Sommertheater: Ferien-Lesetipp „Moonfleet“

Der Schmugglerpfad nahe Moonfleet

John Trenchard ist ein Waisenjunge, de Küstenort Moonfleet lebt, der einst von der Familie Mohune beherrscht wurde. John gewinnt die Freundschaft Elzevir Blocks, des Inhabers des einzigen Gasthauses in Moonfleet und verliebt sich in Grace Maskew, die Tochter des grausamen Ortsvorstehers, der Blocks Sohn erschossen hat ihn beim Schmuggeln ertappt hatte. Durch einen Zufall kommt John den Schmugglern auf die Spur, entdeckt einen Geheimgang auf dem Friedhof und findet einen Hinweis auf einen sagenhaften der Mohunes. Später müssen Block und er aus Moonfleet fliehen, sie finden den Schatz, verlieren ihn durch Betrug und landen im Kerker. Nach langen Jahren kehrt John nach Moonfleet zurück, wo die Geschichte schließlich ihr Ende findet.
Ganz, ganz dolles Buch.  Eine Abenteuergeschichte, wie ich sie als Junge verschlungen habe und heute immer noch mit Begeisterung verschlinge. Schmuggler, Piraten, Geheimgänge, ein Diamant, an dem ein geheimnisvoller Fluch haftet, Mord, Verrat, Sühne, Erlösung… alles drin, alles dran zum Rote-Ohren-Kriegen.
„Moonfleet“ ist ein viktorianischer Jugendbuchklassiker, von dem es derzeit m. W. keine deutsche Übersetzung gibt. Dafür bekommt man die englische Ausgabe umsonst als ebook: entweder beim Projekt Gutenberg oder bei Google Books. Chris de Burgh hat letztes Jahr das Album „Moonfleet & other Stories“ herausgebracht, das von diesem Buch inspiriert wurde.

Foto: treehouse1977 under Creative-Commons CC BY-SA 2.0

Sommertheater: George Best

Der „weiße Pelé“:

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Video-Link: http://www.youtube.com/watch?v=PAaNUVKWBmM

Seine besten Zitate:
„Ich habe viel Geld für Alkohol, Frauen und Autos ausgegeben, den Rest habe ich einfach sinnlos verprasst.“

(über David Beckham) „Er kann nicht mit links schießen, er kann nicht köpfen, er geht nicht in den Zweikampf und er schießt nicht allzu viele Tore. Ansonsten ist er ganz in Ordnung.“

„1969 habe ich aufgehört, zu trinken und mit Frauen rumzumachen. Das waren die schlimmsten zwanzig Minuten meines Lebens.“

Strafraum-Poesie:

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Video-Link: http://www.youtube.com/watch?v=U2HWUbFGHMU

 

Tour de France – 21. Etappe

Die Champs Élysées

Bevor Reporterlegende Phil Liggett heute Nachmittag sein alljährliche :“It’s been a marvelous Tour de France“ zum Besten gibt, kommt hier meine letzte Vorschau.

Die Streckenführung der Ausgabe 2011 war wirklich gelungen. Oft war es früher doch so: Der Top-Favorit greift am ersten großen Hügel an, übernimmt das Gelbe Trikot, und es war spätestens zu Beginn der zweiten Tourwoche klar, wer in Paris gewinnt.

Das war diesmal anders. Die Mini-Bergankünfte zu Beginn der Rundfahrt in der Vendée, der Bretagne und der Normandie haben die 98. Gesamtwertung ordentlich durcheinander gewirbelt – die vielen Stürze natürlich auch.

Kurz vorm Ziel

Eine kleine Hoffung gab es zu Beginn der gestrigen Etappe noch: Hätte Evans das Zeitfahren in Grenoble nur knapp gewonnen, hätte es heute noch einmal ein Endscheidungstag werden können wie 1989. Damals siegte Greg LeMond am letzten Tag der Tour mit 8 Sekunden Vorsprung vor Laurent Fignon.

