beiden Staffeln von „Cobra Kai“ im Eiltempo auf Netflix reingezogen habe. 30 Jahre nach dem schicksalhaften Kampf, in dem Daniel LaRusso Johnny Lawrence mit dem „Kranich“ besiegt hat, hat sich einiges geändert – und vieles nicht. Aus Daniel ist ein aalglatter, sehr erfolgreicher Geschäftsmann geworden, der ein riesiges Autohaus leitet, Johnny schlägt sich als Hilfsarbeiter durch und steht vor den Trümmern seines verpfuschten Lebens. Eine zufällige Begegnung mit dem jungen Miguel, der von ein paar Bullies gemobbt wird, inspiriert Johnny, den „Cobra Kai“-Dojo wieder aufzumachen und Jugendlichen Karate beizubringen. Als Daniel davon erfährt, rastet er aus. „Cobra Kai“ ist für ihn immer noch ein rotes Tuch. Erst versucht er, Johnny zu sabotieren. Als das scheitert, macht er den Myagi-Dojo wieder auf und konkurriert mit Johnny um die Gunst der Jugendlichen – und der eigenen Kinder… Mehr mag ich nicht verraten, da es ein paar wirklich überraschende Wendungen gibt und auch ein paar alte Bekannte aus dem Film wieder auftauchen. Das Ralph Macchio und William Zabka ihre Rollen aus dem Film wieder aufgenommen haben, verleiht der Geschichte eine tolle Authentizität. Und die beiden sind wirklich tolle Schauspieler, denen es gelingt, die Balance zwischen Tragödie und Komödie zu halten. Das ganze ist eine tolle, fesselnde Männer-Geschichte, mal traurig, oft sehr komisch und durchaus zum Nachdenken anregend.

[Tipp der Woche] Steilvorlage für den Boss: „Thunder Road“ auf DVD

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Video-Link: https://youtu.be/kWCS8rvueRU

„Thunder Road“ ist den meisten ein Begriff. „Klar, das ist doch der Springsteen-Song“, hört man meistens, wenn man nach diesem Titel fragt. Was die wenigsten wissen: es war ein Plakat zu dem Robert-Mitchum-Film „Thunder Road„, das den Boss zu einem seiner Meisterstücke inspirierte. weiterlesen…

[Tipp der Woche] Beyond Lummerland – „Jim Knopf und die Wilde 13“ kommt ins Kino

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Video-Link: https://youtu.be/JwG3kZSox2g

Darauf warten wir seit 2018. Seit wir die Neuverfilmung von „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ im Kino angeschaut haben, sehen wir die Fortsetzung „Jim Knopf und die Wilde 13“ herbei. Weil wir da mit unseren Kindern reingehen wollen. Oder mit den Enkeln. Oder weil wir ganz einfach selber noch mal zwei Stunden lang im Kinosessel um die zehn Jahre alt sein wollen, um dieses prachtvolle Abenteuer noch mal zu erleben. Ich will – und muss, vermutlich – da auch nicht viele Worte machen. Michael Endes in zwei Büchern erzählte Abenteuergeschichte von Jim Knopf und seinen phantastischen Abenteuern ist ein Klassiker der Jugendliteratur, der meine – weit zurückliegende – Kindheit bereichert und mein Leseverhalten für mein ganzes Leben geprägt hat. An Jim Knopf messe ich grundsätzlich alle Bücher, die ich zur Unterhaltung lese: So lustig wie Jim Knopf? So spannend wie Jim Knopf? So emotional wie Jim Knopf?

Die Neuverfilmung des ersten Teils, die 2018 in die Kinos kam, hat mir sehr gut gefallen, nicht zuletzt, weil sie das Lokomotivenrad nicht neu erfunden hat, sondern weil sie die bekannte, wunderbare Geschichte mit neuem Leben erfüllt hat. Die Tricks waren – für einen Kinderfilm – sehr okay, und schauspielerische Glanzlichter gab’s in Serie, allen voran Ochsenknecht als König Alfons der Viertelvorzwölfte und Mick Brisgau Henning Baum als Lukas, der in die Rolle eine wunderbare Bud-Spencer-Hommage (inkl. Dampfhammer und Doppel-Backpfeife) gepackt hat. Seit ich mir den Film vor wzei Jahren angeschaut hab, freu ich mich auf die Fortsetzung. Und jetzt ratet mal, wer am Donnerstag im Kino sitzt?

