[Tipp der Woche] Major Tom fliegt auf der großen Leinwand – „Moonage Daydream“ im Kino

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Video-Link: https://youtu.be/o2h3lm_s_5Q

Sechs Jahre sind schon vergangen, seit David Bowie gestorben ist. So langsam beginnt er, ins Vergessen zu driften. Viele junge Menschen wissen vermutlich gar nicht mehr, wer Bowie ist oder war, obwohl sie viele seiner Songs kennen. Darüber muss man keine Krokodilstränen vergießen, das ist der Lauf der Zeit. Der in dieser Woche hoffentlich ein wenig aufgehalten wird, denn „Moonage Daydream„, eine Doku über David Bowie und sein Werk kommt in die Kino. Der Trailer weckt höchste Erwartungen. Regisseur Brett Morgen scheint einen Sound- und Bildersturm entfesselt zu haben, der Massstäbe für künftige Rockumentarys setzen könnte. Und den man sich unbedingt auf der großen Kinoleinwand in entsprechender Lautstärke anschauen sollte. Bowie gehört auf die große Bühne!

[Tipp der Woche] München 72, die Champions League und Trash-as-trash-can

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Video-Link: https://youtu.be/4mRRZur93ng

Und wieder hab ich nicht einen Tipp der Woche für euch sondern drei: Fußball, eine spannende, sehr emotionale Doku und ein 60er-Jahre-Actionfilm, der so doof ist, dass er beinahe schon wieder gut ist volles Programm in der 36. Kalenderwoche! Fangen wir mit dem Fußball an, die Champions League startet in die Gruppenphase. Ja, ich weiß, sportlich ist das eine Nullnummer: Wer möglichst wenig verliert, kommt weiter, spannend wird’s erst nächstes Jahr in den K.O.-Runden. Okay, aber… internationaler Fußball ist itnernationaler Fußball. Und guten Sport bekommt man – mit ein bisschen Glück – auch in der Gruppenphase zu sehen, wie dieser Zusammenschnitt zeigt. Die Doku, die ich euch ans Herz legen möchte, hat auch etwas mit Sport zu tun… weiterlesen…

[Tipp der Woche] Vater und Sohn – die Doku „Cicero – zwei Leben, eine Bühne“ im Kino

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Video-Link: https://youtu.be/YwLG_FTwzkM

Dieser Tipp der Woche mag auf den ersten Blick wie ein Hinweis für totale Minderheiten anmuten, er ist es aber nicht. „Cicero – zwei Leben, eine Bühne“ ist einfach ein toller, interessanter und, ja, tatsächlich spannender Film auch für Menschen, die mir Jazz und Dokus sonst nichts anfangen können. Es geht um zwei Generationen der Familie Cicero, genauer gesagt um den Jazz-Pianisten Eugen Cicero und seinen Sohn, den Sänger Roger Cicero. Vater und Sohn waren geniale Musiker, die mit ihrer Musik die Herzen der Menschen erreichten, beide starben viel zu jung und früh an einem Hirninfarkt, der Vater mit 57 Jahren, der Sohn mit 45. Der Film zeichnet die Lebenswege beider Männer nach und ruft mit Archivmaterial die musikalischen Karrieren der beiden ins Gedächtnis, zeigt ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Wobei die Gemeinsamkeiten überwiegen. Beide waren Musiker mit einer Liebe zum Publikum, sie machten keine Musik für Kritiker, sondern für die Menschen. die ihre Konzerte besuchten und sich ihre Alben in den Plattenschrank stellten. Vorwürfe, dass sie sich als Jazzer zu sehr der Unterhaltungsmusik näherten, taten beide mit einem Achselzucken ab. Wichtig ist auf der Bühne, da kümmert es keinen, in welche Schublade man von der Kritik gesteckt wurde. „Cicero – zwei Leben, eine Bühne“ ist ein Film, in dem man zahlreiche große musikalische Momente entdecken oder wiederentdecken kann, ein Film, der (nicht nur) Jazz-Fans begeistert und mit Wehmut erfüllt: Wie viel tolle, unvergessliche Musik haben wir verpasst, weil diese beiden Giganten zu früh gehen mussten?

