TV-Kritik „Der letzte Bulle“ – 4. Staffel, 4. Folge: Kein Sterbenswort

Jede Woche auf “Männer unter sich” kritisieren wir die aktuelle Folge unserer Lieblingsserie “Der letzte Bulle”. Wir bewerten Handlung, Macho-Momente, Dialoge, Musik und die Gesamtleistung mit einem Punkte-System von 1 (ganz schwach) bis 5 (besser geht nicht) Mick-Brisgau-Zippo-Feuerzeugen. Und ihr könnt abstimmen, wie euch die Folge gefallen hat, viel Spaß!
Grundsolide Folge. Kann man eigentlich nicht drüber meckern, ich tu es aber trotzdem. Da waren so viele steinstarke Einfälle drin, und es wurde – für meinen Geschmack – viel zu wenig draus gemacht. Hätte ein echter Klassiker werden können, war aber „nur“ eine grundsolide Folge.

Handlung:
Ein Mann sprengt sich an einer Bushaltestelle in die Luft, das BKA übernimmt und wittert Terror. Mick ist anderer Ansicht und ermittelt auf eigene Faust, auch in eigener Sache. Und mit einer Controllerin, die ihm den Admrial als Dienstwagen streichen will, muss er sich ebenfalls rumschlagen. Schließlich finden Mick und Kringge heraus, dass es mtinichten ein Terroranschlag sondern der simple Versicherungsbetrug eines schwer krebskranken Mannes war, der seine Familie versorgen wollte. Mick und Kringge haben Verständnis und behalten ihre Erkenntnisse für sich, auch wenn sie damit den BKAlern einen Sieg zugestehen müssen.
Endlich mal eine Krimi-Handlung, die sich jenseits der Schwachsinnsgrenze bewegt hat. Auch wenn wir’s hier immer noch nicht mit einem Ed-McBain-Plot zu tun haben, das war mal eine schöne Abwechslung.  Wenn die verpassten Chancen nicht gewesen wären: aus den arroganten BKA-Chargen hätte man viel mehr machen können als Billigvarianten der „Men in Black“. Und die Nebenhandlung mit der Controllerin war schlichtweg verschenkt, was da möglich gewesen wäre, hat Mick in dem kurzen Monolog über seinen Dienstwagen gezeigt. Und die „Ermittlung in eigener Sache“ war dann doch eher beliebig, da haben die Autoren die Handlung pflichtschuldig ein bsischen weiter getrieben statt richtig zu erzählen. Trotzdem, man konnte die Folge durchaus ansehen. 3,5 von 5 Zippos.

Macho-Momente:
Eine Schöne Idee, Kringge Sohn (wieso heißt der eigentlich Karl und nicht Mick? Oder wenigstens Michael?) die Mitgliedschaft bei Rot-Weiss Essen zu schenken. Der Morgen im Wald mit Micks Frühstück aus rohen Eiern war eine schöne Rocky-Balboa-Reminiszenz, und als Mick Kringge seinen alten Sheriff-Stern für Karl gab, war das ein sehr emotionaler Moment. Und wir durften uns endlich mal wieder an einer illegalen Durchsuchung erfreuen. Aaaber: wo bleibt die lang erwartete große Action-Szene? Und warum griff Mick mitten in der Folge unmotiviert zum Schnupftabak?

Dialog-Perlen:
„Ist ’ne kleine Nummer. Kleiner als du.“ – „Alle sind Kleiner als ich.“
„Passen Sie auf Ihre Halsschlagader auf. Das sieht nicht gut aus, wenn Sie sich aufregen.“
„Sind sie der Sekretär?“ – „Ich bin hier der Bauernschrank!“
„Wirklich sehr verdächtig. Briefe selber einwerfen. Wenn das jeder machen würde…“
„Wir haben keinen Durchsuchungsbeschluss.“ – „Ist doch offen.“
„Das ist ein Partner mit Erfahrung, der das Leben kennt und dem Tod ins Auge gesehen hat.“ (Mick über seinen Admiral)
Paar schöne Scherze, aber richtig laut lachen musste ich diesmal nicht. Aber weil die Atmosphäre stimmte: 3,5 von 4 Zippos. 

