Früher war alles besser – Der apochromatische Anachronismus, 1. Teil

Privat fotografiere ich immer noch am liebsten auf Diafilm. Wenn jemand überhaupt bemerkt, was ich da zum Knipsen in den Händen halte, ernte ich meist verständnislose Kommentare. „So was hatte mein Opa auch mal“ ist noch eine freundlich Version. „Ob denn das digitale Zeitalter völlig an mir vorbeigezogen ist?“

Diese Zeiss-Ikon habe ich aus dem Naschlass einer Ärztefamilie. Der Herr Doktor ist damit in den 10er und 20iger Jahren des letzten Jahrhunderts durch Bayern gewandert und hat seine Eindrücke vom Leben in Stadt und Land auf Glasplatten belichtet.

Nicht ganz. Denn im beruflichen Umfeld fotografiere ich mittlerweile ausschließlich digital. Digital? Was heißt das eigentlich? Digital, abgeleitet vom lateinischen „Digitus manus“ bedeutet nichts anderes als „Finger“. Und war bei den alten Römern ein Zählmaß. Soll das etwas bedeuten, digital ist das einzige, das wirklich zählt?
Fakt ist: Ob die Aufnahme nun auf Film oder Chip belichtet wird, ist den Photonen reichlich egal. Und dennoch ist es eine ganz andere Vorgehensweise.
Wer auf Film fotografiert, sieht das Ergebnis der Belichtung erst nach der Entwicklung. Das mag in vielen Fällen ein Vorteil der elektronischen Bildaufzeichnung sein. Weil man da das Foto sofort nach der Aufnahme sehen kann. Aber was passiert meist wirklich? Weil es ja nix kostet, wird auf „Teufel komm raus“ solange Datenmüll produziert bis die Speicherkarte voll ist. Die Zeiten, als eine 128 MB-Compact-Flash-Card noch fast 900 Mark gekostet hat, ist ja längst vorbei. Bitte ja nie Freunde um ein paar Fotos, beispielsweise weil Du Dir ein Bild von einem Urlaubsort machen möchtest, den diese schon besucht haben und man selbst mal gern hin möchtest: Du wirst garantiert überschwemmt mit hunderten nichtssagender Fotos. Warum?

Oma und Opa beim Hochzeitsfoto

Weil früher alles besser war. Die Blumen bunter, Tomaten schmeckten nach Tomaten, die Winter waren kälter und die Sommer heißer. Auch wenn gerade dieser Punkt mit der Hitzewelle im Frühjahr 2011 eindrucksvoll widerlegt wurde…
Von Fotos vergangener Tage geht oft eine nicht in Worte zu fassende Faszination aus. Da strahlt Oma mit den Kulleraugen eines Kleinkinds in die Kamera, Urgroßvater sieht aus wie Kaiser Wilhelm höchstpersönlich und präsentiert stolz seine Familie, den Hof und alles was dazugehört. Der Stimmung des Handabzugs auf kartonstarkem, chamoisfarbenem Barytpapier, kann man sich schwer entziehen. Woran liegt das?

Steig mit ein in unsere Zeitmaschine!

Klettern wir also in die Zeitmaschine und reisen zurück in die Zeit, als dieses Foto entstanden ist. Fotoapparate waren groß und kompliziert zu bedienen. Die Verschlusszeiten lagen manchmal auch in praller Sommersonne jenseits der Sekundengrenze. Deshalb wirken die Portraitierten auch meist etwas steif. Der Herr Fotograf reiste wie ein Wanderzirkus von Ort zu Ort, die gesamte Ausrüstung samt Labor auf dem Pferdewagen. Die wenigen Amateure, die sich die Kunst der Photographie leisten konnten und über das nötige Wissen verfügten, waren fast ausschließlich Ärzte. Oder Apotheker, Optiker, Künstler. Sie hatten die alten Meister studiert und wussten über den Bildaufbau genauso gut Bescheid wie über die technischen und chemischen Zusammenhänge. Das neue Medium nutzten sie, um Bilder zu gestalten. Entsprechend wohlüberlegt gingen sie vor, als sie ihre Motive auf die teuren Glasplatten belichteten.

Der Fotograf kommt! Meine Oma und ihre Schwestern bei der Hausmusik (um 1915)

Fassen wir zusammen: Es war teuer, technisch anspruchsvoll und mit viel Schweiß verbunden, bis das Foto „im Kasten“ war.

Im zweiten Teil dieser dreiteiligen kleinen Serie geht es um die Entwicklung. Nicht die von Filmen, sondern um die Entwicklung der Photographie als elitäres Hobby humanistisch geschulter Professoren zur Fotografie als Hobby für die Massen.

Robert Hill, freier Journalist und Fotograf. Kommt eigentlich aus München, wohnt im Taunus. Mag mechanische Uhren und klassische Kameras. Hat es geschafft, im letzten Jahr mehr Kilometer mit dem Fahrrad als mit dem Auto zu fahren.
www.roberthill.de

 

Was liegt an? 20.6. bis 26.6.

Was nächste Woche auf uns zukommt.

Kein guter Tag heute. Letzte Folge von unserer Lieblingsserie „Der letzte Bulle“ auf Sat1. Mick Brisgau verabschiedet sich (gottseidank nur vorläufig, die dritte Staffel kommt nächstes Jahr) mit einer Folge namens „Die verpasste Chance“, und es sieht so aus, als bezieht sich der Titel darauf, dass Mick es mit seiner Psycho-Tanja vermasselt. Täte mir echt leid für den Kerl.
Kein guter Wochenstart also, hundertprozentig nicht. Und wir müssen auch bis Donnerstag warten, bis die nächste akzeptable Fernsehsendung kommt, aber das Warten lohnt wenigstens. Um 22 Uhr 45 sendet die ARD „Brügge sehen… und sterben“ mit Colin Farrell, einen höchst sehenswerten Gangsterfilm, der ebenso schön gewalttätig wie schön schräg komisch ist.  Macht Spaß.
Wenn man an Bruce-Willis-Klassiker denkt, vergisst man gar zu leicht „Last Boyscout„. Zu unrecht, denn der nach dem Rezept der Die-Hard-Serie gedrehte Streifen bietet alles, was einem an Bruce-Willis-Filmen gefällt: ordentlich Action, lakonische Dialoge und staubtrockenen Humor. RTL am Freitag um 22 Uhr 10.
Am Sonnabend um 22 Uhr 30 sendet Sat1 Boxen, Felix Sturm und Matthew Macklin verhauen sich. Und die Formel-1-Piloten fahren das Wochenende über zu den üblichen Zeiten im Kreis herum, das Rennen heißt diesmal „Großer Preis von Europa“ und findet in Valencia statt.
Auf die absoluten TV-Höhepunkte müssen wir allerdings bis Sonntag warten, und dann arte einschalten. Um 20 Uhr 15 kommt einer der besten Musik-Filme aller Zeiten, „The  Commitments„.

