Tour de France 2012 – 7. Etappe

Unser Tour-Tagebuch zur 99. Auflage der Grande Boucle erscheint renntäglich auf “Männer unter sich”. Ein kurzer Kommentar zur bevorstehenden Etappe, das Profil, Team-Check und Plat du Jour, unser Tagesgericht. Das sind unsere Rubriken.

Heute rappelt’s im Karton. Es kommt Bewegung ins Gesamtklassement. Ein “Verwalten” der Abstände, die sich nach dem Prolog in Lüttich ergeben haben, wird nicht mehr möglich sein. Dafür ist der Schlussanstieg auf die Planche des Belles Filles zu schwer. Und die gestrigen Stürze haben einige Hoffnungen bereits zunichte gemacht.

Premiere für die Tour. Das neue Ziel befindet sich auf 1035 Metern Höhe. Mit Les 3 Ballons war allerdings schon ein Cycling-Event hier oben. Für die Tour wurden zusätzlich höchst umstrittene Erdarbeiten am Busen der Natur nötig: Um ein noch spektakuläreres Finale zu inszenieren, hat man ein paar hundert Meter Asphalt in den Hang gefräst. Außerdem mussten Parkplätze her.

Und die Tour braucht viele Parkplätze. Letzten Samstag bin ich mit dem Rad von Wandre zum Prolog nach Lüttich gefahren. Ab dem Lütticher Ölhafen: Tourfahrzeuge in mehreren Reihen. Und da waren noch gut 5 Kilometer zu radeln. Rund 2500 Autos begleiten die Tour offiziell – Schlachtenbummler nicht mitgerechnet. Im Tourtross werden täglich rund 5000 Leute bewegt.

Die Helikopter sind permanent in der Luft. Dazu Kameramotorräder. Rund 1500 Trinkflaschen fliegen pro Etappe aus dem Peloton in die nächste Hecke. O. k. einige werden garantiert begierig von Fans eingesammelt, aber eine Ökoveranstaltung – nur weil die Protagonisten auf Fahrrädern sitzen – ist die Tour gewiss nicht.

Fakten:
Tomblaine – La Planche des Belles Filles. Länge: 199 Kilometer. Profil: Mittelgebirge mit Bergankunft. Zwei Berge der 3. Kategorie und die Bergankunft hat schon Kategorie 1. Sieger: Janez Brajkovic. Oder Bauke Mollema.

Profil:

Das Ende sieht sehr schwierig aus. Mehr als 36 Zähne braucht man vorne nicht.

Team-Check- Heute: FDJ-Bigmat (Lotto, Mörtel)
Anthony Roux während des Prologs der Tour de France 2012 in LüttichBei der zweiten Etappe der Tour bekam Anthony Roux noch die Rote Rückennummer. Mit ihr wird der kämpferischste Fahrer ausgezeichnet. Mittlerweile liegt er auf Platz 179. – eine knappe halbe Stunde hinter Fabian Cancellara, dem Führenden des Gesamtklassements.
Kapitän Sandy Casar war immer für einen Etappensieg gut, zuletzt 2010 bei der 9. Etappe nach Saint-Jean-de-Maurienne. Aktuell rangiert er auf Rang 74.

Plat du Jour:
Pellkartoffeln kochen. Pellen. Mit einer Gabel in einer Auflaufform auseinanderbrechen. Munsterkäse in Scheiben drauf verteilen. 15 Minuten im 200 Grad heißen Ofen überbacken. Dazu einen Riesling aus Eguisheim. Perfekt.

 

 

Bild 1 von Anthospace (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons
Profil by Yves (Own work) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons 
Foto Roux Carsten Sohn (alle Rechte vorbehalten)

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3 Antworten zu Tour de France 2012 – 7. Etappe

  1. AvatarGaby sagt:

    Die Fahrer haben doch auch schon früher getrunken. Haben sie da die Glasflaschen in die Büsche geworfen? Oder wie wurde das Problem in früheren Zeiten gelöst? Würd mich mal interessieren …

  2. AvatarCarsten sagt:

    Kurze Antwort: Refill beim Bauern. Lange Antwort: Soweit ich weiß, kamen Glasflaschen bei der Tour eher selten zum Einsatz. Üblich waren Feldflaschen aus Metall. Die wurden in zwei Haltern am Lenkerhorn transportiert. Am Rahmen war kein Platz, da mörder Luftpumpen mitgeschleppt wurden, weil die Fahrer sich bei Pannen selbst helfen mussten. Immer Schlauch und Mantel auf dem Puckel.
    Es war nicht unüblich, dass in eine Flasche Wein gefüllt wurde. Ist ein guter Hinweis von Dir, habe ich was für die Mittelmeer-Etappe. Schicke Dir noch was an Deine Schreibstuben-E-Mail.

    • AvatarGaby sagt:

      Vieeelen Dank für den Hinweis und das schöne Foto! Hab ich mir doch beinahe gedacht … damals wurde nix verschwendet. Könnte man ja wieder einführen.
      Schöne Grüße!

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