[Dem Chris seine Filme] Der Präsident in der Gefriertruhe – Big Game

Jetzt nehmen wir mal an, du bist 13 Jahre alt und ziemlich mies drauf. Weil dein Alter von dir erwartet, dass du mit Pfeil und Bogen losziehst, eine Nacht in den finnischen Wäldern verbringst und irgendein Wildtier schießt, um zu beweisen, dass du ein Mann bist. Da hast du keinen Bock drauf, zumal dein Alter bei der gleichen Mutprobe vor umpfzich Jahren einen Bären geschossen hat. Und du hast immer noch Probleme, deinen bogen richtig zu spannen. Wie sollst du das denn toppen? Okay, mangels Alternative ziehst du los, und wen triffst du als erstes im Wald um die Ecke? Den amerikanischen Präsidenten, den gerade irgendwelche durchgeknallten Terroristen zusammen mit der Airforce One vom Himmel geholt haben. Und das ist erst der Anfang… weiterlesen…

[Dem Chris seine Filme] Badass im Bayou – „Harte Ziele“

Anfang der neunziger Jahre waren Jean-Claude van Damme und John Woo unter Freunden des eher ungepflegten Action-Films DIE angesagten Männer. Woo hatte mit sardonischem Humor und exquisiten Gewaltchoreographien in einer Serie von Low-Budget-Thrillern den Gangsterfilm neu erfunden, und der Ballett-erprobte van Damme galt als der eleganteste unter den Brutalo-Action-Stars. Von „Harte Ziele“, Woos Hollywood-Debüt mit van Damme in der Hauptrolle, erwartete man nicht weniger als eine Sensation. Und gleiches tun die Fans jetzt, bei der Wiederveröffentlichung auf Blu-ray, denn hierzulande war der Film Jahrzehnte lang nicht offiziell zu sehen – die 1994 erschienene VHS ist sofort auf dem Index gelandet. Wir haben unseren persönlichen Test-of-Time gemacht: Sind die harten Ziele bis 2017 weich geworden? weiterlesen…

[Dem Chris seine Filme] Ich glaub, ich fahr in den Wald – „Männertag“

Vier Männer, die nochmal die Sau rauslassen wollen, bevor sie zu gesetzten Herren werden und mit dem Bierbike in den Wald düsen, wo sie dann prompt von der eigenen Vergangenheit eingeholt werden… das ist der Plot einer deutschen Kino-Komödie, die am 24.2. auf DVD und Blu-ray erscheint. Ist „Männertag“ der deutsche „Hangover“, oder wäre besser im Wald geblieben, was im Wald passiert ist? Wir haben uns den Film angeschaut. weiterlesen…

[Dem Chris seine Filme] Die glorreichen Sieben – ein Mythos wird nachgeladen

7 Profis verkaufen ihr Können, ihr Wissen und ihre Feuerkraft. Und dieses eine Mal verkaufen sie nicht an den Höchstbietenden, sondern an die, die ihnen wirklich alles geben – nicht nur ihr Geld, sondern auch ihre Hoffnung und ihr Vertrauen. 7 Profis machen ein Dorf fit für den großen Showdown: Gut gegen Böse, Arm gegen Reich, Recht gegen Unrecht. 7 Profis geben gegen eine erdrückende Übermacht alles, um dieses eine Mal zu gewinnen. Nicht für sich selbst, sondern für die Zukunft eines Dorfs. weiterlesen…

[Roberts Blu-rays] Die Unfassbaren 2 – Siehst du mich wieder?

Ein Jahr ist vergangen, seit die „Vier Reiter“ das FBI überlistet und ihrem Publikum mit unglaublichen Magie-Darbietungen einen unverhofften Geldsegen beschert haben. Nun zieht es die Zauberer J. Daniel Atlas, Merritt McKinney, Jack Wilder und Neuzugang Lula erneut auf die Bühne. Nach einem spektakulären Coup landen sie auf der Flucht in Macau und treffen auf den undurchsichtigen Walter Mabry. Das technische Wunderkind hat ganz eigene Vorstellungen von einem gelungenen Zaubertrick und verfolgt einen perfiden Plan. Was die Vier nicht wissen: Mabry ist der Ziehsohn von Arthur Tressler, der mit den „Vier Reitern“ noch eine Rechnung offen hat. Zugleich wird die Gruppe vom FBI gejagt, das den Illusionisten endgültig das Handwerk legen will. Und auch Thaddeus Bradley, ein alter Bekannter der Unfassbaren und Meister der Zauberkunst, zieht im Hintergrund seine Fäden. Jetzt müssen die Magier ihr gesamtes Können aufbieten, um ein letztes Ass aus dem Ärmel zu ziehen… weiterlesen…

