Mach mit bei der Mitmachmesse: Faszination Modellbau

Das Konzept der „Faszination Modellbau“ ist bewährt: Nicht nur andächtig bestaunen, was uns die Industrie irgendwann einmal verkaufen möchte, sondern als Besucher aktiv werden ist das Rezept für eine interessante Publikumsmesse. Der Erfolg gibt den Machern recht: Schon die erste „Faszination Modellbau“, damals noch in Sinsheim, mauserte sich im Laufe der Jahre schnell vom Geheimtipp zur Kultmesse.

Immer wieder klasse: Die Großmodelle von FG.

Die Sinsheimer Messehallen wurden rasch zu klein und wurden erweitert. Im Vorjahr musste die Messe dennoch umziehen, nach Karlsruhe. Was zudem noch einen weiteren Vorteil hat: Das Messegelände ist ein ehemaliger Flugplatz und kann die „FMT Neuheiten Flugschau“ direkt vor der Haustüre präsentieren.

Könige der Landstraße in ihrem Element

So drängelten sich trotz der Landtagswahlen in Baden-Württemberg und dem direkt angrenzenden Rheinland-Pfalz und vielleicht grade wegen des guten Wetters an allen Messetagen ungefähr 52.000 Besucher durch die Hallen. Sie konnten 372 Aussteller – darunter Marktführer, Kleinserienhersteller, Händler und Vereine aus 10 Ländern sehen, die Modellbau in allen Sparten ausstellten.

Weltrekord! Nachwuchs-Alonsos konnten auf einer 4-Spurigen Ninco-Digitalbahn mit 217 Metern Spurlänge beweisen, was in ihnen steckt!

Das tolle daran: Auf einer riesengroßen Ninco-Digital-Slotcarbahn – 4-spurig, 217 Meter lang und damit Weltrekord! –  konnten Nachwuchs-Alonsos genauso Gas geben, wie beim Besucherrennen auf der RC-Car-Rennstrecke des Deutschen Minicar-Clubs. Wer bei einem der vielen Händler einen Koax-Heli gekauft hatte, konnte den im dafür vorgesehenen FMT-Indoor-Fluggelände gleich ausprobieren.

 

Die „Gee-Bee“ von Andreas Wurm hat zweimeterdreißig Spannweite, ein 215 Kubik-Sternmotor treibt das Teil durch die Luft. Andreas hat den Vogel nach Plan in Holzbauweise selbst gebaut.

Noch so ein Riesenvogel: Der „Hall Sprigfield Bulldog“ von Harald Jezek. Auch nach Plan selbst gebaut, 310 cm Spannweite und 60 Kilo Abfluggewicht. Der Sternmotor? 420 Kubik sollten auch für ein Moped reichen!

Die ganze Vielfalt aus über 100 Jahren Luftfahrt wird im Modell lebendig.

Am Sonntag konnten künftige Piloten erste Starts, Platzrunden und Landungen beim „Lehrer-Schüler-Fliegen“ unter Aufsicht von Fluglehrern üben. Für die Könige der Landstraße oder Miniatur-Straßenbauer standen entsprechende Parcours zur Verfügung, ebenso ein großes Planschbecken für Kapitäne en Miniature.

 

Die „Mystic C 500 „M“ ist ein Nachbau des legendären „Class one Cat’s“, der Rumpf ist von MHZ Zavarsky. Zwei Lehner 1950/6 treiben das Boot elektrisch an.

Spektakulär: Die fast vier Meter lange Galeere im Maßstab 1:12 wiegt über 100 Kilo, die 220 Sklaven rudern echt. Allerdings werden sie von Scheibenwischermotoren elektrisch ein wenig unterstützt.

Wenn Du den Fahrplan selbst machst, ist zumindest Dein Zug immer pünktlich. Immerhin ein Anfang...

 

Auch wenn die Bahn angesichts ihrer diversen Probleme und immer wieder aufflammenden Streiks nicht immer das beste Image hat: Wenn Du sie Dir als Modell in den Hobbykeller holst, bist Du von diesen Streitereien unabhängig und kannst beweisen, dass Deine Züge immer pünktlich sind. Anregungen und Gespräche mit Hobbykollegen findest Du auf einer Mitmach-Messe.

 

Kommen, bei einem der vielen Händler kaufen und gleich ausprobieren: Das macht den Spaß bei der Mitmach-Messe aus!

Fazit:
Modellbau ist ein tolles, vielseitiges Hobby. Viel zu schade, um in eine Spielzeugecke gestellt zu werden. Wenn Du erst einmal einen Narren dran gefunden hast, lässt es Dich so schnell nicht mehr los. Infizieren mit dem Virus kannst Du Dich sehr gut auf einer der Modellbaumessen, wo Du Dir einen guten Überblick über die nahezu unendlichen Möglichkeiten verschaffen kannst. Im nächsten Jahr findet die 18. Faszination Modellbau Karlsruhe vom 22. bis 25. März 2012 statt. Wenn Du nicht so lange warten willst, geht es schon im April mit der Intermodellbau in Dortmund weiter.