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Video-Link: http://www.youtube.com/watch?v=3paf2TLrgsg

Ein absolut brillanter Streifen mit ge-ni-a-len Schauspielern und Musikern. Andrew Strong hätte ich eine Weltkarriere zugetraut. Kommt vielleicht noch. Wenn der Film vorbei ist, möchte man am liebsten beschwingt den nächsten Irish Pub ansteuern, aber den Kneipenbesuch sollte man vielleicht etwas verschieben, um sich um 22 Uhr 10 auf arte „Tough Men“ anzusehen, eine Doku über den gleichnamigen Boxwettbewerb in den USA, an dem sich jährlich 5000 Kerle beteiligen, vom Arzt bis zum Gefängniswärter, vom Trucker bis zum Investment-Banker. 50 Dollar Startgeld muss man hinlegen, dann darf man in den Ring steigen und um 1.000,– Dollar Preisgeld andere Kerle verprügeln. Oder selber auf die zwölf kriegen. Der amerikanische Traum in seiner Urform, hört sich nach einem spannenden Film an.

Stichwort Film. Der neue Werner-Film startet: „Werner – Eiskalt!“ Der Trailer zeigt ziemlich genau das, was wir von einem neuen Werner-Film erwarten:

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Video-Link: http://www.youtube.com/watch?v=HA4nCWLbmqw

Die Vorab-Kritiken waren negativ bis niederschmetternd, könnte aber auch sein, dass die Vorab-Kritiker mit dem direkt aufs männliche Zwerchfell zielenden Brösel-Humor nix anfangen können. Hilft wohl nur selber anschauen. Bölkstoff nicht vergessen.

Der Weg in die Videothek lohnt diese Woche, das „True Grit„-Remake der Coen-Brüder steht in den Regalen, tolle Bilder und ein grandios übertreibender Jeff Bridges in der Titelrolle… trotzdem bin ich bei dem Film zwiespältig. Den Schluss habe ich als völlig missraten und unbefriedigend empfunden, und die eigentliche Notwendigkeit, aus einem John-Wayne-Ikonen-Film einen eher düsteren Abgesang auf den Western an sich zu machen, sehe ich immer noch nicht ein. Aber trotzdem: ein Film, den man sich jederzeit angucken kann.
Uneingeschränkte Empfehlung weiterhin für „Tucker & Dale vs. Evil„, eine sauber gemachte Horror-Groteske, die den Grundplot „Blöde Hinterwäldler machen Studenten auf Urlaub fertig“ nach „Blöde Studenten auf Urlaub machen Hinterwäldler fertig“ variiert. Für Genre-Fans sowieso ein Muss, grundsätzlich spannend und ziemlich komisch.

Die anstehenden Sportereignisse: Tennisfans haben hoffentlich Sky abonniert oder eine Sky-Kneipe in der Nähe, ansonsten gucken sie statt Wimbledon in die Röhre. Tennis ist hierzulande endgültig als Randsportart angekommen. Eurosport zeigt Fußball: dieU17-WM aus Mexico und die U21-EM aus Dänemark. Sport1 schaltet man diese Woche nur aus Versehen ein.

Und sonst? Für die Berliner ein traditionelles Highlight, das ich allen jung gebliebenen Kerlen bzw. allen Vätern mit Nachwuchs im richtigen Alter ans Herz legen möchte: am nächsten Wochenende startet wieder das traditionsreiche Seifenkisten-Derby am Kreuzberger Mehringdamm. Seifenkisten? Ja, unbedingt. Wer das ganze für vollkommen vorgestrig hält, werfe doch mal bitte ein Auge auf diese Szenen vom Renn-Event 2004:

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Video-Link: http://www.youtube.com/watch?v=4zjgS10hiNQ

Womit wir bei einer Idee für einen oder mehrere Artikel für „Männer unter sich“ wären: Liest hier zufällig irgendjemand mit, der sich mit dem Bau und dem Fahren von Seifenkisten auskennt und Bock hat, sein Wissen mit anderen zu teilen? Dann würde ich mich über eine Meldung in den Kommentaren oder per Mail an redaktion@maenneruntersich.de sehr freuen. Würde glatt meine Woche retten, auch wenn Mick Brisgau es heute Abend verkackt.

Ansonsten viel Spaß, eine schöne Woche!

„Was liegt an“ ist die montäglich erscheinende Wochenvorschau von „Männer unter sich“. Was Männer in den nächsten 7 Tagen interessieren könnte in total subjektiver Auswahl: TV, Sport, Kino, Musik, DVD, Events, was eben anliegt. Haben wir was vergessen? Sollen wir auf was hinweisen? Jederzeit gern, bitte die Kommentare benutzen oder unsere Mailadresse redaktion@maenneruntersich.de .

Foto Ausguck: Katharina Wieland Müller / pixelio.de

Ultralauf 100km Biel 2011

Heiko Müller, ist für “Männer unter sich” schon mal eben kurz von Hamburg auf den Brocken gefahren und hat für uns eine vierteilige Serie über Ultra-Läufe geschrieben. Heute Nacht geht er bei den 100 km von Biel an den Start und bloggt live von der Strecke.

Biel 2011 – Hin und Weg Edition

Biel, immer wieder Biel. Eigentlich heißt es ja: Einmal musst Du nach Biel. 2011 ist jetzt ein viertes Mal. Und wie so oft denke  ich jetzt vorher, dass es auch das letzte Mal sein wird. Es geht  mir nämlich schlecht. So richtig schlecht. Ich habe Schmerzen in beiden Achillesfersen, die Knie tun weh und die Hüfte joddelt in allen Tonlagen. Wenn ich 10 km gelaufen bin kann ich am nächsten Tag keine Treppe hinunter gehen ohne Gefahr zu laufen zu stürzen. Hin und wieder sacke ich einfach „durch“ nachdem ein stechender Schmerz durch die Hüfte schießt. Keine guten Voraussetzungen.

Und um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen fühle ich mich auch noch schlapp. So was von Schlapp. Ich möchte einfach nicht mehr laufen. Und das obwohl ich vor Biel nur lächerliche 461km in 2011 trainiert hatte. Bei meinem Debüt in 2006 dachte ich noch fast 1200km seinen wenig. Und nun stehe ich da mit einem Drittel. Und will Biel laufen. Ich bin wirklich unsicher ob Knochen und Fitness diesmal für einen Zieleinlauf reichen werden.

Damit es lustig bis zum Schluß bliebe habe ich dann noch die Hin-und-Weg Edition gebucht. Sprich, es gibt keine Schlafstatt in der Lago Lodge wie all die Jahre zuvor. Nein. Ich werde erst gegen Mittag in Zürich landen und dann mit sehr wenig Vorlauf Biel erreichen. Für 1-2 Stunden Schönheitsschlaf sollte es aber dennoch reichen. Und damit ich unterwegs nicht in’s Trödeln geraten würde, habe ich den Rückflug von Zürich für 20:00 Uhr gebucht. Mit Bahnfahrt, Check-In und Duschen würde es bedeuten ich muss bis 14:00 im Ziel sein.  16Stunden. Ja, ich weiß, das ist kein Laufen mehr. 9:35 auf den km würde auch ich nicht wirklich als Laufen bezeichnen. Aber das ist der Schnitt und wenn man die Pausen an den Verpflegungsstationen abzieht würde es bedeuten, dass ich der echten Bewegungsphase schon so um die 7:30 hoppeln müsste.

