Was liegt an? – 5.9. bis 11.9.

Was nächste Woche auf uns zukommt

Die Performance der Nationalmannschaft am Freitag Abend gegen Österreich war überzeugend. Beeindruckend. Stellenweise grandios. Die Qualifikation für die Europameisterschaft nächstes Jahr ist in trockenen Tüchern. Jetzt muss auf die Euphoriebremse getreten werden. Gelassenheit ist das Gebot der Stunde. Wir müssen die Situation mit Augenmaß betrachten und realistisch einschätzen.
Und das kann nur bedeuten, dass wir im nächsten Jahr allen anderen europäischen Fußballnationen heimleuchten, endlich die offenen Rechnungen mit diesen Tici-Taca-Spaniern begleichen und ungefährdet den Europameistertitel erringen werden! So sieht’s doch aus. Die Vorbereitung auf das Turnier hat begonnen, jetzt werden alle Kräfte gebündelt, und nächstes Jahr wird triumphiert, Holla die Waldfee!

Top-Ereignis der Woche ist daher das morgige Länderspiel gegen Polen in Danzig (das ZDF überträgt, wir müssen wieder Olli und die Müller-Neuschwanstein ertragen). Okay, ein Freundschaftsspiel. Das ist bekannt, dass zu solchen Anlässen die Nationalmannschaft unsere Jungs sich gern mal einen lauen Lenz machen nicht mit letzter Konsequenz zur Sache gehen. Und dagegen ist ja auch überhaupt nichts zu sagen. Dass sich nur ja keiner verletzt. Vor allen Dingen Mesut nicht! Und Miro! Und der Manuel…

Was ist das Gegenteil von „Wir werden Europameister“? Genau, totaler Reinfall. Womit wir beim Remake von „Conan“ wären. Das läuft diese Woche in den Kinos an, der Streifen ist in den USA derbe gefloppt, ich kann’s verstehen. Da hätt’s einen  neuen Schwarzenegger gebraucht, und das scheint der Dingenskirchen, der jetzt die Rolle spielt, eben nicht zu sein.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: http://www.youtube.com/watch?v=ztwbn5vzjlU

Aus der Videothek kann man sich diese Woche Brighton Rock holen, einen Gangsterfilm nach einem Graham-Greene-Roman. Paar Kritiker haben gequengelt, dass die Verfilmung von 1947 viel besser gewesen wäre. Die hab ich nicht gesehen, vermutlich hat mir deshalb die aktuelle ganz gut gefallen.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: http://www.youtube.com/watch?v=JVO0Xb5tP8o

Zum Fernsehen. Am Dienstag haben wir ein echtes Problem. Wenn auf Pro7 die neuen Folgen von „Two And A Half Men“ laufen, ist die Partie in Danzig noch in vollem Gange. Pech für Charlie Harper, die Vorbereitung auf die EM genießt ab-so-lu-te Priorität. Wohl dem, der einen Festplattenrekorder o.ä. hat.
Freunde des gepflegten Box-Films schalten am Mittwoch um 20 Uhr 15 Kabeleins ein, da läuft die NR. 6 von unseren 10 besten Box-Filmen aller Zeiten: Million Dollar Baby.
„Woher kommt die Kraft, im Kampf über sich selbst hinauszuwachsen? Vielleicht entsteht sie aus dem Risiko, alles für einen Traum zu geben, von dem niemand sonst weiß.“
Sollte sich vielleicht Jogi mit den Jungs mal angucken.
Donnerstag um 21:35 läuft ’ne interessante Doku auf arte: „Dogfight – Wie starb der Rote Baron?“ Es geht um Luftkämpfe im 1. Weltkrieg und – klar, bei dem Thema – Manfred von Richthofen.
Das war’s auch schon mit Fernsehen diese Woche, es sei denn, jemand interessiert sich für die Anschläge des 11. September.  Das jährt sich am kommenden Sonntag zum zehnten Mal, dementsprechend dicht kommen die Dokus.

