Die Taube

Harald Effenberg ist Schauspieler, er lebt und arbeitet in Berlin. Fernsehzuschauern ist er unter anderem aus der “Comedy-Falle” oder aus “Hallervordens  Spott-Light” bekannt. Sein Witz-Programm “Unter aller Sau” lief mehrere Monate lang in den Berliner Wühlmäusen. Effenberg, der nur unsportliche Verwandte hat, ist Autor des Buchs “Die 100 besten Witze aller Zeiten“.

Was liegt an? – 22.8. bis 29.8.

Was nächste Woche auf uns zukommt

Die Klingeln schrillen, die Sommerpausen gehen zuende, wir müssen vom warmen Schulhof zurück ins kalte Leben. Aber ein paar Sachen gibt’s immer, die uns über das End der Ferien hinwegtrösten. Filme. Fernsehen. Sport. Das Leben…

Fangen wir mit den Filmen an. Donnerstag startet hierzulande Cowboys & Aliens, eine Westen-SF-Mixtur, topbesetzt mit Harrison Ford und Daniel Craig. Ist in den USA eher gefloppt, was mich etwas überrascht hat. Der Trailer sieht sehr gut aus.

Flop hin, Flop her, ich schau ihn mir an. Ich hab ’ne schwäche für solch derbe konstruierten Quatsch. Aporpos derbe konstruierter Quatsch: „What a man“ läuft ebenfalls an, Männerkomödie inszeniert von Matthias Schweighöfer.

Hier mach ich lange Zähne. Da hab ich schon beim Trailer das Gefühl, den Film schon xmal gesehen zu haben. Aber vielleicht irre ich mich ja.

Zwei lohnende Neuerscheinung in den Videotheken: Zum einen die zum Brüllen komische Terrorismus-Satire „Four Lions„, zum anderen „Faster“ mit Dwayne »The Rock« Johnson und Billy Bob Thornton. Ein Action-Film, wie er sein soll: geradlinig, kernig und immer auf die Tube drückend. Macht Spaß.

Die Hobby-Köche oder -Bäcker unter euch sollten heute Abend um 21 Uhr 45 arte einschalten, da läuft die Doku »Créme de la créme« von D. A. Pennebaker und Chris Hegedus. 3 französische Konditoren wetteifern um den Titel „Meilleur Ouvrier de France“.

Und das war’s auch schon mit TV diese Woche, ansonsten Sport, Sport, Sport. Die ganze Woche über zeigt Eurosport Bilder von der Vuelta.
Heute Abend Zweitliga-Fußball bei Sport1, Pauli gegen Duisburg.
Morgen ab 20 Uhr 15 überträgt Sat1 Zürich-Bayern, das Rückspiel in der Champions-League-Quali. Wie die Formkurve aussieht, sollten die Bayern da nix mehr anbrennen lassen.
Aber ich hab ja schon letzte Woche Schalke zum Top-Favoriten  gegen Helsinki erklärt, und jetzt müssen Sie zwei Tore wieder wettmachen. Der WDR überträgt am Donnerstag. Während ich das hier schreibe, ist noch unklar, ob und wo Sevilla-Hannover übertragen wird, gerüchtemäßig hab ich was vom NDR gehört, man wird sehen, wo das läuft. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses Match NICHT übertragen wird.
Ebenfalls am Donnerstag um 17 Uhr 45 auf Eurosport: die Auslosung der CL-Gruppenphase.
Am Freitag dann  langer Sportabend auf Sat1, erst das Spiel um den europäischen Supercup zwischen Barcelona und Porto, danach Damen-Kickboxen und Thai-Boxen.
Ab Freitag dann die Leichtathletikweltmeisterschaften aus Korea (ARD, ZDF, Eurosport) und Snooker auf Eurosport: die  Euro Players Tour Championship 2011/2012 – Paul Hunter Classic in Fürth.
Sport1 erfreut am Freitag mit einem Basketball-Testspiel, Deutschland-China, und ab dem Bundesligawochenende hört dann auch die Sommerpause der Formel 1 auf: der Große Preis von Belgien steht an (SKY, RTL).