Weitere Termine:
Intermodellbau Dortmund
13.04. – 17.04.2011

Faszination Modellbau Friedrichshafen
04.11 – 06.11.2011

Faszination Modellbau Bremen
18.11 – 20.11.2011

Ausstellung für Modellbahnen und Modellsport

Von der „Faszination Modellbau“ in Karlsruhe hat Robert Hill für uns berichtet.
Sämtliche Fotos: Robert Hill.

Was liegt an? – 4.4. bis 10.4.

Was nächste Woche auf uns zukommt.

Einiges los, diese Woche. Weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Okay, der Einfachheit halber: Sport. Fußball. Viertelfinale Champions League, die Zahl der beteiligten Mannschaften ist sehr überschaubar gewonnen. Aus der Bundesliga sind die Schalker noch dabei, sie treffen am Dienstag Abend auf Inter Mailand (Übertragung auf Sat1 bzw. Sky), das dürfte schwer bis nicht machbar werden, andererseits: man hat schon Pferde kotzen und Diebe Ladenkassen erbrechen sehen, ich hab ja auch gedacht, die Bayern wären sicher weiter…
Die andere Dienstagsbegegnung ist Real Madrid gegen Tottenham Hotspurs. Mourinho hat am Sonnabend sein erstes Heimspiel seit hundertfünfzig Jahren verloren, mal sehen, ob Real diesen Schock verkraftet. Am Mittwoch dann Chelsea-Manu und Barca- Schachtjar Donezk.
Am Wochenende dann Bundesliga, vorne geht’s ja nur noch um die Plätze hinter Dortmund, hinten ist es noch nicht wirklich spannend, nuja.
Wenn Mann eine sadistische oder – je nach dem – masochistische Ader hat, kann er am Freitag Abend ab 19 Uhr 25 Sport1 einstellen. Dort wird Eishockey übertragen, das Länderspiel (European-Challenge-Dingsbums-Cup oder so) Schweden-Deutschland aus Göteborg. Für Deutschland gilt hier das, was Hans-Joachim Rauschenbach beim Eiskunstlauf mal über Rudi Cerne sagte: „In dieser Konkurrenz hat er soviel Chancen wie ein Schneeball im Hochofen.“
Ab heute in Berlin (Max-Schmeling-Halle) Kunstturn-Einzel-Europameisterschaft (Eurosport überträgt die Finals am Wochenende), am Sonnabend Abend  Boxen auf Sat1 (Robert Stieglitz, WM im Supermittelgewicht), und am Sonntag wieder live auf Eurosport ein Radklassiker: Paris-Roubaix. Wenn alles klappt, bringen wir zum Wochenende was ausführliches über dieses Rennen.
Vom Sportlichen her kann man über die Woche nicht meckern, und auch im Kino laufen schöne Filme an. Zum einen „The Mechanic„, ein Remake des Charles-Bronson-Klassikers „Kalter Hauch“ aus 1972, mit Jason Statham. Jetzt freuen sich die einen und die anderen verdrehen die Augen. Entweder mag man Statham und seinen Deadpan-Approach zur Schauspielerei, oder man findet Statham-Filme unsagbar blöd und primitiv. Ich mag Statham, die Bronson-Story (Top-Hitman bildet Nachfolger aus) passt zu ihm wie die Faust aufs Auge (hahaha!), ich freu mich auf diesen Film.
Auf „The Fighter“ kann ich mich nicht mehr freuen, weil ich ihn schon gesehen habe. Ich werd am Mittwoch oder Donnerstag hier etwas ausführlicher über diesen Film schreiben und dann auch gleich die Liste der zehn besten Boxfilme aller Zeiten aktualisieren, ja, dieser Film gehört hundertprozentig in die Top Ten.
Tatsächlich zweimal ins Kino diese Woche? Kann man machen, denn in den Videotheken ist Totentanz, keine interessante Neuerscheinung in Sicht.
Dafür haben wir bei den TV-Tipps eine echte Sensation, außer unserem Dauerbrenner „Der letzte Bulle“ (heute 20 Uhr 15 auf RTL) und den Martial-Arts-Filmen auf Kabel1 (heute Abend zwomal Jackie-Chan: „Das Medaillon“ und „Spion wider Willen„, Mittwoch Abend „Tiger & Dragon“ und „House of Flying Daggers“) empfehlen wir ausschließlich Sendungen auf arte! Am Donnerstag um 23 Uhr 55 läuft „Pontypool„, ein sehr, sehr guter schwarzhumoriger Zombie-Film aus Kanada. Am Freitag abend um 22 Uhr 40 läuft „A Very British Gangster“, eine in Manchester gedrehter Gangsterfilm, der eine Doku ist. Harter Stoff, aber sehenswert. Und am Sonntag um 20 Uhr 15 erfreut arte uns mit „Die Zeit nach Mitternacht„, einem unterschätzten Meisterwerk von Martin Scorsese.  Scorsese erzählt eine bitterböse Komödie über den Programmierer Paul, der sich nur einen netten Abend machen will, aber von einem blindwütig zuschlagenden Schicksal grausam durch die Mangel gedreht wird. Saukomisch.
Euch allen eine schöne Woche, viel Spaß!

Foto: Katharina Wieland Müller / pixelio.de

Links der Woche (26.3. bis 1.4.)

Jeden Freitag auf “Männer unter sich”: Links, die uns während der Woche untergekommen sind – Sport, Cartoons, Reportagen, Hintergründe zu unseren Artikeln usw. Männlicher Lesestoff zum Wochenende, viel Spaß!

