Die beste DFB-Elf aller Zeiten?

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Der DFB will eine Fußball-WalhallaFußballhalla „Hall of Fame“ einrichten und hat dafür eine „beste Nationalelf aller Zeiten“ wählen lassen, die aus 
Maier, Brehme, Beckenbauer, Breitner, Fritz Walter, Sammer, Matthäus, Netzer, Müller, Seeler und Rahn. Bis auf Fritz Walter und Helmut Rahn habe ich alle anderen Erwählten spielen sehen und widerspreche vehement auf 3 Spieler-Positionen: weiterlesen…

[WM Trainingslager] Das erste Jahrhundertspiel

Machen wir einen kleinen Ausflug nach Mexico 1970… nein, keine Sorge, nicht schon wieder Jahrhundertspiel, das kennen die meisten Freunde des Ballsports auswendig, nein, werfen wir einen Blick ins Viertelfinale, in eins der spannendsten WM-Spiele überhaupt, Deutschland-England…

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Video-Link: https://youtu.be/pP6MH–lllA

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[WM 2014) Turniertagebuch Tag 13 – Geschichte wird gemacht, es geht voran!

Abb.: Adam Stefanović (1832-1887) (image uploaded at wordpress.com) [Public domain], via Wikimedia Commons

Abb.: Adam Stefanović (1832-1887) (image uploaded at wordpress.com) [Public domain], via Wikimedia Commons

Wir haben keinen Sonderkorrespondenten vor Ort in Brasilien, unsere WM findet im Fernsehen statt, bei Public Viewings, in den Kneipen, wo Männer sich treffen, die Fußball leben und atmen und das Spiel lieben. Hier schreibt Chris Kurbjuhn spieltäglich sein WM-Tagebuch, kommentiert das Geschehen, erzählt Anekdoten und dummes Fußballzeug und erinnert sich an frühere Turniere. Football, bloody hell!

Machen wir uns nichts vor. Wir alle sind Anhänger des fairen, durchdachten Kombinatonsfußballs. Wenn der Ball wie an der Schnur von Mann zu Mann gepasst wird, schließlich in den Strafraum geflankt und im Tor untergebracht wird. Herrliche Sache. Unbestreitbar. Aber will irgendjemand leugnen, das man ebenfalls besonders gern zuguckt, wenn’s richtig zur Sache geht, auf’m Platz? weiterlesen…

Roberts Tipp-Kick-Orakel: Deutschland – Ghana

tipp_kick_d-ghana„The Good, the Bad and the Ugly“, äh, natürlich muss es heißen: „The Good, the Bad and the Lucky“. Der gute Boateng spielt für uns. Der böse Boateng kickt bei Ghana. Warum der Böse ist? Die kommen doch beide aus Berlin? Naja. Der eine heißt Jerome. Das klingt schon mal viel eleganter als Klaus-Peter. Klaus-Peter??? Na klar. Oder glaubt ihr wirklich, ein echter Mann heißt Kevin-Prince? Kevin ist kein Name, sondern eine Zustandsbeschreibung. Und Prinz hieß der Schäferhund von unserem früheren Nachbarn. Was die Sache jetzt schon wieder ein wenig näher bringt. Denn der Köter war nicht nur ein großmäuliger Kläffer, sondern auch bissig. Ja, ich weiß, kein Hund wird als kläffender Beißer geboren. Na ja. Und warum ist Klaus-Peter B. böse? Weil er den Capitano vor gut vier Jahren zum Sportinvaliden gefoult hat. Ok, das ist also geklärt.
Aber wer ist dann der Lucky? Lucky ist unser Jogi. Weil ihm der Klaus-Peter die schwierige Entscheidung abgenommen hat, einen eh in die Jahre gekommenen und auch zu besten Zeiten maßlos überschätzten Kicker nicht mit nach Südafrika nehmen zu müssen. Der Jogi musste nur noch den anderen Frührentner in die fußballerische Diaspora nach Kanada schicken und der Weg war frei. Wie es weiter ging, wisst ihr ja … England wurde mit Hilfe des Schiedsrichters abgefertigt, Argentinien konnte nicht mal Fußballgott Diego mit seiner goldenen Hand retten. weiterlesen…

[WM 2014] Turniertagebuch Tag 7 – die Kampfkraft-Option

 Foto: G.Garitan (Own work) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons


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Wir haben keinen Sonderkorrespondenten vor Ort in Brasilien, unsere WM findet im Fernsehen statt, bei Public Viewings, in den Kneipen, wo Männer sich treffen, die Fußball leben und atmen und das Spiel lieben. Hier schreibt Chris Kurbjuhn spieltäglich sein WM-Tagebuch, kommentiert das Geschehen, erzählt Anekdoten und dummes Fußballzeug und erinnert sich an frühere Turniere. Football, bloody hell!