Bleibt der Sport. Auch wenn die Fußballnationalmannschaft högschde Priorität genießt, die anderen Sportler (also die, die nicht Fußball spielen können), hören ja nicht auf. Sport1 kümmert sich weiter um die Basketball-EM, heute um kurz vor fünf zeigen sie Deutschland-Lettland, morgen beginnt die Zwischenrunde. Wird schwer, das macht es aber spannend.
Morgen ist auch EM-Quali der U21, Auswärtsspiel in Weißrussland. Kann Muss man gucken, vielleicht spielt sich ja einer von den jungen Kerlen noch in den A-Kader. Und Donnerstag Abend bringt Sport1 dann noch Leichtathletik, Diamond League Meeting in Zürich.
Eurosport überträgt weiterhin täglich Tennis (US Open) und Radsport (Vuelta), am Dienstag kommt noch Snooker hinzu, Masters aus Shanghai. Und Sonntag um 18 Uhr 30 kann man sich das Finale der Beach Soccer WM aus Ravenna angucken. Tolle Sache, aber mir tun bloß vom Zusehen schon die Waden weh.
Natürlich schauen wir am nächsten Wochenende Bundesliga (Formkurven beobachten! Ausschau nach neuen Talenten halten!), Sonntag ist dann auch noch Formel 1 (Großer Preis von Italien, natürlich bei RTL) und Leichtathletik, das ISTAF in Berlin (im ZDF).

Das ISTAF ist dann auch die Event-Empfehlung: Wer am Sonntag in Berlin ist und Zeit hat: Geh hin! Die Atmosphäre beim ISTAF ist einmalig, und Hertha hin, Finale 2006 her, dass Berliner Olympiastadion ist ein Leichtathletikstadion!
Und da kann man sich dann auch schon mal eingewöhnen, dass NSK Olimpskiyj in Kiew,  wo uns nach einem Kantersieg über Spanien der EM-Pokal überreicht wird, ist auch ein Stadion mit Laufbahn.

Eine schöne Woche, viel Spaß!

„Was liegt an“ ist die montäglich erscheinende Wochenvorschau von „Männer unter sich“. Was Männer in den nächsten 7 Tagen interessieren könnte in total subjektiver Auswahl: TV, Sport, Kino, Musik, DVD, Events, was eben anliegt. Haben wir was vergessen? Sollen wir auf was hinweisen? Jederzeit gern, bitte die Kommentare benutzen oder unsere Mailadresse redaktion@maenneruntersich.de .

Foto: Katharina Wieland Müller / pixelio.de

 

Links der Woche – 27.8. bis 2.9.

Jeden Freitag auf “Männer unter sich”: Links, die uns während der Woche untergekommen sind – Sport, Cartoons, Reportagen, Hintergründe zu unseren Artikeln usw. Männlicher Lesestoff zum Wochenende, viel Spaß!

Dienstag, Mittwoch, Donnerstag kein Fußball. Entzugserscheinungen? Nur zu verständlich. Deshalb wird jetzt – vor dem Österreich-Länderspiel heute abend ordentlich vorgeglüht. Fangen wir mit einem wunderbaren Rohrkrepierer an:
http://www.youtube.com/watch?v=BYDpP2bMsMs&NR=1

Und hier hätten wir eine der verblüffendsten Wunderheilungen der Medizin- und Sportgeschichte:

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: http://www.youtube.com/watch?v=MtNnOsF238A&NR=1

Und schließlich – bei Trainer Baade entdeckt – ein von der FA produzierter Clip, mit dem man in England Werbung dafür macht, Fußball zu SPIELEN. Wer hier keine Lust bekommt, mal wieder gegen den Ball zu treten, der hat mit dem „beautiful game“ wohl wirklich nix am Hut. Schönes Ding!

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: http://www.youtube.com/watch?v=1Qknteb8Klo

Auf Spiegel Online standen diese Woche tatsächlich ein paar interessante Sachen, vorneweg ein sehr, sehr schönes TV-Interview, dass Hellmuth Karasek mit Loriot zu seinem 70. Geburtstag führte.
Wieso sie bei SpOn einen Vorbericht auf eine Fahrradmesse in der Rubrik „Auto“ einsortieren, wissen wohl nur die Mitarbeiter eines gewöhnlich gut unterrichteten Hamburger Nachrichtenmagazins. Egal, auf der Eurobike in Friedrichshafen könnte es interessant werden.
Ebenfalls interessant und diesmal sogar richtig einsortiert – ein Artikel nebst wunderbarer Bilderstrecke  über historische Autowerbung: Frauen, die auf Motorhauben sitzen.
Und wo wir gerade bei Autos sind: richtig dicke Ami-Schlitten.

Gestern schrieb ich ja was über das Männermusik-Phänomen Haudegen.  Im Rolling Stone steht ein interessanter Artikel über Haudegen, Unheilig und ähnliche Bands. Und auch auf ZEIT-Online ist was über diese Band zu finden.

