[Tipp der Woche] Stathams Bester? – „Cash Truck“ von Guy Ritchie im Kino

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Video-Link: https://youtu.be/nLGyDJbnhOg

Okay, ich bin einer der größten Jason-Statham-Fans der westlichen Hemisphere. Wenn ein neuer Statham-Film angekündigt wird, freu ich mich wie ein kleines Kind. Weil ich die typischen Statham-Film-Formel mag: jede Menge kernige Action, jede Menge Lakonie, staubtrockener Humor und eine Prise Ironie. Aber die kernige Action steht immer im Vordergrund. Nicht jeder Statham-Film liefert 100 Prozent, aber als Fan ist man ja schon mit 60, 70 oder 80 Prozent zufrieden. Aber diese Woche kommt ein Hundertprozenter in die Kinos, vielleicht sogareiner von Stathams Besten… weiterlesen…

[Tipp der Woche] Nicht für jedermann – „Der Rausch“ im Kino

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Video-Link: https://youtu.be/QK2hGX7U508

Es gibt Filme, bei denen die Inhaltsangabe einen abschreckt. „Der Rausch“ ist so ein Film. Vier Männer mittleren Alters, die mit ihrem Leben nicht so hundertprozentig zufrieden sind, wagen ein Experiment. Sie versuchen zukünftig, leicht angetrunken durchs Leben zu gehen, weil sie von einer Theorie gehört haben, dass sich die Dinge kreativer und entspannter meistern lassen, wenn man permanent so 0,5 Promille im Blut hat. Hat Churchill nicht permanent gebechert, und trotzdem – oder deswegen? – den 2. Weltkrieg gewonnen? Eben! Die vier Freunde erproben diese Theorie in der Wirklichkeit, mit unterschiedlichen Resultaten.

Auf Anhieb hört sich das nach einem moralinsaurem Sozialdrama an, das mit erhobenem Zeigefinger vor den Gefahren des Alkohols warnt. Das ist es aber gar nicht. „Der Rausch“ ist ein spannender Film, der tatsächlich Spaß macht und – in Maßen – zum Nachdenken anregt: über Freiheit, Freundschaft und – auch – den Alkohol. Intelligentes Kino, wie es sein soll. Dicke Empfehlung.

[Tipp der Woche] Diesels Neunter – „Fast and Furious 9“ im Kino

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Video-Link: https://youtu.be/mWXyH3G2YkQ

Okay, seit ein paar Wochen haben die Kinos wieder geöffnet, zum Teil stark eingeschränkt, die Pandemie, die Pandemie… Egal, Hauptsache wieder Kino. Der Action-Kracher der Woche ist natürlich „Fast and Furious 9„, die 9. Inkarnation dieses etwas merkwürdigen Franchise-Formats, einer Mischung aus Capermovie, Action und Auto-Stunts. Ich selber bin nicht unbedingt ein Fan dieser Serie, ich halte Vin Diesel für einen stark limitierten Schauspieler und vermisse bei der ganzen Stunt-Show Ironie und Humor. Aber die gab’s ja im Spin-Off „Hobbes and Shaw“, in dem Dwayne Johnson und Jason Statham mich doch sehr amüsiert haben. Vielleicht hat ja ein bisschen vom dem Spaß dieses Films auf Diesels Neunten abgefärbt. Letztlich ist es ja wurscht: Bier trinken und Popcorn mampfen, während man zuschaut, wie jede Menge Sachschaden angerichtet wird… also, ich hab das sehr vermisst, als die Kinos zu waren.

[Tipp der Woche] Einfach gewaltig – Kirk und John

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Video-Link: https://youtu.be/DDAhzwjNLJk

Pflichttermin für alle Freunde des Old-School-Westerns: kommenden Sonntag, also am 9. Mai, läuft zur Primetime auf arte „Die Gewaltigen„, einer der letzten Western, die in den 60er Jahren gedreht wurden, ohne sich des Genres zu schämen.  Hier agieren zwei absollute Superstars des Genres – John Wayne und Kirk Douglas – hart an der Grenze zur Selbstparodie, bieten jede Menge krachende Action und Selbstironie mit einer einzigen Intention: Pferdeopern-Freunde bestens zu unterhalten. Und Wayne und Dougals liefern, aber hallo! Allein die Saloon-Schlägerei – die einen prominenten Platz in unserer Serie „Schlägereien der Sonderklasse“ einnimmt – lohnt schon das Einschalten. Wer den ganzen Film anschaut wird mit opulenten Landschaftsaufnahmen belohnt, kernigen Dialogen, jeder Menge Action und einem Western-Feeling, dem man nur noch hinterhertrauern kann. Spaß-Filme wie dieser werden leider nur noch sehr selten gedreht. Also ist am kommenden Sonntag um 20 Uhr 15 arte Pflicht, zumal hinterher noch eine absolut sehenswerte Doku über Kirk Douglas läuft.