Tol-ler Keeper! Guillermo Ochoa spielt zwar nicht so obercool mit wie Manu, aber was der auf der Linie zeigt, Respekt! Wie er das Ding von Neymar noch rausgekratzt hat… Allein wegen Ochoa hat’s gelohnt, Brasilien – Mexiko anzugucken, auch wenn das Spiel „nur“ 0:0 ausgegangen ist.
Zusammen mit dem Russland-Südkorea-Spiel waren das dann die Unentschieden Nr. 2 und 3 dieses Turniers, wenig für eine Gruppenphase. Es werden noch mehr werden, fürchte ich. weiterlesen…

[WM 2014] Turniertagebuch Tag 6 – Hemmungslose Begeisterung

Foto: Niels Noordhoek (Own work) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Foto: Niels Noordhoek (Own work) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Wir haben keinen Sonderkorrespondenten vor Ort in Brasilien, unsere WM findet im Fernsehen statt, bei Public Viewings, in den Kneipen, wo Männer sich treffen, die Fußball leben und atmen und das Spiel lieben. Hier schreibt Chris Kurbjuhn spieltäglich sein WM-Tagebuch, kommentiert das Geschehen, erzählt Anekdoten und dummes Fußballzeug und erinnert sich an frühere Turniere. Football, bloody hell!

Jetzt nur nicht Abheben, das ist das wichtigste. „Wir haben noch nichts erreicht“, würde Matthias Sammer sagen, und er hätte wieder einmal so recht. Den Ball flach ahlten, weiter akribisch arbeiten, den nächsten Gegner ins Visier nehmen, einen Schritt nach dem andern machen und keinesfalls den Fuß von der Euphoriebremse nehmen. Es dürfte klar sein, dass ich nicht von der deutschen Nationalmannschaft rede, sondern von mir selbst. WAR DAS EIN RIESENSPIEL GESTERN! weiterlesen…

WM 2014: Turniertagebuch Tag 2 – der Schiri mal wieder…

Foto: Steindy (talk) 00:14, 2 January 2010 (UTC) (Own work) [CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0], via Wikimedia Commons

Foto: Steindy (talk) 00:14, 2 January 2010 (UTC) (Own work) [CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0], via Wikimedia Commons

Wir haben keinen Sonderkorrespondenten vor Ort in Brasilien, unsere WM findet im Fernsehen statt, bei Public Viewings, in den Kneipen, wo Männer sich treffen, die Fußball leben und atmen und das Spiel lieben. Hier schreibt Chris Kurbjuhn spieltäglich sein WM-Tagebuch, kommentiert das Geschehen, erzählt Anekdoten und dummes Fußballzeug und erinnert sich an frühere Turniere. Football, bloody hell!

Einen der besten Fan-Zwischenrufe aller Zeiten erlebte ich Anfang der achtziger Jahre im damals fast menschenleeren Olympia-Stadion bei einem Hertha-Spiel (gegen wen hab ich gottseidank vergessen). Ich saß neben einem Hertha-Anhänger. dass heißt, ich merkte 70 Minuten lang nicht, dass überhaupt jemand neben mir saß, den der Mann saß stumm und reglos da und verfolgte das Spiel. Doch dann wurde ein Herthaner (Sorry, auch vergessen, wer das war) im gegnerischen Strafraum gefoult, der Pfiff des Schiedsrichters blieb aus, der Mann neben mir verfärbte sich in Sekundenbruchteilen Richtung dunkelrot, sprang auf und brüllte: „Gebt dem Schiedsrichter eine Bratwurst mit Gift!“ Bis heute weiß ich nicht, wie man in so kurzer Zeit ein an Idiotie und Undurchführbarkeit kaum zu überbietendes Konzept entwickeln kann, denke aber seit gestern Abend, dass Yuichi Nishimura eine Zeit lang kroatische Restaurants meiden sollte. Nur so aus Sicherheitsgründen. weiterlesen…