OK, das ist also der Plan, wie es wirklich wird könnt Ihr ab dem 17.06.11 22:00 hier in den Kommentaren lesen, die ich – so Technik und Geist es zulassen – live vom Lauf posten werde.

Heiko, 50 Jahre, arbeitet am Tag, läuft nachts, sammelt Uhren, schraubt an Autos und liebt die Familie über alles. Heikos Seite ist schlusslaeufer.de.

Fotostrecke: Neuer Mühle R41 im Vergleich mit Merkur

Dies ist ein Beitrag in der Themenserie „Rasierapparate„.

Mühle hat einen neuen Rasierhobel auf den Markt gebracht: den R41, ein Modell mit offenem Zahnkamm. Wir bringen erste Fotos.

Der Mühle R41

offener Zahnkamm

Seitenansicht

Der Kopf von unten

en detail...

Zum Vergleich einige Bilder des Merkur 15c

Merkur 15c

Der Kopf des 15c

…und des Mühle R89.

Der R89

Der Kopf des R89

Und schließlich noch ein Vergleichsfoto.

Die Köpfe der Rasierer im Vergleich

Robert Hill, freier Journalist und Fotograf. Kommt eigentlich aus München, wohnt im Taunus. Mag mechanische Uhren und klassische Kameras. Fotografiert, wenn privat, immer noch am liebsten auf Diafilm. Hat es geschafft, im letzten Jahr mehr Kilometer mit dem Fahrrad als mit dem Auto zu fahren.
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Links der Woche – 11.6. bis 16.6.

Jeden Freitag auf “Männer unter sich”: Links, die uns während der Woche untergekommen sind – Sport, Cartoons, Reportagen, Hintergründe zu unseren Artikeln usw. Männlicher Lesestoff zum Wochenende, viel Spaß!

Wochenende. Das fängt für viele Männer mit eine Bier an, ob zuhause, in der Stammkneipe, im Biergarten… wunderbare Sache. Eigentlich ist es vollkommen überflüssig, Werbung für Bier zu machen. Trotzdem geben sich die Brauer und die Werber ordentlich Mühe mit der Bierwerbung. Dieser Spot ist wirklich cool:

http://www.youtube.com/watch?v=uNQa5HCUYCQ

So hat jeder sein Lieblingsbier. Man sollte allerdings drauf achten, wo man’s bestellt. Jedes Bier hat seinen Ort,

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Video-Link: http://www.youtube.com/watch?v=uI8O6m-Ln1c

Bier hilft in vielerlei Lebenslagen. Zum Beispiel, wenn man Bud Spencers Synchronstimme werden möchte:

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Video-Link: http://www.youtube.com/watch?v=xhIk2XlgylY

Wenn’s ein paar Bier mehr waren, sollte man das Auto allerdings stehen lassen. Insbesondere, wenn’s ein schmucker Küwe-getunter Mazda ist, auf den Carsten Sohn uns aufmerksam gemacht hat.

Bier gibt’s auf Volksfesten in rauhen Mengen, und auf dem größten Volksfest Deutschlands, der Cranger Kirmes, ist das folgende Video eines Musikers namens Sebel van der Nijhoff entstanden. Das macht schon nüchtern Spaß, mit ein paar Bier intus ist es ein Überkracher.

http://youtu.be/ykQzYDcTpBM

Am besten schmeckt Bier nach dem Sport, wenn man sich so richtig angestrengt hat. Bis Heiko Müller sich an diesem Wochenende ein Bier genehmigen kann, wird es ein Weilchen dauern, Heiko läuft vorher nämlich noch die 100 Kilometer von Biel. Und die Leser von  „Männer unter sich“ hält er live auf dem Laufenden (sorry, der musste jetzt sein), und zwar in diesem Artikel und den Kommentaren dazu. Und es wird richtig spannend, denn Heiko ist, wie er schreibt, nicht unbedingt in Topform. Der Startschuss fällt heute nacht um 22 Uhr, dann geht die Post ab!

Schönes Wochenende, viel Spaß!

 

Treckerfahren!

1921. Vorstellung des ersten Rohölschleppers HL12. Aha. Und nun? Ja, wisst ihr denn nicht? Rohölschlepper? 1921? Der Ur-Bulldog erblickt das Licht der Welt! Bulldog? Sind das nicht diese merkwürdigen Hunde? Nein, falsch. Hier handelt es sich um den Bulldog, den von Lanz. Die Revolution der Ackerschlepper. Den, der als Beweis seiner Leistungsfähigkeit von Mannheim über Hannover nach Berlin fuhr. Ohne Panne! Und natürlich ohne mich. Denn zum einen gab es nicht mal Planungsansätze für meine Erzeugung, noch hätte ich Spaß daran gehabt, auf einer Blechwanne sitzend 1100km im flotten Schritttempo zu fahren.

Auch die Bereifung hätte – wenn auch definitiv bereits Plattfußsicher – ein Übriges zu einem entspannten Fahrkomfort beigetragen.

Aber in diesen Jahren wurde der Grundstein für einen gepflegten Vatertag gelegt. Denn ohne die Herren von Lanz gäbe es heute nicht das Treckertreffen in Brockstedt. Dort auf der Speedwaybahn, wo sonst Motorräder in wildem Drift ihre Kreise ziehen, trifft sich alljährlich zum Vatertag die Gemeinde der Lötlampen-Vorglüher mit ihren Einzylinder-Zweitakt-Dieseln zum gemeinsamen Auspuff-Ringe-Husten.

Wenn der Glühkopf mittels Lötlampe auf die richtige Temperatur gebracht wurde, das Lenkrad galant abgezogen und auf das Schwungrad gesteckt wurde, der Maschinist locker aus der Hand das teuflisch schwere Schwungrad zum Wippen bringt, ein- zwei Pumpbewegungen mit der Hand ein wenig Rohöl in den Zylinder bugsiert haben, ja, dann kann es passieren, dass eine Zündung erfolgt. Eine reicht. Ein tiefes sattes Buummm. So satt, dass jeder Fünfziger-Jahre-Amischlitten wie ein hochgezüchtetes Mofa klingt. Buummm. Pöff. Das Schwungrad dreht. Bedächtig. Keine weitere Zündung in dieser Runde, auch nicht in der nächsten, diese? Nein, auch noch nicht. Jetzt aber. Bumm. Bereits nach wenigen Minuten läuft der Kolben rund. 300 Umdrehungen pro Minute soll der Leerlauf sein. Das erscheint mir hoch gegriffen. Oft kann man die Ringe am Auspuff locker mitzählen, selbst bei 300 Umdrehungen sind es ja nur 5 pro Sekunde.

10 Liter Hubraum aus einem Zylinder. 50 PS bei 700 Umdrehungen. Der Schlepper schwankt unter der immensen Unwucht, die ein einzelner Zylinder in seiner Bewegung erzeugt. Aber wenn sich das Gefährt in Bewegung setzt, dann fährt es, bis der Verdampferkühler leer ist oder das Knochgerüst des Fahrers zerbröselt.

Außer um gepflegte Rückenleiden hat sich die Firma Lanz aber auch stets um das leibliche Wohl gekümmert. So fanden sich auf dem Acker neben den Schleppern auch die Dreschmaschinen der Firma. Angetrieben durch schwindelerregend lange Treibriemen wurde so das Korn – welches ja bekanntlich in verschiedene Endprodukte umgewandelt werden kann – direkt an der Stelle des Wachstums aus der Ähre gefummelt.

