Männeressen: Borschtsch aus der Ukraine

Die Turnierküche zur EM 2012 wäre nicht komplett, wenn wir nicht noch ein Rezept aus dem zweiten  Gastgeberland kochen würden. Mit Bigos aus Polen haben wir angefangen, mit Borschtsch auf der Ukraine hören wir auf. Und für Männer, die jetzt mit den Worten „Rote Bete? Kannste mich mich mit jagen!“ abwinken, habe ich Verständnis, aber: bleibt dabei. In Borschtsch sind zwar rote Bete drin, aber er schmeckt nicht so, wie ihr denkt!

Um aus Rote-Bete-Verächtern Borschtsch-Fans zu machen, müssen wir erst mal einkaufen gehen. Weil es arbeitsmäßig kaum einen Unterschied macht, ob man einen kleinen oder einen großen Topf Borschtsch kocht, kochen wir gleich einen große. Er schmeckt nämlich immer besser, je öfter man ihn aufwärmt.
Für über den Daumen gepeilt acht hungrige Kerle packen wir folgendes in den Einkaufswagen: 1 Spitzkohl (oder 1 nicht zu großen Weißkohl), zwei von diesen Beutelchen geschälter, vorgekochter rote Bete1, 1 Bund Suppengrün, 1 gutes Kilo Suppenfleisch vom Rind, 1 gutes Pfund Schweinenacken 2, 1 Stück durchwachsenen, geräucherten Speck, 2 Becher Schmand und 1 Bund Dill. Zwiebeln, Knoblauch, Lorbeerblätter, Schmalz, ordentlich Kübi 3 und Wodka für hinterher haben wir hoffentlich vorrätig.
So, nach dem ersten Schluck Kübi kümmern wir uns um die Brühe. Wir halbieren eine ungeschälte Zwiebel, setzen sie zusammen mit den Fleischstücken auf, kochen langsam auf, entfernen dabei den sich bildenden Schaum, geben Salz, Pfeffer und wenig Lorbeer dazu und lassen so lange mehr ziehen als kochen, bis das Fleisch schön weich ist. Das erledige ich gern am Vortag, weil ich für’s Brühe kochen gern eher fetiiges Fleisch nehme, das gibt Geschmack. Und wenn ich die Brühe über Nacht in den Kühlschrank stell, kann ich das Fett am nächsten Tag problemlos abheben 4. Fleisch separat aufbewahren.
’ne gute Stunde, bevor wir Borschtsch essen wollen, knacken wir das nächste Kübi, schneiden zwei Zwiebeln und Knoblauch nach Geschmack in Würfel, verfahren mit dem  Suppengrün ebenso und schwitzen die Chose in nicht zu knapp Schweineschmalz an. Während das Zeug schwitzt, schneiden wir die rote Bete klein. Wenn ihr ein hölzernes Schneidbrett verwendet: nehmt ein anderes oder freut euch über ein rotes Schneidbrett. Schürze nicht vergessen, die Biester färben wie Sau5. Wenn das Wurzelwerk langsam weich wird, kippen wir die roten Bete dazu, rühren um und füllen mit der entfetteten Brühe nach. Auch das Stück Speck kommt jetzt in den Topf, noch ein paar Lorbeerblätter können ebensowenig wie ordentlich Pfeffer schaden, mit Salz erstmal vorsichtig verfahren wegen dem Speck.
Zwanzig Minuten kochen lassen, den Kohl entstrunken und in feine Streifen schneiden. Nach zwanzig Minuten den Kohl in den Topf geben, nochmal zwanzig Minuten kochen lassen, Speck rausnehmen, Schwarte und Knorpel abfriemeln, in Stücke schneiden und mit dem ebenfalls kleingeschnittenen Schweine- und Rindfleisch in den Topf geben, warmziehen lassen.
Borschtsch im ToppWährend wir die letzten Schlucke Kübi trinken, hacken wir den Dill fein, rühren ihn unter den Schmand und füllen ihn in ein Schüsselchen, dass wir neben die Suppenterrine auf den Tisch stellen. Wir schmecken ein letztes Mal ab6 und tragen unseren Borschtsch zu Tisch. Da kann sich jetzt jeder ein bisschen kalten Dillsahne in die heiße Suppe kleckern.
Borschtsch aufm TellerGetränkemäßig bleiben wir am Besten beim Bier, sorgen mit einem Wodka dafür, dass wir Bier und Borschtsch nicht so trocken runterwürgen müssen, und freuen uns: Wir sind zwar im Halbfinale ausgeschieden, aber den Kampf gegen die muffige Erdigkeit der roten Bete haben wir klar gewonnen. Mahlzeit! Bis zum nächsten Turnier!

 

  1. Man kann auch frische rote Bete kaufen, die Knollen einzeln in Alufolie wickeln, ’ne Stunde bei 200 Grad in den ofen packen, Handschuhe anziehen, die Dinger pellen und kleinschneiden. Wenn man sich denn die Arbeit machen will. Man kann NICHT rote Bete aus dem Glas nehmen. Die schmecken hinterher muffig vor, ist echt keine Option.
  2. gern mit Knochen, dann entsprechend mehr kaufen
  3. Küchenbier
  4. Das drin zu lassen und mit zu essen wäre dann doch des guten ein bisschen zuviel
  5. Man kann einen Gurkenhobel oder eine Raffel zum Einsatz bringen, damit minimiert man die Einsau-Gefahr ein wenig
  6. Nanu? Sind da wirklich rote Bete drin? – Ja, klar. Hast sie doch selber reingemacht.
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One Response to Männeressen: Borschtsch aus der Ukraine

  1. Tom Tamos says:

    Rezepte sind gut. Allerdings: Warum strukturiert ihr eure Posts nicht ein bisschen schöner und übersichtlicher. Absätze, Fett, usw.

    Kleiner Aufwand, großes Ergebnis….

    Wenn ich so einen Post sehe bin ich spontan viel zu faul selbst auseinander zu fieseln wo die wichtigen Stellen sind, etc.

    Und da der komplette Post ein Rezept ist wäre es zudem einfach besser etwas mehr „Luft“ zulassen zwischen den Sätzen.

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