Was liegt an? – 21.3. bis 27.3. 2011

Was nächste Woche auf uns zukommt.Was für eine Woche. Ein einziges schwarzes Loch zwischen Montag und dem Wochenende. Hat da gerade wer "So ist das doch immer?" gerufen?

Was für eine Woche. Ein einziges schwarzes Loch zwischen Montag und dem Wochenende. Hat da gerade wer „So ist das doch immer?“ gerufen?

Im TV geht’s los. Im Prinzip kann man sich heute Abend die zweite Folge der neuen Staffel der selbstironischen Macho-Serie „Der letzte Bulle“ auf RTL angucken und dann die Glotze auslassen, bis am Sonntag der (allerdings gewaltige) Fernseh-Höhepunkt kommt: Western satt auf 3sat, von morgens bis tief in die Nacht. Bohnen, Bier und Whisky bunkern und ganztags vor der Glotze abhängen, warum denn nicht. Wenn zwischendurch jemand lüftet…

Kinohöhepunkt der Woche ist eine unter Gartenzwergen angesiedelte Romeo-und-Julia-Version. Und das auch noch in 3D, der Wahnsinn!  Da bleibt man besser zuhause und widmet sich dem stillen Suff, um nicht ganz an der Welt zu verzweifeln. Vielleicht helfen ein paar DVDs? „Machete“ von Robert Rodriguez kommt in die Videotheken, wer’s mag, wenn der Meister gewaltig an der Ekel-Splatter-Schraube dreht, ist hier richtig.
In der Kauf-Ecke gibt es allerdings eine kleine Entdeckung zu machen, „Die etwas anderen Cops“ mit Will Ferell und Mark Wahlberg hat Tempo, Witz und macht richtig Spaß. Kann man wirklich gucken.

Auch im Fußball gähnt in der Wochenmitte die Leere: Montags  Bochum-Cottbus, was jetzt auch nicht gerade DER Kracher zu werden verspricht, dann nullnix bis zur EM-Quali am Sonnabend: Deutschland-Kasachstan. Kasachstan? Kasachstan. Da macht der Kenner sich einen Knoten in die Zunge, um nicht versehentlich damit zu schnalzen.

Andere Sportarten? Unter der Woche werden Freunde des Bahnradfahrens auf Eurosport fündig, die Weltmeisterschaften in Apeldoorn werden übertragen. Übrigens ebenso wie die WM im Frauen-Curling in Esbjerg. Wenn man in einer Beziehung lebt, kann man das ja einschalten und süffisante Bemerkungen machen über Frauen, die freudig und engagiert den Schrubber handhaben („Und das in ihrer Freizeit!“). Wenn man den Gag noch nicht totgeritten hat.
Am Wochenende kommt dann endlich Freude auf, die Formel 1 eröffnet ihre Saison in Melbourne, Übertragungen bei den üblichen verdächtigen, und ein besonderer Leckerbissen für Freunde ultra-traditoneller Sportveranstaltungen: Eurosport überträgt am Samstag ab 18 Uhr das Ruder-Rennen Oxford-Cambridge.

Absolutes Highlight der Woche für Kerle, die gern mit Klebstoff, Fuzzelkram und Fernsteuerungen rumfummeln: Die Messe „Faszination Modellbau“ vom 24. bis 27. März in Karlsruhe. Wir schicken einen Sonder-Korrespondenten!

Sonst noch was? Aber ja. Als Vollspaten der Woche hat sich bereits jetzt Udo Jürgens qualifiziert, Textzeilen wie
„Die Welt ist eine Google
da bleibt gar nichts mehr geheim
ob Wohnung, Haus, ob Garten
jeder schaut da rein“
gehen gar nicht. Man muss nicht jedesmal, wenn man sich überfordert fühlt, ein Lied schreiben und singen. Setzen, sechs.