Und schließlich – wie fast immer – der Jazz zum Wochenende: George Shearing mit „Shadow of your Smile“

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: http://www.youtube.com/watch?v=xglZFKO_WnU

Kleines Gewinnspiel gefällig? Derjenige, der als erster in den Kommentaren schreibt, welche Figur in einem Jahrhundertroman „George Shearing is god“ sagt, darf den Wochenend-Jazz für nächste Woche aussuchen. Nochmal zur Sicherheit: Ich will nicht den Titel des Buchs wissen, sondern welche Figur den Satz sagt.

Schönes Wochenende, viel Spaß!

Hamburg trockengelegt

Ab morgen ist in Hamburg Schluss mit lustig, bzw. man muss in der Hamburger U-Bahn ohne Alkohol lustig sein: Ab dann darf in den Bussen, Bahnen, Bahnhöfen und an den Haltestellen des HVV kein Alkohol mehr getrunken werden bzw. keine geöffnete Flasche mit einem alkoholischen Getränk mit sich herumgetragen werden. Im bzw. aus Prinzip wäre dagegen wenig zu sagen, hier haben wir ja schon vor mehr als einem halben Jahr begründet, warum es geeignetere Orte als Busse und Bahnen gibt, um sein Bier zu trinken.
Jedoch beschleicht einen ein leiser lauter Unmut, wenn hierzulande mal wieder versucht wird, einen Missstand durch ein stumpfsinniges Verbot zu beseitigen. Durch ein Verbot, das im Übrigen zum Scheitern verurteilt ist, denn Verbote sind nur effektiv, wenn man sie auch durchsetzen kann. Dieses Verbot könnte man jedoch nur durchsetzen, wenn man über einen längeren Zeitraum hinweg pro Bus und pro Waggon mindestens einen Kontroletti einsetzt, der – im eigenen Interesse – ein ausgewiesener Experte in Deeskalationsstrategien und Selbstverteidigungstechniken sein sollte. Und – was Langmut, Freundlichkeit und Geduld angeht – eine direkte Kopie des Dalai Lama sein müsste. Wo findet man solche Leute, und wie finanziert man ihren Einsatz?
Nein, dieses Alkoholverbot erscheint vollkommen unsinnig, zumal es das grundsätzliche Problem noch nicht einmal tangiert: diejenigen, die Bahnen und Busse in unschöner Regelmäßigkeit zu Partywägen umfunktionieren sind meist Jugendliche, die die Getränkepreise in Discos, Clubs und, ja, in Kneipen schlicht und schlichtweg nicht bezahlen können. Wenn wir unsere Sprösslinge zu sparsamen, findigen Menschen erzogen haben, müssten wir ja eigentlich stolz darauf sein, wenn sie entdecken, dass man Alkohol zum Bruchteil des Gastronomiepreises im Supermarkt erstehen kann. Und dass sich der daraus ergebende Discount-Rausch überhaupt nicht vom Gastronomie-Rausch unterscheidet, der ja auch noch den Wirt und sein Etablissement finanzieren muss.
Man komme mir nicht damit, dass das früher doch genauso war. Das war es nicht. Als ich vor dreißig Jahren studierte, war es möglich, zum Preis eines damaligen Tonträgers (Vinyl, nicht Schellack!) mehrere Stunden lang durch (nicht um!) die Häuser zu ziehen und angemessen angeschickert nach Hause zu kommen. Heute wäre nach zwei, drei eher kleinen Bieren die Tonträger-Preisgrenze erreicht, damit kommt ein lebenslustiger junger Mensch nicht durch den Abend geschweige denn durch die Nacht.
„Sollen sie eben nicht saufen, wenn sie sich‘s nicht leisten können“, rufen wir alten Säcke neunmalklug daher, was ein ebensolcher Unsinn ist wie das platte Alkoholverbot in der U-Bahn. Der Rausch hat eine Jahrtausende alte Kultur-Tradition, der Rausch ist ein Bestandteil des Lebens vieler Menschen und zum Erwachsenwerden gehört dazu, zu lernen, wie man mit Alkohol, anderen Drogen und den daraus resultierenden Räuschen umgeht. Seine eigenen Grenzen kann man nur kennenlernen, wenn man sie auch mal überschreitet. Das ist für diejenigen, die das miterleben müssen, nicht immer schön, aber ist unausweichlich und lässt sich durch platte Verbote nicht verhindern.
Denn selbst wenn sich ein Alkoholverbot in den öffentlichen Verkehrsmitteln durchsetzen ließe, was wäre denn die Folge? Die Menschen suchen sich andere Orte zum Vor-, Nach- und Durchglühen, sie tun es ja schon heute, sie gehen in die Parks, auf Kinderspielplätze, sonstwohin.
Also ein generelles Alkoholverbot auf öffentlichen Flächen? Auch hier stellt sich wieder die Frage nach der Durchsetzbarkeit. Wer glaubt, Probleme mit simplen Verboten lösen zu kennen, anstatt Ursachenforschung zu betreiben, macht es sich zu einfach. Meist handelt man sich mit solchen Verboten nur neue Probleme ein.

