[Tipp der Woche] „Make my Day…“ – Eastwood-Abend auf kabel eins

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Video-Link: https://youtu.be/5hmp4gMZ4LY

Das Wort „Film-Legende“ wird heutzutage manchmal etwas inflationär gebraucht. Wenn es jemandem gelungen ist, unfallfrei ein paar Mal die Kinosäle vollzumachen, jubelt man diesen Menschen gern zur „Legende“ hoch. Das ist natürlich Quatsch. Zur Legende wird man nicht nur durch verkaufte Eintrittskarten. Zur Film-Legende wird man erst, wenn man über die Jahrzehnte hinweg unvergessliche „Larger than Life“-Charaktere gespielt hat, und sich irgendwann aufgeschwungen hat, tatsächlich noch größer zu werden als die Figuren, die man gespielt hat. Clint Eastwood, der über Jahrzehnte hinweg als Schauspieler und Regisseur Filmgeschichte immer wieder neu geschrieben hat, ist eine solche Legende, ein wahrhafter Gigant des Kinos. Am Sonntag ist er 90 Jahre alt geworden, heute ehrt kabel eins ihn mit einem Themenabend: um 20 Uhr 15 gibt’s „Space Cowboys„, um 22 Uhr 45 eine Doku über sein Leben und um 23 Uhr 50 „Erbarmungslos„.

[Tipp des Tages] Einigermaßen perfekt – Costner und Eastwood in „Perfect World“

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Video-Link: https://youtu.be/dGDIOhZMmzo

Ganz merkwürdig: Wenn man zusammensitzt und darüber diskutiert, welche Eastwood-Filme zu seinen besten gehören, wird „Perfect World“ verdammt selten genannt. Dabei ist es doch so ein cooler Film… Woran liegt’s? Weil es eigentlich ein Kevin-Costner-Film ist, in dem Eastwood „nur“ Regie geführt und eine prägnante Nebenrolle spielt? Das hat Eastwood aber beides sehr gut gemacht. Er erzählt die Geschichte des flüchtigen Gangsters Butch Raynes (Costner), der den kleinen Phillip (T. J. Lowther) kidnappt, um eine Geisel zu benutzen. Während die beiden von dem Texas Ranger Red Garnett (Eastwood) gejagt werden und die Schattenseiten einer angeblich perfekten Welt kennenlernen, entsteht eine tiefe Freundschaft zwischen Phillip und Butch… weiterlesen…

Tipp der Woche: Eastwoods „The Mule“

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Video-Link: https://youtu.be/QKTB-bWbf3o

Clint Eastwood, einer der großen Geschichtenerzähler des amerikanischen Kinos, wird dieses Jahr 89. Man muss also für jeden Film, der uns noch im wahrsten Sinne des Wortes schenkt, dankbar sein. Und für ein Meisterwerk wie „The Mule„, in dem er Regie geführt reicht Dankbarkeit nicht mehr aus, da ist Bewunderung fällig. Der Film – meiner Meinung nach Eastwoods stärkster seit „Gran Torino“ – erzählt die tragische, aber mit lakonischem Humor erzählte Geschichte von Earl Stone, einem Kriegsveteranen und Ex-Gärtner, der mit 90 Jahren Kurier für ein Drogenkartell wird.

Schlägereien der Sonderklasse: James Garner vs. Clint Eastwood

Früher gehörte sie zum Männer-Film wie der Kronkorken auf die Bierflasche: die deftige, unterhaltsame Schlägerei, bei der schon mal ein Saloon komplett zu Bruch gehen konnte. Leider hat sich der klassische Barroom Brawl als ziviler Zeitvertreib des weltläufigen Mannes aus der Filmgeschichte fast vollkommen verabschiedet und ist der stillosen, dumpfen  Gewaltausübung gewichen. Das finden wir schade und wollen auf “Männer unter sich” gegensteuern: mit einer kleinen Video-Serie erinnern wir an Filmschlägereien der Sonderklasse und fordern ihre Rückkehr in den Weltfilm. Und wenn der Weltfilm nicht auf uns hört, gibt’s was auf die Zwölf!

Heute kann ich eine echte Rarität präsentieren: eine Western-Schlägerei, bei der Clint Eastwood den Kürzeren zieht. Ungeheuerlicher Vorfall, aber wir müssen Verständnis haben: zum Zeitpunkt dieses Rencontres stand Eastwood ganz am Anfang seiner Karriere, und sein Kontrahent, James Garner als Maverick, war ein absoluter Top-Star, der durfte keinen Fight verlieren.

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Video-Link: http://youtu.be/-WBiHkAGVNQ

Sehr schön kann man hier beobachten, wie auch in einer schnell und preiswert heruntergekurbelten TV-Western-Serie die klassischen Regeln der Prügelei beachtet werden. Die Auseinandersetzung hat im Saloon zu beginnen, früher oder später muss dieser Rahmen gesprengt und die Prügelei im Freien beendet werden. Ganz offensichtlich aus Kostengründen wählen Garner und Eastwood nicht den teuren Weg durchs Fenster, sondern prügeln sich preisbewusst durch die Saloon-Tür, außerdem wird auf das abschließende Bad des Verlierers in der Pferdetränke 1 verzichtet, damit Eastwood gleich weiterdrehen konnte, ohne dass sein Kostüm getrocknet werden musste. Kernige, preiswert gemachte Routineware, aber immer noch gut anzuschauen.
Vollkommen irre allerdings, wie Eastwood versucht, wütend zu sein und Emotionen in die Stimme zu legen. Nuja, er konnte nach dieser Niederlage ein paar Jahre als Rowdy Yates in „Rawhide“ (hieß hierzulande „Die Cowboys“, wenn ich mich recht entsinne) trainieren, bis er sein Markenzeichen perfektioniert hatte, das montone, finstere Grollen mit dem er seine Sätze mehr herausspuckte als intonierte.

 

  1. damals immer für einen Lacher gut