[Tipp der Woche] Cool, lässig, witzig – „Hap und Leonard“ als Bücher und als Serie

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Video-Link: https://youtu.be/axBe1-DBoNo

Letzte Woche hat mich ein Kumpel gefragt, wie ich „Hap und Leonard“ finde? Als ich „Hap und wer? Nie gehört.“ antwortete, guckte er mich an, als wäre ich ein ziemlich ekliges Insekt, das die letzten Jahrzehnte im Tiefschlaf unter einem Stein verbracht hat. Das fand ich ein bisschen übertrieben, bis ich dann am Wochenende angefangen hab, den ersten Roman mit Hap und Leonard von Joe R. Lansdale zu lesen und in die nach den Büchern gedrehte Serie auf amazon prime reingeschaut hab. Meine Herren, was hab ich denn da verpasst? Hap ist ein stoischer Kriegsdienstverweigerer, Leonard ein schwuler, schwarzer Vietnam-Veteran und beide versuchen irgendwie, sich in den 80er Jahren in Texas durchs Leben zu schlagen. Dabei geraten Sie ständig in Schwierigkeiten, denen sie mit professioneller Expertise, ordentlich Action und jeder Menge dummer Sprüche begegnen, es ist einfach die reine Freude, die Abenteuer der beiden nachzulesen (10 Bände umfasst die Reihe mittlerweile) bzw. die nach den Romanen gedrehte Serie auf amazon prime (3 Staffeln bisher) anzuschauen. Wer nach kerniger Unterhaltung mit Action und Humor sucht, sit bei Hap und Leonard goldrichtig. Und muss sich dann nicht mehr von einem Kumpel so mitleidig anschauen lassen.

[Tipp der Woche] Die Fragen der Zeit – die Ausnahme-Serie „Years and Years“

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Video-Link: https://youtu.be/15lTaSK3xps

Manchmal hilft einem der Zufall weiter: letzten Freitag wollte ich schnell noch herausfinden, ob Lindner tatsächlich so einen Unfug erzählt hat und hab deshalb in der ZDF-Mediathek nach einem Talkshow-Schnipsel geschaut, da fiel mir die britische Serie „Years and Years“ auf. Klang ganz interessant, hab mal reingeschaut… und dann alle sechs Folgen übers Wochenende durchgebingt. Meine Herren, ist das spannend, es geht um die Familie Lyons aus Manchester und das, was das Leben in den nächsten 15 Jahren mit diesen Menschen macht. Und es ist kein sonderlich schönes Leben: in der fiktiven nahen Zukunft dieser Serie hat Donald Trump in 2020 die Wahl gewonnen und lässt gegen Ende seiner zweiten Amtszeit eine Atomrakete auf eine chinesische  Militärbasis abschießen. Die Welt wird zum Chaos, und dieses Chaos nutzt die rechtspopulistische Politikerin Viv Brook (sensationell von Emma Thompson gespielt) aus, um Premierministerin zu werden und aus Großbritannien einen autoritären Alptraumstaat zu machen. Mehr will ich nicht verraten, nur soviel sei gesagt: Das, was die Familie Lyons in diesen 15 Jahren erlebt ist wild, bizaar, schrecklich, schön und jederzeit mordsaufregend. „Years and Years“ erzählt nicht nur spannende Geschichten, die Serie stellt auch Fragen zur Zeit, über die sich nachzudenken lohnt. Ein Muss.
Die Serie steht noch bis zum 15.3. d.J. i nder ZDF Mediathek, wo man sie gratis anschauen kann. Danach muss man auf Streamingdienste oder DVD/Blu-ray zurückgreifen-

[Streaming-Tipp] King of Nascar – Neue Kevin-James-Sitcom „The Crew“

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Video-Link: https://youtu.be/XiwX-enDKFs

Mit Kevin James ist das so ’ne Sache. Man mag ihn, oder man mag ihn nicht. Wer hier regelmäßig mitliest, weiß, dass ich Kevin-James-Fan bin. Der Mann trifft einfach einen Nerv bei mir. Er bringt mich zum Lachen, und er scheint ein sympathischer Kerl zu sein. So einfach ist die Welt, und so einfach sind die Filme und Sitcoms, in denen er die Hauptrolle spielt. Die meisten hab ich mir gerne angeschaut, und ich hab auch kein Problem damit, dass das Strickmuster der meisten seiner Geschichten ziemlich ähnlich ist. Okay, „Kevin can wait“, seine letzte Serie, war ziemlich Mist. Hab ich nur die ersten paar Folgen gesehen, dann nicht weiter. Musste nicht sein.