Wo Lassowerfen Volkssport ist.
In Norwegen

Das ist ein blödes Vorurteil, dass Fußballer so doof sind, dass sie sich nicht alleine anziehen können. Fast alle können sich alleine anziehen. Nur Mario Balotelli nicht.

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Video-Link: http://www.youtube.com/watch?v=lYU-SeVofHs

Die Schokolade für echte Kerle.
Eine Innovation von Ritter Sport
(Dank an Carsten Sohn)

Bier ist ein Zauberzeugs. Schöne Werbung.

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Video-Link: http://www.youtube.com/watch?v=Hq9tdO2Dois

Nachdurst Brandneu: der englische Trailer von Hangover 2
http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=OBqXqJP8A1A

 

 

 

 

 

 

Mehr Küchenmesser, die Mann vielleicht nicht braucht

Tourniermesser, Fleischmesser, Ausbeinmesser, Brotmesser, Filetiermesser, Nachtschattengewächs

Gestern ging’s um den Basis-Messerbestand in der Männerküche. Wetzstahl, Kochmesser und Office-Messer sind im Prinzip genug, hab ich geschrieben. Im Prinzip.
Aber jeder, der ein Hobby betreibt, weiß, dass die Dinge schnell ausarten können. Auch wenn ich nur zwei Messer zum Kochen brauche, wäre nicht vielleicht doch die Anschaffung von dem und dem Teil sinnvoll…
Okay, wir wollen mal nicht so sein. Hier kommt eine kleine Übersicht über die Spezial-Messer, die sich in manchen Hobby- oder Profi-Küchen finden.

Brotmesser – großes Messer mit Wellenschliff-Klinge. Braucht man tatsächlich, um Brot (vor allen Dingen frisches) zu schneiden. Gelegentlich sieht man mal den einen oder anderen TV-Profi so ein Teil zweckentfremden, ich glaube, unlängst hat man Tim Mälzer mal eine Melone mit dem Brotmesser attackieren sehen. Nuja, wenn‘s schee macht.

Tourniermesser – ein kleines Messer mit gebogener Klinge. Wird zum Zurechtschneiden bzw. –schnitzen von Gemüse benutzt, prinzipiell also was für Leute, die aus Kartoffeln, Möhren o.ä. kleine Kunstwerke machen möchten, bevor sie sie verputzen. Andererseits kann man es prima zweckentfremden und damit Kartoffeln schälen, dass klappt mit der gebogenen Klinge sehr gut.

Buntmesser – hat so eine Riffelung in der Klinge, mit der man geriffelte Möhren- oder Gurkenscheiben problemlos hinbekommt. Etwas für hoffnungslos verspielte Naturen.

Küchenbeil – braucht man zum Zerhacken von Knochen, also z. B. wenn man eine ganze Kotelett-Reihe gekauft hat und einzelen Koteletts schneiden möchte etc. Ich lass mir das Fleisch immer vom Fleischer entsprechend vorbereiten. Eine Anschaffung macht eigentlich nur Sinn, wenn man regelmäßig im Großhandel einkauft und/oder Jäger ist und die Beute selber küchenfertig machen muss.

Ausbeinmesser – Messer mit dünner, starrer Klinge zum Ausbeinen von Fleisch. Mit diesem Messer erledigt man Arbeiten, die genausogut der Fleischer für einen erledigen kann, z. B. den Knochen aus einer Lammkeule polken o.ä. Hier gilt das Gleiche wie für’s Küchenbeil: ist was für Großhandelseinkäufer oder Jäger. Oder für durchgeknallte Hobbyisten, die unbedingt alles genauso machen wollen/müssen wie die Profis.

Filetiermesser – sieht ähnlich wie das Ausbein-Messer aus, hat aber eine flexible Klinge. Kann man zum Filetieren von Fisch verwenden, was aber auch mit einem scharfen Kochmesser zu bewerkstelligen ist. Ich bin ein fauler Sack, wenn ich Fischfilets machen will, dann kauf ich die fertig oder überlass dem Fischhändler die Arbeit. Wer viel Angeln geht und dabei auch was fängt kann mit so einem Ding vielleicht was anfangen.

Schinkenmesser, Fleischmesser, Tranchiermesser – lauter Messer mit langer, schmaler Klinge, um Fleisch damit in Scheiben zu schneiden. Kann man alles auch mit dem Kochmesser machen, wobei bekennende Grobmotoriker wie ich bei hauchdünnen Schinkenscheiben an ihre Grenzen stoßen. Die krieg ich aber auch mit keinem Messer dieser Erde hin.

Wiegemesser – gibt’s mit ein oder zwei Klingen. Dient zum Kleinhacken von Kräutern. Ich bin skeptisch. Mit etwas Übung hackt man Kräuter in Windeseile mit dem Kochmesser klein, wozu braucht man das Wiegemesser? Und: ich bin mir nicht sicher, ob die Kräuter mit diesem Messer nicht eher zerquetscht als zerhackt werden.

