Berliner Ansichten: Nüscht mehr für Männa – der Zoo von Holst und Juhnke stirbt

Aschinger_Maenner_unter_sich_neuJuhnke, Holst und der Zoo – dit war jahrelang untrennbar miteenanda vabunden. Jrinste dit Orijinal Harald Juhnke dem Passanten jahrzehntelang hier aus ne Werbevitrine entjejehen und lud zur Pekingente ins China-Restaurant Tai Tung ein. Nen paar Meta weita, im Aschinger-Haus konnte man bei Herthana Wolfjang Holst einkehren und in seina Kneipe „Holst am Zoo“ Fußball kieken und sich eenen hinta die Binde jiessen.

Die Werbung mit Juhnke iss schon vor Jahren vaschwunden und kam unta die „Modernisierungs-Dampfwalze“ die seit Jahren den Zoo übarollt. Dit Lokal von Wolfjang Holst iss ebenso schon nen paar Jahre dicht und demnächst wird ooch dit Aschinger-Haus abjerissen. Zweifelos iss dit Jebäude keene Schönheit, doch wat entsteht nu? Nen Standardbau aus Jlas und Beton mit dem vamutlich üblichen „Mix aus Läden und Jastronomie“. Für ne orijinal Berliner Kneipe iss da wohl keen Platz.

Schimmelpfeng_Maenner_unter_sichDem Schimmelpfeng-Haus jing et ja schon lange an den Krajen und mit ihm vaschwanden ooch hier alleinjessene Läden wie City-Music. Die „schöne neue Welt“ iss dit Walldorf-Astoria, dit Bikinihaus und demnächst der neue Klotz anstelle det „Schmuddel-Aschinger“. Nackta Beton statt bunta Leuchtreklamen und Ledaköfferchen die durch Shopping-Centa hastich jetrajen werden.

Aba warum soll et dem Zoo ooch bessa jehn wie dem Kudamm? Der hat die Radikalkur schon hinta sich und die eenstije Vielfalt von Kintoppen, Kranzla und Co. iss der sauberen wie langweilijen Eenkoffswelt jewichen. Der Zoo – jeliebt und jehasst zujleich, war er nie langweilich. Nu awischt et ihn. Holst und Juhnke iss dit eh ejal. Der eene sitzt wahrscheinlich uff ner weiß-blauen Wolke während der andere sich nebenan nen Schnäpperken jönnt.

Ooch uns kann dit letzthin ejal sein. Der Berliner hat so manche Jauna und Janoven übalebt und die Juppies werden ebenso nich dit letzte Wort der Jeschichte sein…!

Jeboren wurde ick in den 1960er Jahren als Axel Gödel mitten in Berlin. Da meene Eltern ooch schon hier dit Licht der Welt ablickten, bin ick somit een waschechta Berliner. Uffjewachsen in Kreuzberch, alernte ick nie Hochdeutsch. Deshalb treibe ick seit einijer Zeit uff Berlinerisch im World Wide Web meen Unwesen und vaöffentliche Kurzgeschichten und Blogartikel, unter anderem uff “Berliner Dialekt” und bei “Da kiekste, wa? – Berlin typisch“.

Etwas ausführlicher und auf Hochdeutsch schreibt Axel über die Gentrifizierung dieser West-Berliner Ecke hier, auf berlinerisch hier.

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