[Tipp der Woche] Die dunkle Seite der Fußball-Macht: „Das Netz“ im TV

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/k1WeYqy0voc

Nicht mal mehr 4 Wochen sind’s, bis das unselige Turnier in Qatar startet, eine WM auf die man – meiner Meinung nach – verzichten kann, nd auf die ich verzichten werde. Ich hab schon die Quali nicht geguckt, und ich werd mir auch erst nach dem Turnier wieder Spiele mit der deutschen Nationalmannschaft anschauen. Aber am kommenden Donnerstag, da schalte ich den Fernseher ein, um Fußball zu gucken. Nein, nicht EuroLeague. Fiktionalen Fußball. Eine Serie über die Hintergründe des internationalen Fußballs. Oder, genauer gesagt, mehrere Serien auf einmal. „Das Netz“ besteht aktuell aus 3 verschiedenen Serien, einer deutschen („Spiel am Abgrund“), einer österreichischen („Prometheus“) und einer italienischen („Powerplay“). Alle Serien spielen im Vorfeld des Qatar-Turniers, alle Serien haben schmutzige Geschäfte mit dem Fußball zum Thema und die Storys und Figuren der verschiedenen Serien „kreuzen sich“, d. h. Figuren und Teile der Geschichte der deutschen Serie werden in der österreichischen Serie aufgegriffen usw. weiterlesen…

[Tipp der Woche] Der Alte hat’s noch drauf – die 2. Staffel „Picard“ im Stream

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/VI7t0h2voAQ

Der Tipp für diese Woche ist tatsächlich nicht für jedermann, auch wenn die 2. Staffel der Star-Trek-Serie „Picard“ auf amazon prime mit zum Besten gehört, was man derzeit hierzulande streamen kann. Action, Emotionalität, Humor – „Picard“ hat das alles im Übermaß, man wurde lange nicht mehr so gut unterhalten im Star-Trek-Universum. Da wären wir aber auch schon beim Haken an der Sache. Ich habe meine Zweifel, ob Menschen, die nicht so im Star-Trek-Universum verwurzelt sind wie ich die Serie mit der gleichen Begeisterung anschauen werden. Klipp und klar: Wer die Grundmotive aus „Star Trek – The Next Generation“ und die 1. Staffel von Picard nicht kennt, der wird vermutlich noch nicht mal ansatzweise verstehen, worum es eigentlich geht. Für Trekkies wie mich hingegen ist „Picard“ ein echtes Fest. Derzeit kommt jeden Freitag eine neue Folge, aktuell sind wir bei Folge 5. Trekkies beamen sich also an Bord, der Rest bleibt auf der Erde.

[Streaming-Tipp] Diesmal ist er’s wirklich – „Reacher“ auf amazon prime

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/bpiD2hbKsDA

Freunden der gepflegten Spannungsliteratur muss ich natürlich nicht erklären, wer Jack Reacher ist. Der hühnenhafte EX-MP stapft seit Jahrzehnten durch die Seiten der von Lee Child in einmalig lakonischen Stil geschriebenen Bestseller, und Fans wie ich bestellen den neuen Reacher vor, sowie er angekündigt ist. Für die, die ihn wider Erwarten nicht kennen sollten: Reacher ist ein ehemaliger Soldat, der jetzt als Drifter durch die USA zieht, sich mit nicht viel mehr als einer Zahnbürste im Gepäck treiben lässt und Ärger geradezu magnetisch anzieht. Überall wo der an die zwei Meter große Modellathlet hinkommt, gibt es ein Verbrechen aufzuklären und eine Verschwörung aufzudecken. Reacher macht das, und zwar in seinem ureigenen Stil, einer Mischung aus scharfsinnigem Nachdenken und ordentlich auf den Putz hauen. 26 Romane mit Reacher hat Lee Child bereits geschrieben, und bisher hat es zwei Verfilumgen gegeben, die allerdings – obwohl es ziemlich gut gemachte Action-Streifen waren – uns Fans nicht hundertprozentig überzeugen konnten. Was am Hauptdarsteller lag: Tom Cruise.