War noch was? Ach ja, der Lothar Matthäus wird heute fuffzich. Einer wie der Lothar Matthäus ist der sichere Beweis dafür, dass es dem lieben Gott scheißegal zu sein scheint, ob ein Mensch, den er mit Riesentalent ausstattet, klug oder gar sympathisch ist. Wurscht. Vergessen wir dass nervende Gesabbel. Zu seiner aktiven Zeit war der Lothar ein Riesen-Kicker.

Wir wünschen euch eine schöne Woche, viel Spaß!

„Was liegt an“ ist die montäglich erscheinende Wochenvorschau von „Männer unter sich“. Was Männer in den nächsten 7 Tagen interessieren könnte in total subjektiver Auswahl: TV, Sport, Kino, Musik, DVD, Events, was eben anliegt. Haben wir was vergessen? Sollen wir auf was hinweisen? Jederzeit gern, bitte die Kommentare benutzen oder unsere Mailadresse redaktion@maenneruntersich.de .

Foto: Katharina Wieland Müller / pixelio.de


Links der Woche (12.3. bis 18.3.)

Jeden Freitag auf “Männer unter sich”: Links, die uns während der Woche untergekommen sind – Sport, Cartoons, Reportagen, Hintergründe zu unseren Artikeln usw. Männlicher Lesestoff zum Wochenende, viel Spaß!

Die Franzosen tun alles, um dem Doping-verseuchten Radsport wieder auf den Sattel zu helfen. Wirklich alles. (Dank an Carsten Sohn)

Manchmal spuren die Typen in der Werkstatt hartnäckig nicht.
Gelegentlich muss man dann zu ausgefallenen Methoden greifen.

Apropos Luxussportwagen – auch hier gilt: Obacht am Volant!
http://www.youtube.com/watch?v=VwE7IIUqcXE

Warum Frauen keine Heiratsanträge machen sollten…
Wulffmorgenthaler-Cartoon

Von Seeler zu „Uns Uwe“
Legendäres HSV-Spiel

 

 

 

 

Liebesgrüße aus Wien

Harald Effenberg ist Schauspieler, er lebt und arbeitet in Berlin. Fernsehzuschauern ist er unter anderem aus der “Comedy-Falle” oder aus “Hallervordens  Spott-Light” bekannt. Sein Witz-Programm “Unter aller Sau” lief mehrere Monate lang in den Berliner Wühlmäusen. Effenberg, der nur unsportliche Verwandte hat, ist Autor des Buchs “Die 100 besten Witze aller Zeiten“.

Tränen, Schnaps und Katastrophen

Eine Kurzgeschichte vom Matla

Meine Nachbarin meint: „Wenn du ins Zimmer kommst, Matla, überschwemmt dein Testosteronspiegel den ganzen Raum.“ Ich bin ein Ignorant, arrogant, völlig blind für Subtilität, ein Frauenhasser, Arschloch, nicht mehr als ein Affe und sowieso vollkommen verblödet. Je nach Örtlichkeit und Laune sagt sie entweder resignierend „Ach, typisch Mann“ oder ziemlich erregt „Was für ein geiler Typ du bist, ein echter Mann!“
Ja, ich streite es nicht ab, ich bin ein Mann. Immer ganz cool, abgeklärt. Weißt du, wenn jemand den Löffel abgibt, gähne ich und sage: „Baby, wir alle werden sterben.“ Und nehm‘ mir ein Bier dazu. Wenn die Welt im Dreck versinkt: „Sind ja selbst schuld, die Deppen.“ Und noch ein Bier.
Letzthin habe ich die Nachbarin beobachtet. Wie sie vor der Glotze hockt und dreinschaut. Die Knie angezogen, die Fingernägel stehen nur noch in Fetzen davon, sie zittert. Zum hundertsten Mal sehen wir die Bilder von dem Scheißtsunami in Japan. Die Häuser, die Autos mit Leuten drin, sie werden weggerissen. Die Nachbarin weint, ich trinke. Der Rotwein ist schnell alle, arbeite am Brandy weiter, der seit Weihnachten herumsteht. Die Atomreaktoren explodieren, die Japaner mit ihren Schutzmasken laufen auf und ab, alle sind am Ende. Das Sofa ist von der Heulerei der Nachbarin schon ganz aufgeweicht, mir wird schlecht. Ich bekomm das Gesöff nicht mehr runter, würge. Wankend steh ich auf und renne auf den Balkon eine rauchen. Der Tschick schmeckt beschissen, Kröte mit Krone aus Stacheldraht im Hals, die Lunge brennt. Ich schmeiß den Tschick in die Dunkelheit und geh wieder rein. Ich kann nichts mehr runterschlucken!
„Wenn ich eine Frau wäre, würde ich jetzt gerne weinen“, sag ich zur Nachbarin, „dann wäre vieles einfacher.“
„Ich weiß“, antwortet sie mit roten Augen. „Aber Männer haben keine Tränen.“

