Die Dovo-Rettung

Im April dieses Jahres musste die Nassrasurgemeinde einen ziemlichen Schock verdauen: Der Solinger Traditionsbetrieb „Dovo„, eine DER europäischen Nassrasur-Hausnummern u. a. für die Herstellung von Rasiermessern, musste Insolvenz anmelden. Seitdem war das Schicksal des Betriebs in der Schwebe, der Insolvenzverwalter suchte nach Investoren, um die Firma zu erhalten. Keine einfache Aufgabe in Zeiten, in denen sich gefühlte 11 von 10 Männern mit irgendwelchem Plastikzeugs im Gesicht herumfuhrwerken, um die Bartstoppeln loszuwerden, und Rasiermesser nur von Flohmartktständen kennen. Letztlich war die Suche aber doch erfolgreich. Am Donnerstag letzter Woche meldete das „Solinger Tagblatt“ (der Link zu dem Artikel ist leider etwas erratisch, manchmal kommt eine Bezahlschranke, manchmal nicht), dass ein Investor gefunden wurde. Mit Dovo kann’s weitergehen, aber augenscheinlich nur eingeschränkt.

Der Berliner Unternehmer Jens Grudno hat – zusammen mit 13 weiteren Gesellschaftern – zum 1. Oktober Dovo übernommen. Die Firma soll sich in Zukunft auf die Rasiermesser-Sparte konzentrieren, ob und wie es mit den Körperpflege-Produkten zur Maniküre und Pediküre, den Scheren und Zangen, weitergehen soll, ist derzeit wohl noch unklar1. Man kann Grudno, der aus der Startup-Szene kommt, nur alle zur Verfügung stehenden Daumen drücken, dass er eine Möglichkeit findet, das Rasiermesser wirtschaftlich ins 21. Jahrhundert zu bringen. DOVO muss überleben, das ist im Interesse aller Freunde der traditionellen Nassrasur.

  1. Die Firma Merkur, die unter dem Dach von Dovo agiert und die traditionellen Rasierhobel hergestellt hat, war und ist von der Insolvenz nicht betroffen
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Eine Antwort zu Die Dovo-Rettung

  1. AvatarThomas sagt:

    Eine wirklich gute Nachricht, die mich sehr freut.

    Dem Artikel zufolge möchte sich der neue Investor hauptsächlich auf Marketing und Branding konzentrieren, sprich den Markenauftritt verbessern, mehr emotionale Begehrlichkeiten bei potenziellen Käufern wecken und die Produkte einfach besser verkaufen als bislang. Kein schlechter Plan aus meiner Sicht, wobei ich hoffe, dass der neue Investor ein Auge darauf hat, dass die Messer künftig tatsächlich rasurscharf verkauft werden.

    Im übrigen wünsche ich dem Investor ein glückliches Händchen, viele gute Ideen und vor allem viel Erfolg, denn ich würde mich freuen, wenn die Traditionsmarke Dovo auch weiterhin bestehen bliebe.

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