Tomatenmesser –hat Office-Messer-Größe und hat Sägezähne in der Schneide, die das Zerschneiden von Tomaten erleichtern sollen. Schwachsinn. Man braucht kein Messer, dass eine Tomaten mehr zerreißt als schneidet. Man googele mal nach „Tomatentest“. Wenn das Küchen- oder Office-Messer eine reife, weiche Tomate nicht mehr ohne Druck und Gesäbel schneidet, dann ist es nicht mehr scharf genug. Ein Tomaten-Messer braucht man nur, wenn man jemandem, den man überhaupt nicht leiden kann, etwas vollkommen nutzloses schenken möchte. Dafür ist es allerdings hervorragend geeignet.

Sparschäler – ist natürlich kein Messer sondern ein Dingens. Zum Kartoffelschälen für den Ungeübten recht praktisch, wer im Training ist, schält auch mit dem Tournier- oder Office-Messer recht fix.

Wer jetzt noch ein Messer findet, dass ich vergessen habe, kann’s behalten.:)

 

Wieviele Küchenmesser braucht Mann?

Gestern war auf den Seiten der Kollegen von Art of Manliness ein Artikel zu finden, in dem die Frage aufgeworfen wurde, wie viele Küchenmesser ein Mann braucht. Sechs verschiedene, war die Antwort, bzw. eigentlich fünf, denn verwirrenderweise hat  AoM-Küchenexperte Matt Moore den Wetzstahl als Messer einsortiert. Außer dem Wetzstahl hält Moore Kochmesser, Brotmesser, Küchenbeil, Filetier-Messer und das Office-Messer (Zubereitungsmesser) für unverzichtbar.
Ich möchte entschieden widersprechen, denn für den gelegentlich bis häufiger kochenden Kerl sind fünf Messer meiner Meinung nach Overkill.
Wer sich nur gelegentlich in die Küche stellt, um mal ein Chili, einen Grünkohl oder ein Gulasch zuzubereiten, der kommt wunderbar mit einem einzigen Messer (plus Wetzstahl) hin: Ein nicht zu großes Kochmesser – die Klinge sollte nicht länger als 15 cm sein – genügt fürs Schälen und Kleinschneiden von Gemüse, fürs Würfeln von Fleisch, das Zerteilen eines Huhns. Mehr als ein solches Messer braucht es in der Tat nicht, um die in der Küche anfallenden Standard-Arbeiten zu erledigen.

Kleines Kochmesser, 15 cm Klingenlänge

Wobei ich voraussetze, dass das Messer richtig scharf ist, d.h. den Tomaten-Test besteht. Wenn ich mit einem Küchenmesser eine vollreife Tomate in Scheiben schneiden kann, ohne zu säbeln oder Druck auszuüben, dann ist das Messer richtig scharf. Sonst nicht.
Und der Wetzstahl gehört zum Messer dazu wie der Küchenwein zum Hobbykoch. Vor jeder Benutzung schrubbt man das Messer über den Wetzstahl, um den Graz desselben aufzurichten. Der nette Fleischer im Video zeigt, wie‘s geht:

http://www.youtube.com/watch?v=sa-2kNpwReo

Wenn man Spaß am Kochen findet, sich ruhig mal öfters in die Küche stellen möchte und sich daher die wiederkehrenden Arbeiten etwas angenehmer gestalten möchte, kann man über eine Erweiterung des Messerparks nachdenken, und zum Kochmesser noch ein Office-Messer (auch Zubereitungs-Messer genannt) zulegen, also ein kleineres Messer mit spitz zulaufender Klinge von 8-10 cm Länge. Das ist für die feineren Schneid- und Schälarbeiten eine sinnvolle Anschaffung, also fürs Schälen und Kleinschneiden von Zwiebel und Schalotten, fürs Abzuppeln von Häutchen bei Fleisch- und Fisch. Das geht zwar auch mit dem großen Kochmesser, aber mit dem Office-Messser geht‘s flinker und bequemer.
Und wenn man sich von vornherein Koch- UND Officemesser zulegen möchte, dann kann und sollte man das Kochmesser ruhig eine oder zwei Nummern größer und schwerer wählen, mit einer Klinge von 21, 22 cm ist man dann ziemlich gut ausgestattet.

Office-Messer, 10 cm Klingenlänge, Kochmesser 22 cm Klingenlänge

Ich koch seit dreißig Jahren, vier bis fünf Mal die Woche. 98 Prozent aller anfallenden Arbeiten mach ich mit diesen beiden Messern. Mehr als zwei Messer braucht Mann nicht.

Was liegt an? – 28.3. bis 3.4. 2011

Was nächste Woche auf uns zukommt.

Länderspielwoche ist eigentlich was Schönes. Wenn es sich nicht um ein Freundschaftsspiel handelt. Mein letzter Besuch einer solchen Sportveranstaltung hat mich endgültig von Freundschaftsspielen der deutschen Nationalmannschaft kuriert, das war im November 2008, da hab ich mir in der Kurve vom Berliner Olympiastadion bei Deutschland-England den Arsch abgefroren und die ganze Zeit gedacht „Warum rennt ihr denn nicht? Euch muss doch auch kalt sein!“ Scheiß-Rasenheizung. Das Ticket hatte ich noch für ein Schweinegeld bei ebay gekauft, nur um die Engländer 2:1 gewinnen zu sehen. Vergesst Freundschaftsspiele. Auch und gerade gegen Australien. Wer kommt denn auf die Idee, gegen Australien zu spielen? Löw hat Özil und Khedira schon heim nach Madrid geschickt, Lahm kriegt ebenfalls vorzeitig frei, Schweinsteiger ist in der Krise, da kann man sich die Partie nur schönsaufen. Oder Snooker auf Eurosport gucken, die übertragen die ganze Woche die China Open aus Peking. Oder aufs Wochenende warten, Bundesliga.