Deshalb hab ich mich auf „The Crew„, seine neue Serie, die vor ein paar Tagen auf Netflix gestartet ist, sehr gefreut. Auch wenn er da wieder jemanden spielt, der ebenfalls Kevin heißt. Musss nicht mehr, sein, Kevin, wir haben den Gag mit „Kevin“ jetzt verstanden. Nichts für ungut, Kevin. Gefreut hab ich mich, weil dieser Kevin Teamleiter eins NASCAR-Rennteams ist. Super-Idee. Der typische Kevin-James-Humor und Autorennen, das ist eine traumhafte Paarung, das sollte passen.

Passt auch, aber die erste Folge ist wirklich furchtbar. Und das schreib ich als Fan des Mannes. Zusammengestückeltes Buch, fahrige Schauspielerei von allen Beteiligten, inkl. vom Meister selbst, und die Konserven-Lacher vom Tonband gehen einem auf den Zeiger. Und das Potenzial der Grundidee wird noch nicht mal angekratzt. Beinahe hätte ich nicht weiter geschaut. Und das wäre ein Fehler gewesen. Die 2. Folge ist schon viel besser, und ab der dritten Folge geht die Serie ordentlich ab, da wird sie wirklich komisch. Das ist halt bei Sitcoms so, da braucht das Ensemble ein paar Folgen, bis alle aufeinander eingespielt sind und entspannt ihr Ding durchziehen können. „The Crew“ ist da keine Ausnahme. Und wer sich in der NASCAR-Rennszene auskennt, wird sich auch über die zahlreichen Kurzauftritte von echten Rennfahrern freuen. Die Serie ist ein Hit. Ab der dritten Folge. Und für die 2. Staffel lassen sie hoffentlich die Konservenlacher weg.

 

 

[Tipp des Tages] Nochmal Fußball vor der Winterpause

Floskel gefällig? Bitte, gerne: „Die Winterpause steht vor der Tür.“ Wobei ich es ein bisschen vermessen finde, das Wort „Winterpause“ überhaupt zu verwenden (genauso wie das vollkommen dämliche „weihachtsmeister“). Der nächste Bundesliga-Spieltag ist in gerade Mal zehn Tagen, am 2.1. wird wieder angepfiffen, wo ist da eine Pause? Aber was soll’s, Corona hat die nationalen und internationalen Terminkalender der Fußball-Profis extrem zusammengeknautscht, und auf meinen vollkommen sinnvollen Vorschlag (Mittlefristige Entzerrung des Terminkalenders durch Absage der WM 2022 in Qatar) hört mal wieder keiner. Was soll’s, vor der kurzen Unterbrechung des Spielbetriebs gibt’s an zwei Abenden nochmal Fußball satt, und war die 2. Runde im DFB-Pokal. Heute überträgt Sport 1 Braunschweig-Dortmund, morgen die ARD Stuttgart-Freiburg. Ausführliche Zusammenfassungen gibt’s heute und morgen in der ARD.

[Tipp der Woche]Die besten Weihnachtsfilme

mikegi / Pixabay

Der typische Weihnachtsfilm hat sehr viel mit „Dinner for One“ gemeinsam, das ja sieben Tage später gesendet wird. Sowohl den Weihnachtsfilm als auch Freddie Frintons Sketch kennt man auswendig. Trotzdem schaut man sich die Geschichte immer wieder an, weil’s einfach zu Weihnachten (bzw. zu Silvester) dazu gehört. Hier enden jedoch die Gemeinsamkeiten. „Dinner for One“ funktioniert nur an Silvester, der typische Weihnachtsfilm läuft praktisch nie an Heiligabend sondern meistens in der Vorweihnachtszeit. Keine Ahnung warum. Sind an Heiligabend die Quoten generell zu mau? Scheuen sich die Programmmacher, an diesem Datum die umpfzichste Wiederholung zu versenden? Wer kann das wissen? Egal: Wie der Zufall es will laufen morgen, am Dienstag vor Weihnachten, auf Sat1 meine beiden absoluten Lieblingsweihnachtsfilme hintereinander. Und wenn das nicht der Tipp der Woche für die Weihnachtswoche ist, dann weiß ich auch nicht… weiterlesen…

[Tipp der Woche] Mit und ohne Verstand – „Das Verhör in der Nacht“ im TV, „Guns Akimbo“ auf Blu-ray

