Was Mann gemacht haben muss: Wildcampen

Unidentified_group_of_men_campingNatur? Was ist das? Die Bäume, welche die Straße säumen, der Parkteich oder der Hausgarten? – Leben in Einklang mit der Natur beschränkt sich im urbanisierten Lebensraum zumeist auf flüchtige Kontakte mit dem Rasen von Garten- und Parkanlagen. Wenn man Glück hat, kann man an freien Tagen in den benachbarten Wald radeln, um dort Mutter Natur wieder ein wenig näher zu sein.

Der Urlaub auf dem Campingplatz oder im ruhig gelegenen Ferienhausgebiet ist zwar nahe dran, doch ist man ehrlich, so richtig verbunden fühlt man sich dabei nicht mit der Natur. Sanitäre Anlagen, Supermarkt und Wohnwagen so groß und genauso ausgestattet wie das eigene Zuhause erinnern nicht gerade an das Leben früherer Vorfahren. Um die Verbundenheit mit der Natur wieder einmal fernab von Großstadtlärm und -smog aufleben zu lassen, muss man sich heute so tief und so weit wie möglich in die Natur hineinbegeben. Campen in der Wildnis scheint ein solches Naturabenteuer zu sein– auf und davon a lá „Into the Wild“, nur ohne Verhungern, das ist doch der Inbegriff von Freiheit in ihrer ursprünglich reinsten Form.

Legales Wildcampen

Leider findet das Kampieren außerhalb von abgezäunten Campingplätzen nur wenig Zuspruch. Rechtlich liegt es in der Grauzone, doch in Deutschland und in vielen anderen Ländern ist das Wildcampen schlichtweg verboten oder nur unter Einhaltung sehr strenger Auflagen zugelassen. Insbesondere in Tourismusregionen werden über das freie Campen teils enorme Geldstrafen verhangen. Kampiert man ungefragt auf einem Privatgrundstück, muss man sogar mit einer Anzeige rechnen. In einigen Ländern wie Österreich ist das wilde Campen allerdings bei Einwilligung der Grundstückbesitzer erlaubt. Keinen Ärger gibt es grundsätzlich, wenn man beim Bergsteigen vor schlechtem Wetter im Zelt Schutz sucht.

In der Schwäbischen Alb, im Pfälzer Wald und im Nationalpark Sächsische Schweiz ist das Nächtigen in vorgesehenen Bereichen erlaubt, in Brandenburg, Mecklenburg Vorpommern und Schleswig-Holstein darf man eine Nacht zelten, sofern man zu den nicht-motorisierten Wanderern gehört. Absolut tabu sind wildromantische Übernachtungen in Gebieten, für die ein ausnahmsloses Zeltverbot gilt. Darunter fallen Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete, Natur- und Biosphärenreservate und die meisten Nationalparks.

In den nördlichen Ländern Europas wie mitunter Schweden, Norwegen, Dänemark, Estland, Lettland und Litauen oder auch im Osten wie in Polen und Rumänien darf man seine Zelte für eine bis mehrere Nächte aufschlagen. Dank des noch geltenden Jedermanns- bzw. Allemansrechts darf man als Wanderer oder Radler im Land von Pipi Langstrumpf sogar eine Nacht lang zelten, wo es einem gefällt. In Dänemark ist das Zelten in der freien Natur in extra ausgewiesenen Wald- und Feldgebieten erlaubt. Wer mit Wohnwagen oder Caravan unterwegs ist, muss allerdings auf den Campingplatz. Dass man sich nicht in Sichtweite von Häusern, Straßen, Ortschaften und Jagdgebieten niederlassen darf, sollte selbstverständlich sein. Sehr naturnah ist es zudem allemal nicht.
Am wenigsten Probleme bereitet prinzipiell das Biwakieren – das Nächtigen im Schlafsack unter freiem Himmel.