Ich hab nichts gegen Cruise, und die beiden Filme sind solide, gut gemachte Unterhaltung, aber er spielt darin eine Figur, die mit viel gutem Willen dem Jack Reacher aus den ersten Romanen entfernt ähnelt. Der Roman-Reacher ist ein Monolith von einem Kerl, ein zwei Meter großes Muskelpaket, das keinen Raum betreten kann ohne sofort aufzufallen und die Anwesenden zu polarisieren. Das ist gerade der Reiz dieser Figur, und Cruise fehlt schlicht und einfach die Physis, um das zu spielen. Der echte Reacher-Fan wartete also immer noch auf eine kongeniale Umsetzung der Romanfigur.

Dieses Warten ist nun vorbei, denn letzte Woche hat amazon prime die erste Staffel der neuen Serie „Reacher“ online gestellt, und mit Alan Ritchson hat man einen Schauspieler besetzt, der nicht nur den Körperbau für die Rolle mitbringt, sondern der Jack Reacher tatsächlich lebt. Zwei, drei Minuten hab ich ihm zugesagt und dann freudig „Er ist es, er ist es wirklich!“ ausgerufen. Auf diesen Jack Reacher haben wir Fans gewartet, und das Gesamtpaket stimmt ebenfalls. Hier waren offensichtlich Lee-Child-Fans am Werk, die sich eng an den Büchern halten und Spaß an der Sache haben: kernige Action, verblüffende Wendungen, knifflige Probleme und staubtrockene One-Liner – alles da.

In den paar Tagen, seit die Serie online gegangen ist, war die Resonanz überwältigend postiv, deshalb hat amazon bereits eine zweite Staffel geordert. Hier ist Jack Reacher mal gekommen, um zu bleiben. Gut so.

[Streaming-Tipp] Die Seele der italienischen Küche – „Dinner Club“ auf amazon prime

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/rwFXhnSL6rY

Bitte, überlegt euch gut, ob ihr meinem folgenden Streaming-Tipp folgt. Sicher, die Serie „Dinner Club“ auf amazon prime, ist ein fantastisches Vergnügen für Fresssäcke, jedem Freund der italienischen Küche wird sie verlässlich ein riesiges Lächeln ins Gesicht zaubern, aaaaaber… diese Serie ist auch ein Reisen-Sehnsuchtsauslöser. Wer diese Bilder sieht, wer von fantastischen italienischen Gerichten erfährt, von denen er noch nie gehört hat(Bevor ich „Dinner Club“ gesehen hab, dachte ich, ich wäre in der italienischen cucina ganz gut bewandert, jetzt weiß ich: Ich habe keine Ahnung, zero, niente), der fängt spätestens ab der zweiten Folge an, Reiseziele auszumachen, Hotels zu googlen, Restaurant-Reservierungen zu erwägen… Der Sog, den diese Serie auslöst, ist unglaublich. weiterlesen…

[Tipp der Woche] Zigaretten, Schnaps und Spione in der Mauerstadt – „Spy City“ im TV