80er-Mucke:
Paar schöne Titel dabei, keine Frage (Hungry Heart hört man doch immer wieder gern), aber die Stilsicherheit war nicht gegeben. „Here comes the Sun“ hat natürlich schön zur Morgenszene im Wald gepasst, kam aber für einen (0er Soundtrack 20 Jahre zu früh. Und bei „Football’s Coming Home“ war Mick schon ins Koma geschossen. Okay, ich gebe zu, wir sind in der 4. Staffel, da wird es schon mal schwierig, immer neue, passende 80er Mucke zu finden, aber das sollte man als Herausforderung annehmen, und nicht das schöne Konzept verwässern.
Wir geben mahnend und warnend 3 von 5 Zippos.

Gesamtwertung:
Okay, insgesamt sicherlich die bisher schwächste am wenigsten starke Folge,  aber… man konnte sie anschauen. Auffällig ist, dass die Macher das Format offenbar ein wenig weg von der Komik hin zu mehr Emotionalität verschieben. Ich bin mir nicht sicher, ob mir das gefällt. Genauso bin ich im Zweifel wegen der farbdramaturgischen Mätzchen, war ja alles so schön blau gestern. Aber man konnte es anschauen, trotzdem. Also, wollen mal nicht so sein, gerade noch 4 Zippos insgesamt.

Für alle, die die letzte Folge verpasst haben: Hier könnt ihr sie im Netz anschauen.
Für alle, die mit Mick und Co nix anfangen können: Sicherlich gefällt euch sowas besser.
Für alle anderen: Eure Meinung ist gefragt, wie fandet ihr die neue Folge?

Eure Wertung zu "Kein Sterbenswort"

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6 Antworten zu TV-Kritik „Der letzte Bulle“ – 4. Staffel, 4. Folge: Kein Sterbenswort

  1. AvatarBabypopo sagt:

    „Football’s coming home“ fand ich schon ganz passend für eine Mitgliedschaft bei Rot-Weiss Essen (so schreibt sich das, mit Doppel-s!).

    Kultig Micks KREATOR-Shirt! Altenessener Thrash-Kapelle, das Mick auf sowas steht war mir neu. 😉

    Die BKA-Nasen waren aber etwas zu stark überzeichnet.

    4 von 5

  2. Danke für den Hinweis, habe den peinlichen Doppel-S-Fauxpas umgehend verbessert. Und danke für die Erklärung des Kreator-Shirts, dessen Bedeutung war mich als Nicht-Essener gar nicht aufgefallen. Zeugt von der Liebe zum Detail, mit der die Serie gemacht wird.

  3. AvatarBabypopo sagt:

    @Chris:
    Eigentlich ist es mit „ß“ richtig (sowohl nach den Regeln der alten als auch der neuen Rechtschreibung). Die Eintragung im Vereinsregister ist jedoch die mit dem Doppel-s.

    Was die Liebe zum Detail angeht:
    Ich frage mich immer, welches Gebäude für die Außenaufnahmen als Micks Dienststelle herhalten muss. Das Polizeipräsidium ist es jedenfalls nicht, das ist ein wesentlich älteres Gemäuer.

  4. AvatarLisa sagt:

    Ach ich liebe diese Serie einfach! Super Folge am Montag! Wobei mich die Woche davor etwas die Darstellung des lesbischen Pärchens gestört hat bzw. der Umgang mit der Adoptionsthematik…aber sonst find ichs immer top! 🙂

  5. @Babypopo Jetzt, wo du das Gebäude erwähnst: Kann es sein, dass die die Location für die Außenaufnahmen gewechselt haben? Bis zur letzten Staffel war da doch immer eine Auffahrt mit dem „Präsidium“ im Hintergrund zu sehen, und jetzt spielen die ganzen entsprechenden Szenen auf diesem überdachten Parkplatz, oder was das sein soll.
    @Lisa: Was hat dich denn gestört? Ich fand eigentlich, dass die ganz okay rüberkamen, und dass Mick diesbezüglich deplatzierte Scherze macht, das gehört doch zur Figur, oder?

  6. AvatarCarsten sagt:

    @Babypopo Ich glaube es ist die Wache Norbertstraße. Links vom Eingang ist dieser überdachte Parkplatz.

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