Schlägereien der Sonderklasse: James Garner vs. Clint Eastwood

Früher gehörte sie zum Männer-Film wie der Kronkorken auf die Bierflasche: die deftige, unterhaltsame Schlägerei, bei der schon mal ein Saloon komplett zu Bruch gehen konnte. Leider hat sich der klassische Barroom Brawl als ziviler Zeitvertreib des weltläufigen Mannes aus der Filmgeschichte fast vollkommen verabschiedet und ist der stillosen, dumpfen  Gewaltausübung gewichen. Das finden wir schade und wollen auf “Männer unter sich” gegensteuern: mit einer kleinen Video-Serie erinnern wir an Filmschlägereien der Sonderklasse und fordern ihre Rückkehr in den Weltfilm. Und wenn der Weltfilm nicht auf uns hört, gibt’s was auf die Zwölf!

Heute kann ich eine echte Rarität präsentieren: eine Western-Schlägerei, bei der Clint Eastwood den Kürzeren zieht. Ungeheuerlicher Vorfall, aber wir müssen Verständnis haben: zum Zeitpunkt dieses Rencontres stand Eastwood ganz am Anfang seiner Karriere, und sein Kontrahent, James Garner als Maverick, war ein absoluter Top-Star, der durfte keinen Fight verlieren.

Sehr schön kann man hier beobachten, wie auch in einer schnell und preiswert heruntergekurbelten TV-Western-Serie die klassischen Regeln der Prügelei beachtet werden. Die Auseinandersetzung hat im Saloon zu beginnen, früher oder später muss dieser Rahmen gesprengt und die Prügelei im Freien beendet werden. Ganz offensichtlich aus Kostengründen wählen Garner und Eastwood nicht den teuren Weg durchs Fenster, sondern prügeln sich preisbewusst durch die Saloon-Tür, außerdem wird auf das abschließende Bad des Verlierers in der Pferdetränke 1 verzichtet, damit Eastwood gleich weiterdrehen konnte, ohne dass sein Kostüm getrocknet werden musste. Kernige, preiswert gemachte Routineware, aber immer noch gut anzuschauen.
Vollkommen irre allerdings, wie Eastwood versucht, wütend zu sein und Emotionen in die Stimme zu legen. Nuja, er konnte nach dieser Niederlage ein paar Jahre als Rowdy Yates in „Rawhide“ (hieß hierzulande „Die Cowboys“, wenn ich mich recht entsinne) trainieren, bis er sein Markenzeichen perfektioniert hatte, das montone, finstere Grollen mit dem er seine Sätze mehr herausspuckte als intonierte.

 

  1. damals immer für einen Lacher gut
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Schlägereien der Sonderklasse SPEZIAL: Fußball

Die nächste Folge unserer kleinen Video-Serie „Sportler, die nicht kuscheln wollen“: diesmal sind die Fußballspieler an der Reihe.

Nun sind Fußballer, die die Fäuste zu Hilfe nehmen, wenn das Sportgerät oder der Schiedsrichter nicht so wollen wie Sie, durchaus nix besonderes. Hier in Berlin drohen die Schiris mittlerweile mit Streik, weil die Amateure immer öfter den Crossover zu Ringkampf und Thai-Boxen wagen, und auch in den oberen Spielklassen geht’s gern mal zur Sache, wie youtube-Videos wie dieses zeigen:

Eine schwarze Perle gibt es jedoch unter den Spielfeld-Tätlichkeiten, eine historische Stunde, in der die Nationalteams von Italien und Chile über sich hinauswuchsen und eine herausragende Partie kreierten, die unter dem Namen „Battle of Santiago“ Eingang in die Gerichts Geschichtsbücher fand. Geschehen bei der WM 1962 in Chile und vom BBC-Reporter im Vorspann als  “the most stupid, appalling, disgusting and disgraceful exhibition of football, possibly in the history of the game” bezeichnet.
Insbesondere die Unbekümmertheit, mit der die Jungs von der Squadra Azzurra drauflos holzen, begeistert auch noch nach fünfzig Jahren. Hat mit Fußball natürlich eher weniger zu tun. Mehr so mit einem Bud-Spencer-Film. Aber der war ja auch Italiener. Ein Riesenspaß!