Viel Spaß, eine schöne Woche!

“Was liegt an“ ist die montäglich erscheinende Wochenvorschau von „Männer unter sich“. Was Männer in den nächsten 7 Tagen interessieren könnte in total subjektiver Auswahl: TV, Sport, Kino, Musik, DVD, Events, was eben anliegt. Haben wir was vergessen? Sollen wir auf was hinweisen? Jederzeit gern, bitte die Kommentare benutzen oder unsere Mailadresse redaktion@maenneruntersich.de .

Foto Ausguck: Katharina Wieland Müller / pixelio.de

Links der Woche – 13.8. bis 19.8.

Jeden Freitag auf “Männer unter sich”: Links, die uns während der Woche untergekommen sind – Sport, Cartoons, Reportagen, Hintergründe zu unseren Artikeln usw. Männlicher Lesestoff zum Wochenende, viel Spaß!

Sportwoche hatte ich angekündigt, und in der Tat, auch andere Männer haben sich dieses Themas angenommen. Stephen Fry hat einen wunderbaren (englischen) Artikel über Zuschauersport im Allgemeinen und Norwich City im Besonderen geschrieben. Tolle Lektüre.

Letzte Woche hatten wir in den Links einen scheißfrech mit der Hacke verwandelten Elfer. So ’ne Nummer kann aber auch gewaltig in die Hose gehen.

Die diesjährige Tour de France ist schon ein paar Wochen her. Bei den Retronauten haben sie ein Siegerfoto von der allerersten Tour gefunden.

Einer der beliebtesten Artikel bei „Männer unter sich“ war diese Woche die Arbeiterforelle. Leserin Gabriele Helbig, derzeit Irland, machte uns daraufhin auf einen typisch irischen „Männersalat“ aufmerksam. Speck, Blutwurst, Haggis… genau das Zeugs gehört in einen gesunden Salat, Männer, die auf sich achten, essen so etwas einmal täglich. Mindestens.

Max Reinhardt sagte einmal, dass das Theater eine Beschäftigung für Menschen sei, die sich ihre Kindheit in die Tasche gesteckt haben, um ein Leben lang damit herumzuspielen. Ich glaube, dass es nicht nur für Theatermacher wichtig ist, sich ein gewisses Maß an Kindsköpfigkeit zu bewahren. Und die Süddeutsche denkt das auch.

Und der Jazz zum Wochenende: Keith Jarrett improvisiert mal nicht, sondern spielt „Danny Boy“. Einfach so. Da läuft einem ein Engel das Rückgrat runter.
http://www.youtube.com/watch?v=CbesyPby7P8

Fünf Siege in Monza können einen Nürburgring-Sieg nicht aufwiegen

Dieses Zitat von Rudolf Caracciola hat noch heute Gültigkeit. Außer den fünf glücklichen Gewinnern unseres kleinen Gewinnspiels strömten am Wochenende vom 12.-14. August rund 61.500 Zuschauer an den Nürburgring. Sie durften eine spannende Zeitreise mit eleganten Zweisitzern, kraftvollen Sportwagen, Formel-1-Boliden und Tourenwagen life erleben. Selbst heftige Regenschauer konnte die aus 20 Ländern angereisten Fahrer nicht stoppen.

Die historischen Formel-1-Boliden aus der Grand-Prix-Masters Serie (Foto AvD)

Klaus Ludwig in seinem Kremer Porsche beim AvD-Historic-Marathon (Foto AvD)