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Video-Link: https://youtu.be/Rq864D8BgSw

In dieser Pandemie-Zeit ist nur eines sicher: Hin und wieder braucht der Mensch ein bisschen Ablenkung. Virus, Home-Office, Virus, Drosten-Podcast, Virus, Brennpunkt und in jeder Talkshow olle Lauterbach. Irgendwann will man mal was anderes sehen! Doch wie lenkt man sich am besten ab? Der eine möchte mit Action zugeballert werden, damit er mal zwei Stunden nicht nachdenken muss, der andere möchte das Gegenteil, der möchte seinen Denkapparat intensiv benutzen, um eben auf andere Gedanken zu kommen. Für beide Zielgruppen haben wir diese Woche einen Tipp.

Fangen wir mit den Denkern an. Am Freitag lief auf arte der Kammerspiel-Thriller „Das Verhör in der Nacht„. Ein Verhör-Spezialist (Charly Hübner) hat 90 Minuten Zeit, um herauszufinden, ob eine Professorin (Sophie von Kessel) nur eine Übung mit ihren Studenten veranstaltet oder tatsächlich eine Bombe gelegt hat, die am Ende besagter 90 Minuten hochgehen wird. Das wirkt ein bisschen wie eine Theatersituation, und das ist es auch: der Film basiert auf einem Theaterstück von Daniel Kehlmann, der auch das Drehbuch geschrieben hat. Vorher hat Kehlmann sich vermutlich mehrmals den französischen Klassiker „Das Verhör“ angeschaut, mit dem seine Verhör-Geschichte mehr als nur flüchtige Ähnlichkeiten hat. Und Charly Hübner durfte auch mal mitgucken, der hat sich einiges von Lino Ventura abgeschaut. Neunzig Minuten lang passiert eigentlich nichts, aber das Duell zwischen Polizist und mutmaßlicher Terroristin ist trotzdem sehr spannend und exzellent gespielt. Solange man sich auf die minimalistische Erzählweise einlässt und gewillt ist, den durchaus komplexen Gedankengängen der beiden Protagonisten zu folgen. Der Film läuft heute Abend im ZDF, man kann ihn aber auch in der arte-Mediathek anschauen.

Wer nicht mitdenken sondern sich lieber vollkommen hirnlos aber sehr amüsant beballern lassen möchte, ist hingegen bei „Guns Akimbo„, der diese Woche auf Blu-ray rauskommt, goldrichtig. Daniel Ratcliffe bekommt zwei Knarren in die Hände geschraubt(!), um sich an einem durchgedrehten Gladiatorn-Spiel im Internet zu beteiligen, und dann geht die Party los. Ds ist total konstruiert, unglaubwürdig bis zum geht nicht mehr, aber eben – nicht zuletzt dank einem Ratcliffe in Topform – ein grandioser Achterbahn-Spaß.

 

[Tipp der Woche] Murot macht Urlaub – neuer Tukur-Tatort am Sonntag

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Video-Link: https://youtu.be/jFFnuXVlvAM

Als das losging mit den Tatorts, in den Ulrich Tukur Den Kommissar Murot spielte, konnte ich danmit überhaupt nichts anfangen. Bei den ersten, in denen er die ganze Zeit mit seinem Gehirntumor konferierte, hab ich nach ’ner Weile entnervt weggezappt, später hab ich gleich was anderes geguckt am Sonntagabend. Das änderte sich mit „Im Schmerz geboren“, für mich der beste Tatort aller Zeiten. Mit einem Schlag war ich Murot-Fan (Tukur-Fan war ich schon, brillanter Schauspieler, wacher Geist, sympathischer Mann), und auch die letzten Murot-Fälle, in denen Klassiker der Kino-Popkultur verwurstet wurden (Murot und das Murmeltier, Angriff auf Wache 08) fand ich brillant. Auch im Tatort am kommenden Sonntag wird ein Kino-Klassiker durch die Murot-Mühle gedreht, der Titel – „Die Ferien des Monsieur Murot“ sagt alles, diesmal knöpfgt sich Ulrich Tukor Jacques Tati, den großen Perfektionisten des Komik-Kinos, vor. Der Plot? Murot macht Urlaub und lernt dort einen Mann kennen, der genauso aussieht, wie er selbst, einen Doppelgänger. Der wird ermordet, aber es wird deutlich, dass eigentlich Murot ermordet werden sollte. Murot nimmt die Rolle des Toten an und begibt sich auf eine mit Jacques-Tati-Zitaten gespickte Mörderjagd. Ich hab mich lange nicht mehr so auf einen Tatort gefreut wie auf den.