Ins Kino kann man diese Woche aber gehen. Zwei interessante Filme laufen am Donnerstag an, zum einen „Gegengerade 20359 St. Pauli“, ein schnell geschnittener, durchaus gewalttätiger Streifen über die Fan-Szene um den FC St. Pauli herum, Laien in den Hauptrollen, Adorf, Bleibtreu, Horwitz und Co. in den Nebenrollen, derber Punk-Rock im Soundtrack und ein Feeling wie in diesen englischen Hooligan-Filmen, die hierzulande wenn überhaupt dann nur auf DVD rauskommen und dann sofort auf dem Index landen. Bei der Premieren-Party auf der Berlinale ging stilgerecht einiges zu Bruch, Lokalverbote wurden ausgesprochen, der Film scheint recht authentisch zu sein.
Die andere interessante Film-Premiere der Woche ist die Rückkehr eines guten, alten Bekannten: Kottan ermittelt – Rien ne va plus! Über 25 Jahre, nachdem die letzte Folge der Kultkrimi-Serie aus Österreich erstausgestrahlt wurde, kehrt Lukas Resetarits als Polizeimajor Kottan („Inspektor gibt’s keinen!“) zurück. Regie hat – wie bei den Ur-Kottans – Peter Patzak geführt, das Buch stammt von Jan Zenker, dem Sohn des damaligen Autoren, Helmut Zenker, und es ist alles wie früher. Handlung und Logik sind nicht so wichtig wie ein deftiger Rock‘n-Roll-Soundtrack, sämtliche Konventionen des Krimi-Genres werden grundsätzlich außer Acht gelassen, ein abstruser Gag folgt auf den nächsten und Polizeipräsident Pilch (sehr vielversprechend im Trailer: Udo Samel) wird immer wahnsinniger. Die Reaktionen sind – wie ich einem österreichischen Fan-Forum entnehme – genau wie vor zwanzig, dreißig Jahren: die Leute lieben Kottan oder sie hassen ihn. Ich geh rein.

In der DVD-Ecke tut sich nicht allzuviel, wer Bruce Willis mag, kann sich „R.E.D.“ Zulegen, ein netter, humoriger Alter-Sack-kann-es-noch-Thriller. Und Freunde des abstrusen Trash-Humors greifen selbstverständlich zu Uwe Bolls „Max Schmeling – Eine deutsche Legende“, dem Film, indem Henry Maske als Schmeling aussieht wie Theo Waigel, der sich als Groucho Marx verkleidet hat!

Bleibt die Glotze. Heute abend um 20 Uhr 15 Macho-Pflichprogramm „Der letzte Bulle“ auf RTL. Sollte jemand „No Country For Old Men“ von den Coen-Brüder noch nicht kennen, kann er um 22 Uhr 15 zum ZDF rüberschalten und den schrägsten Killer der Filmgeschichte kennenlernen. Bei „Das Vierte“ hat die Programmdirektion offensichtlich den Überblick verloren, am Mittwoch um 20 Uhr 15 senden sie „Die Abenteuer des Rabbi Jacob“, der an gleicher Stelle erst vor sechs Wochen gelaufen ist. Trotzdem einer der komischsten Filme mit Louis de Funes. Am Donnerstag um 23 Uhr 30 lohnt immer ein Blick auf Kurt Krömer in der ARD, und am Sonnabend läuft ab 20 Uhr 15 auf ProSieben mal wieder „Schlag den Raab“. Ich kann Raab eigentlich nicht besonders gut leiden, aber die Show guck ich ganz gern. Hier kommt mir Raab immer wie so ein kleiner Junge auf dem Schulhof vor, der nicht verlieren kann und will, und alles tut um zu gewinnen. Egal, ob beim Fußball, beim Quartett, beim Klickern, Hauptsache gewinnen. Macht mir Raab beinahe wieder sympathisch.

Ansonsten erinnere ich noch mal dran, am Dienstag ab 20 Uhr 15 das ZDF weiträumig zu umfahren (Freunschaftsspiel! Australien!) und wünsche ansonsten eine schöne Woche. Viel Spaß!