Und falls sich jemand fragt, warum ich in diesem Zusammenhang nicht auf diese Frau Maltzahn aus der Hamburger KiTa eingegangen bin, die es vor ein paar Wochen mit der Behauptung, Jim Knopf wäre rassistisch, in die Schlagzeilen geschafft hat: Man muss nicht jeden überspannten Quatsch kommentieren. 

[Tipp der Woche] Die Rettung der Kinos? „Tenet“ startet

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Video-Link: https://youtu.be/5Oxbl3yAzUc

Die Kino-Branche zählt zu denen, die von Corona am stärksten getroffen wurde. Die Einnahmen versiegten von einem Tag auf den anderen, die laufenden Kosten (mieten, Gehälter) liefen weiter, und die finanziellen Ausfälle werden nie kompensiert werden können: eine Kinokarte, die du heute nicht verkaufst, kannst du ja nicht morgen doppelt verkaufen. Zwar dürfen die Kinos seit ein paar Wochen wieder Filme zeugen, doch nur mit stark reduzierter Zuschauerzahl in den Sälen. Zudem konnten die Kinos ihren Zuschauern kein sonderlich attraktives Angebot machen. Die Verleiher haben derzeit fast ausschließlich Filme im Programm, die schon länger gelaufen sind. Novitäten beschränken sich meist auf B-Pictures bzw. Arthouse-Produktionen, die nur ein Nischen-Publikum ansprechen. Die Folge? Es gab keine Zuschauerströme, die eute tröpfelten eher in die Kinosäle hinein.Was bisher gefehlt hat, sind die echten Zugpferde, die mit Starpower ausgestatteten Hollywood-Produktionen, die Blockbuster. Denn Hollywood lässt derzeit eine erkleckliche Zahl fertiger Neuproduktionen im Schrank, weil man fürchtet, dass jetzt gestartete Filme bei der reduzierten Zahl der Plätze in den Kinos deutlich weniger Geld als geplant einspielen. Die Branche ist in einem Teufelskreis: Die Kinos bekommen keine Filme, mit denen sie ein Massenpublikum anlocken könnten, und die Verleihe halten Filme zurück, weil sie Angst haben, das nicht gengu Leute kommen.

Diese Woche kommt nun endlich der erste Post-Lockdown-Blockbuster in die Kinos, der Film, der den gordischen Knoten zerschlagen soll: Christopher Nolans „Tenet„. Und „Tenet“ ist ein typischer Christopher-Nolan-Fil: verzwickte, doppelbödige Story, jede Menge Schauwerte, atemberaubende Action und ja, Blockbuster hin, Kommerz her, Anspruch, denn Nolan bedient immer auch die Mitdenker unter den Zuschauern. „Tenet“ ist eine Spionagegeschichte, in der der Protagonist des Films – der sinnigerweise „Der Protagonist“ heißt – in James-Bond-Manier den dritten Weltkrieg verhindern muss, in dem er eine Technik namens „Zeitinversion“ anwenden muss, also irgendwie gleichzeitig vorwärts, rückwärts und vermutlich auch seitwärts in der Zeit rumeiern muss. Wer sich z. B. an Nolans „Inception“ erinnert, ahnt, was für Bilder uns im Kino erwarten, und der Trailer ist tatsächlich sehr eindrucksvoll. Ich geh baldmöglichst ins Kino, DEN Film will wich sehen.

