No Wayne!

Der Flughafen von Orange County in Kalifornien ist nach John Wayne benannt. Doch jetzt soll der „John Wayne Airport“ nicht mehr so heißen, weil John Wayne ein übler Rassist gewesen ist. Als Beleg für diese Behauptung dient ein Playboy-Interview aus dem Jahr 1971, in dem Wayne – neben allerlei anderen Unfugs – erklärt hatte, dass er weiße Vorherrschaft ganz okay findet. So eine Äußerung ist natürlich ziemlich übel. Da bin ich dann auch dafür, dass der Flughafen nicht mehr nach ihm benannt wird.

Doch nach wem soll man den Flughafen dann benennen? Ich hab da einen Vorschlag. Es gibt einen John-Ford-Western, „Der schwarze Falke“ (The Searchers) in dem der Protagonist ein moralisch zweifelhafter, rassistischer Indianerhasser, am Ende eine bemerkenswerte Wandlung durchmacht und seine Nichte Debbie, die zur Indianerin geworden ist, nicht, wie alle es befürchten, tötet, sondern sie mit nach Hause bringt. Das ist eine der bemerkenswertesten Szenen des Weltfilms, wunderbar gespielt von einem Mann, den man für einen limitierten Schauspieler hielt, und der dann doch mal den Oscar gewonnen hat.

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Video-Link: https://youtu.be/IC-u2-aQXS4

Mit diesem trockenen „Let’s go home, Debbie“ haben sich Wayne und Ford ganz klar menschlich und antirassistisch positioniert, und ihre Botschaft hat Millionen Menschen auf der ganzen Welt erreicht. Wir sollten die herausragende Arbeit eines Schauspielers würdigen, nicht denn Unsinn, den er irgendwann mal irgendeiner Zeitschrift erzählt hat. Deshalb bin ich der Ansicht, dass der „John Wayne Airport“ von Orange County unbedingt in „John Wayne Airport“ umbenannt werden sollte.

Klappe auf! – Gedanken zum Tod von Robin Williams

Foto: Eva Rinaldi → Flickr: Robin Williams [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons

Foto: Eva Rinaldi → Flickr: Robin Williams [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons

Der Tod von Robin Williams hat uns alle erschüttert. Wir mussten erkennen, dass ein Mann,der uns jahrzehntelang zum Lachen gebracht und bewegt hat wie kaum ein anderer Schauspieler seiner Generation, während der ganzen Zeit, in der er uns unterhielt, mit grausamen Depressionen gerungen und den Kampf gegen sie letztlich verloren hat.

Depression ist eine verdammt ekelhafte Krankheit. Sie kann jeden erwischen, ob arm, ob reich, ob berühmt oder ein Nobody, wenn die Krake nach dir greift, bist du meistens hilflos. Und gerade für Männer sind Depressionen besonders gefährlich, weil sie in vielen Fällen zu spät erkannt werden. Einmal, weil die meisten allgemein bekannten Depressions-Anzeichen (Traurigkeit, Antriebslosigkeit, Schlafstörungen usw.) für die weibliche Form der Krankheit gelten. Die Männerdepression äußert sich anders (unter anderem durch Gereiztheit und Aggressivität), und wird deshalb oft später oder gar nicht erkannt. Zum anderen, weil wir Männer Depressionen ignorieren oder – wenn das nicht mehr geht – nicht darüber sprechen. Viele von uns sind von klein auf gedrillt worden, Krankheiten einfach wegzustecken bzw. nicht davon zu reden: »Du willst doch ein Mann sein, also beiß die Zähne zusammen!« weiterlesen…

Bravo, Boa! Bravo, Milan!

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Video-Link: http://youtu.be/nXyqFZ_fghI

Gestern war der AC Milan nach Bursto Arsizio gereist, um ein Freundschaftsspiel gegen den dortigen Verein Aurora Pro Patria auszutragen. Von der ersten Minute an werden Milans Spieler mit dunkler Hautfarbe von einigen wenigen „Fans“ lautstark rassistisch verhöhnt und beleidigt. Schließlich hat Kevin Prince Boateng die Faxen dicke, schießt den Ball Richtung Rassisten und verlässt das Spielfeld. Seine Mitspieler folgen ihm. In der 28. Minute bricht der Schiedsrichter das Spiel ab.

Boa und der AC Milan haben mit dieser Aktion ein Zeichen gesetzt. Ein Zeichen gegen den Rassismus im Fußball. Hoffen wir, dass das ein Anfang war und dass diese Idioten, die unseren schönen Sport zerstören, bald aus den Stadien verschwunden sein werden.