WM 2014: Turniertagebuch 1. Tag – das schöne Spiel

Foto: Leandro Neumann Ciuffo (Flickr: Maracanã stadium) [CC-BY-2.0], via Wikimedia Commons

Foto: Leandro Neumann Ciuffo (Flickr: Maracanã stadium) [CC-BY-2.0], via Wikimedia Commons

Wir haben keinen Sonderkorrespondenten vor Ort in Brasilien, unsere WM findet im Fernsehen statt, bei Public Viewings, in den Kneipen, wo Männer sich treffen, die Fußball leben und atmen und das Spiel lieben. Hier schreibt Chris Kurbjuhn spieltäglich sein WM-Tagebuch, kommentiert das Geschehen, erzählt Anekdoten und dummes Fußballzeug und erinnert sich an frühere Turniere. Football, bloody hell!

Heute ist erster Tag der WM, heute Abend geht’s endlich los, um 22 Uhr ist Anpfiff.In den nächsten vier Wochen werde ich spieltäglich hier mein persönliches WM-Tagebuch schreiben, Erlebnisse, Anekdoten, Fundsachen und Erinnerungen aufführen, mal sehen, wie’s wird. Was macht man nun am ersten Tag eines  Tagebuchs, wenn noch gar nichts passiert ist, worüber man Tagebuch führen könnte? Nun, ganz einfach, man schaut voraus. Und ein bisschen zurück. weiterlesen…

Der Tanz um das goldige Weib

Anfang der Siebziger Jahre wohnte ich mit Blick auf den Sportplatz des PSV Recklinghausen und konnte deshalb dem Training der ersten Mädchen-Fußballmannschaft im ganzen Landkreis aus dem Fenster zusehen. Mein Urteil damals: „Das wird nie was. Auch in 100 Jahren nicht.“ Heute, 40 Jahre später, sehe ich aus dem Fenster erfreulicherweise nur Wald, dafür im TV eine weibliche Fußball-Nationalmannschaft und muß feststellen, daß das Weib offensichtlich bildsamer ist, als ich mir damals vorstellen konnte: Das Laufen – seinerzeit ein seltsames Ineinander von Trippeln und Hüpfen –  wurde in den vierzig Jahren richtig erlernt, Stop- und Schußtechniken wurden mit Erfolg geübt, und die Mädchen sind heute immer im Bilde, wo rechts und links, bzw. das eigene und das gegnerische Tor liegt. Das alles kann man würdigen trotz mancher Slapstick-Einlagen, wenn etwa zwei Verteidigerinnen und zwei Angreiferinnen (immer nur paarweise, man kennt’s von anderen Lokalitäten) auf den Ball gehen und dabei so stumpf aufeinanderprallen, daß hinterher alle vier platt auf dem Boden liegen. Auch die Torsteherinnen erheitern mitunter, aber das – ich weiß – darf man einem Geschlecht nicht ankreiden, das zehntausendjahrelang immer nur das Haus, hin und wieder eine Gänseherde,  niemals aber das Fußballtor hat hüten dürfen.

Also, alles ganz ok, und wenn die Mädchen Spaß am Kicken haben, sollen sie kicken. Und wer Spaß am Zuschauen hat, soll sie kicken sehen.

Auf einem ganz anderen Blatt steht aber, daß erstens der DFB das von seinen Männermannschaften im Übermaß verdiente Geld für seine Frauenmannschaften in solcher Fülle zum Fenster hinauswirft, und daß sich zweitens auf einen Schlag die gesamte Qualitätsjournalistentruppe – im Druck, „online“ und „auf Sendung“ – zu einem völlig durchgeknallten Cheerleader-Team formiert und mit giftigsten Ausfällen auf die naheliegende Rückfrage reagiert, ob sie denn nun total bekloppt geworden seien.

