[Summer of Steve] Szenendiebstahl in Mexico – Die glorreichen Sieben

Auch fast 40 Jahre nach seinem letzten Film bewegt Steve McQueen immer noch die Menschen, die seine Filme anschauen. Kaum ein anderer Schauspieler hat eine derart treue Fan-Gemeinde, kaum ein anderer Schauspieler gewinnt auch Jahrzehnte nach seinem Tod noch dermaßen viele neue Fans hinzu. Woran liegt‘s? An seiner mittlerweile sprichwörtlichen Coolness? An den Figuren, die er spielte, den Lonern, die nur auf sich selbst vertrauten? Daran, dass Kerle wie er so selten geworden sind? In unserer Serie „Summer of Steve“ machen wir uns auf die Suche nach McQueens Geheimnis.

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Video-Link: https://youtu.be/uPL4s3gTeeU

es ist unmöglich, „Die glorreichen Sieben“ nicht zu kennen.

Anfang der achtziger Jahre kaufte ich mir meinen ersten Videorecorder. Und einer der ersten Filme, die ich aufzeichnete, war – natürlich – „Die glorreichen Sieben“. Ich glaube, die Kassette habe ich nie angeschaut. Erstens kannte ich den Film bereits so gut wie auswendig, und zweitens lief er damals sowieso alle paar Wochen im regulären TV-Programm. 

„Die glorreichen Sieben“, die Nummer 4 in unserer Liste der 10 besten Western aller Zeiten, markiert die Zeitenwende zwischen dem klassischen amerikanischen Western und dem Italo-Western, der in den Sechziger Jahren das Western-Genre wiederbelebte. Der Einfluss des Samurai-Films (der Film ist ein Remake von Kurosawas „Die sieben Samurai„), der ironische Spaß am Western-Genre an sich, die durchchoreographierte Action – diese Elemente des Italo-Westerns finden sich bereits in den „Glorreichen 7“, wo sie mit dem Pathos des klassischen Westerns zu einer Einheit werden.

Für McQueen-Fans sind die „7“ besonders interessant, denn dieser Film markiert McQueens Durchbruch zum Hollywood-Star. Der gelang ihm letztendlich, weil er sich mit dem eigentlichen Star des Films, Yul Brynner, anlegte und ihm systematisch die Schau stahl, mit fairen und unfairen Mitteln. Details zu dieser Rivalität vor und hinter der Kamera kann man unter anderem hier nachlesen.

McQueen hatte Erfolg. In zahlreichen Szenen spielte er Brynner, der sich etwas zu sehr auf seinen durchdringenden Blick verließ, den Arsch ab. Was auch darauf darauf zurückzuführen ist, dass er sich mit einer ungeheuren Verve in die Rolle stürzte und sein späteres Markenzeichen, die unerschütterliche Coolness, öfters außen vor ließ.

Ironie der Geschichte: Beide, Brynner und McQueen, starben sehr, sehr früh an Krebs. Kurz vor seinem Tod rief McQueen Brynner an und entschuldigte sich für sein „scenne stealing“ bei den „7“. Als die Saloon-Tür ein letztes mal hinter den beiden zuschlug, waren sie also miteinander im Reinen. Sehr cool.

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