Systemrasierer-Test: Shave-Lab AON – First Razor Standin‘

SL1Klingen-Abos sind in. Sind ja auch praktisch: Eine Sache weniger, um die Mann sich kümmern muss. Wenn der Klingenvorrat zur Neige geht und man denkt »So langsam brauch ich neue…«, landet auch schon der Umschlag mit Nachschub im Postkasten. Nachteile hat so ein Abo natürlich auch: Viele Abo-Klingensysteme sind proprietär, d. h. Man kann keine anderen Klingen verwenden als die, die man abonniert hat. Dumm, wenn man auf Reisen ist und merkt, dass man die Reserveklingen zuhause gelassen hat. Dumm, wenn man Sonderangebote anderer Anbieter nicht nutzen kann. Dumm, wenn eine Klingensendung mal auf dem Transportweg verlor engegangen ist. Der Klingen-Abo Anbieter Shave-Lab versucht dieses Dilemma zu umgehen: Zum einen setzt man auf die populären Dorco-Klingen nebst Kupplung, man kann also im Notfall auch z. B. bei Rossmann oder Aldi Nachschub holen. Zum anderen kann man neue Klingen auch ohne Abo bei Shave-Lab bestellen. Wir haben einen Rasierer und die aktuelle 6+1 Klingengeneration getestet.

SL2Eins muss man Shave-Lab lassen: Verpackung können sie. Rasierer und Testklingen erreichten uns im stylischen Papp-Schuber, sieht edel aus und fühlt sich – für Pappe – durchaus edel an. Der von uns getestete Rasierer mit Namen »AON« (edelharz, verchromtes Aluminium) liegt gut in der Hand, hat ein für einen Systemrasierer durchaus sattes Gewicht und lässt sich dementsprechend auch von Männern mit großen Händen (wie ich) gut und sicher führen. Darüber hinaus bietet er einen Vorteil an den ich vor der ersten Benutzung überhaupt nicht gedacht habe, den ich aber seit der ersten Benutzung für eminent praktisch halte: Er steht. Wie ‘ne Eins. Senkrecht. Überall, wo man ihn hinstellt.

SL4Herrgottnochmal, warum werden nicht mehr solcher Rasierapparate produziert? Ideal für Männer, die nicht viel Platz im Badezimmerschrank haben. Ideal für Männer, die den Rasierapparat während der Rasur kurz mal abstellen wollen und nicht erst ein Fleckchen suchen müssen, wo man ihn ablegen kann. Ich hab den Apparat ein paar Wochen in Benutzung und sage: Hinstellen ist besser als hinlegen. Punkt. Und Punkt für Shavelab.

Zu den Klingen, die wir in der 6-plus-1-Variante getestet haben, also ein Block mit 6 Klingen plus Trimmerklinge auf der Rückseite: Zu der bei Rossmann angebotenen 6+1-Pace war kein Unterschied festzustellen, mit dem Klingenblock rasiert es sich angenehm, sanft und gründlich. Die Klingen kosten 38,95 € (zuzüglich Versandkosten) für 24 Stück, liegen also bei 1,63 € pro Klinge, wie gesagt zuzüglich Versandkosten.

Hinsichtlich der Standzeit der Klingen haben wir beim Testen unterschiedliche Erfahrung gemacht. Kollegen mit eher weichem Bart verspürten ca. nach der fünften Rasur das Bedürfnis, die Klinge wechseln zu wollen, bei mir und meinen harten Stachelborsten hielten die Klingen im Schnitt mindestens zehn Rasuren lang. Muss also jeder Kollege wie immer selber testen, wie lang die Klinge hält und ob er damit klarkommt.

SL1Fazit: Ein für mich wegen Standzeit UND Standmöglichkeit sehr empfehlenswerter Systemrasierer, der sich beispielsweise hinter einem Gillette Mach3 nicht verstecken muss. An den Fusion Proglide reicht er in Punkto Standzeit und dauerhafte Sanftheit nicht ran, ist dafür jedoch deutlich preiswerter zu haben. Und die Möglichkeit, ihn einfach irgendwo hinzustellen, find ich schlichtweg genial.

Trotzdem werde ich beim Hobel bleiben: Mir langt‘s, mit nur einer Klinge im Gesicht rumzufuhrwerken, und das ist auch nochmal einen Zacken preiswerter. Obwohl wir uns da schon in Regionen bewegen, wo die Knauserigkeit anfängt. Allen Systemklingen-Usern empfehle ich, einen Blick auf die Shave-Lab-Rasierer und Klingen zu werfen. Und allen Hobelherstellern empfehle ich, mal über ein Modell nachzudenken, was man hinstellen kann. Zu dem würd ich sofort wechseln.

Disclaimer: Die Fa. Shavelab hat uns für diesen Test eine AON-Rasierapparat nebst 4 6+1-Klingen zur Verfügung gestellt. Auf den Inhalt des Posts wurde kein Einfluss genommen. Wir bedanken uns herzlich.

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4 Antworten zu Systemrasierer-Test: Shave-Lab AON – First Razor Standin‘

  1. AvatarRobert sagt:

    -> Und allen Hobelherstellern empfehle ich, mal über ein Modell nachzudenken, was man hinstellen kann.<-

    Merkur 34c, Merkur 37c, Merkur 47, Merkur Progress 500 …
    und viele alte Gillette (z.B Fatboy, Rocket)

  2. Den Unterschied zwischen „ausbalanciert hinstellen und nicht an das Regal stoßen“ und „einfach hinstellen und er bleibt bombenfest stehen“ habe ich wohl nicht deutlich genug herausgearbeitet.

    • AvatarRobert sagt:

      Bombenfest, also wirklich bombenfest – steht der Feather AS in seinem Ständer.
      Aber auch beim Mühle LISCIO, RAZOLUTION 4Edge, Tradere und den Merkur 2-teilern mit kurzen Griff darf man schon mal das Fenster offen lassen. Die kippen nicht beim kleinsten Windhauch :)…

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