Unidentified_group_of_men_campingWildcampen in Rücksicht auf die Natur

Grundsätzlich geht man den Schwierigkeiten, die das Wildcampen mit sich bringen kann, aus dem Weg, indem man sich an die allgemein gültigen Spielregeln hält. Das dürfte niemandem schwer fallen, vor allem wenn man ein wirkliches Interesse daran hat, Naturerlebnisse dieser Form zu wiederholen. So viel Verantwortung gegenüber Natur, Mensch und Recht muss auch für den Wildcamper drin sein:

  • Die erste Regel lautet: Der Platz sollte so verlassen werden, wie man ihn vorgefunden hat. Ein offenes Lagerfeuer gehört zwar zum Wildcampen irgendwie dazu, man sollte es aber bleibenlassen, da neben dem Umweltschaden auch erhöhte Brandgefahr besteht. Kocher sind nicht weniger risikobehaftet, doch nimmt man einen standsicheren Gaskocher zum Aufwärmen von Gulasch, dazu Löschwasser und etwas Feuerfestes zum Drunterlegen zur Hand, kann auch im Freien gekocht werden.
  • Zweite Regel: Sollte man versehentlich unbefugt zelten und dabei erwischt werden, sollte man nicht nur schleunigst verschwinden, sondern vor allem keinen Streit vom Zaun brechen. Eine Anzeige ist keine sportliche Krönung eines Campingausfluges.
  • Dritte Regel: Zur Sicherheit sollte man alle Register ziehen und eine austauschbare Ausrüstung mitnehmen. So bleibt man flexibel in der Wahl der Schlafsets: das Biwakieren oder das Schlafen unter einem Tarp bieten Nervenkitzel in der Natur pur und sind strafrechtlich weniger schlimm als das Wildcampen im Zelt. Zelte mit Schnell-Aufbausystem, Schlafsäcke, Tarp-oder Tentwing-Planen sowie weiteres Zubehör für das Outdoorabenteuer jeglicher Art gibt es bei Campz.de.

Foto: Frank William Micklethwaite [Public domain], via Wikimedia Commons

Gastbeitrag
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2 Antworten zu Was Mann gemacht haben muss: Wildcampen

  1. AvatarBabypopo sagt:

    Wir haben das früher regelmäßig gemacht (Mein Gott, ich werde alt). Jedes Jahr über Pfingsten in der Eifel, mitten in der Pampa (eine fußballplatzgroße Lichtung in einem Waldgebiet) auf einem Privatgrundstück, mit jeweils sechs bis acht Leuten. Selbstverständlich hatten wir die Erlaubnis des Eigentümers.

    Der nächstgelegene Ort war Daun, da haben wir am Freitag vor dem Pfingstwochenende immer die Bestände an Bitburger „Stubis“ aufgekauft, dass sind die 0,3-Liter-Handgranaten. *fump* und *wech*.

    Fließendes Wasser gab es in Form eines kleinen Baches (ideal zum Bier kühlen) und wer ein größeres Geschäft zu erledigen hatte, verschwand mal kurz im angrenzenden Wald.

    Zur Standardausrüstung gehörte auch immer eine großer Eimer Sand, mit dem wir kurz vor der Abreise das Feuer unschädlich gemacht haben. Erst Wasser drüber, dann mit Sand abdecken. Das wird dort waren sah man dann nur noch am plattgedrückten Gras.
    In all den Jahren haben wir es auch nur ein einziges Mal geschafft, die Feuerstelle vom Vorjahr wiederzufinden.

    Der Nachteil: Aufgrund nur rudimentär vorhandener Waschmöglichkeiten und der Tatsache, dass man den größten Teil des Tages am Feuer verbrachte, haben wir nach drei Tagen nicht gerade nach Chanel No. 5 geduftet…aber da das auf jeden von uns zutraf, hat es keinen groß gestört.

    Heute würde mir nach einer Nacht im Zelt jeder Knochen weh tun.

  2. AvatarSancho sagt:

    Auch ich habe das früher(TM) regelmässig gemacht. Jedes Jahr an Pfingsten suchten wir uns einen geeigneten Fluss in erreichbarer Nähe aus und gingen Faltboot fahren. Abends wurde gezeltet, und zwar wild in der Nähe des Flusses. Nur selten gab es Ärger, und das, obwohl wir an die 8 Boote mit entsprechender Anzahl Zelten dabei hatten. Auf dieser Weise wurden etliche fahrbaren Flüsse in der Nähe der Mainmetropole erkundet: Nidda, Nahe, Fränkische Saale, Lahn, Weser, Werra, Fulda, ja selbst der Neckar und einmal der Main wurden befahren.

    Schöne Zeiten waren das! Wir werden tatsächlich alt.

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