Neben den Klassikern von Lanz dürfen aber auch moderne Trecker auf die Speedwaybahn. Und hier sei jedem Langhauben Freund ein Blick auf die Traktoren der Firma Schlüter anempfohlen, bevor wieder so ein schnöder Ferrari gekauft wird. Bei der Haubenlänge hat der Schlüter eindeutig die Nase vorn, und die Werksfarbe erfordert keine Umgewöhnung.

Und selbst die, welche mit Treckern nichts anfangen können, kommen hier auf ihre Kosten. Es gibt einen Flohmarkt mit jedwedem Zeugs aus vergangenen Tagen.

Und da der Vater zu seinem Tag nicht mit dem ÖPNV anreisen will, zeigt sich bereits auf dem Parkplatz eine Vielfalt an Fahrzeugen, die die Harley Days zu einem Ereignis zweiter Klasse werden lassen.

Heiko, 50 Jahre, arbeitet am Tag, läuft nachts, sammelt Uhren, schraubt an Autos und liebt die Familie über alles. Heikos Seite ist  schlusslaeufer.de. Am Wochenende läuft Heiko die 100 km von Biel. Wenn wir’s technisch in den Griff kriegen, werden wir bei „Männer unter sich“ live dabei sein.

Was liegt an? 14.6. bis 19.6.

Was nächste Woche auf uns zukommt.

Nowitzki hat’s geschafft. NBA-Champion. Ich will jetzt hier kein staatstragendes Blablubb von wegen „unglaubliche Leistung“ oder „in einer Liga mit Boris Becker und Franz Beckenbauer“ absondern, ich freu mich einfach für den Typen. Scheint ein netter Kerl zu sein. Könnte auch einen Schub fürs Basketball hierzulande geben. Wär okay. Ist ein schöner Sport. Ich hab selbst mal gespielt, damals in der Schule. War dann aber doch ein bißchen weit, von 1,76 bis zum Korb. Da hat der Nowitzki ’n Vorteil. Ist eben Profi.

Sport ist auch bei der Kino-Premiere der Woche angesagt, die Boxer-Doku“Klitschko“ läuft an, und der Trailer sieht eigentlich vielversprechend aus.

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Video-Link: http://www.youtube.com/watch?v=1pSLQdWNVz4

Eigentlich. Die Bilder wirken für eine Doku doch sehr geschniegelt, Vitali und Waldimir sehen aus, wie wir sie aus ihren Schokoriegel-Werbespots kennen, Mama Klitschko ist ein bisschen zu mütterlich um wahr zu sein… Okay, Schwamm drüber. Das Produkt „Die Klitschko-Brüder“ wird schon ziemlich lange ziemlich perfekt vermarktet, da ist dieser Film nur der nächste, logische Schritt. Wer sich das antun mag, bitte. Ich warte lieber auf spannendes Schwergewichtsboxen. Das könnte allerdings noch ein bisschen dauern.
Kleine Warnung noch an alle Kurt-Krömer-Fans, die einen Besuch von „Eine Insel namens Udo“ (läuft auch diese Woche an) erwägen: das ist nicht direkt ein Kurt-Krömer-Film, sondern eher eine romantische Komödie, in der Kurt Krömer die Hauptrolle spielt. Als solche nicht schlecht, aber eben eine romantische Komödie. Nuja.

Die Videotheken können wir getrost links liegen lassen, die fünfte Kojak-Staffel ist mit das spannendste, was diese Woche raus kommt. Entzückend. Also Sport, das heißt, wir warten auf Wimbledon in der nächsten Woche. Diese Woche überträgt Eurosport noch das Vorbereitunsgturnier in Eastbourne, außerdem Fußball: die U21-EM aus Dänemark und ab Sonnabend Leichtathletik, die 3. EAA Mannschafts-Europameisterschaft aus Stockholm.
Bei Sport1 gibt’s die Basketball-Playoffs zwischen Bamberg und Alba Berlin, Dienstag abend steigt das vierte Spiel, Bamberg führt 2:1 und es fühlt sich so an, als würden sie den Matchball verwandeln. Das, was Bamberg in Spiel 3 gezeigt hat, war sehr überzeugend, da müsste Alba schon einen Nowitzki aus dem Hut zaubern, um das noch zu drehen. Ansonsten zeigt Sport1 ein paar Bilder von der Tour de Suisse und am Wochenende die Finalspiele von der Beachvolleyball-WM in Rom. Nuja, wir hatten schon Wochen mit einem überzeugenderen Sport-Angebot.

Und am Wochenende ist dann noch DAS Event für den Ultra-Läufer, die 100 Kilometer von Biel. Natürlich geht Heiko Müller an den Start, und wenn wir’s technisch hinkriegen, werden wir ihm ermöglichen, live von der Strecke zu bloggen. Sollte jemand Erfahrung mit Bloggen via SMS bei WordPress haben, wären wir für ein wenig Hilfestellung per Mail (redaktion@maenneruntersich.de) dankbar!

Zum Glotzen-Programm. Donnerstagabend, 22 Uhr 45, ARD, Stallone als „Rocky Balboa“, der letzte Rocky-Film und, ja, ich weiß, ausgelutschtes Format, Stallone ist unmöglich, blablabla. Ich mag diesen Film trotzdem. Wenn dem Hauptdarsteller Perlen der Dialogkunst wie „Fighters fight…“ aus dem Mundwinkel fallen, wenn nach dem überaus gelungenen Pep-Talk des Trainers („Lasst uns ein paar schmerzhafte Bomben basteln!“) die überlaute Fanfare die klassische Rocky-Trainingssequenz einleitet, wenn Mr. Balboa schließlich das einengende Korsett der klassischen Kampfkunst sprengt, um seinen Kampf gegen den amtierenden Schwergewichtsweltmeister in eine Wirtshausschlägerei nach Altvätersitte zu verwandeln und der Ring-Kommentator entzückt „Willkommen in Rocky-Land!“ ruft… dann geht einem doch das Herz auf. Ein Film wie ein Grips-Theaterstück für alte Säcke. Deutlich seriöser vorher um 21 Uhr 50 auf arte: „Skateboard Stories“ eine Doku über die Subkultur der Skater.
Das Hirn können wir dann am Freitag wieder ausschalten, um 20 Uhr 15 erfreut RTL2 mit „The Fast and the Furious: Tokyo Drift“ – vollkommen hirnlose Action auf der vergeblichen Suche nach einer plausiblen Handlung, jede Menge Blechschäden… kann ganz spaßig sein.
Und am Sonntag um 21 Uhr 45 läuft dann auf 3sat zum Wochenausklang noch „Let’s Play, Boy“, eine Doku über das Playboy -Magazin und seinen Erfinder Hugh „Viagra“ Hefner.