Der Matla lebt in Wien, hat dort im Rattenloch gearbeitet und schreibt seit Jahren Geschichten in sein Blog hinein, das früher mal „Mein Mittagessen“ hieß und sich heute „Manifest des Erbrechens“ nennt. Der Matla ist Bierfahnenträger, Marihuanahüpfer, Budget-Zigeuner und seit neuestem Gastautor auf „Männer unter sich“.

Foto by Fabricio Zuardi under Creative Commons 2.0 License

Was liegt an? – 14.3. bis 20.3. 2011

Was nächste Woche auf uns zukommt.

Letztes Jahr war’s das Champions-League-Endspiel, dass der FC Bayern verdient verloren hat, weil Inter die reifere Mannschaft hatte, die eine riskante, aber überlegene Taktik spielen konnte („Lasst sie bis zum Strafraum kommen und zieht ihnen dort den Zahn.“), die zu einem Endspiel ohne einen einzige Abseitspfiff (!) führte: die Wiederauflage MUSS der Wochenhöhepunkt sein. Diesmal sind die Bayern im Vorteil, sie haben das Hinspiel gewonnen und augenscheinlich gerade rechtzeitig die Form wiedergefunden, trotzdem ist ein großes Kampfspiel zu erwarten, am Dienstag um 20 Uhr 45 auf Sky.

Parallel spielt ManU gegen Marseille, am Mittwoch Chelsea gegen Kopenhagen und Real Madrid gegen Lyon, dieses Spägt Sat1, wie auch am Donnerstag das Rückspiel Villareal gegen Leverkusen  Uhr 45), das wird schwer für Leverkusen, aber Villareal scheint machbar, könnte ein spannender Abend werden.

Spannend könnte wider Erwarten auch die Bundesliga wieder werden, wenn man Sonnabend die Dortmunder gegen Mainz verlieren und Leverkusen Schalke schlägt, dann wären’s plötzlich nur noch sechs Punkte Vorsprung.

Im Wintersport stehen die letzten Wettbewerbe an, Eurosport überträgt fast alles: das Alpin-Ski-Finale aus Lenzerheide, Biathlon aus Oslo, Langlauf aus Falun., Skispringen aus Planica. Wem das zuviel frische Luft ist, kann trotzdem auf Eurosport bleiben und Snooker aus Dublin gucken: die Grand Finals der Players Tour Championship 2010/11 aus Dublin.

