90 Sekunden…

WernerB / Pixabay

Das ist jedem Nassrasierer schon mal passiert: dass eine Rasierklinge vorzeitig den Geist aufgegeben hat. Wir alle haben ja unseren Rhythmus, in dem wir die Klingen wechseln – bei mir ist sonnanbends eine neue Fällig, egal ob in der alten noch ein oder zwei Rasuren drin sind – doch manchmal hat man eben ein Teil erwischt, dass früher den Geist aufgibt. Meistens merkt man’s sofort, wenn die Klinge beim ersten Zug „rupft“ statt sanft den Bart abzuschneiden. Jetzt hat man die Wahl…

Rasur unterbrechen, um die Klinge zu wechseln? Oder der Kombination aus Geiz und Bequemlichkeit folgen und mit einem gebrummelten „Irgendwie wird’s schon gehen…“ die Rasur mit der schwächelnden Klinge durchziehen?

Die zweite Entscheidung führt m. E. auf den Königsweg zum Rasurdesaster. Eine Rasur mit einer suboptimalen Klingen kann zu allem möglichen führen, nicht aber zu einer angenehmen Nassrasur. Wenn ich’s mal wieder – wider besseres Wissen – versuche, geht’s nie unter ein zwei Cuts und einer ziemlich ungründlichen Rasur ab, die mich den ganzen Tag verärgert an die stehengebliebenen Stoppeln denken und fassen lässt.

Ja, ich weiß, man steht mit eingeseiftem Gesicht vorm Spiegel, muss jetzt die olle Klinge aus dem Rasierer nehmen, nach den Ersatzklingen suchen, neue raus- und in den Rasierapparat reinfriemeln, meistens ist der Schaum im Gesicht dann an- wenn nicht gar eingetrocknet… geht ja gar nicht! Andererseits: einem halbwegs routinierten Nassrasierer sollte ein Klingenwechsel und ein eventuelles Nachschäumen doch in eher unter 90 Sekunden gelingen, oder? Dauert das Behandeln der Cuts, die man von der verbrauchten Klinge meistens davonträgt, nicht doch deutlich länger? Und wie schwer wiegt die schlechte Laune, die man wegen der misslungenen Rasur den ganzen Tag mit sich herumträgt? Das blöde Gefühl, nicht richtig rasiert zu sein?

Ich denke, die Antwort ist einfach.

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