Nach spektakulären Rennläufen, 32 Stunden mit Motorensound und intensiven Boxengesprächen ist am Abend des 14. August der AvD-Oldtimer-Grand-Prix zu Ende gegangen. Rund 61.500 Zuschauer strömten am Wochenende zu einer Zeitreise durch die Motorsporthistorie an den Nürburgring und ließen sich auch vom immer wieder einsetzenden Regen nicht die Laune verderben. Stimmungsvoller Höhepunkt war das Abendrennen der zweisitzigen Rennwagen und GT bis Baujahr 1960/61. Sechs der seltenen und legendären Maserati „Birdcage“, drei davon an der Spitze des hochkarätig besetzten Feldes, starteten zum Formationsflug in die Dämmerung. Der Brite Alan Minshaw war Samstag Abend der schnellste im Vogelkäfig und siegte im roten Tipo 61 vor seinen Landsmännern Simon Ham im Lister Jaguar und Irvine Laidlaw im schwarzen T61 auf Rang 3. Auch im zweiten Rennlauf am Sonntag setzten sich zwei Birdcages an die Spitze. Werner Max aus Düsseldorf siegte vor Josef Otto Rettenmaier aus Rosenberg. Das Siegertrio komplettierte das Team mit AvD-Vizepräsident Franz Graf zu Ortenburg und Christian von Wedel im  Austin Healey 3000 Mk I.

Rennsieger Alan Minshaw im Maserati T61 "Birdcage" (Foto AvD)

Genuss für Augen und Ohren
Neben den Birdcages begeisterten weitere elegante Sportwagen wie Aston Martin DB3 S, ein Ferrari Dino 196 S, ein Lotus Eleven, mehrere Mercedes Benz 300 SL oder auch zwei der 1948/49 am Nürburgring gebauten Veritas RS. Claudia Hürtgen steuerte im Rennen der Zweisitzer und GT einen Maserati 300 S über den Eifelkurs und fuhr Samstag als vierte über die Ziellinie. Die Profirennfahrerin aus Aachen war bereits am Freitag mit ihrer Teamkollegin Gabi von Oppenheim unter schwierigsten Bedingungen ein tolles Rennen gefahren. Im AvD-Historic-Marathon hatte sie sich u.a. mit zwei Rallye-Legenden duelliert – mit Walter Röhrl im Porsche 911 und dem Schweden Stig Blomqvist im Ford Galaxie.

Ein Renntraum in Rot (Foto Robert Hill)

Startvorbereitungen im historischen Fahrerlager (Foto Robert Hill)

Neerpasch und Ludwig ausgebremst
Pech hatten zwei andere ehemalige Rennprofis während des AvD-Oldtimer-Grand-Prix. Jochen Neerpasch konnte mit seinem Ford Mustang Shelby 350 GT auf der Nürburgring Nordschleife lediglich einige Trainingsrunden hinlegen. Sein Teamkollege Remo Lips, der im Marathon zuerst das Steuer übernahm, musste den Shelby nach ein paar Runden wegen starkem Ölverlust abstellen. Neerpasch konnte deshalb auch nicht im Masters GT Rennen starten. Ebenfalls eine Ölspur auf der Grand-Prix-Strecke hinterließ der giftige 935er von Klaus Ludwig und seinem Teamkollegen Chris Stahl aus Bonn. Der weiß-rosa Kremer Porsche hatte bereits im Training zum „Revival Deutsche Rennsportmeisterschaft“ aufgemuckt und war später im Rennen nach ein paar schnellen Runden nicht mehr richtig auf Touren gekommen. Klaus Ludwig musste sich deshalb am Samstag mit Rang 12 zufriedengeben. Aufs Siegertreppchen fuhren zwei andere Porsche 935 K3 Piloten: Wolfgang Krautmann aus Molsberg und Daniel Schrey aus Rietberg.

Puristischer geht's kaum (Foto Robert Hill)

Robert Hill, freier Journalist und Fotograf. Kommt eigentlich aus München, wohnt im Taunus. Mag mechanische Uhren und klassische Kameras. Fotografiert, wenn privat, immer noch am liebsten auf Diafilm. Hat es geschafft, im letzten Jahr mehr Kilometer mit dem Fahrrad als mit dem Auto zu fahren.
www.roberthill.de

Männeressen: Die Arbeiterforelle

Die Arbeiterforelle ist ein männliches Traditionsgericht, dass auf keinen Fall mit dem grünen Hering verwechselt werden darf, der gelegentlich auch als Arbeiterforelle bezeichnet wird. Zwischen grünem Hering und der echten Arbeiterforelle besteht ein Riesenunterschied. Die Arbeiterforelle enthält keinen Fisch.

