Männeressen: Romfromage aus Dänemark

Romfromage aus Dänemark

„Mach doch mal lecker Nachtisch!“, hat man mir schon öfters gesagt, wenn’s um die Männeressen-Rubrik hier ging. „Ja, bei Gelegenheit“, hab ich dann immer geantwortet, aber die Gelegenheit war bisher nicht da. Weil ich bisher keinen wirklichen „Männer-Nachtisch“ gefunden hab. Aber ausgerechnet in Dänemark bin ich fündig geworden. Heute, zum letzten Gruppenspiel der deutschen Mannschaft gegen Dänemark, gibt’s Romfromage, dänische Rum-Creme, die wirklich reinhaut.

Wenn so 8 bis 10 Leute Romfromage essen wollen, dann brauchen wir 6 Eier, 4 bis 5 Esslöffel Zucker, 6 bis 9 Blatt Gelatine (je nach Größe der Eier, ersatzweise ein bis anderthalb Tüten Gelatine-Pulver), 1/2 Liter Schlagsahne und Rum. Viel Rum.

Als erstes setzen wir einen Topf mit Wasser auf den Herd und bringen ihn kurz vors Kochen. Nee, keine Sorge, der Rum wird nicht verdünnt, wir brauchen bloß ein Wasserbad, um die Creme aufzuschlagen. Während das Wasser heiß wird, trennen wir die Eier. Die Eiweiß schlagen wir schön steif, dass sie Spitzen ziehen und parken sie im Kühlschrank zwischen, am Besten neben der Schlagsahne, die wir auch schon steif geschlagen haben. Wenn wir Blattgelatine haben, dann weichen wir die in wenig Wasser ein, das Gelatinepulver kommt uns mehr entgegen, da müssen wir nix machen.

Die Eigelb tun wir in eine Rührschüssel, zusammen mit so 4 bis 5 gehäuften Esslöffel Zucker und der Menge Rum, die wir für richtig halten, und das kann durchaus viel sein. Ich würd pro Nase ein gutes halbes Schnapsglas rechnen, man kann’s mit mehr versuchen, aber bloß nicht zuviel nehmen, sonst schmeckt’s sehr sprittig. Jetzt setzen wir die Schüssel ins Wasserbad und rühren mit dem Schneebesen, als gäbe es kein Morgen. Wenn die Mixtur warm bis heiß wird, geben wir die Gelatine (eingeweichte Blattgelatine gut ausdrücken!) dazu und lösen sie fleißig weiterrührend auf. Und jetzt gut aufpassen: irgendwann kommt der Moment, in dem die Creme dickflüssig wird. Den müssen wir abpassen, sie vom Feuer nehmen und unter gelegentlichem Weiterrühren abkühlen lassen. Wenn wir den Moment verpassen, gerinnt das Eigelb und wir haben Rührei in der Schüssel und können von vorne anfangen. Wer mag schon Rührei mit Rumgeschmack?

Okay, unsere Creme steht in per-fektem Aggregatzustand neben dem Herd. Um das Abkühlen zu beschleunigen, können wir sie in eine Schüssel mit kaltem Wasser und Eiswürfeln stellen, dann haben wir sie in fünf bis zehn Minuten soweit abgekühlt, dass wir sie in den Kühlschrank stellen können. Aber nur drei bis fünf Minuten. Bevor die Gelatine richtig fest wird, müssen wir noch Sahne und Eischnee unterheben. Also, die Creme nochmal rausnehmen und haargenau das machen. Und dann wieder rein in den Kühlschrank und ein paar Stunden lang fest werden und durchziehen lassen.

In der Zwischenzeit machen wir die Himbeersauce dazu: 300g TK-Himbeeren auftauen lassen, paar Löffel Zucker drüber und im Mixer oder mit dem Schneidstab pürieren. Im Prinzip war’s das, allerdings streichen Perfektionisten die Sauce noch durch ein Sieb (Vorsicht! Arbeit!), wegen der Kerne (die sollen im Sieb bleiben).

Wenn’s Zeit für den Nachtisch ist, die Creme aus dem Kühlschrank nehmen, Nocken ausstechen, auf die Teller legen und Himbeersauce drüberkleckern. Mahlzeit!

Nachtrag: Da ist ordentlich Rum drin (hat ja nix gekocht, also ist auch kein Alk verflogen) und das ist gut so! Aber: die Kinder kriegen natürlich was anderes, und den Kumpels, die mit dem Auto da sind und die schon ein Bier zum Essen getrunken haben, sagt ihr, dass sie in der Mausefalle Probleme kriegen werden, wenn sie das Zeugs Essen und noch fahren. Alles klar? Dann haut rein!

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2 Responses to Männeressen: Romfromage aus Dänemark

  1. AvatarAfra Evenaar says:

    Männernachtisch, Du sagst es: Eier und Rum.

  2. Pingback: Turniertagebuch Fußball-EM 2012 - Tag 10 (17.6.) | Männer unter sich

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