[Sommertipp] Bambi und Trinity in der Oberlausitz

Man kann sagen was man will, Sommertheater, Freilichtthetaer, das hat schon was. Man muss sich nicht in die dunkle Decke werfen und keinen Kulturstrick um den Hals binden, lässige Freizeitkleidung genügt. Das Catering ist in der Regel auch eher ungezwungen, Bratwurst und Nackensteak statt Häppchen, lecker Pils statt Sektplörre. Wenn jetzt auch noch die Action auf der Bühne stimmt, dann ist der Sommerspaß beinahe nicht mehr zu toppen. Und tatsächlich kann ich euch so eine Sommertheater-Empfehlung geben. Denn in der Waldbühne Jonsdorf geht tasächlich die Post ab, da bekommt man nicht das übliche Karl-May-Gedöns zu sehen, sondern eine Bühnenbearbeitung von „4 Fäuste für ein Halleluja“. weiterlesen…

Neil Simon †

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Video-Link: https://youtu.be/je9R6Exmhvc

Neil Simon war ein amerikanischer Dramatiker und Drehbuchautor. Neben vielen – meist grandios komischen – Drehbüchern und Theaterstücken schrieb er die unsterbliche Männer-Komödie „Ein seltsames Paar„, auf der auch die Kult-TV-Serie „Mänenrwirtschaft“ basiert.

Das männliche Zitat der Woche (LXVII): Sir Anthony Hopkins

Foto: Elena Torre from Viareggio, Italia (edited by User:Marco Bernardini) (Anthony Hopkins) [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

„Niemand von uns kommt hier lebend raus. Also hör auf, dich wie einen nachträglichen Einfall zu behandeln. Iss leckeres Essen. Geh in der Sonne spazieren. Spring ins Meer. Sag die Wahrheit, die du wie einen versteckten Schatz in deinem Gehirn aufbewahrst. Sei albern. Sei freundlich. Sei merkwürdig. Für alles andere hast du keine Zeit.“

Sir Anthony Hopkins

Theaterkritk: KARL + ROSA – eine Weltpremiere im Theater Bonn

Erinnerungen

Der marxistisch orientierter Marburger Hochschullehrer Wolfgang Abendroth wies seine Studenten jahrzehntelang auf einen besonderen Widerspruch im Zusammenhang mit der deutschen Novemberrevolution hin: einerseits erklärte sich das damalige Zentralorgan der damaligen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, der mehrmals täglich erscheinende „Vorwärts“, im politischen Teil vorn für die Ablösung des Acient Régime auch in Deutschland. Andererseits fanden sich bei den Kleinanzeigen hinten Reklame für die Freikorps als jene konterrevolutionären Kräfte, die die Revolution nicht nur wie die Pest haßten. Sondern strategisch gewaltsam gegen sie arbeiteten. weiterlesen…

„Warum macht der so einen Scheiß?“ – 20 Jahre ohne Klaus

Kinski

„Warum macht der so einen Scheiß?“ fragte ich mich immer wieder, wenn ich Klaus Kinski in Machwerken wie „Die Gruft mit dem Rätselschloß“ oder „Gern hab ich die Frauen gekillt“ ansehen musste. Die Edgar-Wallace-Irren hat er gespielt. Die Italo-Western-Desperados. An die zweihundert Filme, jede Menge runtergekurbelte Dutzendware, aber auch einmalige Augenblicke. Nachtblende. Fitzcarraldo. Leichen pflastern seinen Weg. Da bleib einem die Luft weg, wenn man ihm zusah. Ein Jahrhundertschauspieler, nichts weniger. Und trotzdem tauchte erimmer wieder in Monumental-Stinkern wie „Der Mann mit der Torpedohaut“ auf.
„Wegen dem Geld. Nur wegen dem Geld!“, hat Kinski in einer Talkshow mal gesagt. Da war er ein Mann wie viele andere auch, die jeden Tag jede Menge Schwachsinn machen müssen, um ihr Geld zu verdienen. „Um sich aus der Sklaverei freizukaufen“, hat er mal gesagt. Nuja. Hat immer gerne übertrieben.

„Warum macht der so einen Scheiß?“ fragte ich mich immer wieder, wenn er sich mit einem seiner mittlerweile legendären Ausraster in die Schlagzeilen brachte. Interviewpartner beschimpft, in der Talkshow randaliert, mit der Schrotflinte fumgefuchtelt. Natürlich hat Kinski das Image des „Irren“ sorgfältig kultiviert und die Journalisten entsprechend versorgt, die Ausraster waren Teil seiner Marke, mit ihnen blieb er in den Schlagzeilen, so steigerte er seinen Marktwert. Praktisch alle Schauspieler, die mit ihm gearbeitet haben, sprechen mit Hochachtung von seiner großen Professionalität.
Deshalb waren seine Ausraster, wohl auch keine Ausraster, sondern kühl kalkulierte Bestandteile des Gesamtkunstwerks „Klaus Kinski“. Und sie hatten eins gemeinsam: Wer ihn als Künstler und Intellektuellen ernst  nahm, der bekam den Künstler und Intellektuellen Kinski. Schlecht vorbereitete Journalisten, die ihn mit dummen, oberflächlichen Fragen nervten, bekamen das, was sie erwarteten. Doppelt und dreifach.

Diese sehenswerte Collage aus Kinski-Interviews zeigt seine beiden Seiten.

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Video-Link: http://youtu.be/He3mEpsWp_M

Da bramarbasiert kein eitler Wüterich, da hat man Gelegenheit, einem hochintelligenten, sensiblen Künstler zuzuhören, der das Leben zahlloser Menschen bereichert hat.

Vor zwanzig Jahren ist er ganz plötzlich in seinem Haus in Kalifornien umgefallen. Herzanfall. Bumm. Aus. „Warum macht der so einen Scheiß?“, fragte ich mich ein letztes Mal.

Er wird vermisst.

Derzeit steht Werner Herzogs wunderbare Kinski-Doku „Mein liebster Feind“ in der arte-Videothek. Da kann man den Film noch ein paar Tage lang anschauen.

Foto: Georges Biard [CC-BY-SA-3.0], durch Wikimedia Commons