Die Arbeiterforelle heißt Arbeiterforelle, weil die Bezeichnung aus einer Zeit stammt, als Forellen eine teure Delikatesse waren, die sich nur feine Herrschaften leisten konnten. Der Arbeiter musste sich seine Forelle aus preiswerter Fleischwurst und durchwachsenem Speck selbst basteln.   Heute kann fast jedermann sich Forellen leisten, doch die meisten dieser Viecher schmecken entweder fade oder gleich ganz nach nix. Die Arbeiterforelle hingegen hat ihren rustikalen Charme behalten, deshalb kochen wir sie heut noch gern.
Dazu brauchen wir (für 4 hungrige Kerle): 1 Kringel Rheinische Fleischwurst (Lyoner, Kochwurst, wie diese Wurst in der Gegend, wo du gerade bist, eben heißt), 1 Zwiebelchen, 2,3 Gewürzgürkchen, ordentlich Speck in Scheiben, 2 oder mehr große Scheiben mittelalten Gouda, Senf (mittelscharf bis scharf, wieviel du eben aushältst) und Bier. Wobei das Bier nicht direkt zum Rezept gehört, aber trocken kochen ist nicht.

Wenn du also keinen Durst mehr hast, pellst du die Zwiebel, schneidest sie so klein wie möglich und dünstest die Würfelchen bei kleiner Hitze in etwas Butter, bis sie weich sind. Braun sollen sie nicht werden. Dann lässt du sie ’n bisschen abkühlen und vermischt sie mit dem ebenfalls kleingewürfelten Gewürzgürkchen.
Jetzt pellst du die Fleischwurst, schneidest sie in vier Viertel (Nachzählen nicht vergessen!), und jedes Viertel schneidest du noch mal längs durch. Die Schnittflächen der Viertel bestreichst du mit ordentlich Senf, gibst bisschen Zwiebel/Gurken-Mischung drauf und legst auf jedes Viertel ein auf Wurstbreite und -länge zurechtgezimmertes Käsestück. Jetzt klappst du die Viertel wieder zusammen, umwickelst sie mit Speckscheiben und fixierst das ganze mit Zahnstochern. Sollte in etwa so aussehen:

Fangfrische Arbeiterforellen

Jetzt bringst du ’ne Pfanne auf mittlere Betriebstemperatur, gibst erst ’n bißchen Öl oder Schmalz rein und dann die Arbeiterforellen. Die schmurgelst du bei mittlerer Hitze so an die zwanzig Minuten, wobei du die Forellen alle paar Minuten umdrehen sollest. Deckel auf die Pfanne kann nicht schaden, das hilft bei der gleichmäßigen Hitzeverteilung. Aber nimm den Deckel wieder ab, bevor du die Dinger umzudrehen versuchst, so vermeidest du peinliche Situationen. Nach zwanzig Minuten sollte der Speck kross und der Käse am Verlaufen sein, dann ist fertig.

Servierbereite Arbeiterforellen

Bleibt die Beilagenfrage. Wenn du ’n Riesenlacher haben willst, dann mach ’n Salat dazu und erzähl was von gesunden Omega-3-Fettsäuren. Pommes sind okay, wenn dir ’n bißchen Overkill im Fettbereich nix ausmacht. Eigentlich genügt Brot, um das Speckfett aufzutunken. Und noch ’n schönes Bier. Mahlzeit!

Fotos: Chris Kurbjuhn, alle Rechte vorbehalten
„Männeressen: Die Arbeiterforelle““ ist ein Beitrag zum Blogevent „Ran an den Speck“.

Was liegt an? 15.8. bis 21.8.