 

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Schlägereien der Sonderklasse SPEZIAL: Baseball

Baseball? Ist er jetzt endgültig wahnsinnig geworden? BASEBALL? Zimmer, Zimmer Gemach, gemach, natürlich weiß ich, dass hierzulande die meisten Menschen Schwierigkeiten mit dem amerikanischen Nationalsport haben. Regelwerk fast so unverständlich wie Cricket, Männer stehen stundenlang auf dem Rasen rum, werfen mal ein Bällchen oder wedeln kurz mit einem Schlagstock rum, dann läuft plötzlich jemand los und – zack! – ist der spannende Spielzug auch schon wieder vorbei.

In der Tat, um Baseball verstehen und lieben zu können, muss man wohl in den USA geboren sein.

Wenn ich mir allerdings Bilder wie diese…

…oder diese…

…anschaue, frage ich mich, ob wir nicht doch einen großartigen Sport verpassen.

 

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Schlägereien der Sonderklasse SPEZIAL: Eishockey

Seit ein paar Wochen veröffentlichen wir hier in unregelmäßigen Abständen beispielhafte Filmprügeleien, eben die Schlägereien der Sonderklasse. Zwischen den Jahren wollen wir den Focus dieser Serie erweitern, und euch besonders gelungene Prügeleien aus der Welt des Sports servieren.

Beginnen wir mit einer naheliegenden Sportart, dem Eishockey. Hier gehört es besonders in der NHL zum guten Ton, selbst Hand anzulegen, wenn es den Referees nicht gelingt, für Gerechtigkeit auf dem Eis zu sorgen.

http://youtu.be/N1-25s4uwFQ

Bei dieser Partie wäre ich wirklich gern dabei gewesen. Als Zuschauer, selbstverständlich.

 

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Schlägereien der Sonderklasse: John Wayne vs. Victor McLaglen

Früher gehörte sie zum Männer-Film wie der Kronkorken auf die Bierflasche: die deftige, unterhaltsame Schlägerei, bei der schon mal ein Saloon komplett zu Bruch gehen konnte. Leider hat sich der klassische Barroom Brawl als ziviler Zeitvertreib des weltläufigen Mannes aus der Filmgeschichte fast vollkommen verabschiedet und ist der stillosen, dumpfen  Gewaltausübung gewichen. Das finden wir schade und wollen auf “Männer unter sich” gegensteuern: mit einer kleinen Video-Serie erinnern wir an Filmschlägereien der Sonderklasse und fordern ihre Rückkehr in den Weltfilm. Und wenn der Weltfilm nicht auf uns hört, gibt’s was auf die Zwölf!

Wenn man über die besten Schlägereien der Filmgeschichte diskutiert, landet die aus „Der Sieger (The Quiet Man)“ selten auf Platz eins, meistens in den Top Five, immer in den Top Ten. Kein Wunder, denn diese Prügelei zwischen John Wayne und Victor McLaglen ist der absolute Höhepunkt dieses Films, dieser Film wurde wegen der Schlägerei gedreht, er steuert ab Minute 1 auf diesen finalen Faustkampf zu.

Wayne spielt den ehemaligen Profi-Boxer Sean Thornton, der sich in seinem irischen Heimatdorf Innisfree ansiedeln will. Die Jungs aus Innisfree sind ein fröhlicher, rauflustiger Haufen, der sich bald wundert, warum ein Ex-Profi wie Thornton jeder Schlägerei aus dem Weg geht. Was sie nicht wissen können: Thornton hat mit dem Boxen nach einem Unglücksfall im Ring aufgehört: sein Gegner ist durch einen unglücklichen Faustschlag gestorben, seitdem hat Thornton gegen niemanden mehr die Faust erhoben.
In Innisfree muss er sich deswegen einiges gefallen lassen, bald gilt er überall als Waschlappen, sogar bei seiner eigenen Frau, Mary Kate, deren Bruder, Will Danaher, sich weigert, ihm die Mitgift auszuzahlen. Als Mary Kate ihn verlassen will, platzt Thornton endgültig der Kragen. Er holt sie aus dem Zug nach Dublin und zwingt sie, mit ihm fünf Meilen durch das ganze Dorf zu marschieren. Schließlich, endlich tragen er und Danaher ihre Differenzen mit den Fäusten aus…

http://youtu.be/sR97_tCve08?t=3m52s

…und sind, wie es damals Sitte war, am Ende des Fights die besten Freunde aller Zeiten. Mary Kate fügt sich endlich ins Ehejoch, kocht Thornton lecker Essen und in Innisfree ist er „King of the Hill, Top of the Heap“.