Foto: Katharina Wieland Müller / pixelio.de

Männer-Essen: Texas Chili

Texas Chili

Sonntag ist Western-Tag auf 3sat – Western-Filme rund um die Uhr, auf keinen Fall um 18 Uhr „40 Wagen westwärts verpassen! – da machen wir ein schönes Texas-Chili. Und weil es Quatsch ist, eine kleine Portion Chili zu kochen (macht genausoviel Arbeit wie eine große), machen wir gleich einen großen Topf und laden ein paar Freunde ein. Wenn wir keine Freunde haben, weil wir so gut schießen können, das wir keine brauchen, frieren wir den Rest eben ein.
Vorher gehen wir den Grocery Store ausrauben einkaufen. Wir besorgen erstmal ordentlich Bier, denn Bier gehört zum Chili wie die Patrone zum Revolver. Neben dem Bierkasten quetschen wir noch folgendes in den Einkaufswagen: 1 kg Rindfleisch zum Schmoren, am besten von der Wade, 1 kg Gehacktes vom Rind, 1 Beutel Zwiebeln. 1 Knolle Knoblauch, 2 große Dosen Tomaten und 6 Paprikaschoten. An Gewürzen brauchen wir entweder reichlich Chilipulver oder Cayennepfeffer (ersatzweise getrocknete Chilischoten), Kreuzkümmel, Oregano und – wer‘s mag – Koriandersamen oder -pulver, NICHT den frischen, grünen Koriander. Der passt zum Chili wie ein rosa Wattebäuschchen zur Schusswunde. Tomatenmark packen wir noch ein, falls keins mehr in der Küche ist.
Das war‘s auch schon. Wir können zur Kasse gehen. Irgendwelche Schlaumeier rufen jetzt natürlich: „Ihr habt die Bohnen vergessen!“ Haben wir aber nicht. Wir machen Texas Chili, da kommen keine Bohnen rein. Aber wir wollen nicht kleinlich sein: Wenn wer unbedingt Bohnen in sein Chili haben möchte, packt er eben noch ein paar Büchsen rote Kidneybohnen in den Einkaufswagen, kein Problem.
Zuhause stellen wir erstmal das Bier kalt, und wenn das endlich auf Trinktemperatur ist, dann kochen wir das Chili. Dafür bringen wir einen Schmortopf an den Start und auf mittlere Hitze, schneiden das Rindfleisch in Würfel, geben ein bißchen Öl in den Topf und braten die Fleischwürfel rundrum an. Dabei lassen wir uns Zeit, so eine halbe Bierlänge, und wir achten drauf, dass die Würfel nebeneinander im Topf liegen. Wenn‘s zuviele sind, muss man sie eben portionsweise anbraten. Kein Problem, hat man mehr Zeit sein Bier zu trinken, die Zwiebeln in Ringe, ein zwei Paprikaschoten (natürlich entkernt) in Streifen und den Knoblauch in Scheiben zu schneiden. Wenn das Schmorfleisch angebraten ist, stellen wir‘s beiseite und braten das Hack an, bis es braun und krümelig ist. Auch das kommt nach beiseite, denn jetzt dünsten wir auf niedriger Hitze Knoblauch und Zwiebeln an, bis sie weich werden. Dann geben wir ein paar Zentimeter Tomatenmark zu, rühren im Topf rum, bis das Tomatenmark anfängt, angenehm zu riechen, dann löschen wir mit einem großen Glas Rotwein ab und lassen fast vollständig einkochen.
Wie? Rotwein stand nicht auf der Einkaufsliste? Natürlich nicht. Braucht man doch nicht einkaufen, Rotwein hat man immer im Haus. Wenn der Rotwein fast verkocht ist, geben wir das Fleisch wieder in den Topf und den Inhalt beider Tomatendosen, wobei wir dieTomaten schön zermusen. Gehobene Kochbuchautoren verlangen, diese Tomaten durch ein Sieb zu treiben. Am Westerntag werden nur Viehherden getrieben, echte Kerle zerdrücken die Tomaten einfach mit den Fingern, geht am schnellsten.
Wenn jetzt noch Flüssigkeit im Topf fehlt (Fleisch sollte knapp bedeckt sein), bisschen Brühe angießen. Und jetzt wird gewürzt. Entweder soviel Chilipulver rankippen, wie man denkt, oder eben Cayennepfeffer, Oregano und Kreuzkümmel, gegebenenfalls Koriander. Und Salz und Pfeffer nicht vergessen!
Ab jetzt kann man das Chili allein lassen. Anderthalb, zwei Stunden lang sollte nichts weiter geschehen, als dass das Zeug bei kleinster Hitze vor sich hinblubbst und das Fleisch weich wird. So ungefähr eine halbe Stunde, bevor man das Zeugs auf den Tisch bringen will, kippt man noch die restlichen in Streifen geschnittenen Paprikaschoten dazu. Und die Bohnen, in drei Teufels Namen, aber bitte die Dinger unter fließend Wasser schön abbrausen, die Lorke, in der sie in der Büchse schwimmen, ist nicht so der Bringer. Nachsalzen wird dann nötig sein.
Wem das Chili jetzt noch zu suppig ist, der dreht die Hitze ein wenig rauf, nimmt den Deckel ab und kocht die Chose ein, bis sie pampiger ist als die Lebensabschnittsgefährtin, die Western nicht ausstehen kann. Nochmal abschmecken und auf den Tisch mit dem Chili-Topf.

Cayennepfeffer-Schote

Ein Wort zur Schärfe: Macht halblang. Das ist ein Chili, kein Belastungstest und keine Mutprobe. Nehmt soviel Zeugs, dass das ganze noch angenehm scharf ist, ohne richtig zu brennen. Kreuzkümmel und Oregano sollen deutlich vorschmecken, Koriander – wenn überhaupt – sich im Hintergrund halten. Für denjenigen, der richtig scharf essen will, kann man ja eine von dieses höllenscharfen Saucen oder ‘ne Chili-Mühle auf den Tisch stellen.
Ebenso wie ‘ne Schüssel mit geriebenen Käse. Passt gut zum Chili. Und ‘ne Schale mit kühlem Schmand, das gibt einen schönen Kontrast zur heißen Schärfe. Paar Scheiben Brot. Oder ‘n paar Tüten Nachos. Bier nicht vergessen. Dann passt’s schon. Mahlzeit, Partner.