Spannung auch im TV, wenn auch als Wiederholung: auf Kabel1 kann man sich am Mittwoch um 22:05 den Start der Saw-Serie angucken, einen richtig guten Horror-Streifen. Allerdings braucht man wirklich gute Nerven und einen starken Magen, um diesen Streifen zu goutieren überstehen.
Am Sonnabend Abend um 20 Uhr 15 zeigt Das Vierte einen meiner liebsten klassischen Horrorfilme, „Das Schreckenskabinett des Dr. Phibes„. Vincent Price hat was gegen Ärzte und orgelt dramatisches Zeugs, während er mit seiner toten Frau spricht.
Und wer am Sonntag Abend nix besseresy zu tun hat, kann um 20 Uhr 15 bei ProSieben einen Blick auf Eagle Eye – Ausser Kontrolle werfen, nette, schnelle Verschwörungs-Action mit Shia LaBoeuf.
Und – beinahe vergessen, deshalb nachgetragen – auf Sat1 startet heute die zweite Staffel von „Der letzte Bulle“. Zwar haben die Drehbücher der 1. Staffel das Potential der Ausgangssituation – Macho-Bulle wacht nach Jahren im Koma auf und muss sich in einer veränderten Gesellschaft zurechtfinden – noch nicht mal angekratzt, trotzdem war die Sache insgesamt höchst vergnüglich, nicht zuletzt dank Henning Baum als aus der Zeit gefallenem Rauhbein.

Kino ist naja, allerdings könnte Faster was sein, immerhin spielt Billy Bob Thornton mit, und Dwayne „The Rock“ Johnson ist mir seit Welcome to the Jungle richtiggehend ans Herz gewachsen.

Neue DVDs nuja, aber vielleicht taugt Unstoppable was, Denzel Washington muss einen Zug voll giftiger Chemie anhalten. Wie gesagt, nuja.

Und am Freitag kommt der Jahreshöhepunkt für Grönemeyer-Fans, das langerwartete neue Album „Schiffsverkehr“ kommt raus. Das aufwendig produzierte Video mit dem Titelsong steht schon auf youtube.

http://www.youtube.com/watch?v=m-CjWfUvqkI

Ist eben Grönemeyer. Entweder man mag’s, oder man mag’s nicht. Ich wünsche eine schöne Woche, viel Spaß!

 

„Was liegt an“ ist die montäglich erscheinende Wochenvorschau von „Männer unter sich“. Was Männer in den nächsten 7 Tagen interessieren könnte in total subjektiver Auswahl: TV, Sport, Kino, Musik, DVD, Events, was eben anliegt. Haben wir was vergessen? Sollen wir auf was hinweisen? Jederzeit gern, bitte die Kommentare benutzen oder unsere Mailadresse redaktion@maenneruntersich.de .

Foto: Katharina Wieland Müller / pixelio.de

Links der Woche (5.3. bis 11.3.)

Jeden Freitag auf “Männer unter sich”: Links, die uns während der Woche untergekommen sind – Sport, Cartoons, Reportagen, Hintergründe zu unseren Artikeln usw. Männlicher Lesestoff zum Wochenende, viel Spaß!

Mit 51 nochmal Vater werden…
„Natürlich hatte ich Angst vor einem weiteren Kind“

…und dann dem Sprössling so ein Kinderzimmer bauen.
Jungsträume werden wahr.

Jerry Cottons Dienstwagen, nur echt in rot
Der Jaguar E-Type – das schönste Auto aller Zeiten

Gott hat das Licht nur geschaffen, weil er nicht mit Chuck Norris im Dunkeln allein sein wollte.
Die 100 besten Chuck-Norris-Facts

Wenn es nicht gleich die Tour sein soll: Die L’Eroica ist ein Rennen für gesetztere Herren auf alten Rennrädern.

Nochmal L’Eroica:
Don Alphonso ist sie auch gefahren

Auf der Jagd!

Harald Effenberg ist Schauspieler, er lebt und arbeitet in Berlin. Fernsehzuschauern ist er unter anderem aus der “Comedy-Falle” oder aus “Hallervordens  Spott-Light” bekannt. Sein Witz-Programm “Unter aller Sau” lief mehrere Monate lang in den Berliner Wühlmäusen. Effenberg, der nur unsportliche Verwandte hat, ist Autor des Buchs “Die 100 besten Witze aller Zeiten“.