An Tour-Sieger von 1983/84, Laurent Fignon, der im vergangenen August gestorben ist, wird heute zu Beginn der Etappe erinnert. In Créteil wird eine Skulptur des Bildhauers Medee enthüllt, als Andenken an den „Professor“.

Fakten-Check:
95 Kilometer. Keine Schwierigkeiten. Wer gewinnt? Im Sprint Royal auf den Champs Elysees setzt sich Mark Cavendish durch.

Bike-Check:
Die Rundfahrt ist zu Ende. Klingeln und Schutzbleche können wieder angeschraubt werden.

Brie de Meaux

Fromage du terroir1: Brie de Meaux
Er ist der König aller Käse – zumindest man ihn dazu während des Wiener Kongresses ernannt, als Charles Talleyrand zur Auflockerung der Vehandlungen einen Käsewettbewerb unter den Teilnehmerstaaten ausrichten ließ. Natürlich passt ein Dessertwein gut zum Brie, aber bei uns gibt es Champagner. Einen Blanc de Blancs aus Cramant oberhalb der Marne. Er wird ausschließlich aus den weißen Trauben der Chardonnay-Rebe gekeltert und kommt – in der höchsten Güteklasse – als Grand Cru in den Handel.

Foto Champs Elysées By Andrzej Barabasz (Chepry) (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0 or GFDL], via Wikimedia Commons
Foto Tour by Martin Zimmer [GFDL], via Wikimedia Commons
Foto Brie by Dominik Hundhammer [CC-BY-SA-3.0 orGFDL], via Wikimedia Commons

  1. “Comment voulez-vous gouverner un pays qui a deux cent quarante-six variétés de fromage?” – “Wie wollen Sie ein Land regieren, in dem es 246 Käsesorten gibt?”, fragte Charles de Gaulle, der erste Präsident der V. Republik. Das konnten wir von “Männer unter sich” natürlich auch nicht beantworten, aber wir haben während die Tour lief – passend zur Region – jeden Tag einen der kleinen Stinker vorgestellt. Au plaisir!

Tour de France – 20. Etappe

Jetzt muss es also das Einzelzeitfahren in Grenoble richten. Die Tour de France 2011 – spannend bis zum Schluss.

Andy Schleck fährt zwar jetzt im Gelben Trikot, den Gesamtsieg hat er noch nicht in der Tasche. Doppel-Schleck und Evans liegen innerhalb einer Minute. An Nummer vier kommt Voeckler.

Die Schlecks sind schlechte Zeitfahrer. Evans ist da aus einem anderen Holz. Die 42,5 Kilometer rund um Grenoble standen in diesem Jahr bereits bei der Dauphiné Libéré am 8. Juni auf dem Programm.

Damals siegte Tony Martin vor Bradly Wiggins und Edvald Boasson Hagen, dem Norweger. Evans kam mit über einer Minute Rückstand auf den Deutschen ins Ziel. Der Kurs ist technisch anspruchsvoll. Das kommt den Schlecks nicht entgegen. Außerdem: In Frankreich ist das Wetter zurzeit gewitterig. Bei der Dauphiné kam auch Regen runter und zwang viele Fahrer zu äußerster Vorsicht. Es wurden Abstände von über 4 Minuten gemessen.

Fakten-Check:
42,5 Kilometer. Einige kniffelige Abschnitte. Bei Regen unberechenbar. Wer gewinnt? Fabian Cancellara.

Bike-Check:
Die Zeitfahrmaschinen mögen aerodynamisch sein. Aber sie sind einfach schlecht zu fahren. Wir werden heute einge brenzlige Situationen sehen, die Discrädern & Co. gezollt sind.

Reblochon

Fromage du terroir1: Reblochon
Nussig, sahnig, butterig. Es ist ein Gedicht, dieses gelborangene Prachtstück aus Savoyen. Weintipp: Ein Cahors. Kommt zwar nicht aus der Region, passt aber mit seinen vielen Gerbstoffen und der Sorte Mourvèdre wunderbar.