 

Was liegt an? – 29.8. bis 4.9.

Was nächste Woche auf uns zukommt

Fußballpause! Naja, korrekterweise: Länderspielwoche. Quali für die EM, am Freitag gegen Österreich in der Arena auf Schalke – was soll da schiefgehen?

Aber auch das nichtfußballerische Sportprogramm hat’s in sich: Eurosport hat diese Woche drei Themenschwerpunkte – die Leichtathletik-WM (auch bei ARD und ZDF), die Vuelta und Tennis, die US-Open in New York. Nicht die schlechtesten Schwerpunkte.
Sport1 erfreut heute abend mit Zweitliga-Fußball, Erzgebirge Aue gegen Energie Cottbus, und widmet sich dann nach einem morgigen Handballzwischenspiel ab Mittwoch der Basketball EM. Mittwoch Abend Deutschland-Israel, Donnerstag Abend Italien-Deutschland, Freitag Frankreich-Deutschland, Sonntag Abend Deutschland Serbien. Saach mal, die spielen ja fast jeden Tag, wie soll das denn gehen?
Und Ruder-WM ist auch  noch, die kann man bei ARD und ZDF gucken. Also, da wird einem ja das EM-Qualifikationsspiel Deutschland-San Marino (Donnerstag, Sport1) beinahe schon zu viel.

Ins Kino will man ja auch noch, da startet diese Woche „Perry Rhodan – Unser Mann im All“, eine Doku über die, ja, wie soll man sie nennen… „unverwüstlichste Science-Fiction-Serie des Universums“. Schon gut, ich bin ja still, hab ja selber an die zehn Jahre mitgelesen.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: http://www.youtube.com/watch?v=HCv1DHTmoe0

Und dann läuft eine neue Version von „Die drei Musketiere“ an. Seh ich ja immer wieder gern, und diese Version scheint mit fliegenden Segelschiffen und Fantasie-Flammenwerfern ein bißchen in die Steampunk-Richtung zu gehen.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: http://www.youtube.com/watch?v=Ky8wNtLEhj4

Könnte ganz nett werden, aber mein ewiger Favorit, den es zu schlagen gilt, ist die Gene-Kelly-Variante aus 1948, ein Riesenspaß, ganz großes Tennis Fechten.

In den Videotheken findet man ab dieser Woche „The Fast and The Furious Five„, Hirn ausschalten, Motor anwerfen, Spaß haben. Ordentlich Bier hilft.

Zum Fernsehen. Heute abend im Ersten: „Dreileben“. Hört sich an wie so ein Kunst-Gedöns. Drei Regisseure erzählen die gleiche Geschichte, Quatsch, falsch, erzählen nacheinander das gleiche, aber fortlaufend… also, die drei ziehen irgendwie an einem Handlungsstrang. Der mittlere Film ist von Dominik Graf, der könnte lohnen. Bei dem „Polizeiruf“ vor acht Tagen, mit Matthias Brandt, hat Graf auch Regie geführt.
Morgen sendet ProSieben ab 21 Uhr die ersten Folgen der letzten Staffel von „Two and a Half Men“ mit Charlie Sheen. Der wurde ja gefeuert, weil er sich ein paar mal derbe daneben benommen hat und wird ab der kommenden Saison durch Ashton Kutcher ersetzt. Charlie Sheen hin, Ashton Kutcher her, ich werde Charlie Harper, das saucoole Arschloch, sehr vermissen. Und keine Folge dieser Staffel verpassen.
Am Mittwoch zeigt die ARD „Die Route“, Maximilan Brückner spielt einen zwischen Alltag und Gipfelsucht hin und her gerissenen Extrembergsteiger. Klingt vielleicht blöder, als es ist.
Sonntag abend dann der 50. Tatort mit Klaus Behrendt und Dietmar Bär. Kann man sich ja mal reinziehen, so ein Jubiläum. Allerdings läuft parallel bei ProSieben die TV-Erstausstrahlung von „The Hangover„. Nuja, schwierige Entscheidung… aber nicht für mich. Ich hab „Hangover“ auf DVD, außerdem weiß ich noch nicht, ob ich am Sonntag abend schon zurück bin, ich bin tagsüber nämlich in Hamburg beim…