Foto Chili Chris Kurbjuhn
Foto Cayennepfeffer-Schote by André Karwath aka Aka (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-2.5], via Wikimedia Commons

 

Links der Woche (19.3. bis 26.3.)

Jeden Freitag auf “Männer unter sich”: Links, die uns während der Woche untergekommen sind – Sport, Cartoons, Reportagen, Hintergründe zu unseren Artikeln usw. Männlicher Lesestoff zum Wochenende, viel Spaß!

Wie der Rasenmäher ins Gesicht kam.
Die Erfindung des Elektro-Rasierers

Nur ein kleines Modell. aber es fliegt!

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Video-Link: http://www.youtube.com/watch?v=aS8ta46m8TU

Okay. Size DOES matter.

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Video-Link: http://www.youtube.com/watch?v=ZdEpgtBP9bA

Wenn’s mal was besonderes sein soll…
Der teuerste Sportwagen der Republik

Letztlich entscheidet der schiere Wille.
Die Geheimnisse des Harry Houdini

Sind es wirklich bloß Autos?

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Video-Link: http://vimeo.com/18439821

Das Internet mit der Maus: Wie ein Globus gemacht wird.

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Video-Link: http://www.youtube.com/watch?v=qgErv6M19yY

 

 

Das Rennen

Oxford-Cambridge

traditionelles Rudern

Rudern ist eine dieser Sportarten, die im Fernsehen überhaupt nicht rüberkommen. Meist sieht man irgendwelche dünnen Boote durchs Wasser flitzen, in denen wackeln Streichholzmännchen hin und her, der Kommentator rastet unverständlicherweise aus, brüllt „Der Deutschlandachter! Der Achter! Nur noch eine halbe Länge!“ oder so’n Quatsch, und dann hupt’s und alles ist vorbei.
Vor Ort sieht die Sache ganz anders aus. An den jeweiligen Regatta-Strecken kann ganz ordentlich Stimmung sein, und wer einmal wettkampfmäßig gerudert hat und den Cocktail aus Schmerzen, Atemnot und Adrenalin gekostet hat, während die Kameraden auf den anderen Ruderbänken ächzen und der Steuermann einem Beleidigungen ins Ohr brüllt… nu ja, es gibt wenig Orte, die kerniger sind als ein Boot, das im Wettkampf fährt.
Eins der berühmtesten wenn nicht das berühmteste Bootsrennen überhaupt ist das jährliche Kräftemessen zwischen den englischen Elite-Universitäten Oxford und Cambridge. 1829 wurde es zum ersten Mal ausgetragen, und mit den Jahren hat sich eine Tradition entwickelt, die jedes Jahr Millionen Menschen in den Bann zieht. Dermaßen populär ist dieses Rennen, dass es im angelsächsischen Raum nur noch „The Boat Race“ heißt, und kein Mensch fragt „Which boat race do you mean?“, wenn man davon spricht. Das „Boat Race“ ist Oxford-Cambride, Punkt. Kommenden Sonnabend ist es mal wieder so weit. Wir werfen einen Blick auf das Rennen und seine Besonderheiten.
Neben der bald 200 Jahre andauernden Tradition sind es zwei Faktoren, die die Faszination dieses Rennens ausmachen: die Distanz und die Themse.
4 Meilen und 374 Yards (6779 Meter) müssen gerudert werden. Das Boat Race ist also ein Langstreckenrennen, und das ist nicht nur eine ziemlich herbe Anstrengung für die Akteure. Eine solche Distanz ist viel weniger berechenbar als beispielsweise die 2000 Meter, die bei Olympischen Spielen gerudert werden. 2002 zum Beispiel sah Cambridge wenige hundert Meter (excuse me, Yards) vor dem Ziel wie der sichere Sieger aus, als einer der Ruderer vor Erschöpfung kollabierte und Oxford noch (an der Außenseite der Kurve!) vorbeiziehen konnte.
Und dann wird da nicht auf einem am Reißbrett entworfenen Spezial-Kanal gerudert, sondern auf der Themse. Da gibt es unterschiedliche Strömungen, schnellere und langsamere Fahrrinnen, ausladende Kurven – lauter Sachen, wo der normale Wettkampfruderer „Unfair!“ oder „Wettbewerbsverzerrung!“ rufen würde. Für die Ruderer von Oxford und Cambridge sind das einfach zahlreiche Herausforderungen, die die Themse ihnen stellt.