Fotos Zeitfahren: Carsten Sohn, alle Rechte vorbehalten
Foto Reblochon Myrabella / Wikimedia Commons / CC-BY-SA-3.0 & GFDL , via Wikimedia Commons

  1. “Comment voulez-vous gouverner un pays qui a deux cent quarante-six variétés de fromage?” – “Wie wollen Sie ein Land regieren, in dem es 246 Käsesorten gibt?”, fragte Charles de Gaulle, der erste Präsident der V. Republik. Das können wir von “Männer unter sich” natürlich auch nicht beantworten, aber wir stellen während die Tour läuft – passend zur Region – jeden Tag einen der kleinen Stinker vor.

Tour de France – 19. Etappe

Die Götter haben den Olymp. Die Rennradfahrer haben Alpe-d’Huez. Heute stehen sie auf dem Programm der Tour de France, diese 21 Kehren hinauf in den Wintersportort. Sie werden rückwärts gezählt – wie ein Countdown.

Die Serpentinen

Für Contador ist die Messe gelesen. Für Andy Schleck ist die Tour noch längst nicht gewonnen. Das Konzept von Tour-Direktor Christian Prudhomme geht auf: Es bleibt spannend bis zum Schluss. Selbst, wenn Schleck morgen ins Gelbe Trikot fahren sollte – seine Qualitäten als Zeitfahrer sind nicht die besten. Evans hat auch noch ein Wörtchen mitzureden.

Wie es um die Zeitfahrqualitäten der Fahrer steht, wissen wir im Grunde diesmal nicht. Denn das EZF morgen in Grenoble ist das einzige im Programm der diesjährigen Tour – Mannschaftszeitfahren ist nur für die Optik. Obendrein ist es kurz.

Kurz ist die Etappe auch heute nach Alpe d’Huez. Es sind gerade einmal 109 Kilometer. Aber die haben es in sich. Der Col du Télégraphe ist mit 1566 Metern der Aufgalopp zum Galibier mit 2556 Metern, der heute erneut überquert wird. Allerdings von der schwereren, steileren Seite im Département Savoie. Nach einer endlosen Abfahrt nach Bourg-d’Oisans geht es dann im Amphitheater des Radsports zur Bergankunft nach Alpe d’Huez (1850 Meter).

Bis dahin kann noch einiges passieren, wie diese wunderbare Reportage von Klaus Angermann und Tony Rominger aus dem Jahr 1999 belegt. Mir war diese Video-Trouvaille bis zu den Recherchen für diesen  Artikel gar nicht bewusst. Ich hatte die Etappe in Alba an der Ardèche gesehen – natürlich mit dem französischen Kommentar. – Eine miese Bar. Mein Freund Bernardo (Como) war völlig aus dem Häuschen, weil mit Guerini (Bergamo) ein Italiener das Ding schaukelte. Die beiden Tunten hinterm Tresen gaben sich etwas gelangweilt und angewidert ob solcher Begeisterung für den Radsport. Immerhin, wir hatten rosa Hütchen auf.

Bevor ich mich um Kopf und Kragen schreibe. Klaus Angermann hat das Wort:

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Video-Link: http://www.youtube.com/watch?v=4dBvJkqv0DM

Fakten-Check:
Länge: 109,5 Kilometer. Télégraph, Galibier und als Krönung Alpe d’Huez. Wer gewinnt? Andy Schleck. Heute macht er den Sack zu.

Bike-Check: Fett
Im Grunde braucht man nur drei Fette. Flüssiges für überall. Dickes für den Steuersatz und die Lager. Und: Kettenfett. Da gehen die Religionen allerdings auseinander. Mein Opa schwörte auf Nähmaschinenöl, fuhr allerdings auch ohne Schaltung. Ich bin für eine dünne Schmierung mit gut haftendem Fett für nasse Verhältnisse. Die sammelt zwar Dreck, wenn es trocken ist, dafür wäscht der erste Regen sie nicht gleich runter.