Was nächste Woche auf uns zukommt

Außer Sport ist diese Woche nicht viel los. Okay, Großbritannien geht den Bach runter, die Finanzmärkte crashen zum xten Mal und in der CDU gibt’s die Nächstenliebe noch nicht mal mit 16, aber sonst? Nur Sport.
Im Fußball ist Europacup-Woche. Auch wenn’s noch die Cl-Quali ist oder Euro-League-Playoff ist, es kommt wieder richtig Musik ins internationale Fußballgeschehen. Eindeutig ist – für mich – nur der Ausgang bei Helsinki-Schalke (Donnerstag 18 Uhr 25 bei Sport1), die Messe ist gelesen. Die Bayern werden sich am Mittwoch gegen den FC Zürich (ab 20 Uhr 15 auf Sat1) schwer tun, wie immer, wenn sich ein Team dichtgestaffelt hinten reinstellt. Das ist was, was mir einfach nicht in den Schädel will: Ist es wirklich so einfach, eine derart hochkarätig besetzte Mannschaft ins Leere laufen zu lassen. Sind all die Schweinsteigers, Ribérys und Robbens wirklich hilflos, wenn man ihnen 10 Hollerbachs entgegenstellt? Kann doch nicht sein!
Wie dem auch sei, am spannendsten wird’s sicherlich bei Hannover gegen FC Sevilla (Donnerstag 20 Uhr 15, ZDF). Wobei 96 nicht chancenlos ist, eher im Gegenteil. Das schnelle Umschalten von Abwehr auf Angriff klappt bei denen zwar nicht so gut wie bei Dortmund, aber deutlich besser als derzeit bei den Bayern, das ist sehr ansehnlich, was Hannover zur Zeit spielt. Und Sevilla ist weder Barcelona noch Madrid (Wo stand nochmal das Phrasenschwein?), Sevilla ist für 96 machbar. Ich freu mich auf Donnerstag.

Heut gibt’s schon Zweitligafußball, Frankfurt Düsseldorf, wie immer abends auf Sport1, das sich langsam aus der Sommerpause pellt. Am Wochenende übertragen sie den Basketball-Supercup aus Bamberg, den letzten Härtetest vor der EM in Litauen. Freitag 20 Uhr 15 Deutschland, Belgien, Samstag 17 Uhr 15 Deutschland-Griechenland und Sonntag 17 Uhr 15 Deutschland-Türkei.
Nebenan bei Eurosport gibt’s die U20-WM aus Kolumbien, die Kanu-Rennsport-WM aus Ungarn, Freunde des Inselfußballs können Donnerstag abend in der Euro-League Heart of Midlothian gegen Tottenham Hotspurs angucken und ab Samstag rollt die Vuelta.
Zusätzlich am Wochenende dann noch Triathlon-WM und Kockey-Em, gesendet von der ARD. Und – natürlich – die Bundesliga. Tatsächlich ordentlich was los.

Allerdings  ist ansonsten tote Hose im TV. Am Sonntag sendet arte um 20 Uhr 15 die Doku „Let’s Play, Boy“ über Hugh Hefner und das Playboy-Magazin (lief vor ein paar Wochen schon auf 3sat), am Sonntag gibt Matthias Brandt sein Debüt als Polizeiruf-Kommissar in der stark actionlastigen, spannenden Folge „Cassandras Warnung“, Regie führte Dominik Graf. Mehr ist nicht im TV.

Auf Kin können sich nur die Comic-Freunde freuen: Captain America – The First Avenger startet. Der Film ist in den USA ganz gut gelaufen, der Trailer sieht okay aus, das Ding hat einen gewissen retromäßigen Charme  und drei obligatorischen Blockbuster-„P“ (Pathos, Patriotismus und Pfiese Nazis):

In die Videotheken kommen zwei beachtenswerte Neuerscheinungen, einmal „Der ganz große Traum„, ein schöner Film über die „Gründerjahre“ des Fußballs in Deutschland, zum anderen Paul – Ein Alien auf der Flucht, saukomische Alien-Klamotte mit Männerhumor. Dicke Empfehlung.

