Aus für Harry’s: Fazit des Langzeit-Tests

Letzte Woche war’s soweit: die letzte Klinge aus meinem Harry’s-Starter-Paket fing an zu rupfen und das bedeutete das Ende des Harry’s-Langzeit-Tests, von dem ich in zwei Folgen (Folge 1, Folge 2) berichtet habe. Gut zehn Wochen hab ich mich mit dem Harry’s-Systemrasierer rasiert, gut zehn Wochen hab ich mir 5 Klingen durchs Gesicht gezogen, und ein paar Mal hab ich auch doe Rasiercreme verwendet, die in dem Starter-Paket enthalten war. Zeit für ein Fazit, bevor ich zu meinem guten alten Futur zurückkehre.

Wobei ich das Fazit ja vorweggenommen habe: Auch der Systemrasierer von Harry’s ist für mich keine Alternative zum Hobel, ebenso wenig wie die verschiedenen Modelle von Gillette, Wilkinson, Aldi, Rossman usw., die ich bisher ausprobiert habe. Ich finde es einfach angenehmer, mir morgens nur eine Klinge anstatt zwei, drei oder fünf durchs Gesicht zu ziehen, und das bisschen Geschick, dass man fürs Hobelrasieren braucht, hab ich noch drauf.

Von meinen persönlichen Vorlieben abgesehen, waren die Rasuren mit dem Rasierapparat von Harry’s jedoch durchaus angenehm, und preiswert waren Sie bei mir auch. Etwas mehr als zwanzig Rasuren hat jeder Klingenblock bei mir gehalten, bevor er zu „rupfen“ begann. Ich hätte aus jedem Klingenblock gut und gerne noch ein paar Rasuren mehr rausholen können, aber da bin ich kompromisslos: Verbrauchte Klingen sind verbraucht, suboptimal sollte meine tägliche Rasur nicht sein.

Geschnitten habe ich mich – natürlich nicht – von der Glätte waren die Rasuren allesamt sehr ordentlich. Mit dem Hobel wär’s glatter geworden, aber den Unterschied merke wirklich nur ich. Genervt haben die für mich zu weiche Federung des Klingenkopfs, die es eine Rasur ohne Aufdrücken beinahe unmöglich gemacht hat. Und der systemübliche Glubschstreifen macht seine Sache ein bisschen zu gut: In Verbindung mit bestimmten Rasierseifen oder -Cremes (die rote Proraso zum Beispiel) tut er des Guten entschieden zu viel, und produziert einen Glättepanzer, den man nur mit Mühe wieder abgewaschen kriegt.

Keine Freundschaft hab ich mit der Rasiercreme von Harrys geschlossen, den Duft empfand ich als ein wenig langweilig, andere Cremes lassen sich deutlich besser aufschäumen und weichen auch besser ein. Den Reise-Klingenschutz konnte ich nicht testen, ich bin im Testzeitraum nicht verreist. Ich geh aber davon aus, dass er funktioniert, und es ist ein netter Zug von Harry’s, den gratis beizulegen. Da könnten sich andere Hersteller ’ne Bartstoppel von abschneiden.

Alles in allem kann ich Rasierapparat und Klingen von Harry’s durchaus empfehlen, das ist sauber konstruierte, funktionierende Ware ohne Höhen und Tiefen. Von ihrer unmittelbaren Konkurrenz, den Systemrasierern, die von Aldi und den Drogerieketten vertrieben wird, unterscheidet sich Harry’s nicht, einzig der Preis ist ein bisschen höher. Für Männer, die auf dem Lande wohnen und einen Umweg zur nächsten Drogerie-Filiale fahren müssten, ist Harry’s mit seinem Versand-Konzept also durchaus eine Alternative. Für eingefleischte Hobler wie mich eher nicht.

Markiert mit , , , .Speichern des Permalinks.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Bitte nicht wundern: nach dem Absenden verschwindet Dein Kommentar einfach und wird erst nach Freischaltung durch uns sichtbar -- also nicht mehrfach absenden!