Steffen Dobbert, einer der erbarmungswürdigen Männer in der schwer gegenderten Redaktion der ZEIT, legte jüngst brav dar, dass die Missachtung des Frauenfußballs gar nichts mit dem Fußball zu tun habe, sondern sich nur gegen „starke Frauen“ richte. Nein, Herr Dobbert, wenn man nicht ohnehin wild entschlossen ist, sie auch dort zu entdecken, dann sieht man keine „starken Frauen“ auf dem Platz, sondern bestürzend schwache Fußballer. Das ist erstens offensichtlich und zweitens auch empirisch erhärtet: Ihre streng geheimgehaltenen Trainingsspiele gegen Männer verlieren die Weltmeisterelf und die besten Bundesliga-Frauschaften sowohl gegen die zur Schmerbäuchigkeit tendierenden Senioren von Fortuna Seppenrade (Bezirksliga) als auch gegen die Knaben (B-Jugend/U16) des VFB Stuttgart und der Frankfurter Eintracht. Und wenn’s mal gegen aktive Männer aus der 6. Ligaklasse (Verbandsliga: FC Teltow) geht, gibt‘s erwartungsgemäß eine zweistellige Putze.

Der notorische Einwand: Männer und Frauenfußball seien aufgrund der unterschiedlichen konstitutionellen Gegebenheiten auch völlig unterschiedliche Sportarten, ist natürlich dummes Zeug: auch die E-Jugend (8-10 Jahre) spielt bei völlig anderen körperlichen Voraussetzungen dasselbe Spiel, nur taktisch, läuferisch, technisch sehr viel schlechter als die Bundesliga. Was das Zuschauen trotzdem lohnt, ist die Neugier darauf, wieviel Talent sich gerade dort entfaltet. Auch das entfällt bei den 20- bis 30-jährigen Damen.

Ansonsten ist dieses Argument natürlich Teil jener kirchentäglichen Weltverkennung, nach der alle Unterschiede „ungerecht“ und demnach einzuebnen sind: vor allem die zwischen Können und Wollen und „Vielleicht- ein-bißchen-Wollen“. Alles gleichwertig, gemäß dem Weibliche-Lehrkraft-Motto: „Wenn alle mitgemacht und sich gut eingebracht haben, verdienen auch alle eine 1“. Oder Schweinsteigers Gehalt. Oder einen Sitz im Aufsichtsrat.

Frauen bleiben in allen Sportarten – außer im deswegen berüchtigten „Gemischten Tennis-Doppel“ – klugerweise unter sich; auch beim Schach übrigens, obwohl etwaige körperliche Nachteile sich in dieser Sportart allein durch einen höhenverstellbaren Stuhl ausgleichen ließen. Das alles ist nicht sonderlich bemerkenswert: Auch etwas, das man sehr viel schlechter beherrscht, als die jeweiligen Könner, kann ja sehr viel Spaß machen. Darum gibt es Theken-Mannschaften. Nur zwei Dinge sollte man bei der freudvollen Betätigung von Dilettantismus vermeiden: Auf die große Bühne zu streben, denn eine allzu heftige Diskrepanz zwischen Schauplatz und Darbietung ist nun einmal lächerlich. Und zweitens: großmäuliges Sprücheklopfen wie: „3. Plätze sind für Männer. Männer spielen, Frauen siegen.“ Es besagt nun mal nicht viel, wenn unter Lahmen der Halbbeinige König wird, und ansonsten gilt bereits nach je einer peinvollen Halbzeit Deutschland-Kanada und Brasilien-Australien: Männer spielen, Frauen stolpern.

Aber die schmerzliche Peinlichkeit dieser Mißverhältnisse haben wahrscheinlich weniger die fußballspielenden Frauen zu verantworten als vielmehr die Medien. Für unsere Fernseherziehungsanstalten ist die „FIFA-WM 2011“ nur Anlaß für eine weitere Schrittfolge in ihrem rituellen „Tanz um das goldige Weib“, den sie seit 20 Jahren in tranceähnlicher Verzückung stampfen – mit dem Ergebnis einer nicht mehr milden Form des Irreseins.

Daß das jetzt offensichtlich wird, ist immerhin ein achtbares Ergebnis einer Frauen-WM, die ansonsten geeignet ist, alte männliche Tugenden im Umgang mit den Frauen wiederzuerwecken: Schonung und großzügiges Drüberhinwegsehen.

Abbildung: Heike/pixelio.de