Die Strecke

An der Putney Bridge wird das Rennen gestartet. Vorher haben sich die Ruderer beider Boote aufgewärmt, indem sie ein Stück flußabwärts gerudert sind. Außerdem wurde die Startposition ausgelost. Das Team, das den Münzwurf gewonnen hat, darf sich aussuchen, ob sie die Strecke auf der südlichen (Surrey) oder nördlichen Seite (Middelsex) der Themse zurücklegen will. Middlesex hat den Vorteil der kürzeren Strecke in der ersten und der letzten Kurve, aber Surrey hat die Innenseite in der großen Kurve bei der St. Paul’s School. Aber auch das Wetter hat einen Einfluss auf die Wahl der Seite ebenso wie die Strömung. Wo die Themse am tiefsten ist, macht man die schnellste Fahrt, und das wechselt, von Surrey nach Middlesex und zurück. Und: Wenn ein Boot mehr als eine Länge Vorsprung hat, darf es die Spur wechseln und sich vor das andere setzen, dass dann meist große Schwierigkeiten haben wird, wieder vorbeizukommen. Daher werden die meisten Rennen mit einem Sprint angegangen, um zu versuchen, diesen Vorteil zu erlangen.
Der „University Stone“ am Ufer markiert die Startlinie. Beide Boote starten von zwei sogenannten „Stakeboats“ aus, wenn der Schiedsrichter eine rote Fahne schwenkt, ist das Rennen freigegeben.
Erster Orientierungspunkt ist die schwarze Boje, die mittlerweile aus Sicherheitsgründen gelb angestrichen ist, es hat wohl die ein oder andere Feindberührung gegeben. Die leichte Kurve am Fulham Football Club wird links gefahren, am rechten Ufer ist das Wasser relativ seicht. Am Mile Post – einem Denkmal für Ruder-Trainer-Legende Steve Fairbairn, sind beide Boote eine Meile unterwegs. Ab jetzt kann man das generelle Tempo des Rennens abschätzen.
Bis zur Hammersmith Bridge halten sich beide Boote am linken Ufer, hier ist die Fahrrinne tiefer und ermöglicht eine schnellere Fahrt. An besagter Brücke halten die Steuerleute auf die zweite Laterne von links zu. Dort ist die tiefste, schnellste Fahrrinne. Über 80 Prozent der Boote, die bei Hammersmith Bridge in Front lagen, haben das Rennen bisher gewinnen können, aber diese Statistik scheint sich zu drehen: in den letzten sechs Rennen waren es nur noch 50 Prozent.
Bei St. Paul’s School ist etwas weniger als die Hälfte des Rennens vorbei. Meist legt das Team, das auf der Surrey-Seite rudert, hier einen Zwischenspurt ein, denn in der Regel bietet diese Linkskurve die letzte Chance, das Team auf der Middlesex-Seite zu überholen und sich davor zu setzen.
Wenn es windig ist, merken die Teams es meist bei Chiswick Eyot, einer kleinen, unbewohnten Insel auf der Middlesex-Seite. Bis Chiswick Pier müssen sie gegenhalten, dann bietet die rechte Seite ruhigeres Fahrwasser und etwas Windschutz. Beide Boote halten jetzt auf die Barnes Railway Bridge zu und halten sich rechts, auf der Middlesex-Seite, wo die Fahrrinne am tiefsten ist.
Bei Barnes Railway Bridge – die mittig durchfahren werden muss – ist die Vorentscheidung meist gefallen. Seit 1945 hat nur einmal das Team nicht gewonnen, das hier in Front lag. 2002 hat Oxford dieses Kunststück vollbracht (begünstigt duch den Kollaps eines Cambridge-Ruderers, s.o.). Die Kurve hinter der Brücke ist recht eng. Wenn beide Boote annähernd gleichauf liegen, dürfen sich die Steuerleute keinen Fehler erlauben.
Bei der Stag Brewery (früher Watney’s, jetzt Budweiser) beginnt der Endspurt. In beiden Booten dürften mittlerweile Schmerz und Atemnot regieren, ab jetzt hilft das Adrenalin bei Überleben. Wer in einem dieser Boote sitzt und jetzt nicht alles gibt… nee, sowas gibt’s nicht. Hier hat sich bisher jeder reingehängt, der dabei sein dürfte, bis die Ziellinie kurz vor der Chiswick Bridge überfahren war.

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Video-Link: https://youtu.be/FeLK9_PF1RM

In diesem Video vom 92er Rennen (das Finish ist leider arg zusammengeschnitten) kann man die Besonderheiten der Strecke ziemlich gut nachvollziehen. Und man hört sehr schön, wie die Steuerleute ihre Ruderer anfeuern.:)
Nächsten Sonnabend werden die Boote wieder zu Wasser gelassen. Eurosport überträgt live ab 17 Uhr 45 Uhr.

mehr Infos zum Rennen:
die offizielle Homepage

Flickr-Gruppe mit schönen Fotos
die ausführliche englische Wikipediaseite

Bildnachweise
Foto: Laurencea under Creative Commons CC 2.0
historische Abbildung: By Wat Bradford at en.wikibooks [Public domain], from Wikimedia Commons

Streckenkarte: TruelyBlue This work is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 License.

 

 

 

Frosch – Der Witz

http://www.youtube.com/watch?v=d-baQv-tc_Y

Harald Effenberg ist Schauspieler, er lebt und arbeitet in Berlin. Fernsehzuschauern ist er unter anderem aus der “Comedy-Falle” oder aus “Hallervordens  Spott-Light” bekannt. Sein Witz-Programm “Unter aller Sau” lief mehrere Monate lang in den Berliner Wühlmäusen. Effenberg, der nur unsportliche Verwandte hat, ist Autor des Buchs “Die 100 besten Witze aller Zeiten“.