Nuja, war eben eine andere Zeit. Eine schöne Zeit.

Heute Abend (Freitag, 24.11.) läuft „Der Sieger“ auf „Das Vierte„.

 

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Schlägereien der Sonderklasse: Roddy Piper vs. Keith David

Früher gehörte sie zum Männer-Film wie der Kronkorken auf die Bierflasche: die deftige, unterhaltsame Schlägerei, bei der schon mal ein Saloon komplett zu Bruch gehen konnte. Leider hat sich der klassische Barroom Brawl als ziviler Zeitvertreib des weltläufigen Mannes aus der Filmgeschichte fast vollkommen verabschiedet und ist der stillosen, dumpfen  Gewaltausübung gewichen. Das finden wir schade und wollen auf “Männer unter sich” gegensteuern: mit einer kleinen Video-Serie erinnern wir an Filmschlägereien der Sonderklasse und fordern ihre Rückkehr in den Weltfilm. Und wenn der Weltfilm nicht auf uns hört, gibt’s was auf die Zwölf!

Bevor hier jemand auf die Idee kommt, dass sehenswerte Prügeleien nur in steinalten Western vorkommen, schieb ich hier mal eine aus einem Science Fiction-Film nach, nämlich aus John Carpenters unterschätztem Paranoia-Meisterwerk „Sie leben!1 Ex-Wrestler Roddy Piper und Keith David prügeln sich die Seele aus dem Leib, weil Keith David die Sonnebrille nicht aufsetzen will.
Die Sonnenbrille? Ja, die Sonnenbrille. Piper spielt den glücklosen Drifter John Nada, der zufällig eine Sonnenbrille entdeckt, die ihm die Welt zeigt, wie sie wirklich ist: als einen Ort, der von Aliens übernommen wurde und an dem die Menschen mit ziemlich brachialen Methoden manipuliert werden, um eben das nicht zu erkennen.
Davon will Nada seinen von Keith David gespielten Kumpel Frank überzeugen, doch der will partout die Sonnenbrille nicht aufsetzen…

Geht ganz schön zur Sache, was? Kein Wunder, dass dieser Kampf von vielen Filmfans als die beste Prügelei aller Zeiten bezeichnet wird, hier verbeißen sich zwei Kerle ineinander und keiner ist gewillt, auch nur einen Millimeter preiszugeben.
Obwohl hier Profis mit allem, was sie haben, zu Werke gehen, fühlt man sich ein bisschen an eine Schulhofrauferei erinnert: „Ich krieg dich unter!“ – „Das wollen wir erst mal noch sehen…“. Da stiehlt sich doch ein versonnenes Lächeln auf das Gesicht des beifällig nickenden Zuschauers: „Genau wie ich, damals…“
John Nada sagt in diesem Film übrigens einen wunderbaren One-Liner: „I have come here to chew bubblegum and kick ass, and I’m all out of bubblegum.“2 Right on, John! Wir sind ganz bei dir.

  1. Auch schon über zwanzig Jahre alt, aber darum geht’s ja in dieser Serie: um die klassische Filmprügelei, die aus der Mode gekommen ist.
  2. „Ich bin hergekommen, um Kaugummi zu kauen und Leute in den Arsch zu treten, und das Kaugummi ist alle.“
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Schlägereien der Sonderklasse: Dodge City

Früher gehörte sie zum Männer-Film wie der Kronkorken auf die Bierflasche: die deftige, unterhaltsame Schlägerei, bei der schon mal ein Saloon komplett zu Bruch gehen konnte. Leider hat sich der klassische Barroom Brawl als ziviler Zeitvertreib des weltläufigen Mannes aus der Filmgeschichte fast vollkommen verabschiedet und ist der stillosen, dumpfen  Gewaltausübung gewichen. Das finden wir schade und wollen auf “Männer unter sich” gegensteuern: mit einer kleinen Video-Serie erinnern wir an Filmschlägereien der Sonderklasse und fordern ihre Rückkehr in den Weltfilm. Und wenn der Weltfilm nicht auf uns hört, gibt’s was auf die Zwölf!