Vater und Sohn und die Tour

Faszination Radsport

Faszination Radsport

Die Saison im Straßenradsport ist gestartet. Endlich. Klar, einige Profis waren schon Downunder unterwegs, haben das komplette Straßennetz bei den Scheichs in Katar unter die Systemlaufräder genommen oder sind beim Étoile de Bessèges Anfang Februar in den Cévennen an den Start gegangen. Paris Nizza läuft.
Doch richtig los geht es erst jetzt Mitte März mit La classicissima Mailand-San Remo am 19. 3. 2011. Dann kommt es Schlag auf Schlag: Flandern-Rundfahrt, Paris-Roubaix und Lüttich-Bastogne-Lüttich. Dauphiné Liberé und selbst der Giro sind aber nur Aufgalopp für die prestigeträchtigste aller Rundfahrten: die Tour de France – Le Tour.
Jedes Jahr aufs Neue ist Frankreich die ideale Kulisse: Ein ganzes Land wird zur Arena. – Die Flachetappen über die endlosen Ebenen des Landes. Die halsbrecherischen Sprintankünfte. Windkante fahren in der Bretagne. Vorbei an den Étangs des Mittelmeers. Dann hinauf auf die Tribünen des Wahnsinns: Die Alpen und die Pyrenäen. Erst, wenn der Brunnen auf den Champs-Élysées über die Bildschirme flimmert, ist es geschafft.

Besonders gern habe ich die Tour mit meinem Vater geguckt.
Schade, dass die öffentlich-rechtlichen Sender die Tour nicht mehr übertragen. Die kreuzdämlichen „der Helikopter überquert hier ein Schloss“-Kommentare „hier sehen wir Weinfelder, von einem guten Tropfen, der in dieser Gegend wächst“-Phrasen haben meinen Vater und mich immer zu schallendem Gelächter hingerissen.
Immer wieder gern: Emig zum im Ziel vor sich hin röchelnden Ullrich: „Jan, wie fühlen Sie sich?“ Überhaupt Emig. Hier ein kleiner Abriss aus dem Buch der Radsportzitate: „Wer vorne stürzt, fährt sicherer.“ – „Rechts sehen Sie jetzt ein paar Kühe, die gerade aus dem Bild fahren.“
Harald Schmidt über Emig: „Jetzt läuft die Tour de France. Die meisten Fahrer dopen sich nicht, um das Rennen durchzuhalten, sondern die anschließenden Interviews mit Jürgen Emig.“

Im Gegensatz zu den öffentlich-rechtlichen Reportern konnte mein Vater treffsicher kommentieren.
1989 (LeMond 8 Sekunden vor Fignon): „Das machen die Franzosen auch nicht noch mal – Einzelzeitfahren auf der letzten Etappe.“

1995 (Indurain Numero 5): „Der geht nie aus dem Sattel. Das ist der Trick!“

2000 (Ullrich gegen Armstrong): „Der Amerikaner ist zu stark. Das wird nix. Ullrich ist einer wie Ampler. Der gewinnt maximal die Friedensfahrt.“

Die Tour ist deshalb das größte Sportereignis auf dem Planeten, weil sie eine Seele hat. Tourgucken ist Männersache. Der Vater guckt mit dem Sohn und auch dessen Vater hat sie schon mit seinem Vater gesehen. Und Jahr für Jahr werden die alten Kamellen erzählt:
„Wusstest Du eigentlich, dass Joop Zoetemelk die Tour sechzehn Mal gefahren ist, sieben Mal auf dem Podium gestanden hat und nie gewonnen hat? – Ja, die Holländer haben starke Fahrer, obwohl sie keine Berge haben.“ – „Und was ist mit dem Cauberg?“ – „Is’ kein richtiger Berg. Galibier, Mont Ventoux und Tourmalet. Das sind Berge!“
„1913 sind sie auch schon den Tourmalet runter gebrettert. Und dabei hat es bei Eugène Christophe die Gabel zerlegt. Der musste dann 14 Kilometer ins nächste Dorf laufen, um das Dingen da zu schmieden. Und er lag zu dem Zeitpunkt vorne. Und die Kommissare haben ihm auch noch eine Strafminute eingeschenkt, weil ein Junge in der Schmiede den Blasebalg gezogen hat – das muss man sich mal vorstellen.“

