[Gedanken beim Rasieren] Den Rasur-Blues überwinden

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Wir Männer, die wir die Nassrasur als tägliches Wellness-Programm betreiben, haben einen großen Vorteil gegenüber Männern, die sich rasieren, weil sie es müssen: Wir wissen, dass Rasieren spaß machen kann. Das Schlagen eines steifen, sahnigen Schaums… der Duft, der einem in die Nase steigt, wenn man den Schaum aufträgt… das befriedigende Gefühl, dass man erlebt, wenn die scharfe Klinge mühelos durch die engeweichten Bartstoppeln gleitet… das erfrischende Hautgefühl, nachdem man das Aftershave aufgetragen hat… Herrlich. Aber manchmal hängt selbst dem größten Wetshaving-Aficionado die Rasiererei zum Hals heraus…

Statt voller Vorfreude auf die nächste Rasur ins Bad zu eilen, schlappt man müde hinein, denkt “Schon wieder Stoppeln abmachen, herrje…” und greift müde zum Rasierpinsel. Die Minuten, die man fürs tägliche Rasur-Ritual braucht, dehnen sich zu Stunden, der Schaum juckt, das Aftershave brennt… alles doof. Das ist ein klassischer Fall von Rasur-Blues. Das, was vorher Freude war, wird zur lästigen Pflicht. Der Ort, an dem Entspannung fand, bietet plötzlich nur noch lähmende Öde: Die Macht der Gewohnheit hat einem die Freude an der Rasur geraubt.

Doch was kann Mann dagegen tun, wie kann er die tägliche Freude an der täglichen Rasur zurückgewinnen? Einen Bart wachsen lassen, bis die Sehnsucht nach Schaum und Klinge wieder erwacht? Das wäre durchaus eine Möglichkeit, man kann den Blues-Verlust jedoch deutlich beschleunigen. Indem man etwas ändert.

Indem man einfach mal was Neues ausprobiert. Das kann eine Rasierseife, ein Aftershave oder eine neue Klingensorte sein, man kann es mit einer neuen Technik-Variante probieren (die Wangen mal in kurzen statt in langen Zügen rasieren), oder man kann einen radikalen Umbruch wagen und als Hobler z. B. einmal die Messer-Rasur ausprobieren (oder umgekehrt). Durch eine solche Veränderung durchbricht man beinahe sofort die lähmende Routine, weil man sich selber zwingt, sich neu und produktiv mit dem Gewohnten auseinanderzusetzen. Man kann nur etwas Neues entdecken, wenn man sein gewohntes Gehege verlässt. Die Welt kann jeden Tag neu erobert werden, auch morgens vom Badezimmer aus.

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