100 Jahre allgemeines Wahlrecht

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„100 Jahre Frauenwahlrecht“ lese ich derzeit überall, und überall wird gefeiert, dass vor 100 Jahren sich die Frauen das Wahlrecht erkämpft hätten. Nun, das ist so nicht ganz richtig. Vor der Weimarer Republik, zu Kaisers Zeiten, war das Wahlrecht nämlich an das Alter (+25), den Stand und das Einkommen geknüpft. Das bedeutete, das zwei Drittel bis drei Viertel aller Männer ebenfalls nicht wählen durften. 1918 haben sich also Frauen und Männer gemeinsam das allgemeine Wahlrecht erstritten. Man muss nicht immer polarisieren, wo es eigentlich nichts zu polarisieren gibt.

Mehr zur durchaus spannenden Geschichte des Wahlrechts, zum Beispiel über den selten erwähnten Zusammenhang zwischen Wahlrecht und Wehrpflicht, findet sich im Alternativlos-Aquarium.

[Buchbesprechung] Muss Strafe sein, und wenn ja, warum und wie?

Der streitbare Bundesrichter a.D. Thomas Fischer hat ein Buch geschrieben. Nein, keine Sammlung seiner süffig-süffisanten, vor Ironie triefenden Kolumnen, mit denen er regelmäßig für Gesprächsstoff auch außerhalb der Kommentarspalten sorgt. Nein, für sein neues Buch „Über das Strafen“ hat Fischer sich auf sein eigentliches Metier besonnen, die Rechtswissenschaft. Auf 384 Seiten denkt er über das Konzept Strafe und Strafen, seine Rolle in der Gesellschaft und das Strafrecht nach. Ja nun. Muss man das wirklich? „Wer was anstellt, muss bestraft werden, so einfach ist die Welt!“ ist doch klar wie Kloßbrühe. Oder?

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Das männliche Zitat der Woche (L): Isaac Asimov

Foto von Phillip Leonian from New York World-Telegram & Sun. [Public domain], via Wikimedia Commons

„Es gibt einen Kult der Unwissenheit in den USA. Und es hat ihn immer gegeben. Die Belastung durch den Anti-Intellektualismus ist eine Konstante unseres politischen und kulturellen Lebens, die von dem Irrglauben befeuert wird, dass Demokratie ‚Meine Unwissenheit ist genau so gut wie deine Kenntnis‘ bedeutet.“

Isaac Asimov