[Tipp der Woche] Die größte Doku über den „Größten“ – „Muhammad Ali“ auf arte

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Video-Link: https://youtu.be/Ht8rwVFqDgc

Nicht nur die Freunde des Boxsports sollten sich den Dienstag- und Mittwochabend für arte reservieren1. An diesen Abenden wird die umfassendste, größte Dokumentation über den „Größten“, den tatsächlich größten Sportler des 20. Jahrhunderts gesendet: „Muhammad Ali“ von Ken Burns, Sarah Burns und David McMahon. An diesen beiden Abenden werden die insgesamt 4 Spielfilm-langen(!) Folgen der Doku gesendet. Folge 1 erzählt Alis Jugend und seinen Weg zu seiner ersten Boxweltmeisterschaft, Folge 2 schildert seine Zeit als größter Boxer aller Zeiten, den Weg von Cassius Clay zu Muhammad Alo inkl. Titelverlust, Folge 3 widmet sich der Rivalität mit Joe Frazier, und Folge 4 deckt dann in einem Bogen sein sensationelles Comeback gegen Foreman in Kinshasa, den „Thrilla von Manila“ gegen Frazier, das eher wenig ruhmvolle Karriere-Ende und die folgenden Jahre bis zu seinem Tod 2016 ab. weiterlesen…

[Tipp der Woche] Was macht DER denn in einer Band? – Edgar Wrights Doku „The Sparks Brothers“ im Kino

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Video-Link: https://youtu.be/CGimo_mQqz0

„Was macht DER denn in einer Band?“ dachte sich fast jeder, als die Sparks so um 1974 herum zum ersten Mal im Fernsehen zu sehen waren. Denn die Band um die Brüder Ron und Massael machten damals nicht nur durch ungewöhnliche Sounds sondern auch durch bizarre Optik auf sich aufmerksam. Während Russell den deutlich an Marc Bolan orientierten Frauenschwarm mit Falsett gab, pflegte Gruppen-Mastermind und Keyboarder Ron eine politisch inkorrekte Optik, denn er setzte sich grundsätzlich nur mit Krawatte und Hitlerbart hinters Fender-Piano. Gemeinsam produzierten die beiden auf der Bühne und im Studio damals ungewohnte, beinahe avantgardistische Klänge, die tatsächlich die Zeit überdauert haben. Die „Sparks“ gibt’s heute noch. Jetzt hat kein Geringerer als Edgar Wright (Cornetto-Trilogie, Baby Driver“ eine Doku über diese „Sparks Brothers“ gedreht, die diese Woche in die Kinos kommt und (fast) genauso schräg ist wie die Band.

[Tipp der Woche] Zu spät! – Herausragende Fußball-Doku „Schwarze Adler“zu nachtschlafener Zeit

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Video-Link: https://youtu.be/a63s2wBOvpg

Seit April steht die herausragende Fußball-Doku „Schwarze Adler“ bei amazon prime zum Streamen – wir haben schon ausführlich darauf hingewiesen. Diesen Freitag können auch Jeff-Bezos-Skeptiker sich endlich den Film im ZDF anschauen, allerdings müssen Sie bis 23 Uhr 30 wach bleiben oder den Recorder entsprechend programmieren. Dieser Sendetermin ist einigermaßen erstaunlich. Ich begreife nicht, warum eine derart spannende, wichtige und emotionale Doku über die dunkleren Seiten unseres Volkssports Nr. 1 nicht zur besten Sendezeit, zur Primetime, gesendet wird, wo sie hingehört. Ist 20 Uhr 15 fußballmäßig nur für Live-Übertragungen und EiapopeiaFriedeFreudeEierkuchen reserviert, wenn es um Fußball geht? Möchte man berechtigte Kritik am DFB, an den Fernsehanstalten und an den Fans lieber auf einen Zeitpunkt verschieben, dam dem diejenigen, die sich angegriffen fühlen könnten, bereits den Schlaf des Ungerechten Schlafen. Herrschaften, in diesem Film schütten Männer und Frauen, die sich um den Fußballsport in diesem Land verdient gemacht haben, ihr Herz aus und erzählen von den Wunden, die sie siurch ihr Engagement für diesen Sport davongetragen haben, und ihr versteckt das im Nachtprogramm? Ich geb euch Brief und Siegel: Ein Fan, der diesen Film angeschaut und die Geschichten, die Erwin Kostedde so erzählt, verstanden hat, wird sich beim nächsten Stadionbesuch dreimal überlegen, ob er nochmal rassistischen Mumpitz von der Tribüne runterbrüllt. Ja, so wirkmächtig ist dieser Film, und das ZDF versteckt ihn im Nachtprogramm. Unverständlich. Unverzeihlich.

Schaut euch den Film an, wenn ihr ihn noch nicht gesehen habt. Egal um wieviel Uhr. Er lohnt.