Und wer nicht im Training  ist, um NBA-Champion zu werden oder bizarre Laufdistanzen zurückzulegen, der hat vielleicht Zeit, gelegentlich eine Kneipe aufzusuchen und mit ein paar Freunden auf das Wohl von Dirk Nowitzki und den Dallas Mavericks anzustoßen. Die haben’s verdient. Übrigens sollen die Mavericks nach Spielschluss laut SpOn 26 Pullen Schampus leergemacht haben. In 20 Minuten. Auch das eine respektable Leistung, an die unsereins nicht rankommt. Sind eben Profis. Eine schöne Woche, viel Spaß!

„Was liegt an“ ist die montäglich erscheinende Wochenvorschau von „Männer unter sich“. Was Männer in den nächsten 7 Tagen interessieren könnte in total subjektiver Auswahl: TV, Sport, Kino, Musik, DVD, Events, was eben anliegt. Haben wir was vergessen? Sollen wir auf was hinweisen? Jederzeit gern, bitte die Kommentare benutzen oder unsere Mailadresse redaktion@maenneruntersich.de .

Foto Ausguck: Katharina Wieland Müller / pixelio.de

 

Links der Woche – 4.6. bis 10.6.

Jeden Freitag auf “Männer unter sich”: Links, die uns während der Woche untergekommen sind – Sport, Cartoons, Reportagen, Hintergründe zu unseren Artikeln usw. Männlicher Lesestoff zum Wochenende, viel Spaß!

Eine in mehrerer Hinsicht bemerkenswerte Woche ist (fast) rum. Zum einen konnte man sich mal wieder davon überzeugen, aus was für einem Haufen skrupelloser, verlogener Drecksäcke die BILD-Redaktion besteht. Ob man’s wollte oder nicht, im letzten Jahr bekam man ständig etwas über Jörg Kachelmann und den Prozess gegen ihn zu hören. Und die BILD war einer der Hauptakteure in dieser unfasssbaren Schlammschlacht gegen einen Mann, dessen Schuld nicht erwiesen war und der letztendlich freigesprochen wurde. Die ganze Zeit hat Kachelmann die Schnauze gehalten. Jetzt hat er sich in einem ausführlichen Interview mit der ZEIT (das gestern noch online zu lesen war, heute aber nicht mehr) mal richtig Luft gemacht und u.a. mit den Medien abgerechnet, die ihn ein Jahr lang massiv angegriffen und mit seinem Schicksal jede Menge Geld verdient haben.
Klar hat das der BILD nicht gefallen, was Kachelmann gesagt haben, und deshalb haben sie ihren Kettenhund losgemacht Starkolumnisten, Parade-Macho und geistigen Borderliner Effjott Wagner auf die Causa Kachelmann angesetzt. Heute schreibt der liebe Effjott an den „lieben Jörg Kachelmann“ unter anderem: „Hass, Rache bestimmt heute Ihr Leben. Was ich mich frage, ist, warum Sie sich nicht mit all Ihren Schmerzen zurückziehen, wegschleichen, neu werden. Alles vergessen. Keine Interviews.
Versuchen Sie einmal, ein Mensch zu werden, den man vergisst.“
Und mit was hat die Print-BILD heute aufgemacht? Ja, richtig, mit „Kachelmann rechnet ab“. Ich kann gar nicht soviel fressen wie ich kotzen möchte.

Womit wir bei EHEC wären. Auch hier hatte Effjott Wagner Erhellendes beizutragen: er bekommt seit neuestem beim Blick in die Kloschüssel weiche Knie. SPAM liefert die passende Antwort.

Bei EHEC läuft jetzt alles auf die Sprossen zu, das einzige Gemüse, das kein Alibi zu haben scheint. Jetzt heißt es eisern die Nerven behalten und einen klaren Kurs steuern. Das gelingt besonnenen Kerlen, die der Rohkost immer ein gesundes Misstrauen entgegengebracht haben, naturgemäß besser als Frauen, die von einer rücksichtslosen Diät-Industrie in eine physische Abhängigkeit von Gurken- und Tomatenscheiben gelockt wurden. In einer Bäckerei in Berlin-Wedding haben sich dramatische Szenen abgespielt.

Ganz wichtig bei EHEC: ständig Händewaschen. Natürlich besonders, wenn man auf dem Lokus war. In dieser schönen, alten Uhren-Werbung gibt es einen Insiderblick aufs Männerklo. Wer guckt wohin?

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Video-Link: http://www.youtube.com/watch?v=2zQLiVvCHxA

Vermutlich bleibt derzeit derjenige auf der sicheren Seite, der auf fleischliche Proteine in allen Lebensbereichen setzt. Mittlerweile kann man sogar Dinge wie Blindtext mit tierischen Fetten anreichern. Dank an Carsten Sohn für den Hinweis.

Kachelmann, EHEC, ein Alptraum jagt den nächsten. Auch dieser Keeper ist jetzt in einem zuhause. Furchtbar. Schlimmer geht’s nicht.

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Video-Link: http://youtu.be/2V3DeqELS8A

Wenigstens in einigen Hotelbars ist die Welt noch in Ordnung. Zumindest in denen, wo Profi-Crooner Louie Austen auftritt. Im Tagesspiegel erklärt er, was man in der Bar singt und was man dazu trinkt.

Zur endgültigen Versöhnung mit der aus den Fugen gegangenen Welt eins der schönsten Jazz-Videos, das ich kenne. Der unsterbliche Dexter Gordon spielt „Body and Soul“. Mehr Gänsehaut geht nicht.

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Video-Link: http://www.youtube.com/watch?v=-xGPHseCQrI

Schönes Wochenende, Frohe Pfingsten!

 

 

 

 

Männeressen: Das Beer Butt Chicken

Sagenhaft knusprig und trotzdem saftig: das Beer Butt Chicken auf dem Teller.

Wer das Beer Butt Chicken (hierzulande wird es etwas weniger farbenfroh meist „Bierdosenhähnchen“ genannt) erfunden hat, ist nicht bekannt. Fest steht nur, dass es ein Mann gewesen sein muss.
Man kann es sich richtig vorstellen, wie der Kerl in seiner Küche (oder vor seinem Grill) stand, auf der Arbeitsfläche ein küchenfertig vorbereitetes Huhn. Was anfangen mit dem Viech? Warum nicht mal was neues ausprobieren? Aber was… Nu, knacken wir uns erst mal ’n Bierchen…
Und nachdem er den ersten Schluck eiskaltes Bier genommen hatte, kam ihm die Idee. Er guckte ein paar mal zwischen dem mit gespreizten Schenkeln vor ihm liegenden Huhn und der Bierbüchse hin und her, und dann zauberte sich ein unendlich breites, schmutziges Grinsen ins Gesicht dieses unbekannten Kochs und er schritt umgehend zur Tat: das Beer Butt Chicken (im Folgenden BBC) war geboren.
Konnte nur ein Kerl drauf kommen. Und selbst wenn eine Frau die Idee gehabt hätte: sie hätte sie niemals in die Tat umgesetzt, sondern mit einem Kopfschütteln als infantil, geschmacklos und albern verworfen. Einem Huhn eine halbvolle Bierdose in den Hintern schieben? Da träumst du von!
In der Tat träumen wir Männer von infantilen, geschmacklosen und albernen Dingen, denn mit solchen Dingen kann man die Welt aus dem Angeln heben. Oder ein BBC machen. Dafür braucht man ein Huhn (ich bevorzuge eins, das zwischen zwei und drei Pfund schwer ist), eine Dose Bier (Halbliter-Größe) und eine Gewürzmischung nach Belieben. Ich verwende gern Paprikapulver, grobes Salz, braunen Zucker, durchgepressten Knoblauch und Oregano (ganz profan nur Salz und Pfeffer geht auch).  Damit wird das Huhn außen und innen eingerieben.1 2
Nun knackt man die Bierbüchse und trinkt sie halb aus. Perfektionisten pieksen oben noch ein paar zusätzliche Löcher rein, ich hab’s mit oder ohne Zusatzlöcher probiert, macht keinen Unterschied. Nun wird sensibel die Öffnung des Hähnchens geweitet, bis sie groß genug ist, dass man das Viech über die Dose stülpen kann. Die Halsöffnung mit ein, zwei Zahnstochern zustecken, damit der aus der Dose aufsteigende Dampf nicht entweicht. Soll ungefähr so aussehen wie auf dem Foto rechts.