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/AScsTRKw97M

Die Berliner Mauer war ein schändliches Bauwerk, daran gibt es keinen Zweifel. Aber dieses unmenschliche Beton-Gebilde, dass Berlin beinahe drei Jahrzehnte zerschnitten hat, inspirierte während ihrer Exstenz zu einigen der spannendsten, atmosphärisch dichtesten Spionage-Geschichten aller Zeiten, man denke nur an „Der Spion, der aus der Kälte kam“ oder „Finale in Berlin“. Den Spirit dieser Filme fängt die im letzten Jahr für Magenta TV produzierte Serie „Spy City“ beinahe perfekt ein. 1961, kurz vor dem Bau der Mauer, wird der in Ungnade gefallene britische Agent Fielding Scott (Dominic Cooper, der schon in „Fleming – der Mann, der Bond wurde“ positiv aufgefallen ist) nach Berlin geschickt, zunächst, um einen ostdeutschen Wissenschaftler in den Westen zu schleusen. Diese Aktion endet tragisch, und ab jetzt muss Scott den Verräter ausfindig machen, der diesen Coup vereitelt hat. Das damalige Berlin ist die atmosphärisch dichte Kulisse für ein Intrigenspiel, bei dem jeder jeden mehrfach über’s Ohr hat. Das ist verzwickt, das ist spannend, das ist allerbeste Unterhaltung. Und was da gequarzt und gesoffen wird… man möchte glatt die 60er Jahre wiederhaben. Am kommenden Sonntag laufen die letzten beiden Folgen ab 22 Uhr 15 im ZDF, die ganze Serie kann man in der Mediathek anschauen, es lohnt sich.

[Tipp der Woche] Antikapitalismus Reloaded – „Squid Game“ auf Netflix

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/ALJ5EPWAfsc

Antikapitalistische Parabel? Kennen wir alle aus dem Deutschunterricht in der Schule. So dieser Brecht-Kram. Grauenhaft. >Total vorhersehbar. Stinklangweilig. Ist mausetot, dieses antikapitalistische Parabelzeugs. Dachte ich, bis ich „Squid Game“ gesehen habe. Von der Serie aus Korea reden ja zur Zeit alle. Zumindest alle, die ein Netflix-Abo haben. Also hab ich auch mal rein geschaut. Hoch verschuldete, total verzweifelte Menschen werden auf eine entlegene Insel gebracht, wo sie gegeneinander Kinderspiele spielen. Mit tödlichem Ausgang. Um ein gigantisches Preisgeld. Nach fünf Minuten war klar: antikapitalistische Parabel, alles klar. Vorhersehbar bis zum Gehtnichtmehr. Aber saugut gemacht. Tolle Bilder. Tolle Schauspieler. Und dann hab ich die 9 Folgen in zwei Tagen durchgebinget. Obwohl von Anfang an eigentlich klar ist, wie’s ausgeht, Überraschungen inklusive. Kann man so anschauen, ist sehr, sehr gute Unterhaltung. Obwohl es eigentlich Brecht-Kram ist. Besonders Folge 6 (die mit den Murmeln), die ist absolute Weltklasse.

[Tipp des Tages] Schwarz, böse und sehr komisch: „Guilt“ auf arte

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/2nwyKe-8VxI

Die meisten Katastrophen beginnen als gute Idee: Auch die Brüder Max und Jake halten es für einen genialen Einfall, einen tödlichen Verkehrsunfall zu vertuschen, anstatt die Polizei zu alarmieren. Sie setzen also das Unfallopfer, den Rentner Walter, in seinen Fernsehsessel und hoffen, dass er als „friedlich verstorben“ durchgeht. Und dann geht die Party los. Die beiden Brüder haben so eine Kette von Verwicklungen und Verdächtigungen ausgelöst, in der ein Dominostein säuberlich den nächsten zum Umfallen bringt: binnen kürzester Frist kämpfen die Brüder ums nackte Überleben. Das ist mordsspannend, das enthält jede Menge schwarzen Humor, das ist gemein bis böse und streckenweise saukomisch, das ist ein Vierteiler, wie ihn die Briten immer noch am Besten hinkriegen. „Guilt“ ist eine von der schottischen BBC produzierte Serie, die vier Folgen der ersten Staffel laufen heute ab 22 Uhr 05 auf arte. In der arte-mediathek sind sie natürlich auch zu besichtigen.

