Was liegt an? – 16.5. bis 22.5.

Was nächste Woche auf uns zukommt.

In dieser Woche beginnt die schlimme Zeit. Der letzte Bundesliagspieltag hatte die Hausnummer 34, die Saison ist rum, die Sommerpause steht an, und damit die ungeordneten Wochenenden. Die Bundesliga bietet uns Männern ja nicht nur spannenden Sport, sie verleiht auch der Wochenendfreizeit Stabilität und Struktur, um die herum nichtfußballerische Aktivitäten geplant werden können: Ist das Freitagabendspiel relevant, oder kann man ausgehen? Wo beobachte ich am Samstagnachmittag die Konferenz? Und muss die Familie am Sonntag auf Papi verzichten, weil sein Verein spielt? Dieses Rückgrat ist uns in den nächsten Wochen genommen. Wir taumeln ordnungslosen Wochenenden voller Beliebigkeit entgegen.
Wie um uns zu verhöhnen gibt es vorher natürlich noch Fußball satt. Am Mittwoch überträgt Sat1 das Uefa-Cup-Finale zwischen FC Porto und Sporting Braga (Anpfiff 20 Uhr 45), am Donnerstag ab 20 Uhr 15 können wir bei der ARD das 1. Relegationsspiel der Bundesliga zwischen Gladbach und Bochum anschauen (Sollte eine klare Sache für Gladbach werden, denke ich, Rückspiel ist am 25.5.) und am Sonnabend ist – wiederum von der ARD übertragen– das DFB-Pokal-Finale, Schalke-Duisburg, nuja. Wenn Schalke das nicht macht…

Für die Nichtfußballer: Eurosport sendet weiterhin täglich live vom Giro d‘Italia, ab kommenden Sonntag dann auch Weltklasse-Tennis von den French Open. Auch wenn uninformierte Fernsehkommentatoren immer wieder ahnungslos was von „langweiligem Sandplatz-Tennis“ faseln, in Paris bekommt man meist das schönste Tennis zu sehen (seit Bruguera und Corretja nicht mehr spielen). Eben weil‘s auf Sand langsamer zugeht, entscheiden hier nicht Athletik und Kraft sondern Taktik und spielerische Finesse.
Zur Einstimmung kann man sich auf Sport1 diese Woche über den World-Team-Cup aus dem Rochus Club in Düsseldorf reinziehen, acht Nationen spielen mannschaftlich gegeneinander, Deutschland läuft mit dem Davis-Cup-Team auf, ist doch was.
Und am Sonntag ist Grand Prix in Spanien, die Motorräder fahren auf Sport1, die Autos auf Sky und RTL, wie immer.
DAS Motorsport-Ereignis der Woche ist aber natürlich die Mille Miglia. Natürlich ist Don Alphonso wieder dabei, diesmal mit einem steinalten VW-Käfer. Erste Fotos stehen schon bei „Rebellen ohne Markt“.

Im Kino laufen zwei interessante Filme an, zum einen der vierte Teil von „Pirates of the Caribbean“. Nuja, wenn mir vor ein paar Jahren jemand gesagt hätte, dass Hollywood anfängt, Rummelplatzattraktionen zu verfilmen, hätte ich denjenigen für verrückt erklärt, und nun geht die Piraten-Achterbahn in die vierte Runde. Teil 1 war ja ganz okay, 2 und 3 fand ich zu wirr, aber von Teil 4 liest man jetzt schon sehr viel gutes.
Dokus haben’s hierzulande im Kino schwer, das gilt dann sicher auch für „Joschka und Herr Fischer“ von Pepe Danquart. Danquart hat zuletzt zwei absolut faszinierende Sport-Dokus gedreht, „Am Limit“ über Extrem-Kletterer und „Höllentour“ über die Tour de France, mit dem Film über Fischer – der ja wirklich eine faszinierende Biographie gelebt hat – scheint ihm ein tolles Stück Zeitgeschichte gelungen zu sein. Ich geh bei nächster Gelegenheit rein.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: http://www.youtube.com/watch?v=Hk4YML7d0G8

In die Videotheken kommt nix besonderes, 22 Bullets kann man sich vielleicht reinziehen, einen grundsoliden Marseiller-Mafia-Thriller mit Jean Reno.