Soweit, so gut: ordentlich Sport und Fußball satt, es gab schon schlimmere Wochen. Was mir allerdings total auf den Zeiger geht: diese neuartigen Laufwege-Statistiken im Fußball. Der eine ist 11 Kilometer gelaufen, das macht punktgenau 2 Kilometer mehr als der, der nur 9 Kilometer gelaufen ist. Und deshalb ist der, der 11 Kilometer rennt, ein besserer Fußballer? Ich werd nicht mehr.
Ich weiß nicht mehr, wer, auf alle Fälle jemand, der exorbitant gut kicken konnte (Beckenbauer? Ente Lippens?) hat vor Unzeiten mal gesagt: „Wenn ich nicht will, dann lauf ich pro Spiel nicht mehr als 4 Kilometer. Und da hab ich die Strecke in die Kabine schon mit eingerechnet.“

In diesem Sinne: Viel Spaß und eine schöne Woche!

“Was liegt an“ ist die montäglich erscheinende Wochenvorschau von „Männer unter sich“. Was Männer in den nächsten 7 Tagen interessieren könnte in total subjektiver Auswahl: TV, Sport, Kino, Musik, DVD, Events, was eben anliegt. Haben wir was vergessen? Sollen wir auf was hinweisen? Jederzeit gern, bitte die Kommentare benutzen oder unsere Mailadresse redaktion@maenneruntersich.de .

Foto Ausguck: Katharina Wieland Müller / pixelio.de

 

Links der Woche – 8.8. bis 12.8.

Jeden Freitag auf “Männer unter sich”: Links, die uns während der Woche untergekommen sind – Sport, Cartoons, Reportagen, Hintergründe zu unseren Artikeln usw. Männlicher Lesestoff zum Wochenende, viel Spaß!

Was für eine Woche! Die Unruhen in Großbritannien sind mir an die Nieren gegangen. Weil es mir gar nicht so unmöglich scheint, dass gleiches hier auch geschieht. Wenn man jungen Menschen die Zukunft nimmt, dann haben Sie im wahrsten Sinne des Wortes nichts mehr zu verlieren. Dann haben sie nichts mehr, wofür sie kämpfen können. Nur noch sehr viele Dinge, gegen die sie kämpfen können.
Bewegendes Dokument auf youtube: Eine schwarze Frau sagt den Plünderern bescheid:
http://www.youtube.com/watch?v=6SHKhvVjLIc

Hier ist, was sie sagt: „This is a fucking realtiy. Allow out burning peoples property.
Allow out burning peoples shops that they work so hard to start thier business. Do you understand? That lady is trying to make her busines work and you lot wana go and burn it up? For what? To say your war-ing and your bad man? This is about a man who got shot in Tottenham. This anit about having fun on the road and burning up the place. Get it real black people. Get real. Do it for a cause. If your fighting for a cause then fight for a fucking cause. You lot piss me the fuck off! I’m shamed to be a Hackney person. Because we are not all gathering together and fighting for a cause. We are running out of Footlocker and theifin shoes. Dirty thiefs ya know .“

Buchläden wurden übrigens nicht geplündert, lediglich das Schaufenster einer schwul-lesbischen Buchhandlung wurde zerstört, wie bei „More Intelligent Life“ (englisch) nachzulesen ist. Wie war das nochmal mir Ursache und Wirkung?

Das ist alles gar nicht so weit weg. Ich meine nicht die paar tausend Kilometer bis London, Neukölln liegt bei mir um die Ecke. Auch da sind Tausende von jungen Menschen ohne Zukunft.

Tja, wie find ich jetzt den Übergang zu den Links? Na gut. „Läbbe geht weiter.“ Fußball. Der vermutlich unverschämteste Elfmeter aller Zeiten:

Nächste Woche kochen wir wieder ein Männeressen für euch, bis dahin muss Dean Martin’s Hamburger-Rezept den hungrigen Kerl über die Runden bringen. Unorthodox. Aufs wesentliche beschränkt. Typisch Dean Martin.