Außerdem waren die Nachmittage schön verplant und ausgefüllt.
Meine Mutter kam irgendwann kurz nach drei, damals noch mit Tierheimhund Moritz, aus dem Wald (wir eigentlich im Halbschlaf auf ZDF – keine laute Werbung – aber schnell zu Peter Woidt auf Eurosport rüber geknipst und kundig mitkommentiert): „Hängt Ihr schon wieder vor der Flimmerkiste und guckt Euch den Quatsch an?“ – Wir scheinbar ärgerlich: „Psst!“
Paar Minuten später mein Vater: „Mama? Können wir ein Tässchen Kaffee haben?“ – Ich: „Und das Eis!“ Serviert wurde neben dem Pott Kaffee ein phantastisches Eis aus dem nördlichen Aldi-Tempel, dessen Hörnchen innen mit Schokolade gegen Durchsuppen glasiert war und das aus Schoko-Vanille-Eis mit irgendeinem leckeren Schnaps bestand – ist leider schon lange nicht mehr im Sommersortiment.

Wenn Didi Senft eingeblendet wurde, gab es ein Pils. Das war dann mein Part. „Nimm aus dem Kühlschrank im Keller – die sind richtig kalt.“ Bei Bergankunft konnten es auch mal zwei werden.

Warum die Tour immer noch fasziniert? Ein Kommentar bei Youtube sagt alles: “As they all cheated it’s still impressive.”

Als die Krankheit meinen Vater schon fest im Griff hatte und von Kommunikation schon keine Rede mehr sein konnte, schellte es trotzdem um drei bei mir an der Tür, das Eis wurde aus dem Kühler gekramt … und zehn Kilometer vor dem Ziel – ein Bier.

Carsten Sohn, Jahrgang 70, arbeitet als Blogger und Tagedieb im Mitzwinkel, dem hintersten Winkel des Internet. In seiner Freizeit betätigt er sich als Hobby-Koch und Fahrrad-Evangelist.

Foto: Dieter Schütz / pixelio.de

Was liegt an? – 7.3. bis 13.3. 2011

Was nächste Woche auf uns zukommt.

Und wieder ist es der Fußball, der der männlichen Woche Struktur verleiht. Champions League, Euro League (oder wie der Uefa-Cup jetzt gerade wieder heißt) und Bundesliga sind die Fixpunkte, an denen der Fußball-Fan diese Woche halt findet. Gleich morgen freuen wir uns auf das Rückspiel Barca gegen Arsenal, das könnte wieder eine ähnlich ge-ni-a-le Partie wie das Hinspiel werden.

Und hier eine kurze Durchsage für die Führungsetage des FC Bayern München. Guckt ma, Kalle und Uli, Barca und Arsenal, das sind zwei Vereine, die sehr erfolgreich mit einer Fußball-Philosophie spielen. Das hat bei jedem dieser Vereine Jahrzehnte gedauert, bis die implementiert war. Hätte da die Vorstandsetage alle halbe Jahre die Nerven verloren und im Zweijahres-Takt die Trainer durchgewechselt, wäre Barca-Arsenal was ähnliches wie Donezk gegen AS Rom, die Partie, die im Beiprogramm läuft. Zaunpfahl gesehen, Kalle, Uli? Ja? Dann kann ich ja aufhören zu winken.

Mittwoch dann Schalke-Valencia (Sat1 überträgt) und Tottenham-AC Milan, Donnerstag Villareal- Leverkusen in der Europa League (ebenfalls auf Sat1, 19 Uhr). Leverkusen könnte in dem Wettbewerb dieses Jahr ziemlich weit kommen. Ab Freitag die Bundesliga, wie gehabt.

Für die Kerle, die sich nicht für Fußball interessieren, sieht’s hingegen etwas trübe aus. Immerhin Biathlon-WM und radfahrende Apotheken bei Paris-Nizza (kann man beides auf Eurosport gucken).

