[Tipp des Tages] Einer für die Engel – „Angel’s Share“ auf arte

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/vl7U5ggdkS4

Es gibt diesen oberschlauen Spruch, mit dem man vom Trinken abgehalten werden soll, wenn’s einem dreckig geht: „Der Alkohol ist immer das Problem, nicht die Lösung.“ Dieser Spruch ist wohl auch dem vielfach ausgezeichneten Regisseur Ken Loach auf den Zeiger gegangen, denn er hat seinen Film „Angel’s Share“ als konsequente Anti-These zu dieser sauertöpfischen Lebensweisheit gedreht. In diesem Film ist der Alkohol nämlich die einzige Lösung für ansonsten unlösbare Probleme. Eigentümer und Verursacher dieser Probleme ist der Kleinkriminelle Robbie, der Vater geworden ist und seine kriminelle Karriere beenden muss, wenn er Frau und Kind nicht nur alle paar Jahre beim Hafturlaub sehen will. Nur wie? Der Zufall kommt ihm zu Hilfe: er entdeckt die Welt des Whiskys, und seine feine Nase führt ihn zu einem ganz großen Ding…  weiterlesen…

[Tipp der Woche] Der Ahnherr aller Caper-Filme – „Rififi“ auf arte

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/fJXgBZeFgNk

1955 kam ein Film in die Kino, der die Welt veränderte – zumindest die Welt des harten, spannenden Kriminalfilms. Nach „Rififi“ war nichts mehr so, wie es vorher war. „Stil ist genauso wichtig wie die Handlung“, war eine der wichtigsten Erkenntnisse, die dieser Film mit sich brachte, „Sieh die Welt durch die Augen des Gangsters“ eine andere. Nach diesem Film war die Welt des französischen Kinos eine anderen, und den Gangsterfilm hat dieses Meisterwerk ebenfalls für immer verändert. Jeder Regisseur, der diesen Film gesehen hat, ist von ihm nachhaltig beeinflusst worden. Und mordsspannend ist diese Geschichte über einen minutiös geplanten und präzise durchgezogenen Raubzug auch noch. Wenn ihr irgendwann denkt, dass bei arte (wo der Film heute, Montag, um 20 Uhr 15 läuft) eine Tonstörung ist, dann irrt ihr euch. Die sagen während des Raubs tatsächlich die ganze Zeit lang nix.

[Tipp der Woche] Reiter aus Leidenschaft – „The Rider“ auf Blu-ray

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/8moxBGez7VI

Die Kinos sind Lockdown-bedingt noch zu. Da bietet sich diese Woche die Gelegenheit, einen Wilm zu entdecken, der ein wenig am Kino-Publikum vorbeigerauscht ist, als er 2018 gezeigt wurde. Die Rede ist von „The Rider„, einem Neo-Western über den Rodeo-Reiter Brady Blackburn, der nach einem schweren Sturz erfährt, dass er nie wieder Rodeo reiten darf: die nächste Kopfverletzung könnte ihn umbringen. Aber Blackburn hat nie etwas anderes gelernt als Reiten: und er will auch gar nichts anderes machen als Reiten. Die (einfache) Story kommt einem bekannt vor, das hat man so oder ähnlich schon mit Boxern und Wrestlern gesehen, aber „The Rider“ ist anders. Zum einen, weil diese Geschichte dem Hauptdarsteller des Films, Brady Jandreau tatsächlich widerfahren ist. Zum anderen, weil dieser Film wirklich einmalig schön fotografiert ist. Man sieht nicht nur atemberaubende Aufnahmen von amerikanischen Prärien, Jandreau macht im Sattel wirklich eine Ausnahme-Figur. Wenn man ihn reiten sieht, merkt man, dass einige andere Schauspieler nicht wirklich reiten, sondern eher wie nasse Scäke auf geduldigen Pferden abhängen. Schließlich enthält dieser Film einige wirklich herzzerreißende Szenen. Also, die Szene, in der Blackburn den gelähmten Rodeo-Reiter besucht, die geht selbst dem hartgesottensten Zuschauer an die Nieren- Toller Film, meine Empfehlung für diese Woche. Am Freitag erscheint die Blu-ray, die wegen der Kamera wirklich lohnt. Auf amazon prime ist der Film ebenfalls zu sehen.

[Tipp des Tages] Allein mit sich um die Welt – „Vor uns das Meer“ auf arte

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/6aZijmTLNjo

Das ist auch so ein Männertraum: Einmal um die Welt fahren. Allein. Auf dem eigenen Boot. Donald Crowhurst hat diesen Traum wahr gemacht. Beinahe. Er hat sich an einem Wettrennen rund um die Welt mit Einhandseglern beteiligt, das von der Sunday Times veranstaltet wurde. Obwohl er nur ein Amateur-Segler war, hat er es beinahe geschafft. Doch kurz vor dem Ziel ist er verschwunden. „Vor uns das Meer“ erzählt seine Geschichte, Colin Firth spielt die Hauptrolle. Der Film läuft heute um 13 Uhr 50 auf arte. Man kann ihn dort auch in der Mediathek anschauen.