 

[Tipp des Tages] Die Vorlage für Star Wars: „Die verborgene Festung“

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Video-Link: https://youtu.be/VBBeeOdQRiE

Heute Abend, um 22 Uhr 45 kann man bei arte nicht nur einen hierzulande sträflich vernachlässigten Film von Akira Kurosawa entdecken, man kann sich bei dieser Entdeckungsreise auch bestens unterhalten lassen. Kurosawa werden ja heutzutage gern die Etiketten „Anspruch“ und „Filmkunst“ angehängt. Darüber vergisst man leicht, dass Kurosawa immer fürs große Publikum gedreht hat, und „Die verborgene Festung„, die heute Abend läuft, war ein Riesen-Publikumserfolg, eine Action Comedy allererster Güte. Zwei Bauerntölpel geleiten aus Geldgier einen Mann und eine Frau durch feindliches Territorium. Sie ahnen nicht, dass die Frau eine Prinzessin und der Mann ihr Samurai-Oberpropeller ist. Den Samurai spielt – natürlich – Toshiro Mifune, und der Mann war damals in Topform. Ich hab keine Ahnung, warum ausgerechnet dieser Film hierzulande relativ selten gesendet wird, er ist einer der unterhaltsamsten Kurosawa-Filme überhaupt. Viel Spaß!

Kann sein, dass einem der Film merkwürdig bekannt vorkommt, auch, wenn man ihn zum ersten Mal sieht. Das liegt daran… weiterlesen…

[Tipp der Woche] Back to Ritchies Roots – „The Gentlemen“ auf Blu-ray

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Video-Link: https://youtu.be/DM8ohRyAP00

Über zwanzig Jahre ist es her, dass der Werbefilmer Guy Ritchie mit dem dreckigen, schnoddrigen kleinen Gangster-Film „Bube, Dame, König, grAs“ zum Kultregisseur wurde. Seitdem hat Ritchie ein paar herausragend unterhaltsame Filme gedreht (u.a. das Sherlock-Holmes-Reboot mit Robert Downey Jr. und Jude Law), jetzt ist er mit „The Gentlemen“ zu seinen Wurzeln zurückgekehrt. „The Gentlemen“ ist wieder ein schräger Gangsterfilm mit einem Cast voller Exzentriker, einem Plot voll abstruser Wendungen, ordentlich Action und gepflegten One-Linern. Die Schauspieler (u.a. Matthew McConaughey1, Colin Farrell und einem sesnationellen Hugh Grant. Diese Woche kommt der Film auf Blu-ray raus. Viel Spaß.

[Tipp der Woche] Clint und Jeff lassen es krachen – „Die Letzten beißen die Hunde“ im TV

In den 70er Jahren wurde Clint Eastwood vom Star zum Superstar. Kein Wunder, in dieser Zeit hat er einen Satz herausragender Filme rausgebracht. Western wie „Ein Fremder ohne Namen“, die Dirty-Harry-Cop-Thriller, die „San Fernando“-Komödien – es ist schlichtweg ein Wahnsinn, was dem Mann in dieser Zeit alles gelungen ist. Ein Film ragt allerdings aus dieser Epoche heraus. „Die Letzen beißen die Hunde (Thunderbolt and Lightfoort)“ ist für mich DER ikonische Eastwood-Film der 70er. „Thunderbolt and Lightfoot“, wie der Film im Original heißt, ist eine mutige, kaltschnäuzige Mischung aus Action-Thriller, Heist-Movie und Buddy-Komödie. Man wird knapp zwei Stunden lang bestens unterhalten, sieht Kino-Archetypen, die gleich wieder gebrochen werden, genießt kernige Action, furztrockene Dialoge und – das unterschätzt man ja gern bei Action-Filmen – absolut herausragende Schauspielerei. Dass es dem jungen, entfesselnd aufspielenden Jeff Bridges nicht gelingt, seinen Mitstreitern den Arsch abzuspielen, sondern dass Eastwood, Kennedy und Lewis mit gelassener Lakonie erfoglreich dagegenhalten ist eins der Erfolgsgeheimnisse des Films, dessen Regisseur übrigens Michael Cimino heißt. Auch kein kleines Licht am Filmhimmel. Wer den Film noch nicht kennt, MUSS ihn anschauen, alle anderen können sich ein Wiedersehen gönnen. Am Freitag vor Pfingsten, um 22 Uhr 25 auf 3sat.