[Männeressen] Aufgebratene Klöße oder Gröstl-Dingens oder wie das heißt

Tja, was kocht Mann zu den Feiertagen? Ich empfehle Gerichte, die ordentlich Sauce mitbringen, wie zum Beispiel die Ochsenbacken, die wir schon mal hatten. Oder ein lecker Böfflamott. Oder eine jut jebratene Jans, da kann man aus dem Jänseklein eine Sauce kochen, dass die Engel weinen. Und man kann Klöße dazu machen, denn für das eigentliche männliche Festmahl dieses Jahres brauchen wir Klöße. Von gestern. Also solche, die eine Nacht lang im Kühlschrank fest werden durften, damit Mann sie in Scheiben schneiden und aufbraten kann. Also Aufgebratene Klöße oder Knödel-Gröstl oder sowas. Eins meiner absoluten Lieblings-Essen. Dafür nehm ich sogar den Braten mit der Sauce am Vortag in Kauf.

Und weil‘s klassische Resteverwertung ist, braucht ihr auch nicht Einkaufen gehen. Was ihr braucht – pro Nase 2 Klöße von gestern, bisschen durchwachsenen Speck, eine kleine Zwiebel, mindestens 2 Eier, evtl. frischen Schnittlauch – solltet ihr zuhause haben, ebenso wie das leckere KüBi 1, ohne das in der Männerküche gar nichts geht.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Okay, ist alles am Start? Hätte mich gewundert, wenn nicht. Erstmal sachte ein KüBi knacken, Schlückchen nehmen, und dann geben wir dem Aktivitätsanfall in der Messerhand nach. Speck und Zwiebeln möglichst klein schneiden. Die Klöße schneiden wir in Scheiben, etwas mehr als einen halben Zentimeter dick, und wenn‘s große Klöße sind, halbieren wir sie. So, alles am Start? Dann feiern wir unseren schönen Erfolg mit einem Schluck KüBi und setzen eine Pfanne auf den Herd.

Ich nehm dafür gerne einen Wok. Nicht weil an einem Knödel-Gröstl irgendwas irgendwie asiatisch wäre, sondern weil sich in einem Wok die Klösse besser wenden lassen. In die Pfanne kommt ein ordentliches Stück Butter mit einem Schuss Sonnenblumenöl2. Jetzt kommen unsere Kloß-Scheiben dazu und werden bei mittlerer Hitze langsam und sachte braun und knusprig gebraten. Macht bloß nicht den Fehler, zuerst Speck und Zwiebeln in die Pfanne zu werfen! Die werden schwarz und bitter, wenn sie zu lange mit von der Partie sind. Nee, Kmödel knusprig braten, Hitze runter, Speck und Zwiebel unterrühren und dann ein paar Minuten den Deckel auf die Pfanne machen, dann ist alles genau richtig. Während der Deckelzeit könnt ihr die Eier verkleppern3 und noch‘n Schluck KüBi nehmen.

Jetzt sind wir bereit für das Finish. Deckel runtern, kräftig pfeffern, vorischtig salzen und die Eier unterrühren. Wann ihr jetzt das ganze vom Feuer nehmt, ist eure Sache. Der eine mag die Eier etwas flüssiger als der andere, ihr entscheidet. Wenn ihr Schnittlauch da habt, könnt ihr nicht zu knapp drüberstreuen, das kommt gut. Ich hatte keinen. Ging auch so.

Getränk? Soll das ein Witz sein? Wein passt hier gar nicht, wer sein KüBi schon ausgetrunken hat, macht sich ein neues auf. So einfach ist die Welt. Auch an Festtagen. Prost! Mahlzeit!

  1. Küchen-Bier
  2. Das Öl verhindert, dass die Butter anbrennt und bitter schmeckt. Ersatzweise kann man auch Butterschmalz nehmen, wenn man‘s im Hause hat.
  3. Zwei sind das Minimum pro Nase, wie gesagt
Bitte teilt diesen Beitrag:
Markiert mit , , , , , .Speichern des Permalinks.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.