[Tipp der Woche] Kufenkapitalismus trifft Glasnost – „Red Penguins“ im Stream und auf Blu-ray

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Video-Link: https://youtu.be/vJqgIDN7J6E

Viele Menschen machen ja bei Dokus erst mal lange Zähne: belehrend, filmische Schulstunde, langweilig – so lauten die gängigsten Vorurteile. „Red Penguins“, eine Doku über den Versuch amerikanischer Sportvermarkter, in den 90er Jahren ZSKA Moskau, den berühmtesten Eishockey-Verein der ehemaligen Sowjetunion, zu übernehmen, beseitigt diese Vorurteile in Sekundenschnelle. Man sitzt vor dem TV, nach 3 Minuten klappt die Kinnlade runter, und dann kommt man 90 Minuten, in denen man bestens unterhalten wird, aus dem Staunen nicht mehr raus. weiterlesen…

[Streaming-Tipp] Die dunkle Seite der Fußballmacht – die Doku „Schwarze Adler“

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Video-Link: https://youtu.be/a63s2wBOvpg

Seit ein paar Tagen steht die Doku „Schwarze Adler“ bei amazon prime online. „Schwarze Adler“ lässt Nationalspielerinnen und Nationalspieler schwarzer Hautfarbe zu kommen und lässt sie von Ihren Erfahrungen und Erlebnissen in Deutschlands Fußballstadien erzählen. Sie erzählen nicht nur von Ihren Erlebnissen mit der Nationalmannschaft, sondern auch vom Alltag in der Bundesliga, von ihrer Zeit in der Fußballjugend und von ihrem Leben abseits der Fußballplätze. Ich hab mir den Film gestern angeschaut und war begeistert, vor allen Dingen von den langen Passagen, in denen die Spielerinnen und Spieler erzählen und reflektieren. Da erlebt man nicht nur ein Stück Fußballgeschichte, sondern auch ein Stück Zeitgeschichte: Wie der Fußball sich in den letzten fünfzig Jahren verändert hat, wie dieses Land sich verändert hat. Und da werden einem die Dinge in den Blick gerückt, die sich eben nicht geändert hat, die Dummheit und der Rassismus, mit denen Menschen anderer Hautfarbe begegnet wurde und begegnet wird.

Wenn man Ausschnitte aus Sportsendungen der 60er und 70er Jahre anschaut, dann ist man unwillkürlich entsetzt, über die Blödheit und unverfrorene Gönnerhaftigkeit, mit der damalige Spitzenjournalisten den Spielern mit schwarzer Hautfarbe begegnet sind. War das wirklich so schlimm? Ja, das war so schlimm, der Film zeigt’s einem in aller Deutlichkeit. Und es ist heute noch schlimm, man muss sich schämen, was Menschen in diesem Land nicht nur von den Stadiontribünen runterrufen, sondern wie Menschen mit anderer Hautfarbe im Alltag behandelt werden. Wenn Gerald Asamoah erzählt, wie er seinem eigenen Sohn rassistische Beschimpfungen erklären musste, mit denen der gerade von einem anderen Spielervater während eines Jugendspiels bedacht worden war, wird einem ganz anders.

Was diesen Film so eindringlich macht, ist die Nachdenklichkeit, mit der die 14 Spielerinnen und Spieler ihre Karrieren noch einmal Revue passieren lassen und bewerten. Da ist kein Raum für larmoyantes Gejammer oder Anklagen an „die Gesellschaft“, da wird emotional und doch nüchtern erzählt, was war und was ist. Der große Held des Films ist Erwin Kostedde, der erste Spieler schwarzer Hautfarbe, der es zum Nationalspieler gebracht hat. Was hat dieser Mann alles erleben müssen, was hat der für eine Last geschultert! Und trotzdem spricht er, trotz aller verständlichen Bitternis, mit einer großen, freundlichen Zärtlichkeit über den Fußballsport. Wie überhaupt alle Akteure nicht nur von den dunklen Seiten des Fußballs erzählen, sondern auch von der großen Kraft, mit der dieser Sport Menschen zueinander bringen und miteinander versöhnen kann.

„Schwarze Adler“ ist ein großer, ein wichtiger Film, der einen nachdenklich und wütend macht, gleichzeitig aber auch Hoffnung auf eine bessere Zukunft weckt. Für Menschen, die sich für Fußball interessieren, ist er schlichtweg ein Muss. Ich hab lange nicht so etwas Beeindruckendes gesehen. Zur Zeit wird er bei amazon prime im Stream gezeigt, im Juni läuft er im ZDF.