Tag der Legenden: Hamburch gegen Deutschland am Millerntor, Nostalgie-Fußball für ’nen guten Zweck. Ist noch wer im Stadion? Mail schicken, dann treffen wir uns auf ’n Bier!

Ansonsten viel Spaß, schöne Woche, hoffentlich sehen wir uns zum Ende der Fußballpause am Millerntor!

“Was liegt an“ ist die montäglich erscheinende Wochenvorschau von „Männer unter sich“. Was Männer in den nächsten 7 Tagen interessieren könnte in total subjektiver Auswahl: TV, Sport, Kino, Musik, DVD, Events, was eben anliegt. Haben wir was vergessen? Sollen wir auf was hinweisen? Jederzeit gern, bitte die Kommentare benutzen oder unsere Mailadresse redaktion@maenneruntersich.de .

Foto Ausguck: Katharina Wieland Müller / pixelio.de

Links der Woche – 20.8. bis 26.8.

Jeden Freitag auf “Männer unter sich”: Links, die uns während der Woche untergekommen sind – Sport, Cartoons, Reportagen, Hintergründe zu unseren Artikeln usw. Männlicher Lesestoff zum Wochenende, viel Spaß!

Ganz dolle Sache: Philipp Lahm ist offensichtlich ein treuer „Männer unter sich“-Leser. Kaum schreiben wir, dass er ein ziemliches Bubu gemacht hat, entschuldigt er sich prompt in aller Öffentlichkeit. Trotzdem will der DFB beim nächsten Länderspiel noch ein Gespräch zwischen der sportlichen Leitung, dem Mannschaftsrat und unserem Stammleser machen. Hoffentlich werden wir auch noch eingeladen, um den armen Philipp beschützen gegebenenfalls vermittelnd eingreifen zu können.

Bleiben wir bei denFußball-Bubus. Vorletzte Woche gab’s in Spanien Krawall, nachdem Barca Real Madrid im Supercup geschlagen hat, eine wirklich sehenswerte Massenkeilerei. Am nächsten Tag hat unser Lieblingstrainer José Mourinho erklärt, er habe damit nichts zu tun gehabt, im Gegenteil, er habe vornehme Zurückhaltung geübt und sich total rausgehalten. Seit dieser Woche kann man sich auf youtube angucken, wie ein Mourinho sich total raushält:
http://www.youtube.com/watch?v=uUgOuzWvDfE

Loriot ist gestorben. Sicher der komischste Mann Deutschlands, aber auch einer, auf den die Bezeichnung „Gentleman“ zutrifft wie auf keinen zweiten. Bei SpOn hab ich ein sagenhaft kluges, sehr witziges Interview mit ihm gefunden.

Die Heimat der Gentlemen ist Großbritannien. wo die Menschen einige entscheidende Defizite haben: z.B. können sie weder Torwart spielen noch Elfmeter schießen. Im Erfinden von durchgeknallten Freizeitbeschäftigungen macht den Briten allerdings niemand was vor. Wie dieses Fahrradrennen beweist.

Englische gegen italienische Sportwagen – das sind zwei ganz unterschiedliche Philosophien, da traut man sich nicht zu sagen, Maserati ist besser als Jaguar oder sowas. Aber… sowas wie den neuen Ferrari Spider mit diesem Versenk-Klapperatismus müssen die Briten erst noch bauen.

Und zum Schluss der Jazz fürs Wochenende. „So What“ von Miles Davis‘ Jahrhundertalbum „Kind of Blue“.
http://www.youtube.com/watch?v=qlIU-2N7WY4

Schönes Wochenende, viel Spaß!

 

Was liegt an? – 22.8. bis 29.8.

