Gratismut auf billigen T-Shirts

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Photo by nattyjeff on Pixabay

Am letzten Wochenende wurden Comedians geehrt. Die Comedienne Hazel Brugger und ihr Mann gingen in T-Shirts auf die Bühne, auf denen „Konsequenzen für Comedian XY“ gefordert wurde. Viele Mitglieder ihrer Peergroup haben Frau Brugger applaudiert, einige Medien bezeichneten ihre T-Shirt-Aktion als „mutig“.

Mit „Comedian XY“ war Luke Mockridge gemeint, dem von einer Ex-Partnerin Vergewaltigung vorgeworfen worden ist. Die Staatsanwaltschaft hat gegen Mockridge ermittelt, keine Hinweise auf Straftaten gefunden und das Verfahren eingestellt. Außerdem existiert noch ein SpOn-Artikel hinter einer Paywall, in dem Mockridge wohl ein generell übergriffiges Verhältnis zu Frauen nachgesagt wird, der m. W. aber nichts strafrechtlich Relevantes enthält1. Deswegen hat Frau Brugger aus Mockridge wohl  den „Comedian XY“ gemacht. Weil sie ein wenig mit Dreck werfen wollte, ohne ihrerseits eine Klage wegen Verleumdung zu riskieren. Eine solche Aktion „mutig“ zu nennen, ist definitiv sehr mutig.

Nochmal kurz zum Mitschreiben: Laut aktuellem Stand hat Mockridge sich nichts zu Schulden kommen lassen, was die Gerichte interessiert. Möglicherweise ist er ein Vollidiot und ein Arschloch, das sich Frauen gegenüber nicht korrekt verhält. Das ist unschön, vielleicht verachtenswert, aber mit Sicherheit nicht strafbar. Wenn man der Meinung ist, dass jemand ein Arschloch ist und dies öffentlich kundtun möchte, dann sagt man’s demjenigen ins Gesicht. Das erfordert möglicherweise Mut. T-Shirts mit Andeutungen bedrucken lassen ist billig. Kostet nur ein paar Euro im Copyshop um die Ecke.