Womit wir bei Gesangsdarbietungen wären: einer der männlichsten Songs aller Zeiten. Von Monty Python. (Dank an Julian Twarowski für den Hinweis)

Schließlich kommt Steve McQueens Porsche unter den Hammer, vielmehr der Porsche 911, den McQueen in „Le Mans“ gefahren hat. „Le Mans“ ist übrigens ein unterschätztes Meisterwerk, einer der besten Rennfahrerfilme überhaupt. Hier die Startsequenz:

„A lot of people go through life doing things badly. Racing’s important to men who do it well. When you’re racing, it… it’s life. Anything that happens before or after… is just waiting.“ (McQueen in „Le Mans“)

Und zum Abschluss zurück in die Problembezirke. Was macht ein Bademeister im Prinzenbad in Kreuzberg? Nuja, der Kerl hat seinen Laden noch im Griff. Noch.

Euch allen ein schönes Wochenende!


Lesetipp: Skippy stirbt

"Skippy stirbt"

»Skippy stirbt« handelt genau von dem, was im Titel steht. Was passiert, wenn Skippy stirbt. Skippy ist ein unscheinbarer, 14jähriger Junge, Schüler an dem irischen Traditions-Internat Seabrook. Er ist Mitglieder der Schwimm-Mannschaft, hoffnungslos verliebt in das schönste Mädchen der Nachbar-Schule und Opfer von Carl, dem psychopathischen, drogen-dealenden Schul-Schläger. Ein ganz normaler Typ, doch als er während eines Doughnut-Wettessens überraschend stirbt, entpuppt sich Skippy als der »Stift, der die ganze Maschinerie zusammengehalten hat«. Die Lücke, die Skippy hinterlässt, entpuppt sich als Schwarzes Loch, das das Leben seiner Freunde zu verschlingen droht: Das leben seines Zimmergenossen Ruprecht van Doren, der eine grandiose Karriere als verrückter Wissenschaftler vor sich hat und in die 11. Dimension vorstoßen will. Das Leben seines Geschichtslehrers Howard Fallon, der mit der eigenen Vergangenheit nicht ferig wird. Das Leben von Lori, dem Mädchen, in das er sich verliebt hat, und dass sich mitschuldig an seinem Tod fühlt.

»Skippy stirbt« ist schlichtweg das grandioseste Jungens-Buch seit »Huckleberry Finn«. Hier hat ein Autor (der Ire Paul Murray) sein Herz ganz weit aufgemacht und schildert die verschlungenen Wege, auf denen junge Kerle in die Erwachsenenwelt taumeln. Das ist gelegentlich tieftraurig, meistens hochkomisch und hinterlässt den Leser, wenn er die 750 Seiten dieses in 3 Bände aufgeteilten, göttlichen Schmökers hinter sich gebracht hat, in euphorischen Erinnerungen an die Figuren dieses Buchs und an die eigene Jugend.

Hinreißend, Grandios. Lesen und wieder jung werden!

„Skippy stirbt“ – ISBN 978-3-88897-700-8 – ist im Buchhandel als dreibändige Paperbackausgabe im Schuber für 26 € zu haben.

 

Innenminister Friedrich contra Arno Nym

Typisches Werkzeug eines "anonymen Internet-Bloggers"

Es ist eine gute deutsche Tradition, dass sich unsere Bundesinnenminister mit den Gesetzen, die sie durchsetzen sollen, nicht ganz so gut auskennen. Ex-Bundesinnenminister Hermann Höcherl hat es mal sehr sinnig auf den Punkt: »Man kann nicht immer mit dem Grundgesetz unterm Arm herumlaufen.«
Bundesinnenminister Friedrich muss an seinen Vorgänger gedacht haben, als er am Wochenende bei SpOn ratlos fragte, warum »anonyme Blogger ihre Identität nicht offenbaren« müssten. Kann ja nicht alle Gesetze kennen, der gute Mann, ist ihm sicherlich entgangen, dass es zumindest in Deutschland keine »anonymen Blogger« geben kann, wegen etwas, dass sich »Impressumspflicht« nennt: sowie man hierzulande etwas ins Netz stellt, was über Persönliches oder Familiäres hinausgeht, ist Schluss mit jeder Anonymität.