So sieht das BBC vorher aus.

Das BBC stellt man jetzt in eine flache Auflaufform (wo der austretende Saft reinlaufen kann, die Sauerei will kein Kerl im Ofen haben) und schiebt das ganze auf die unterste Schiene in den 160 bis 180 Grad heißen Ofen. Ofentür zu, eine Stunde anderweitig beschäftigen. Der Griller hat sein BBC über einer Abtropfschale platziert3 und den Kugelgrill geschlossen. Es sollte ebenfalls eine Stunde dauern, bis das Huhn durch, außen unglaublich knusprig und innen phänomenal saftig ist.
Und in der Stunde sollte man das BBC wirklich in Ruhe lassen. Nix begießen, nix bepinseln, nix Nachgucken, ob alles auch optimal läuft. Ofentür (oder Grillklappe) zu, das war’s. Fire and forget. Ein herrliches Rezept.
Nach der Stunde ist das Bier in der Dose leider nicht mehr genießbar. Aber sonst stimmt alles. Wie man sieht.

Beer Butt Chicken!

Im Prinzip war’s das. Aggressive, hungrige Kerle pellen sich jetzt das Tier direkt von der Büchse, sensible Naturen tranchieren das Huhn, bevor sie zum Verzehr schreiten. Bleibt die Beilagen- bzw. die Getränkefrage. Stück Brot ist okay. Pommes sind klassisch, wenn man sich die Mühe macht und die Friteuse anwirft. Letztes Mal hab ich so’n Durcheinander aus Tomate, Avocado und Cole Slaw mit ’ne Schuss Kürbiskernöl dazu gemacht. Kam gut.

BBC zivilisiert.

Und zu trinken? Ja, Herrgottsack, wer unbedingt Wein dazu trinken will, der soll sich ’n Riesling, ’n Chardonnay oder ’nen Rosé geben. Ansonsten dürfte klar sein, was es zu trinken gibt. Prost! Mahlzeit!

  1. Ich kenn ein paar Rezepte, wo das Huhn einen Tag lang in irgendeiner Marinade eingelegt wird. Beim Grillsportverein wird wohl u. a. öfter mit Brine experimentiert. Ist nicht so mein Ding. Das Schöne am BBC ist ja gerade seine Einfachheit. Und groß vorschmecken tut so ’ne Marinade meiner Ansicht nach nicht.
  2. Was allerdings gut kommt, ist, mit den Fingern vorsichtig die Brusthaut zu lockern und ein bißchen Butter oder Kräuterbutter zwischen Haut und Fleisch zu schieben. Bleibt die Brust schön saftig.
  3. Das BBC kann man nur indirekt grillen. Es sei denn, man bevorzugt sein Geflügel kremiert.

Von 0 auf 100: Der Weg zum Ultra-Läufer (Teil IV)

Heiko Müller, der für “Männer unter sich” schon mal eben kurz von Hamburg auf den Brocken gefahren ist, hat für uns eine vierteilige Serie über Ultra-Läufe geschrieben. Teil I lieferte eine Einführung ins Thema, Teil II beschrieb interessante Ultra-Läufe in Europa. In Teil III beschrieb Heiko, wie er sich auf seinen ersten 100-km-Lauf vorbereitet hat. Teil IV erzählt von seinem ersten Mal.

Vor dem Start in Biel stand die Anreise. Bereits im Flieger nach Basel fanden sich einige Läufer. Direkt hinter uns saßen drei Mädels, mit denen ich ins Gespräch kamen. Zwei liefen Staffel und eine lief die 100km. Allerdings in einer anderen Liga. Zielzeit unter 10Std. Hihi… schön wenn man das schafft, für mich war ankommen das Ziel. Sonst nichts.
Im Zug nach Biel der erste leichte Schock: Oberleitungsschaden. Gut, dass es noch eine Verbindung ohne Umsteigen gab. Also Zug gewechselt und heil in Biel angekommen. Die Unterkunft war auch schnell gefunden. Die Zimmer waren noch nicht fertig. Daher erst auf der Wiese vor dem Zimmer chillen, dann noch ein wenig im Bett dösen. Gegen 17:00 dann der Aufbruch Richtung Start. Mit kurzem Halt am Supermarkt – alle hatten noch Hunger – ging’s den 100km entgegen.
Nachdem wir unsere Startunterlagen erhalten hatten kam ein neuer Schock: Kleidertransport zur Laufmitte gab es nicht. Das war erst mal doof. Ich hatte mich mental auf einen Beutel in Kirchberg eingestellt. Der Optionenbeutel. In ihm könnte all das lagern von dem ich dachte, dass ich es eventuell brauchen könnte, mir aber nicht sicher war, es deshalb dort hin transportieren lassen wollte, damit ich dann, wenn ich denn dort ankommen sollte, was ja nicht klar war, also dann, wenn ich dort wäre, dann könnte ich diejenigen Dinge aus dem Optionenbeutel entnehmen, die mir auf den 56km bis dort so schmerzlich gefehlt hatten.
Optionenbeutel war also nicht. Ich musste in den sauren Apfel beißen, entweder würde ich alle Optionen tragen oder ich würde mutig sein müssen. Ich entschied mich für mutig. Alles tragen wäre eh der Untergang gewesen. Also noch mal flugs im Geiste den Lauf durchgegangen: Was braucht man sicher? Eine Windjacke? Ja. Trockene Socken? Nein. Zweites Paar Laufschuhe? Nein. Und so ging das weiter. Ich hatte am Ende besagte Jacke, ein Handy, eine kleine Lampe und eine Kappe. Mehr nicht. Weniger nicht. Alles am Gürtel verstaut. Optionenbeutel werden überbewertet.

Optionenleer geht es endlich raus aus der Halle, noch 20 Minuten bis zum Start. Ich stelle mich in die Menge, mache noch ein Foto und halte mir die Ohren zu, weil die Beschallung so eingestellt ist, dass die halbe Schweiz mithören kann. Und es wird eh nur noch dieser oder jene verdiente Funktionär erwähnt, oder er sagt sogar selbst was. Und alles auf drei Sprachen. Das einzige was ich zu dieser Zeit hören will, nämlich der Startknall, lässt noch auf sich warten.
Da zählt doch was auf französisch rückwärts? Peng, der Start. Wir laufen. Die ersten Meter einer nicht fassbaren Strecke sind genommen!