Letzte Woche haben wir unsere Serie mit der „Mutter aller Saloon-Schlägereien“ eröffnet, heute setzen wir mit dem „Großvater des Barroom Brawls“ fort: der großen „Free for All“-Saloonprügelei aus dem Errol-Flynn-Klassiker „Dodge City“ (Der Herr des Wilden Westens).

Jungs bleiben Jungs. Können die Fäuste keine Minute still halten, und wenn’s irgendwo ’ne zünftige Keilerei gibt, wollen alle mitmachen. Schon toll, wie sie sich hier durch die Fenster schmeißen, Flaschen und Stühle auf  den Köppen zerdeppern, und die ganze Zeit haben die Jungs ein freudiges Grinsen im Gesicht. So ’ne Wirtshausschlägerei ist ja auch was anderes, als das stundenlange Warten bei Pimkie auf’m Sofa, nicht wahr? Ein Riesenspaß! Wie sich die Zeiten doch geändert haben…

Filmkennern wird der „Sängerkrieg“ auffallen, der diese Prügelei letzlich auslöst. Erinnert irgendwie an“ Casablanca“, nicht wahr? Wenn die Nazis die „Wacht am Rhein“ intonieren, und die Gäste von Rick’s American Café mit der Marseillaise dagegenhalten… Das kann kein Zufall sein, und natürlich ist das kein Zufall. Der Regisseur beider File heißt Michael Curtiz. Die Saloon-Nummer hat ihm offenbar so gefallen, dass er sie in Casablanca noch mal verwendet hat.
Und noch eine Besonderheit hat die „Schlacht von  Dodge City“: Der Protagonist des Films, Errol Flynn als Wade Hatton, macht sich die Finger nicht schmutzig und glänzt durch Abwesenheit. Meines Wissens der einzige Western, der seinen Hauptdarsteller vom großen Barroom Brawl ausschließt.

 

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Schlägereien der Sonderklasse: John Wayne vs. Randolph Scott

Früher gehörte sie zum Männer-Film wie der Kronkorken auf die Bierflasche: die deftige, unterhaltsame Schlägerei, bei der schon mal ein Saloon komplett zu Bruch gehen konnte. Leider hat sich der klassische Barroom Brawl als ziviler Zeitvertreib des weltläufigen Mannes aus der Filmgeschichte fast vollkommen verabschiedet und ist der stillosen, dumpfen  Gewaltausübung gewichen. Das finden wir schade und wollen auf „Männer unter sich“ gegensteuern: mit einer kleinen Video-Serie erinnern wir an Filmschlägereien der Sonderklasse und fordern ihre Rückkehr in den Weltfilm. Und wenn der Weltfilm nicht auf uns hört, gibt’s was auf die Zwölf!

Wir eröffnen unsere Serie mit der Mutter aller Saloon-Schlägereien aus „The Spoilers“ (dt. „Die Freibeuterin“): John Wayne und Randolph Scott schenken sich sechs Minuten lang nichts und liefern eine epische Schlacht ab. Anschließend braucht Marlene Dietrich dringend einen neuen Innenarchitekten für ihren Saloon. Einen Friseur ohne Drogenproblem hatte sie schon vorher bitter nötig.

Wenn man genau und mehrmals hinschaut, merkt man, dass Wayne und Scott in großen Teilen der Szene gedoublet wurden. Insbesondere Scott’s Stunt-Double sieht ihm erstaunlich wenig ähnlich. Dass Wayne auf ein Double zurückgriff, überrascht: Der Duke hatte bei Stunt-Legende Yakima Canutt gelernt und pflegte bei Prügeleien grundsätzlich selbst Hand anzulegen.
Bei den Dreharbeiten zu „The  Spoilers“ wurde er jedoch Opfer der diesbezüglichen Unerfahrenheit Randolph Scott’s: der hatte Wayne in einer der ersten Einstellungen dieser Schlägerei versehentlich das Nasenbein gebrochen und so Hollywood’s Barroom-Brawl-Experten Numero Uno zum Zuschauen verurteilt.

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