 

 

 

 

 

[Tipp der Woche] Animation mit Seele – „Soul“ auf Blu-ray“

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Video-Link: https://youtu.be/1Bko4KPRl0s

Soul„, der neueste Pixar-Animationsfilm, ist nie ins Kino gekommen. Pandemie-bedingt wurde er zu Weihnachten auf dem Streamingdienst Disneyplus gestartet und sorgte sofort für größtmögliche Begeisterung – bei den relativ wenigen Menschen, die ein Disneyplus-Abo hatten. Ich hab eins, und mich hat der Film komplett aus den Socken gehauen. Pixar hat ja von jeher „erwachsene“ Animationsfilme produziert, meilenweit entfernt von dem Kinderkram, mit dem man üblicherweise Zeichentrickfilme assoziiert. Und „Soul“ ist alles andere als Kinderkram. „Soul“ ist Philosophie pur, verpackt in eine dermaßen unterhaltsame, witzige Story, die das Zeug dazu hat, die Beschäftigung mit dem Sinn des Lebens zum Volksport zu machen. weiterlesen…

[Tipp der Woche] Cool, lässig, witzig – „Hap und Leonard“ als Bücher und als Serie

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Video-Link: https://youtu.be/axBe1-DBoNo

Letzte Woche hat mich ein Kumpel gefragt, wie ich „Hap und Leonard“ finde? Als ich „Hap und wer? Nie gehört.“ antwortete, guckte er mich an, als wäre ich ein ziemlich ekliges Insekt, das die letzten Jahrzehnte im Tiefschlaf unter einem Stein verbracht hat. Das fand ich ein bisschen übertrieben, bis ich dann am Wochenende angefangen hab, den ersten Roman mit Hap und Leonard von Joe R. Lansdale zu lesen und in die nach den Büchern gedrehte Serie auf amazon prime reingeschaut hab. Meine Herren, was hab ich denn da verpasst? Hap ist ein stoischer Kriegsdienstverweigerer, Leonard ein schwuler, schwarzer Vietnam-Veteran und beide versuchen irgendwie, sich in den 80er Jahren in Texas durchs Leben zu schlagen. Dabei geraten Sie ständig in Schwierigkeiten, denen sie mit professioneller Expertise, ordentlich Action und jeder Menge dummer Sprüche begegnen, es ist einfach die reine Freude, die Abenteuer der beiden nachzulesen (10 Bände umfasst die Reihe mittlerweile) bzw. die nach den Romanen gedrehte Serie auf amazon prime (3 Staffeln bisher) anzuschauen. Wer nach kerniger Unterhaltung mit Action und Humor sucht, sit bei Hap und Leonard goldrichtig. Und muss sich dann nicht mehr von einem Kumpel so mitleidig anschauen lassen.

[Tipp der Woche] Der Urknall der Fernsehkomik – „Monty Python’s Flying Circus“ auf Blu-ray

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Video-Link: https://youtu.be/6Tsvcn9rR6M

Die Geschichte der deutschen Fernsehkomik lässt sich einteilen in die Zeit vor dem 5. Oktober 1969 und die Zeit danach. Vor diesem 5. Oktober war Willi Millowitsch, Heidi Kabel und Co. Lieb, nett, manchmal irgendwie lustig. Schlag 23 Uhr an besagtem Tag lief dann die erste Folge von „Monty Python’s Flying Circus“ und die Welt war eine andere. Zum ersten Mal war hierzulande im Fernsehen eine Komik zu sehen, die anarchisch war. Respektlos. Die Grenzen sprengte. Und die – für die damalige Zeit – ein Tempo hatte, das einem den Atem nahm. Okay, es gelang den Pythons nicht, Willi und Heidi sofort von den Bildschirmen zu fegen, aber sie schufen sich eine zunächst kleine, stetig größer werdende Fangemeinde, die sich regelmäßig bis spät in die Nacht wachhielt, wenn eine neue Folge des „Flying Circus“ in den Programmzeitschriften angekündigt wurde. 5 Jahre lang, von 1969 bis 1974 drehten Sie ihre überdrehte TV-Show, und zwei Folgen drehten Sie sogar auf deutsch. So groß war die Fangemeinde da schon geworden. Monty Pythons ganze Fernsehherrlichkeit wird diese Woche – restauriert und mit zahlreichen Extras versehen – auf Blu-ray wieder veröffentlicht. Die Blu-ray lohnt auch für TV-historisch nicht Interessierte: der wilden Komik der Truppe merkt man beinahe nicht an, dass es schon über fünfzig Jahre her ist, dass sie auf die Fernsehschirme los gelasssen wurden.

[Tipp der Woche] Der Ahnherr aller Caper-Filme – „Rififi“ auf arte

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1955 kam ein Film in die Kino, der die Welt veränderte – zumindest die Welt des harten, spannenden Kriminalfilms. Nach „Rififi“ war nichts mehr so, wie es vorher war. „Stil ist genauso wichtig wie die Handlung“, war eine der wichtigsten Erkenntnisse, die dieser Film mit sich brachte, „Sieh die Welt durch die Augen des Gangsters“ eine andere. Nach diesem Film war die Welt des französischen Kinos eine anderen, und den Gangsterfilm hat dieses Meisterwerk ebenfalls für immer verändert. Jeder Regisseur, der diesen Film gesehen hat, ist von ihm nachhaltig beeinflusst worden. Und mordsspannend ist diese Geschichte über einen minutiös geplanten und präzise durchgezogenen Raubzug auch noch. Wenn ihr irgendwann denkt, dass bei arte (wo der Film heute, Montag, um 20 Uhr 15 läuft) eine Tonstörung ist, dann irrt ihr euch. Die sagen während des Raubs tatsächlich die ganze Zeit lang nix.