Die Nacht kann beginnen! Und Sie beginnt. Durch Biel geht es zügig voran. Es steht reichlich Publikum an der Strecke. Ich muss uns an meinen Plan denken nicht schneller als 7min/km zu laufen. Die Menge ist schneller und so muss ich immer wieder auf die Bremse treten. Ich trabe also mit dem Pulk durch Biel. Die Stimmung an und auf der Straße ist gut.
In den Randbezirken wird es schon dünner mit den Menschen. Haben die all die Berichte nicht gelesen? Oder zieht die Fußball WM die Menschen vom wahren Highlight der Nacht ab? In den Berichten die ich vor Biel las war immer die Rede von Menschen auch im kleinsten Dorf. Naja, dies hier war ja kein kleines Dorf. Sah zwar so aus, war aber Randbezirk. Und von Menschen in jedem Randbezirk stand da auch nichts. Wir halten fest: Randbezirke sind nicht so laufinteressiert wie kleine Dörfer! Aber auch ohne Menschen an der Strecke kann man laufen.
Bei ca. Kilometer 7 kommt der erste Berg, ich gehe wie geplant hinauf. Das erwähnte ich noch nicht, oder? Berge sind eigentlich nicht zum Laufen da. Berghoch kostet es unnötig viel Kraft, bergab zerbröseln die Knie. Berge sind also nicht zum laufen. Nun ist die Schweiz tendenziell bergig. Ganz ohne kann man daher 100km nicht in die Gegend falten. Die Berge (Anstiege wohl besser) die einem dann also vor die Füße springen, wollte ich gehen. Daher: alles ist prima. So ziehe ich meine Bahn.
Ab ca. Kilometer 30 wird es mental ruhiger. Leider stellen sich auch erste Probleme ein. Die Gehpausen werden häufiger. Ich fühle mich noch recht frisch, aber die Mitläufer nicht so. Dennoch bleiben ich beim Team.  Es beginnen Diskussionen. Aber wir  wollten mindestens bis km 56 zusammen bleiben. Also machen wir das auch. Wir waren zu dritt gestartet. Unterschiedliche Trainingsumfänge, Geschlechter und Gewichte waren zusammengewürfelt. Nie hatten wir so lange Strecken zusammen gelaufen. Interessanterweise schien ich, der ich wohl die unsportlichste Figur vom Team hatte, noch am besten mit diesem langen Kanten zurecht zu kommen. Wieder ein Steinchen in der Mauer des Übermuts. Es sind diese kleinen Begebenheiten, die den Sinn für die Realität vernebeln und einen Dinge tun lassen, die man nicht tun sollte. Aber die Geschichten kommen noch. Hier galt es erst mal den ersten 100-km-Lauf nach Hause zu hoppeln.

Bei km 56 hatten wir den ersten aus dem 3er Team zurückgelassen. Er würde alleine und langsam nachkommen. Zu zweit ging es weiter. Es folgt der Hoh-Shi-Min-Pfad. Auch darüber gab es vorab viel zu lesen. Er ist auch schön. Ein Weg am Wasser entlang, mal schmal, mal breiter. In der Morgendämmerung leicht zu laufen. Es geht auch leicht bergab und wir mussten immer wieder bremsen um hier nicht zu flott zu werden. Immer wieder zieht das Tempo an und wir laufen 6:30 min/km. Das wollten wir nicht. Auch wenn es hier geht, wo wird dann die Kraft fehlen? Ja, der Pfad. Also das leichte Gefälle ist sicher schön. Das Wasser auch. Legendär hingegen fand ich das alles nicht. Vielleicht, weil es schon hell war? Sicher sind die Pfade in der Nacht haariger zu laufen, aber wer langsam unterwegs ist, hat hier nichts zu fürchten.
Noch ist es kalt – andere würden sagen kühl, ich fand es kalt – und damit reichten die Abstände der Verpflegungsstelle. Aber gleich würde die Sonne kommen. 27 Grad. Dann sind die Abstände lang, zu lang? Ich werde dann jedenfalls nur mit voller 750ml Flasche von den Verpflegungsstellen los laufen. Sicher ist sicher.
Verpflegung: Wahrscheinlich machten sich noch einige Damen und Herren von den Ständen sorgen um meinen Zustand. Es gab fast immer Wasser, isotonisches Getränk, hypotonisches Getränk, Tee, Bouillon, Cola, Wasser – in dieser Reihenfolge – an jedem Stand. Und bis auf den Tee habe ich auch an jedem Stand – in dieser Reihenfolge – von jedem Getränk einen Becher zu mir genommen. Dazu dann eine bunte Mischung aus Banane, Energieriegeln, Gel, Brot, Apfelsine und Frühstücksflocken (trocken auf die Hand). Auch das immer alles und gemischt. Ich fühlte mich jedes Mal gestärkt, die Blicke aber sagten  immer: Gleich kommt das alles wieder hoch, gleich kommt das alles wieder hoch. Ich konnte die Helfer beruhigen, es blieb immer alles drin! Ich brauchte die Energie. Die Uhr sagt was von 11.000 Kilo Kalorien Verbrauch. Das hab ich wohl auch locker oben wieder reingefüllt! Vielleicht einer der Gründe, warum joggen bei mir nicht zu so dramatischen Gewichtsverlusten führt wie bei einigen anderen? Ich kenne ja Läufer, die können beim Laufen nichts zu sich nehmen. Der Horror für mich. Wenn ich nicht futtere, dann bleib ich nach ein paar km einfach stehen. Mein Stoffwechsel scheint sich nicht von Fettreserven ernähren zu können. Nur der primär Stoffwechsel zählt. Alte eingelagerte Kalorien nimmt die verwöhnte Muskulatur in meinem Fall nicht zu sich. So ist das mit den verwöhnten Körperteilen. Irgendwann heben Sie ab und weigern sich, die einfachsten Dinge zu tun.
Bei km 73 zerfällt der Rest des Teams. Ich bin allein.  Eigentlich kein Problem, ich trainiere in der Regel ja auch allein. Aber wenn man nach so vielen Stunden gemeinsamen Laufens plötzlich allein ist, dann ist das ein komisches Gefühl. Niemand mehr da, mit dem man mal kurz den aktuellen Zustand diskutieren kann. Niemand mehr da, der einen bremst oder zieht. Allein eben. Nun gut, zu ändern war das nicht. Wenn die Kraft weg ist, ist die Kraft weg. Und so zog ich allein in Richtung Schicksalsberg.