Aber Friedrich wäre kein deutscher Politiker, wenn er es dabei belassen würde, Inkompetenz in Gesetzesfragen zu demonstrieren, damit kann man nicht punkten, dafür sind die Gesetze zu zahlreich, die das Bundesverfassungsgericht in den letzten Jahren als grundgesetzwidrig annulliert hat. Nee, Friedrich muss uns allen noch nachhaltig vor Augen führen, dass er von diesem Dingenskirchen, Siewissenschon, das Dings, das die Telekom in die Telefonbuchse eingebaut hat, wegen dem der Schröder die Inder hierher holen wollte, genau, das isses, das Internet… also von diesem Dingenskirchen weiß der Friedrich noch weniger als von der aktuellen Gesetzeslage.

Es gibt keine Anonymität im Internet. Jeder, der sich im Internet bewegt, hinterlässt eine meterbreite Spur auf der »Datenautobahn« (um eine für Minister Friedrich verständliche Terminologie zu benutzen), sich ein schickes Pseudonym und ein Anonymizer-Plugin für den Browser zuzulegen langt bei weitem nicht aus.
Wenn man im Netz wirklich anonym bleiben will, gibt es nur eine erfolgversprechende Strategie: Im Netz nichts veröffentlichen. Oder, noch besser, gar nicht erst ins Netz gehen. Ein Pseudonym – und das ist es ja letztlich worüber Minister Friedrich sich so echauffiert, verschafft seinem Träger nur eine höchst begrenzte Anonymität.

Nehmen wir ein Beispiel, dass die meisten von uns kennen, das Nassrasur-Forum. Hier sind die meisten User mit einem Pseudonym unterwegs, und das ist eine mehr als vernünftige Sache. Man muss nicht jedem gleich auf die Nase binden (bzw. es allzu leicht googlebar zu machen), dass man eine (möglicherweise) unvernünftig große Menge Geld für Aftershaves und Rasierseifen ausgibt, mit Gleichgesinnten Vor- und Nachteile von vollhohlen und halbhohlen Rasiermessern diskutiert oder eine neuartige Methode entwickelt hat, mit der man aus Flüssigseife und Raketenantriebsmittel einen Bomben-Schaum schlagen kann…
Jeder User MUSS die Möglichkeit haben, darüber zu entscheiden, wie er sich im Netz präsentieren möchte. Ob mit dem eigenen Namen (eine Teilnahme an Business-Netzwerken wie Xing oder LinkedIn mit einem Nick wie »fieservermummter1962« ist nicht wirklich sinnvoll) oder einem Nickname, der einem User ein gewisses Maß an Schutz bieten kann, aber keinesfalls Anonymität.

Ein Stammgast in einer Kneipe ist den anderen Gästen meist auch nicht als Herr Dr. Wilhelm Meister sondern als »Stonsdorfer-Willy« bekannt, und da jeder weiß, das Stonsdorfer-Willy noch bei seiner Mutter in der Kronengasse 3 wohnt, ist er genausowenig anonym wie ein geschätztes Nassrasur-Forums-Mitglied, das seit Jahren unter einem fantasievollen Nick konstruktive Beiträge postet, am Mitgliederhandel teilnimmt (mit anonymer Postadresse, gell, Herr Friedrich?) und regelmäßig an Forumstreffen teilnimmt. Ohne dabei eine Papiertüte überm Kopf zu tragen.

Kurz und knapp: dieser Anonymitäts-Quatsch konnte nur einem absoluten Vollspaten einfallen, der sich das Internet täglich von seinem Dienststellenleiter ausdrucken und von einem persönlichen Referenten ungelesen abheften lässt. Von einem Denk-Kräppel, der die gewachsene Kultur des Internet noch nicht mal ansatzweise verstehen kann oder will. Von einem Innenminister, der demnächst vermutlich eine Klage gegen den Betreiber von http://www.german-hacker.de anstrengt. Weil der bestimmt was Illegales mit Elektronengehirnen macht.

Foto: Aka  / pixelio.de