[Tipp der Woche]Die besten Weihnachtsfilme

mikegi / Pixabay

Der typische Weihnachtsfilm hat sehr viel mit „Dinner for One“ gemeinsam, das ja sieben Tage später gesendet wird. Sowohl den Weihnachtsfilm als auch Freddie Frintons Sketch kennt man auswendig. Trotzdem schaut man sich die Geschichte immer wieder an, weil’s einfach zu Weihnachten (bzw. zu Silvester) dazu gehört. Hier enden jedoch die Gemeinsamkeiten. „Dinner for One“ funktioniert nur an Silvester, der typische Weihnachtsfilm läuft praktisch nie an Heiligabend sondern meistens in der Vorweihnachtszeit. Keine Ahnung warum. Sind an Heiligabend die Quoten generell zu mau? Scheuen sich die Programmmacher, an diesem Datum die umpfzichste Wiederholung zu versenden? Wer kann das wissen? Egal: Wie der Zufall es will laufen morgen, am Dienstag vor Weihnachten, auf Sat1 meine beiden absoluten Lieblingsweihnachtsfilme hintereinander. Und wenn das nicht der Tipp der Woche für die Weihnachtswoche ist, dann weiß ich auch nicht… weiterlesen…

[Tipp des Tages] DER Weihnachts-Horror – „Rare Exports“ im TV

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/Ill4VPqKaDY

Was schrägen, tiefschwarzen Humor anbelangt, haben die Finnen in den letzten Jahren erfolgreich den Briten ihre Führungsposition streitig gemacht. Aus den Filmstudios im Norden Skandinaviens kommt mittlerweile regelmäßig abgefahrenes Humorgut in unsere Videostreams und -player. Ein besonders gelungenes Beispiel für finnischen Humorexport läuft heute Abend um 22 Uhr 20 auf Tele 5: „Rare Exports

Die Story? Archäologen graben mehrere hundert Meter tief in den Korvatunturi-Bergen und entdecken… den Weihnachtsmann, kein Scheiß. Dann fangen plötzlich an Kinder zu verschwinden… der Weihnachtsmann (kein ganz angenehmer Zeitgenosse, in dieser Version) wird entführt… und seine Elfen wollen ihren Chef befreien. Alles klar? Mit ein paar Bier und vielleicht etwas finnischem Wodka wird das ein TV-Highlight der Woche!

[Tipp der Woche] Rätselhafter Arthouse-Blockbuster – Nolans „Tenet“ erscheint auf Blu-ray

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/xscxntVQ8JE

„Wo ist er jetzt?“ – „Wer?“ – „Na, der Protagonist.“ – „Welcher, der aus der Gegenwart oder der Vergangnheit?“ – „Keine Ahnung.“ – „Welcher ist das jetzt?“ – „Wer?“  Der eben durchs Bild gegangen ist.“ – „Nur ein Statist.“ – „Bist du sicher?“ – „Nein.“

Wer „Tenet“ im Kino gesehen hat, kennt diese Fragen. Christopher Nolans Film ist keiner der üblichen Blockbuster, die man entspannt über den Rand der Popcorn-Tüte beobachten kann, während man nebenher noch die Whats-App-Nachrichten checkt. „Tenet“ ist ein vielschichtiges erzählerisches Rätsel, dass ich zum Beispiel erst nach längerem Nachdenken halbwegs knacken konnte, ich hab vor ein paar Monaten hier im Blog darüber geschrieben. Diese Woche erscheint „Tenet“ auf Blu-ray, und vielleicht ist das Heimkino das eigentliche Medium für diesen Zeitreise-Thriller.

Nicht falsch verstehen: Mindestens einmal sollte man „Tenet“ im Kino gesehen haben. Diese Wahnsinnsbilder gehören auf eine große Leinwand, Punkt. Aber der komplexen Story kommt man mit Vor- und Zurückspulen vielleicht besser auf die Schliche. Ich zum Beispiel hab beim ersten Mal Anschauen jede Menge wichtiger Details verpasst. Dass kann einem bei der Blu-ray nicht passieren. Und – wichtiges Kaufargument – der Blu-ray liegt eine Bonus-Disc mit einem 75minütigen „Making of“ bei. Vielleicht lässt Nolan sich ja da ein wenig in die Karten blicken. Oder wirft er neue Rätsel auf?

Am 17. Dezember, dem Erscheinungstag der Disc, sind wir schlauer. Oder nach dem Lockdown, wenn wir uns Tenet fünf Mal angeschaut und endlich verstanden haben.