Noch 27km und ich stehe am Fuß der Steigung vor Arch. Ich laufe mehr, gehe weniger und komme gut bis zum richtig steilen Stück. Hier gehe ich die gesamte Steigung. Ich merke die Hitze, ich keuche, mir rinnt der Schweiß in Bächen in die Augen, aber ich fühle mich soweit sehr gut.
Im Abstieg laufe ich. Ich hatte von vielen gelesen, die hier rückwärts den Berg hinabgestiegen sind. Ich bin froh, dass mir das erspart bleibt. Und erstaunlicher Weise melden sich auch die Knie nicht. Eine stützende Funktion erfüllen die Muskeln schon lange nicht mehr. Ja, okay, ich gebe es zu, ein wenig schon noch. Immerhin bewege ich mich ja noch aufrecht. So ganz ohne stützende Funktion geht das wohl nicht. Dennoch, das bergab Laufen ist eine Art kontrolliertes Stolpern. Das Gefälle gibt das Tempo an. Bremsen können die Beine nur in einem sehr begrenzten Masse. Und so ist es gut, dass es zwar runter geht, aber eben nicht so steil, dass ich völlig die Kontrolle verliere. Schön ist, dass die Verhinderung des Hinfallens mein Hirn dermaßen beschäftigt, dass Blasen und andere Wehwehchen ein Schattendasein führen.
Meine Kollegen wachen auf, und die eine oder andere SMS trudelt ein. Ich rufe zurück und berichte, dass es gut läuft und freue mich diebisch über den Support. Das war an dieser Stelle wirklich eine hilfreiche Angelegenheit. Halten wir also fest: Biel ist nur laufbar, seit es Handys gibt. Ohne hätte mir hier was gefehlt.
Der lange Uferweg an der Are macht mir dann doch zu schaffen. Eigentlich ist ein Fluß ja eine schöne Sache. Romantisch alle mal. Verleitet zum Träumen. Alles fein. Aber hier und heute? Links am Fluss Felder. Frisch gemäht. Trocken von der Sonne. Staubig um genau zu sein. Die gleiche Sonne die eben noch diesen Staub erzeugt hat, hängt jetzt da oben und zielt einzig und allein auf mich. Sie kommt von links. Die Bäume vom Fluss sind rechts. Nichts steht zwischen mir und der Sonne. Der Fluss sollte eigentlich für leicht feuchtes Klima sorgen. Hat ihm aber keiner gesagt, und so lässt er das. Was bleibt ist Sonne und Staub und ein Weg, der zu dieser fortgeschrittenen Stunde als deutlich zu eintönig und lang bezeichnet werden kann.
Im Hinterkopf grummelt es. Diese Futterstelle. Bei km 90. Km 90. Das müsste doch, warum ist das noch nicht. Da hinter der Biegung? Nein. Der gleiche Weg. Links die Felder. Rechts der Fluss. Oben die Sonne. Na, dann hinter der nächsten Biegung? Nein. Man merkt: Hier ist mentale Stärke von Nöten gewesen. Denn gefühlt dauerte das hier alles viel zu lange.
Ich merkte hier, dass auch bei mir irgendwann Schluss sein wird mit der Kraft. Aber noch läuft kräftemäßig es gut. Bei km 90, den ich um 09:25 erreiche bin ich dann allerdings schon so dösig in der Birne, dass ich nicht mehr rechnen kann. Ich habe bis hier zuletzt immer ca. 41min auf 5km gebraucht. Langsam gell?  An dieser Stelle denke ich das damit 14:00std. Zielzeit nicht mehr möglich sind, dabei könnte ich sogar auf ca. 47min auf 5km abfallen und würde es noch schaffen. Aber wie gesagt, rechnen wird schwer, wenn der Körper erschöpft ist. Ich denke da aber, es wird nichts mit sub 14 und entscheide, dass ich dann auch eine entspannte  lange Gehpause machen kann.
Bei km 95 bemerke ich meinen Fehler, hänge aber auch in der letzten Steigung, die ich so gar nicht mehr im Kopf hatte. Das ist eine ganz, ganz böse Sache. Ich hatte die Strecke quasi auswendig gelernt. Und ich war super sicher, dass nach dem Berg von Arch nichts mehr kommt was einer Steigung ähnlich sieht. Und nun. Ja, nun liegt diese Steigung vor mir. Sie durfte nicht hier sein. Mein Hirn war nicht auf diesen Anblick vorbereitet und so schlägt die Sache voll ins Kontor. Das ist böse. Dem Kopf tut es weh. Gas geben ist hier nicht drin. Ich versuche nicht noch mehr Zeit zu verlieren. Jetzt wird jeder km angezeigt.

Bei km 99 sehe ich noch eine Chance für die 14-Stunden-Marke. Ich ziehe an auf einen 6min/km Pace. Ca. 300m vor dem Ziel höre ich den Stadion Sprecher. Auch er spricht von der 14-Stunden-Marke, ich ziehe weiter an. Ich laufe jetzt einen 3:40 min/km Pace (sagt meine Polar 625). Mehr geht nicht mehr. Ich komme dann in 14:00:32 ins Ziel. Die 32 Sekunden habe ich an hundert Stellen liegen lassen. Schon am Start, wo ich deutlich nach dem Knall unter dem Startbanner durchlief. Und es ist lächerlich sich über 32 Sekunden zu ärgern.

Aber in dem Moment wo ich um die Ecke Richtung Ziel bog und sah, dass 14:00:xx schon angezeigt wurde und es nicht mit 13 begann, war doch eine Enttäuschung in mir. Komisch eigentlich. Weil ich ja mein Ziel durchzuhalten erreicht hatte. Weil ich vorher gesagt hatte ich wäre auch froh, wenn ich knapp vor Schluss reinkomme. Was ja noch Stunden hin gewesen wäre. Na, in dem Moment war ich sauer. Das hielt in etwa bis zu dem Moment wo ich über die Matte lief. Die Matte. Der Pieps – ich war ja allein, ich konnte ihn daher sehr genau hören. Diesen Pieps. Meinen Pieps. Den 100km-Pieps. Den Pieps, der die Erlösung in sich trug. Pieps. Du bist da. Pieps. Du bist 100km gelaufen. Pieps. Du hast geschafft, was du eigentlich nicht für möglich gehalten hast. Pieps. Jetzt kannst du glücklich sein. Und ich war glücklich. Noch vor 100 Metern war ich sauer über 14Stunden und ein bisschen. Jetzt war das Gefühl vorbei und es war nur noch der Stolz in mir, diese Distanz bewältigt zu haben. Ich war da. Ich hatte es geschafft. Wow.

Und gleichzeitig habe ich da etwas für alle folgenden Läufe mitgenommen. Eine sehr wichtige Lektion, die ich eigentlich hier nicht zu lernen gedacht hatte. Ich hatte mich frei gemacht von der Zeit. Ich denke es war wichtig, dass  ich diese 32 Sekunden zusätzlich auf dem Zettel hatte. Ich habe mich geärgert und kurz danach empfunden, dass es so was von albern ist auf diese Sekunden zu sehen. Denn ging es um eine Zeit? Auch wenn die Zeit gemessen wird. Wenn Sie veröffentlicht wird. Wenn Sie auf der Urkunde steht. War die Zeit der Grund meiner Teilnahme? Wollte ich eine Zeit laufen? Nein. Ich bin nicht gestartet um eine Zeit zu laufen. Ich war gestartet um 100km zu laufen. Ich wollte eine für mich unvorstellbare Strecke bewältigen. Ich kann bis heute nicht sagen, warum ich das wollte. Aber ich kann sagen ich wollte. Und ich wollte nur ankommen. Und das habe ich erreicht. Noch mal Wow!

Heiko, 50 Jahre, arbeitet am Tag, läuft nachts, sammelt Uhren, schraubt an Autos und liebt die Familie über alles. Heikos Seite ist  schlusslaeufer.de.