Im Kino läuft am Donnerstag „Alles erlaubt – eine Woche ohne Regeln“ an. Ein Kerl darf es mit der Erlaubnis der Gattin noch mal krachen lassen, daraus resutliert die ein oder andere Verwicklung… die Parallelen zu „Hangover“ sind offensichtlich. Ganz so gut ist dieser Streifen nicht, aber immerhin haben die Farrelly-Brüder Regie geführt, das garantiert den ein oder anderen total geschmacklosen Gag. Muss man sich nicht reinziehen, kann man sich aber reinziehen. Es hilft, wenn man ein bißchen vorgeglüht hat.

Auf DVD erscheint „Das Ende ist mein Anfang„, gefühliges Intelektuellen-Kino über das Sterben der italienischen Journalisten-Legende Tiziano Terzani. Wer sich ein paar Gedanken über das Leben und Sterben machen will, kann diesen FIlm durchaus angucken, Kerle, die nach Unterhaltung suchen, sollten den Silberling meiden.

Bleibt das Fernsehen: Am Montag um 22 Uhr 15 kommt mal wieder eine Perle im Spielflim-Slot des ZDF: „Kein Mord bleibt ungesühnt„. Packender französischer Cop-Thriller, die Tochter eines Polizisten wird ermordert, der bekommt Zweifel, ob der für diesen Mord Verurteilte tatsächlich der Täter war. Sehr spannend.
Falls am Mittwoch um 22 Uhr 15 auf Schalke schon alles klar ist, sollte man zu Kabel 1 umschalten, da läuft die hochamüsante Splatter-Groteske „Cabin Fever“ von Eli Roth. Fleischfressender Virus trifft auf Studenten, die Studenten verlieren. Nix für schwache Mägen!
Am Sonnabend um 22 Uhr läuft auf arte das Schweizer (!) Box-Drama „In den Seilen“. Erfolgloser Boxer lässt sich auf illegale Fights ein, mit sehenswerter Action. Kann man durchaus reinzappen.
Und sollte tatsächlich wer „Stirb langsam 4.0“ noch nicht gesehen haben, kann er das Sonntagabend um 20 Uhr 15 auf RTL nachholen. Charmante Over-the-top-Action mit Bruce Willis, ein Höhepunkt des Alter-Sack-kann-es-noch-Genres. Yippie-ei-yay, Schweinebacke!

Viel Spaß, schöne Woche.

„Was liegt an“ ist die montäglich erscheinende Wochenvorschau von „Männer unter sich“. Was Männer in den nächsten 7 Tagen interessieren könnte in total subjektiver Auswahl: TV, Sport, Kino, Musik, DVD, Events, was eben anliegt. Haben wir was vergessen? Sollen wir auf was hinweisen? Jederzeit gern, bitte die Kommentare benutzen oder unsere Mailadresse redaktion@maenneruntersich.de .

Foto: Katharina Wieland Müller / pixelio.de


Links der Woche (26.2. bis 4.3.)

Jeden Freitag auf “Männer unter sich”: Links, die uns während der Woche untergekommen sind – Sport, Cartoons, Reportagen, Hintergründe zu unseren Artikeln usw. Männlicher Lesestoff zum Wochenende, viel Spaß!

Auch wenn ein paar tausend Menschen zusehen und die TV-Kameras laufen…
vielleicht merkt’s ja doch keiner!

Charlie Harper auf Droge –
gespielt vom Experten (Sheen ist wirklich ein sehr, sehr guter Schauspieler)

Und wieder mal Wulffmorgenthaler:
Discount Bikini Car Wash

„Ich bin Romantiker!“
Interview mit Xavi (auf englisch)

So geht’s auch:
Neue Rasurtechniken (mit Dank an Stefan P. Wolf)

Zügiger Fahrstil… einmal Nordschleife mit Walter Röhrl!