[Streaming-Tipp] Die Rückkehr des Rückkehrers – neue „Lupin“-Folgen auf Netflix

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/M1Egiqwir70

Als „Die Rückkehr des Gentleman-Ganoven“ hab ich Anfang des Jahres die ersten Folgen der genialen Netflix-Serie mit Omar Sy bejubelt. Der Katzenjammer folgte auf dem Fuß, als ich feststellte, dass die Geschichte einfach mittendrin (auch noch mit einem Cliffhanger) aufhörte. Frust! Frust, der fast ein halbes Jahr lang anhielt. Bis letzten Freitag. Seitdem stehen die neuen Folgen online. Der Gentleman-Ganove ist endlich nochmal zurückgekehrt!

[Tipp der Woche] Cool, lässig, witzig – „Hap und Leonard“ als Bücher und als Serie

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/axBe1-DBoNo

Letzte Woche hat mich ein Kumpel gefragt, wie ich „Hap und Leonard“ finde? Als ich „Hap und wer? Nie gehört.“ antwortete, guckte er mich an, als wäre ich ein ziemlich ekliges Insekt, das die letzten Jahrzehnte im Tiefschlaf unter einem Stein verbracht hat. Das fand ich ein bisschen übertrieben, bis ich dann am Wochenende angefangen hab, den ersten Roman mit Hap und Leonard von Joe R. Lansdale zu lesen und in die nach den Büchern gedrehte Serie auf amazon prime reingeschaut hab. Meine Herren, was hab ich denn da verpasst? Hap ist ein stoischer Kriegsdienstverweigerer, Leonard ein schwuler, schwarzer Vietnam-Veteran und beide versuchen irgendwie, sich in den 80er Jahren in Texas durchs Leben zu schlagen. Dabei geraten Sie ständig in Schwierigkeiten, denen sie mit professioneller Expertise, ordentlich Action und jeder Menge dummer Sprüche begegnen, es ist einfach die reine Freude, die Abenteuer der beiden nachzulesen (10 Bände umfasst die Reihe mittlerweile) bzw. die nach den Romanen gedrehte Serie auf amazon prime (3 Staffeln bisher) anzuschauen. Wer nach kerniger Unterhaltung mit Action und Humor sucht, sit bei Hap und Leonard goldrichtig. Und muss sich dann nicht mehr von einem Kumpel so mitleidig anschauen lassen.

[Tipp der Woche] Die Fragen der Zeit – die Ausnahme-Serie „Years and Years“

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/15lTaSK3xps

Manchmal hilft einem der Zufall weiter: letzten Freitag wollte ich schnell noch herausfinden, ob Lindner tatsächlich so einen Unfug erzählt hat und hab deshalb in der ZDF-Mediathek nach einem Talkshow-Schnipsel geschaut, da fiel mir die britische Serie „Years and Years“ auf. Klang ganz interessant, hab mal reingeschaut… und dann alle sechs Folgen übers Wochenende durchgebingt. Meine Herren, ist das spannend, es geht um die Familie Lyons aus Manchester und das, was das Leben in den nächsten 15 Jahren mit diesen Menschen macht. Und es ist kein sonderlich schönes Leben: in der fiktiven nahen Zukunft dieser Serie hat Donald Trump in 2020 die Wahl gewonnen und lässt gegen Ende seiner zweiten Amtszeit eine Atomrakete auf eine chinesische  Militärbasis abschießen. Die Welt wird zum Chaos, und dieses Chaos nutzt die rechtspopulistische Politikerin Viv Brook (sensationell von Emma Thompson gespielt) aus, um Premierministerin zu werden und aus Großbritannien einen autoritären Alptraumstaat zu machen. Mehr will ich nicht verraten, nur soviel sei gesagt: Das, was die Familie Lyons in diesen 15 Jahren erlebt ist wild, bizaar, schrecklich, schön und jederzeit mordsaufregend. „Years and Years“ erzählt nicht nur spannende Geschichten, die Serie stellt auch Fragen zur Zeit, über die sich nachzudenken lohnt. Ein Muss.
Die Serie steht noch bis zum 15.3. d.J. i nder ZDF Mediathek, wo man sie gratis anschauen kann. Danach muss man auf Streamingdienste oder DVD/Blu-ray zurückgreifen-