[Tipp der Woche] Kufenkapitalismus trifft Glasnost – „Red Penguins“ im Stream und auf Blu-ray

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Video-Link: https://youtu.be/vJqgIDN7J6E

Viele Menschen machen ja bei Dokus erst mal lange Zähne: belehrend, filmische Schulstunde, langweilig – so lauten die gängigsten Vorurteile. „Red Penguins“, eine Doku über den Versuch amerikanischer Sportvermarkter, in den 90er Jahren ZSKA Moskau, den berühmtesten Eishockey-Verein der ehemaligen Sowjetunion, zu übernehmen, beseitigt diese Vorurteile in Sekundenschnelle. Man sitzt vor dem TV, nach 3 Minuten klappt die Kinnlade runter, und dann kommt man 90 Minuten, in denen man bestens unterhalten wird, aus dem Staunen nicht mehr raus. weiterlesen…

[Tipp der Woche] Mehr Tiefen-Spannung geht nicht: „Der letzte Atemzug“ auf arte

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Video-Link: https://youtu.be/_3pgrG4BWtw

Als kleiner Junge8efn_note]Ja, klar, ist lange her.[/efn_note] hab ich mir spannende Filme und Serien immer in der Tür stehend angeschaut. Damit ich rausrennen konnte, wenn die Spannung unerträglich wurde1. „Der letzte Atemzug; Gefangen am Meeresgrund“ hätte ich mir vermutlich aus zwei Zimmern Entfernung angeschaut und dabei die Finger in die Ohren gesteckt. Meine Herren, was Spannung angeht setzt dieses Doku(!) Maßstäbe. Worum geht’s? Ein Tiefseetaucher strandet am Meeresgrund und hat noch für 5 Minuten Sauerstoff. Rettung kommt frühestens in 25 Minuten. Jetzt beginnt der Überlebenskampf. Mehr sag ich nicht. Den Rest könnt ihr euch denken. Oder auch nicht. Lasst sicherheitshalber die Tür offen.

Der Film läuft heute um 23 Uhr 55 auf arte. Anschauen könnt ihr ihn auch auf youtube. Oder in der arte Mediathek.

[Tipp des Tages] 40 Jahre Oktoberfestattentat – Doku und Spielfilm auf Bayern 3

Am kommenden Sonnabend ist es 40 Jahre her, dass eine Bombe am Haupteingang des Oktoberfets explodierte. 13 Menschen wurden getötet, über 200 verletzt, viele davon schwer. Das Oktoberfestattentat war der schlimmste terroristische Anschlag in der deutschen Geschichte. Und es dauerte viele Jahre, bis dieser Terrorakt überhaupt Terrorakt genannt wurde: jahrzehntelang ging man von einem Einzeltäter aus, obwohl es zahlreiche Indizien gab, das es sich um einen von langer Hand vorbereiteten Anschlag mit politischen Motiven handelte. 2014(!) eröffnete die Budnesanwaltschaft das Verfahren erneut, um es am 7. Juli dieses Jahres wieder einzustellen. Ergebnis: Es handelte sich eindeutig um einen rechtsradikalen Terrorakt.
Heute Abend um 22 Uhr läuft auf Bayern 3 eine neue Doku über das Versagen der Ermittlungsbehörden in diesem Fall. Und im Anschluss sendet man den exzellent gemachten Polit-Thriller „Der blinde Fleck“ zum gleichen Thema.

[Streaming-Tipp] Der Mann aus La Mancha – Iniesta-Doku auf rakuten.tv

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Video-Link: https://youtu.be/Wvulvd8op28

Der Ball ruht. Seit Wochen, Und das ist richtig Scheiße. Ich vermisse den Fußball. Nicht nur die Spiele, auch die vielen Geschichten um den Fußball rum, die Mythen und Märchen, die diese Sportart so zuverlässig und vielfältig produziert wie keine andere. Das Anschauen alter Spiele hilft nur bedingt. Schon Sepp Herberger hat ja auf die Frage, warum so viele Menschen zum Fußball gehen, entwaffend einfach „Weil sie nicht wissen, wie’s ausgeht.“ geantwortet, und bei den ollen Matches weiß man das eben. Was soll’s, irgendwie muss man die Zeit überbrücken, bis die Kugel wieder rollt und neben dem Sport auch spannende Geschichten hervorbringt. Zur Überbrückung empfehle ich euch die Doku „Andrès Iniesta – der unerwartete Held„. Hier erlebt man nicht nur den absolut herausragenden Techniker und Strategen Iniesta, den Spieler mit der vermutlich komplettesten Titelsammlung der Welt, sondern man erfährt auch etwas über einen einfachen Typen aus La Mancha, der beschloss, außergewöhnliche Dinge zu tun. Mit allen Höhen und Tiefen, die sowas mit sich bringt. . Faszinierender Mann, faszinierender Sport, faszinierender Film – zur Zeit kann man die Doku gratis(!) auf rakuten.tv anschauen.