[Roberts Blu-rays] Miles Ahead: Social Music

Miles Ahead ist eine höchst unterhaltsame Filmbiografie über Miles Davis. New York, 1980. Seit fünf Jahren hat Miles Davis keine Platte mehr veröffentlicht. Der Jazzmusiker, der mit virtuosem Trompetenspiel die Herzen der Menschen eroberte, lebt zurückgezogen, trinkt und kokst und trauert seiner großen Liebe Frances Taylor nach. Doch plötzlich geht ein Gerücht um: Miles Davis arbeitet an einem neuen Album! Der Musikjournalist Dave Braden wittert eine Sensationsstory und bedrängt den Trompeter zu einem Interview. Doch erst als er Miles Davis Kokain besorgt, erklärt der sich bereit. Der Musiker gibt dem hartnäckigen Schreiberling jedoch kein konventionelles Interview, denn nichts im Leben von Miles Davis war jemals konventionell…
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[Dem Chris seine Filme] Berechenbarer als das Original: Pelé – der Film

peleSepp Herberger war nicht nur der Trainer, der das „Wunder von Bern“ herbei geführt hat. Herberger hat der Welt auch den vielleicht profundesten Fußball-Aphorismus überhaupt geschenkt. Nämlich als er auf die Frage „Warum, denken Sie, gehen die Menschen zum Fußball?“ wie aus der Pistole geschossen „Weil sie nicht wissen, wie‘s ausgeht.“ antwortete. Dieser scheinbare Allgemeinplatz charakterisiert jedoch auch das Dilemma, in dem Filmemacher stecken, wenn sie die Biographien großer Sportler realisieren. Wie gehen Sie damit um, dass die Leute – wie in diesem Fall, einem Film über die Ikone des Fußballs überhaupt, über Pelé – vorher schon sehr genau wissen, wie‘s ausgeht? weiterlesen…

[Dem Chris seine Filme] Hoff the Record – David wird zum Facepalm-Goliath

HofftheRecord-Sleeve-final-RZ.inddUm Himmelswillen, David Hasselhoff! Was soll man zu dem Typen noch schreiben? Knight Rider, Baywatch, und dann diese unseligen Platten… was für eine peinliche Type! Oder eher nicht, denn „The Hoff“, wie er auch sich selbst nennt“, weiß ziemlich genau, dass die künstlerische Qualität seines Gesamtwerks im unterirdischen Bereich liegt. Und – das muss ich ehrlich zugeben – die Selbstironie, eine Mockumentary-Sitcom über den total abgehalfterten Schauspieler David Hasselhoff zu drehen, der grundsätzlich zu ALLEM bereit ist, nur um wieder ins Gespräch zu kommen… die hätte ich Hasselhoff nicht zugetraut. Genau das hat er mit „Hoff the record“ aber getan. Und ich hab mich schlapp gelacht. Seitdem ich die sechs Folgen der 1. Staffel dieser Serie gesehen hab, bin ich Hasselhoff-Fan. Ohne Scheiß. weiterlesen…

[Dem Chris seine Filme] Der Drücker – Sklaverei anno 1986

cover„Entschuldigen Sie die Störung, aber ich befinde mich in einer schrecklichen Notlage. Ich bin auf Bewährung draußen und muss bis heute Abend zehn Zeitschriftenabos verkaufen, sonst muss ich zurück in den Knast…“ Den Spruch kennt jeder, der schon mal einem Drücker die Tür aufgemacht hat. Doch Tommy, der Drücker aus Uwe Frießners gleichnamigen Film aus 1986, probiert eine ganz eigene Masche: Er erzählt die Wahrheit über sein Leben als „Mitarbeiter im Außendienst“. Und die ist schrecklicher als jedes Knastmärchen.

Als „Der Drücker“ 1986 im Fernsehen uraufgeführt wurde, war der Film eine echte Sensation. Zum ersten Mal bekam das saturierte TV-Publikum der BRD in realistischen Bildern gezeigt, wie Drücker hierzulande lebten. Übernachtungen in verdreckten Mehrbettzimmer sind die Regel, Wecken ist morgens um sechs, dann geht’s im Kleintransporter in die nächste Stadt. Schon im Auto wird Druck ohne Ende gemacht. „Soundsoviel Abos muss jeder heute schaffen, sonst fällt das auf die Kolonne zurück…“ Und was das heißt, wird am Abend klar: kein Essen vor der Nacht“ruhe“ in der nächsten Siff-Bude. Psychische und physische Gewalt sind an der Tagesordnung, so leben moderne Sklaven. weiterlesen…

[Roberts Blu-rays] Schrotten! – Lieber tot als Sklave!

schrotten_coverSchrottplätze. Wer, wie ich, die 70iger und 80iger Jahre noch „richtig“ erlebt hat und auf den so genannten „Autofriedhöfen“ nach Ersatzteilen für’s Mofa, dann Motorrad und schließlich das erste Auto gesucht hat, durfte diese Atmosphäre noch selbst inhalieren. Es war schon ein besonderer Menschenschlag, die Jungs (ein paar Mädels gab’s auch, doch meistens nur als Pin-Up im Bürowagen) vom Schrottplatz. Regisseur Max Zähle, von dem auch das Drehbuch stammt, verbrachte in seiner Jugend ebenfalls viel Zeit auf dem Schrottplatz. Das merkt man dem Film an, der – bis ins Detail stimmig – diese Atmosphäre einfängt. „Heimat ist mehr als ein Ort“. Ja. Dass sein „Familienfilm“ nicht ins Klischee abdriftet und über die gesamten gut 90 Minuten beste Unterhaltung bietet, ist auch dem gut gelaunten Cast zu verdanken. Allen voran Frederic Lau, liefern sie eine tolle Darstellung, die Spaß macht. Obwohl teilweise vorhersehbar, halten einige überraschende Twists und sogar streckenweise der eine oder andere spannende Einfall die Story am Laufen. Obwohl grade der Eisenbahnraub als zentrales Element dermaßen abstrus ist, dass nicht einmal die neunmalklugen physikalischen „Weisheiten“ von Mirko die Logiklöcher auch nur annähernd stopfen können. Aber das muss in einer Komödie dieser Art auch mal durchgehen dürfen … weiterlesen…