Schlägereien der Sonderklasse: Spaß mit Glas und Roger Moore

Früher gehörte sie zum Männer-Film wie der Kronkorken auf die Bierflasche: die deftige, unterhaltsame Schlägerei, bei der schon mal ein Saloon komplett zu Bruch gehen konnte. Leider hat sich der klassische Barroom Brawl als ziviler Zeitvertreib des weltläufigen Mannes aus der Filmgeschichte fast vollkommen verabschiedet und ist der stillosen, dumpfen Gewaltausübung gewichen. Das finden wir schade und wollen auf “Männer unter sich” gegensteuern: mit einer kleinen Video-Serie erinnern wir an Filmschlägereien der Sonderklasse und fordern ihre Rückkehr in den Weltfilm. Und wenn der Weltfilm nicht auf uns hört, gibt’s was auf die Zwölf!

James-Bond-Prügeleien sind meist eher ernste Angelegenheiten. Besonders die Craig-Bonds beeindrucken mit Stunt-Choreographien auf allerhöchstem Niveau, aber da geht’s mit knirschenden Zähnen wirklich ans Eingemachte. Mit „Tongue-in-Cheek“-Prügeleien, wie wir sie in dieser Serie feiern, hat das nix mehr zu tun. Einen Bond hat’s aber gegeben, bei dem auch die Prügelszenen stets mit einer mehr oder weniger großen Dosis Ironie gewürzt wurden. Die Rede ist natürlich von den Bonds mit Roger Moore, von dem Sean Connery mal sagte, er habe nicht nur James Bond gespielt, sondern gleichzeitig auch die Parodie darauf. Für die aktuelle Folge unserer Serie haben wir den Kendo-Kampf aus „Moonraker“ ausgesucht.

Bevor Ihr auf „play“ klickt: Für das Verständnis dieser Szene muss man wissen, dass Bond während der ganzen Schlägerei eine Ampulle mit irgendwelchem supertödlichem Zeugs drin in der Brusttasche trägt, die auf keinen Fall kaputt gehen darf.

Natürlich ist die AMpulle dann auch das einzige Stück Glas, das in der Szene nicht zu Bruch geht. Okay, schon in „Die 2“ hat Tony Curtis Moore meistens den Arsch abgeprügelt. Sonderlich beweglich war Roger Moore nie, deshalb kamen in seinen Kampf-Szenen die Stunt-Doulbe reichlich zu tun (deshalb wird hier auch soviel im Dunkeln geprügelt). Ansonsten ist der kleine Gag mit der blauen Schale typisch für die ironisch gebrochenen Moore-Prügeleien, die deutlich signalisieren: Wir meinen’s nicht ernst, wir spielen nur. Ein anderes Moore-Trademark: die schön alberne Pointe, mit der er den Gegner in die ewigen Jagdgründe schickt.

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