Bleibt die Glotze. Wie jede Woche empfehlen wir montags um 20 Uhr 15 „Der letzte Bulle“ auf Sat1, aber diese Woche kann Mann in Erwägung ziehen, sich die aktuelle Folge zu einem späteren Zeitpunkt anzuschauen. Denn zeitgleich läuft auf Das Vierte „Der Tod ritt dienstags“, eine Perle des Italo-Westerns mit Guliano Gemma und Lee van Cleef. Der Plot erinnert vage an „Mein Name ist Nobody“, was kein Wunder ist: Tonino Valerii heißt der Regisseur beider Filme. Wer in Zukunft mitreden will, sollte das Teil anschauen, spätestens nächstes Jahr werden Italo-Western das Über-Ding. Tarantino hat einen „Django“ angekündigt (kein Scheiß).
Kurzer Nachtrag: Hab ein bisschen hinter dem Tarantino-Western herrecherchiert, die Inhaltsangaben, die bis jetzt kursieren, lesen sich so, als wäre „Django Unchained“ tatsächlich ein Remake von „Der Tod ritt dienstags“, mit Will Smith und Christoph Waltz in den Gemma- und Van-Cleef-Rollen.

Samstagabend und kein Bock auf Pokalfinale? Der Wagemutige greift zur Fernbedienung und schaltet Tele5 ein, um mit heruntergefallener Kinnlade und weit aufgerissenen Augen „Mega Shark vs. Giant Octopus“ zu bestaunen, einen der schlechtesten Horrofilme, die je gedreht wurden, ja, dieses Machwerk spielt tatsächlich in der „Plan 9 from Outer Space“-Klasse, dieser Film ist auf allen Ebenen so schrecklich schlecht, dass er schon wieder eine gewisse Trash-Qualität hat. Bei seinem Kinostart in Großbritannien hat dieser Film übrigens am ersten Wochenende die horrende Summe von 733 Dollar (nein, ich habe keine Null vergessen), eingespielt, und Experten fragen sich heute noch, welche armen Irren für diesen Giga-Trash tatsächlich Geld ausgegeben haben. Der Trailer zeigt uns dieses Meisterwerk in seiner ganzen Herrlichkeit.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: http://www.youtube.com/watch?v=aiyRaxu5QNQ

Der Trash-Fan kann mit diesem Film, reichlich Bier und einer Tüte Chips jede Menge Spaß haben. Apropos Trash mit übellaunigen Urzeit-Kreaturen: am Sonntag tritt Udo Lattek zum letzten Mal im Sport1-Fußball-Talk „Doppelpass“ auf. Die Woche endet mit einem auf Ex geleerten Weizenbier Paukenschlag. Bis dahin viel Spaß, eine schöne Woche!

„Was liegt an“ ist die montäglich erscheinende Wochenvorschau von „Männer unter sich“. Was Männer in den nächsten 7 Tagen interessieren könnte in total subjektiver Auswahl: TV, Sport, Kino, Musik, DVD, Events, was eben anliegt. Haben wir was vergessen? Sollen wir auf was hinweisen? Jederzeit gern, bitte die Kommentare benutzen oder unsere Mailadresse redaktion@maenneruntersich.de .

Foto: Katharina Wieland Müller / pixelio.de

Markiert mit , , , , , .Speichern des Permalinks.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Bitte nicht wundern: nach dem Absenden verschwindet Dein Kommentar einfach und wird erst nach Freischaltung durch uns sichtbar -- also nicht mehrfach absenden!