Fromage du Terroir1: Saint-Marcellin
Den Saint-Marcellin gibt es in einer Variante aus Kuh- oder Ziegenmilch. Er ist relativ mild. Ein schöner Rotwein aus Cornas ist ein guter Begleiter. Das Anbaugebiet liegt auf der Höhe von Valence an der Rhône.

Foto Serpentinen by derivative work: Stephan Brunker (talk) Serpentinen_AdHn.jpg: Wiki-Ing (Serpentinen_AdHn.jpg) [CC-BY-SA-2.5 ()], via Wikimedia Commons

  1. “Comment voulez-vous gouverner un pays qui a deux cent quarante-six variétés de fromage?” – “Wie wollen Sie ein Land regieren, in dem es 246 Käsesorten gibt?”, fragte Charles de Gaulle, der erste Präsident der V. Republik. Das können wir von “Männer unter sich” natürlich auch nicht beantworten, aber wir stellen während die Tour läuft – passend zur Region – jeden Tag einen der kleinen Stinker vor.

Sommertheater: Grillen mit dem Asado-Kreuz

Die typische Grill-Karriere eines Mannes beginnt mit einem einfachen Grillrost über mit unendlicher Mühe und Todesverachtung entzündeter Holzkohle, auf dem schließlich ein paar Discounter-Bratwürste platziert werden, zu denen reichlich Ketchup, Senf und Bier gereicht wird. Sollten Damen anwesend sein, wird noch gönnerhaft ein Salätchen dazugestellt, die Grillparty kann steigen!
Doch nach zwei-, dreimal Würstchen-Grillen macht sich eine gewisse innere Leere beim Griller bemerkbar: es muss doch möglich sein, den männlichen Spieltrieb mit etwas mehr als Würstchen-Drehen zu befriedigen. Erste Experimente mit exotischeren Fleischteilen (Nackensteak) und Fleischsorten („Warum ist denn beim Lamm das Kotelett so mickrig?“) folgen, das Grill-Repertoire erweitert sich explosionsartig und dann kommt, was bei beinahe jedem männlichen Hobby kommt: die Materialschlacht.
Doch nach ein paar Wochen/Monaten/Jahren, während denen der Garten mehrfach erweitert werden musste, damit der gesamte Gerätepark (Kugelgrill, Barbecue-Smoker, Profi-Feuerlöschanlage) Platz hat, macht sich wieder die innere Leere bemerkbar. Welche Richtung soll der Griller einschlagen, der schon alles hat?

Ein Spanferkel am Asado-Kreuz

Das Asado-Kreuz kann die Antwort sein. Und der Star der Gartenkolonie ist man mit dem Teil sowieso: am Asado-Kreuz werden ganze Tiere schräg über der Feuerstelle gegrillt. Da kann kein Smoker mit zig Brenn- und Räucherkammern gegen anstinken, das Asado-Kreuz ist Grill-Romantik pur.

Lecker Kruste...

Wir bleiben auf alle Fälle am Grill am Ball. Eine Reportage über Lagerfeuer-Grillen u.a. mit dem Asado-Kreuz wird voraussichtlich im Herbst auf „Männer unter sich“ erscheinen. Wer angesichts der Fotos jetzt schon erfreut feststellt, dass er Platz und Gelegenheit für so ein Teil hat, sich nachdenklich zurücklehnt und murmelt: „Wäre tatsächlich eine Option…“ wird bei Venatus fündig. Da gibt‘s nicht nur Asado-Kreuze, da kann man sich einen kompletten Asado-Kreuz-Grill-Ratgeber gratis runterladen. Und vieles mehr. Viel Spaß!

Fotos: Carsten Bothe, Venatus