Wer muss hier zurücktreten?

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„Au, au, au, ganz schlimmes Eigentor!“ – „Unverschämtheit!“ – „Die müssen zurücktreten!“ – „Ausschluss aus der Nationalmannschaft, sofort!“ Äh, ja, nun… weiterlesen…

Tele Santana – die Verweigerung des Resultats

Foto by Tales.ebner (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

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Wenn ich mir ein Fußball-Match angesehen habe,, schalte ich nach dem Schlusspfiff reflexartig ab, um die Interviews nicht anhören zu müssen. Wobei es nicht unbedingt die Statements von Spielern und Trainern sind, die mir auf den Zeiger gehen, es ist vielmehr die Mentalität der fragenden Reporter.

Die reduzieren nämlich den Fußballsport auf die einfachst mögliche Formel, auf die Unterscheidung in Gewinner und Verlierer. Wer gewinnt hat recht gehabt und wird gelobt. Wer verliert hat unrecht gehabt, und muss erklären, warum er alles falsch gemacht hat. weiterlesen…

Die Bundestrainer (8): Joachim Löw

Foto: Steindy (Diskussion) 10:00, 27 June 2011 (UTC) (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0], via Wikimedia Commons

Foto: Steindy (Diskussion) 10:00, 27 June 2011 (UTC) (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0], via Wikimedia Commons

Seit der letzten EM steht Bundestrainer Joachim Löw in der Diskussion, die seit dem Algerienspiel bei der WM durchaus heftig wird. Löws taktische Ideen und sein In-Game-Coaching werden sehr unterschiedlich bewertet. Anlass für mich, den Vergleich zu den anderen Bundestrainern, die ich (ich bin Fan der Nationalmannschaft seit 1965)erlebt habe, zu ziehen und eine kleine Serie über die deutschen Bundestrainer zu schreiben. Heute ist Jürgen Klinsmann dran.

Um Jogi Löw als Bundestrainer richtig einordnen zu können, müssen wir zunächst die persönliche Tragik Franz Beckenbauers ins Spiel bringen. Wie jetzt? Tragik bei der Lichtgestalt? Doch, doch…

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Die Bundestrainer (7): Jürgen Klinsmann

Foto: Nathan Forget (USA - Honduras 18  Uploaded by Yoda1893) [CC-BY-2.0], via Wikimedia Commons

Foto: Nathan Forget (USA – Honduras 18 Uploaded by Yoda1893) [CC-BY-2.0], via Wikimedia Commons

Seit der letzten EM steht Bundestrainer Joachim Löw in der Diskussion, die seit dem Algerienspiel bei der WM durchaus heftig wird. Löws taktische Ideen und sein In-Game-Coaching werden sehr unterschiedlich bewertet. Anlass für mich, den Vergleich zu den anderen Bundestrainern, die ich (ich bin Fan der Nationalmannschaft seit 1965)erlebt habe, zu ziehen und eine kleine Serie über die deutschen Bundestrainer zu schreiben. Heute ist Jürgen Klinsmann dran.

Die Suche nach einem neuen Bundestrainer gestaltete sich nach Rudi Völlers Rücktritt nochmal schwieriger als nach dem von Erich Ribbeck. Für den Job als Trainer des dreimaligen Weltmeisters beim größten Sportverband der Welt stellten sich die Kandidaten nicht bereitwillig in die Schlange sondern winkten in Serie ab. Ottmar Hitzfeld, Otto Rehagel, Arsène Wenger, Guus Hiddink, Morten Olsen hatten alle keinen Bock auf den Job. Einzig Lothar Matthäus erklärte seine Bereitschaft, wurde aber aus vollkommen unerfindlichen Gründen nicht berücksichtigt. Höhepunkt der ganzen Nachfolgerposse aus Absurdistan war dann der Versuch, Rudi Völler zu einem Rücktritt vom Rücktritt zu überreden, um quasi sein eigener Nachfolger zu werden. weiterlesen…

Die Bundestrainer (6): Rudi Völler

Foto: Schwarzwälder  CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons

Foto: Schwarzwälder CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons

Seit der letzten EM steht Bundestrainer Joachim Löw in der Diskussion, die seit dem Algerienspiel bei der WM durchaus heftig wird. Löws taktische Ideen und sein In-Game-Coaching werden sehr unterschiedlich bewertet. Anlass für mich, den Vergleich zu den anderen Bundestrainern, die ich (ich bin Fan der Nationalmannschaft seit 1965)erlebt habe, zu ziehen und eine kleine Serie über die deutschen Bundestrainer zu schreiben. Heute ist Rudi Völler dran.

