Wok ’n Roll

 

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Ich koch fast täglich mit dem Wok. Aber wer jetzt denkt, bei mir kommt dauernd irgendwelcher China-Kram auf den Tisch, ist auf dem Holzweg. China-Kram mach ich nur ganz selten, ganz gelegentlich mal die 42 oder die 73, ansonsten ist mir das einfach zuviel Schnippelei. Ich koch meistens ganz normales Zeugs ohne Handscstandüberschlag, wer regelmäßig hier mitliest, weiß Bescheid. Trotzdem steht der Wok bei mir öfters auf dem Herd als im Küchenschrank. Weil es mit das praktischste Küchengeschirr ist, was ich kenne. Weil er in achtzig Prozent der Fälle die bessere Pfanne ist.

Natürlich benutze ich auch Pfannen, auf meine Stahlpfannen lass ich nichts kommen, für Steaks und Bratkartoffeln gibt es nix besseres, genauer gesagt: Überall da, wo der plane Boden eine Pfanne von Vorteil ist, ist die „normale“ Pfanne die erste Wahl. Sowie aber in der Pfanne nicht nur scharf angebraten, sondern auch gerührt, geschwenkt, untergehoben oder eingekocht werden soll, greif ich meistens zum Wok. Oder wenn’s in der normalen Pfanne zu voll wird. Nehmen wir eins meiner Lieblingsgerichte, dieses „aufgebratene Klöße mit Speck, Zwiebeln und Ei Dingens„. Da werden als erstes Klöße vom Vortag in Scheiben geschnitten und in der Pfanne braun geknuspert. Für mich müssen das schon drei Vortags-Knödel sein, damit ich satt werde, und die passen nebeneinander in keine meiner Pfannen. Im Wok sind 3 aufgeschnittene Klöße nebeneinander kein Problem.

Und spätestens wenn man die Kloß-Scheiben wenden will, werden die Wok-Vorteile offensichtlich. In der flachen Pfanne wird das Umdrehen ein logistisches Problem, im Wok rührt man mit dem Pfannenwender ein oder zwei Mal durch, und die Wende ist geschafft. Unschlagbar ist der Wok bei Pasta-Gerichten. In keiner Pfanne und in keinem Topf kann man Nudeln und Sauce so gut vermischen wie im Wok. Im Wok blubbert die Sauce, man kippt die abgetropften Nudeln aus dem Sieb dazu, rührt ein bisschen, stellt den Wok zwischendurch mal schräg und shaked ein bisschen aus dem Handgelenk… fertig.

Überhaupt: Saucen, und besonders solche, die eingekocht werden müssen. Das macht der klassisch ausgebildete und ausgerüstete Koch in der Sauteuse, einem Stieltopf, der oben breiter ist als unten. Also quasi wie ein Wok. Kann man auch gleich den Wok nehmen.

Okay, ich glaube, weitere Argumente für den Wok kann ich mir schenken. Dürfte auch so jetzt klar sein, was ich meine. Ach so, eins hab ich noch vergessen. Man kann auch so Asia-Sachen drin kochen, diesen Chinakram. Wenn einem die Schnippelei nicht zuviel ist.

 

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5 Responses to Wok ’n Roll

  1. Carsten says:

    Was hast Du für einen Wok? Gusseisen, Blechwok aus dem Asialaden oder so ein Antihaftteil aus europäischer Produktion?

  2. Chris KurbjuhnChris Kurbjuhn says:

    Ich, äh, habe einen großen beschichteten von IKEA, einen kleineren beschichteten aus Asien und einen guten eisernen mit Holzgriff. Den billigen Blech-Wok hab ich wegwerfen müssen, als der Induktions-Herd kam.Denke über einen weiteren Eisen-Wok nach (wirklich gut). Kann sein, dass die Dinge etwas außer Kontrolle geraten sind.

  3. Pingback: CGIs, Wok Einbrenning und eine schöne Treterei - die Links der Woche vom 19.10. bis 25.10. | Männer unter sich

  4. Tilman says:

    Wenn man die Schnippelei als eine Art Zen-Meditation betrachtet, sich vorher mit einem gut gekühlten KüBi versorgt und sein Messerchen schön scharf hält, dann geht der Chinakram ganz locker aus dem Handgelenk.

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