TV-Kritik „Der letzte Bulle“ – 5. Staffel, 4. Folge: „Sieben Buchstaben“

Jede Woche auf “Männer unter sich” kritisieren wir die aktuelle Folge unserer Lieblingsserie “Der letzte Bulle”. Wir bewerten Handlung, Macho-Momente, Dialoge, Musik und die Gesamtleistung mit einem Punkte-System von 1 (ganz schwach) bis 5 (besser geht nicht) Mick-Brisgau-Zippo-Feuerzeugen. Und ihr könnt abstimmen, wie euch die Folge gefallen hat, viel Spaß!

Sie machen es uns Mick-Brisgau-Fans nicht leicht, die Produzenten von „Der letzte Bulle“. Nach furiosem Auftakt mit zwei vielversprechenden, spannenden (und komischen!) Folgen hat die Serie mit Folge 3 und – leider – auch Folge 4 im treudeutschen Krimi-Einheitsbrei zu versenken. Offensichtliche Plotwendungen werden uns als Überraschungen verkauft, statt knackig-kerniger One-Liner gibt’s bedeutungsvolle Blicke… nöö, Bulle, so nicht!

Handlung:
Eigentlich fing’s ganz kommod an. Mick kehrt zu seinen Wurzeln zurück und startet eine seiner beliebten illegalen Durchsuchungen. Diesmal bricht er ins BKA ein, um an die unter Verschluss stehenden Akten aus 2001/2002 zu kommen. Tatsächlich findet er eine Liste mit den Namen der an dem Jahrhundert-Ding Beteiligten. Plus ein Name mit 7 Buchstaben, der unkenntlich gemacht wurde. Außerdem finden Mick und Kringge heraus, dass Koller sich an der Finanzierung einer Motoryacht verhoben hat. Dass der Angestellte der Werft, der Kollers Yacht-Deal gemanaged hat, verschwunden ist. Dass Micks Vater zum Zeitpunkt der Euro-Umstellung bei der Sicherheitsfirma gearbeitet hat, für die auch Mick gearbeitet hat. Dass Anja Russeck, Kringges neue partnerin, lesbisch ist (dieser Schock!). Dass Mick von jemandem verfolgt und bedroht wird, der verhindern will, dass er weiter ermittelt. Und dass Mick irgendwie in die Geschichte Euro-Umtausch, Geldtransport verwickelt ist, auch wenn er dazu Komapatient war.
Das war’s gestern. Ermittlungsergebnisse abhaken. Erinnerte streckenweise an eine 40 jahre alte Kommissar-Folge. 1 von 5 Zippos.

Macho-Momente:
Immerhin, die Szene im Ballett, in der sich Mick aus dämlichen Fingerfood-Häppchen eine Art Schaschlik-Spieß bastelt und verspeist, erinnert an bessere Folgen. Weil ansonsten Ebbe war, führen wir noch Micks fürsorgliche Frage nach der Zahnzusatz-Versicherung auf, bevor er die Gesichtszüge des Boots-Fuzzis begradigte. Aber das war’s schon.
Zu wenig. 1 von 5 Zippos.

Dialog-Perlen:
Vermutlich die witzloseste Folge aller Zeiten. Ich kenne die Kollegen nicht, die die Drehbücher geschrieben habe, aber mir wäre ein derart gekünsteltes Give-and-Take wie „Mein Bauch weiß, was er tut.“ – „Da bin ich mir bei dem Ding zwischen deinen Ohren nicht so sicher.“ entsetzlich peinlich.
Für diese Rubrik erweitere ich probehalber unsere Zippo-Skala nach unten: 0 von 5 Zippos.

80er-Mucke:
Sorgte für dringend benötigte Ablenkung. Man konnte zu gepflegter Musik ein paar schöne Bilder bewundern. „Kiss“ von Prince und „Absolute Beginners“ gefielen besonders.
3 von 5 Zippos.

Gesamtwertung:
Ich bin immer noch fassungslos. Wie kann man ein dermaßen erfolgreiches Format so gründlich runterrocken? Wie kann man dermaßen deplatzierte Ideen wie Micks Balletteinlage in der Loge filmen? Wie kann man seine Zuschauer dermaßen auf die Rolle nehmen und Proschat Madani auf der Serien-Website immer noch als Hauptdarstellerin aufführen, obwohl sie in der halben Staffel nicht aufgetreten ist und wohl auch in Folge 5 nur als Absenderin eines Briefs vorkommen wird?
Is klar, ihr Bullen-Macher, ihr haltet uns für doof. Aber hömma, wir euch auch! 1 von 5 Zippos.

Für alle, die die letzte Folge verpasst haben: Hier könnt ihr sie im Netz anschauen.
Für alle, die mit Mick und Co nix anfangen können: Sicherlich gefällt euch sowas besser.
Für alle anderen: Eure Meinung ist gefragt, wie fandet ihr die neue Folge?

Eure Wertung zu "Sieben Buchstaben"

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4 Kommentare zu TV-Kritik „Der letzte Bulle“ – 5. Staffel, 4. Folge: „Sieben Buchstaben“

  1. Guido Hanke says:

    Lieber Chris,

    sei doch bitte so nett, und erweitere auch die Zippo Skala für die Wertung um die Position “ 0 Zippos“.

    Das gäbe mir die Möglichkeit – und – womöglich nicht nur mir – noch treffender die Folge bewerten zu können

    Danke für Deine Mühe 😉

  2. Ich schau mal… könnte nächste Woche sogar nötig werden, die Clips, die man von Folge 5 bei Sat1 vorab sehen kann, lassen das Schlimmste befürchten.

  3. SaschaW says:

    Allgemein ist der große Fall ja in Ordnung, wenn es eine andere Serie wäre. Stattdessen wurde aber die komplette DNA des Bullen verändert. Die Serie ist nur noch düster und das ist ein Schlag ins Gesicht für Fans.

    Hinzu kommt auch das alles so vorhersehbar ist. Schon in Folge 1 wurde klar, dass Mick wohl nicht die ganze Zeit im Koma lag (Flashbacks an den Diebstahl des Gelds). Isa erwähnte schon neue Medikamente. Jedoch ist die Lösung so an den Haaren herbei gezogen, als wären hier Daily Soap Schreiber am Werk.

  4. Die Vorhersehbarkeit des Plots ist auch so ein Problem. Die Hinweise, die die im Drehbuch geben sind so überdeutlich, dass ich das Gefühl hab, die halten ihre Zuschauer für kreuzdämliche Vollpfosten.

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