Hätte es Uwe Seeler nicht gegeben, Rudi Völler wäre der beliebteste deutsche Fußballspieler geworden. Zuallererstmal: Weil er Stürmer war. Deutsche Fans lieben Stürmer, mehr als Verteidiger, Mittelfeldspieler oder gar Torhüter. Stürmer kommen der deutschen Mentalität entgegen, die setzen sich durch und sorgen fürs Zählbare. Der Rudi hat sich oft durchgesetzt, hat für sehr viel Zählbares gesorgt und im Finale 90 den Elfer rausgeholt. Und außerdem ist es einfach ein riesig sympathischer Kerl. Vollkommen Allüren-frei, geradheraus, ein Freund der direkten Ansprache, einer wie du und ich. Warum musste einer wie der Rudi ausgerechnet Bundestrainer werden? weiterlesen…

Die Bundestrainer (5): Erich Ribbeck

Seit der letzten EM steht Bundestrainer Joachim Löw in der Diskussion, die seit dem Algerienspiel bei der WM durchaus heftig wird. Löws taktische Ideen und sein In-Game-Coaching werden sehr unterschiedlich bewertet. Anlass für mich, den Vergleich zu den anderen Bundestrainern, die ich (ich bin Fan der Nationalmannschaft seit 1965)erlebt habe, zu ziehen und eine kleine Serie über die deutschen Bundestrainer zu schreiben. Heute ist Erich Ribbeck dran.

Wenn man die nackten Zahlen nimmt, war Erich Ribbeck der schlechteste Bundestrainer aller Zeiten: 10 Siege, 6 Unentschieden und 8 Niederlagen sind im Vergleich zu seinen Vorgängern und Nachfolgern ziemlich mau. Möglicherweise würde er in England für einen derartigen Score gefeiert, hier wurde er nach der total vergurkten 200er EM mit Schimpf und Schande vom Hof gejagt mit wohlgesetzten Worten zum Rücktritt überredet. weiterlesen…

Die Bundestrainer (4): Berti Vogts

Berti_Vogts_press_conferenceIn den letzten Monaten – genauer gesagt seit dem taktisch einigermaßen vergurkten 1:2 gegen Italien bei der letzten EM – ist Bundestrainer Joachim Löw in die Diskussion geraten. »Unfähigkeit, einen Titel zu gewinnen«, wird ihm u. a. gern vorgeworfen. Natürlich hat Löw auch seine Verteidiger (nicht nur Philipp und Jerome), die mit gewichtigen Argumenten für ihn streiten. Für mich (ich bin Fan der Nationalmannschaft seit 1965) ist das Anlass, eine kleine Serie zu schreiben und Löw mit seinen Vorgängern zu vergleichen. Nach längerer Pause setzen wir heute die Serie fort, während der WM wird sie weitergeschrieben und zu Ende gebracht. Heute geht es um Berti Vogts. 

Vogts. Ein weites Feld. Mit Sicherheit war bzw. ist (er arbeitet ja noch) Vogts ein besserer Trainer, als Medien und Fans während seiner Bundestrainerzeit wahrhaben wollten. Immerhin, er hat den letzten Titel für eine deutsche Nationalmannschaft geholt, die Europameisterschaft 1996 in England. Ansonsten liest sich seine Turnierbilanz durchwachsen nach deutschen Ansprüchen, sehr, sehr gut nach denen anderer Länder: Viele Nationen hätten einem Trainer, der in acht Jahren einen Titel holt, einmal das Finale erreicht und zweimal das Viertelfinale ein Denkmal gesetzt.
Vogts hatte letztlich mit vier Problemen zu kämpfen, die verhinderten, das er zum Publikumsliebling wurde. weiterlesen…