Im Wartesaal der Nassrasur

Ein Thema, das in den Nassrasurforen immer wieder gern diskutiert wird, ist die Einweichzeit – also die Zeit, die man zwischen Einschäumen der Bartzone und dem Ansetzen des Rasiergeräts abwarten sollte, um dem Barthaar Zeit zur Erweichung zu geben. Dass das Einweichen der Barthaare wesentlich dazu beiträgt, dass eine Rasur angenehm und mühelos verläuft, habe ich hier ja schon öfters geschrieben. Aber wie weich ist weich genug? Und wie lange brauche ich, um das Softness-Nirvana zu erreichen, das es meiner Klinge ermöglicht, das Barthaar mühelos zu durchschneiden?

Die grüne Proraso – der Sommerklassiker

Regelmäßige Leser meiner Nassrasur-Besinnungsaufsätze ahnen schon, dass jetzt meine Standard-Antwort: „Das kommt darauf an.“ In der Tat tut sie das, aber mit einer kleinen Erweiterung, Bei mir kommts auf die Seife an. Oder die Creme. Es gibt Einweichmittel, mit denen ich sofort losrasieren kann und solche, bei denen ich besser ein oder zwei Minuten abwarte, bevor ich den Futur ansetze. Welche Bestandteile für die Soforteinweichung meiner Barthaare zuständig sind, habe ich bisher nicht herausfinden können. Abhängig von einer bestimmten Marke ist es jedenfalls nicht. Ein Beispiel: mit der grünen oder roten PRORASO (egal ob Seife oder Creme) kann ich sofort losrasieren, mit der weißen muss ich ein Weilchen warten. Fast alle mir bekannten Haslinger-Seifen sorgen für eine Turbo-Einweichung (Ausnahme: Ringelblume), Waldfussel-Seifen lasse ich mittlerweile grundsätzlich eine Minute im Gesicht stehen, bevor ich loslege. Die Liste ließe sich noch eine ganze Weile fortsetzen, ich probiere viel Zeugs aus.

Ich habe es mittlerweile aufgegeben, nach einer Systematik hinter diesem Einweichverhalten zu suchen. Möglicherweise bilde ich mir dabei einiges auch nur ein. Man darf nicht vergessen, wie subjektiv das jeweilige Rasurempfinden ist. Mir ist es offen gestanden auch ziemlich wurscht, ob ich gleich losrasieren kann oder ein oder zwei Minuten warten muss. Im Bad ist es wie an Bord eines Schiffs: da gibt’s immer was zu tun. Und wenn man darauf keinen Bock hat: die Einweichzeit mit zwei Minuten engagierten Nichtstun zu füllen hat auch einen gewissen Charme.

Markiert mit , , , , .Speichern des Permalinks.

Eine Antwort zu Im Wartesaal der Nassrasur

  1. AvatarAnonymous sagt:

    In meiner kurzen Zeit als Bartträger habe ich die Erfahrung gemacht, dass ein gutes Bartöl unmittelbar nach der Dusche die Barthaare sehr weich und geschmeidig macht. Dies habe ich in meine Rasurvorbereitung übernommen und fest integriert.
    Für mich haben sich hier ätherische Öle sowie Arganöl bewährt.
    Einfach 10-15 min einwirken lassen und es verhilft, mir jedenfalls, zu einer sehr angenehmen Rasur. Eine Proraso grün oder eine Dr. Dittmar RS unterstützt das ganze nur noch.
    Einfach mal ausprobieren…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Bitte nicht wundern: nach dem Absenden verschwindet Dein Kommentar einfach und wird erst nach Freischaltung durch uns sichtbar -- also nicht mehrfach absenden!