[Tipp der Woche] Mehr als nur „The Germans“ – „Fawlty Towers auf Blu-ray

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Video-Link: https://youtu.be/542diMEHUaI

Die Folge mit den Deutschen aus „Fawlty Towers“ kennt jeder. Diese Folge, in der der von John Cleese gespielte Hotelier, nachdem ihm ein Elchkopf auf den Kopf gefallen ist ein Füllhorn an Ressentiments über seinen deutschen Gästen ausgießt, ist in der Tat ein Meilenstein der respektlosen TV-Komik. Wenn man „Fawlty Towers“ erwähnt, spricht alle Welt nur über diese Folge. Man übersieht dabei, wie gut fast alle Folgen von „Fawlty Towers“ waren. Diese Geschichten über einen die Welt und vor allen Dingen seine Gäste hassenden Hotelbetreiber sind heute noch genauso frech, unverschämt und komisch, wie sie es bei der Erstauststrahlung vor bald fünfzig Jahren waren. Diese Woche erscheint die Serie – digital remastered – auf Blu-ray, und die Silberscheiben enthalten nicht nur die beiden brüllkomischen Staffeln, sondern auch Bonus-Material satt: unter anderem Interviews mit John Cleese und anderen Mitgliedern des Casts und – ein besonderes Fest – Audiokommentare von Cleese und den Regisseuren. Allein die Aufio-Kommentare von Cleese lohnen die Anschaffung! Viel Spaß. und „Don’t mention the war!“

[Tipp der Woche] Es ist noch lange nicht vorbei – „Cobra Kai“ auf Netflix

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Normalerweise hab ich’s nicht so mit Fortsetzungen. Wenn eine Geschichte rund und stimmig ist, dann ist es meinethalben vollkommen okay, dass sie nicht weitergeht. Die meisten Fortsetzungen erzählen sowieso nur die gleiche Geschichte in neuen Kulissen und mit neuen Personen. Der erste „Karate Kid“-Film aus 1984 ist so ein Fall: prima Geschichte, schlüssiges Ende, fertig. Die beiden Fortsetzungen waren überflüssig wie ein Kropf und kamen nicht annähernd an den ersten Streifen an. Als ich vor zwei Jahren erfuhr, dass Sie eine Fortsetzung des ersten Films als Serie drehen, die 35 später spielt, hab ich abgewinkt. Was soll das, bitteschön, werden?

Nun, tatsächlich eine der besten TV-Serien des 21. Jahrhunderts, wie ich jetzt zugeben muss, nachdem ich mir die ersten beiden Staffeln von „Cobra Kai“ im Eiltempo auf Netflix reingezogen habe. 30 Jahre nach dem schicksalhaften Kampf, in dem Daniel LaRusso Johnny Lawrence mit dem „Kranich“ besiegt hat, hat sich einiges geändert – und vieles nicht. Aus Daniel ist ein aalglatter, sehr erfolgreicher Geschäftsmann geworden, der ein riesiges Autohaus leitet, Johnny schlägt sich als Hilfsarbeiter durch und steht vor den Trümmern seines verpfuschten Lebens. Eine zufällige Begegnung mit dem jungen Miguel, der von ein paar Bullies gemobbt wird, inspiriert Johnny, den „Cobra Kai“-Dojo wieder aufzumachen und Jugendlichen Karate beizubringen. Als Daniel davon erfährt, rastet er aus. „Cobra Kai“ ist für ihn immer noch ein rotes Tuch. Erst versucht er, Johnny zu sabotieren. Als das scheitert, macht er den Myagi-Dojo wieder auf und konkurriert mit Johnny um die Gunst der Jugendlichen – und der eigenen Kinder… Mehr mag ich nicht verraten, da es ein paar wirklich überraschende Wendungen gibt und auch ein paar alte Bekannte aus dem Film wieder auftauchen. Das Ralph Macchio und William Zabka ihre Rollen aus dem Film wieder aufgenommen haben, verleiht der Geschichte eine tolle Authentizität. Und die beiden sind wirklich tolle Schauspieler, denen es gelingt, die Balance zwischen Tragödie und Komödie zu halten. Das ganze ist eine tolle, fesselnde Männer-Geschichte, mal traurig, oft sehr komisch und durchaus zum Nachdenken anregend.