Was nächste Woche auf uns zukommt

Die Klingeln schrillen, die Sommerpausen gehen zuende, wir müssen vom warmen Schulhof zurück ins kalte Leben. Aber ein paar Sachen gibt’s immer, die uns über das End der Ferien hinwegtrösten. Filme. Fernsehen. Sport. Das Leben…

Fangen wir mit den Filmen an. Donnerstag startet hierzulande Cowboys & Aliens, eine Westen-SF-Mixtur, topbesetzt mit Harrison Ford und Daniel Craig. Ist in den USA eher gefloppt, was mich etwas überrascht hat. Der Trailer sieht sehr gut aus.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: http://www.youtube.com/watch?v=7C8J37kVp7E

Flop hin, Flop her, ich schau ihn mir an. Ich hab ’ne schwäche für solch derbe konstruierten Quatsch. Aporpos derbe konstruierter Quatsch: „What a man“ läuft ebenfalls an, Männerkomödie inszeniert von Matthias Schweighöfer.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: http://www.youtube.com/watch?v=WAPuDlR3Gsw

Hier mach ich lange Zähne. Da hab ich schon beim Trailer das Gefühl, den Film schon xmal gesehen zu haben. Aber vielleicht irre ich mich ja.

Zwei lohnende Neuerscheinung in den Videotheken: Zum einen die zum Brüllen komische Terrorismus-Satire „Four Lions„, zum anderen „Faster“ mit Dwayne »The Rock« Johnson und Billy Bob Thornton. Ein Action-Film, wie er sein soll: geradlinig, kernig und immer auf die Tube drückend. Macht Spaß.

Die Hobby-Köche oder -Bäcker unter euch sollten heute Abend um 21 Uhr 45 arte einschalten, da läuft die Doku »Créme de la créme« von D. A. Pennebaker und Chris Hegedus. 3 französische Konditoren wetteifern um den Titel „Meilleur Ouvrier de France“.

Und das war’s auch schon mit TV diese Woche, ansonsten Sport, Sport, Sport. Die ganze Woche über zeigt Eurosport Bilder von der Vuelta.
Heute Abend Zweitliga-Fußball bei Sport1, Pauli gegen Duisburg.
Morgen ab 20 Uhr 15 überträgt Sat1 Zürich-Bayern, das Rückspiel in der Champions-League-Quali. Wie die Formkurve aussieht, sollten die Bayern da nix mehr anbrennen lassen.
Aber ich hab ja schon letzte Woche Schalke zum Top-Favoriten  gegen Helsinki erklärt, und jetzt müssen Sie zwei Tore wieder wettmachen. Der WDR überträgt am Donnerstag. Während ich das hier schreibe, ist noch unklar, ob und wo Sevilla-Hannover übertragen wird, gerüchtemäßig hab ich was vom NDR gehört, man wird sehen, wo das läuft. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses Match NICHT übertragen wird.
Ebenfalls am Donnerstag um 17 Uhr 45 auf Eurosport: die Auslosung der CL-Gruppenphase.
Am Freitag dann  langer Sportabend auf Sat1, erst das Spiel um den europäischen Supercup zwischen Barcelona und Porto, danach Damen-Kickboxen und Thai-Boxen.
Ab Freitag dann die Leichtathletikweltmeisterschaften aus Korea (ARD, ZDF, Eurosport) und Snooker auf Eurosport: die  Euro Players Tour Championship 2011/2012 – Paul Hunter Classic in Fürth.
Sport1 erfreut am Freitag mit einem Basketball-Testspiel, Deutschland-China, und ab dem Bundesligawochenende hört dann auch die Sommerpause der Formel 1 auf: der Große Preis von Belgien steht an (SKY, RTL).

Viel Spaß, eine schöne Woche!

“Was liegt an“ ist die montäglich erscheinende Wochenvorschau von „Männer unter sich“. Was Männer in den nächsten 7 Tagen interessieren könnte in total subjektiver Auswahl: TV, Sport, Kino, Musik, DVD, Events, was eben anliegt. Haben wir was vergessen? Sollen wir auf was hinweisen? Jederzeit gern, bitte die Kommentare benutzen oder unsere Mailadresse redaktion@maenneruntersich.de .

Foto Ausguck: Katharina Wieland Müller / pixelio.de

Links der Woche – 13.8. bis 19.8.

Jeden Freitag auf “Männer unter sich”: Links, die uns während der Woche untergekommen sind – Sport, Cartoons, Reportagen, Hintergründe zu unseren Artikeln usw. Männlicher Lesestoff zum Wochenende, viel Spaß!

Sportwoche hatte ich angekündigt, und in der Tat, auch andere Männer haben sich dieses Themas angenommen. Stephen Fry hat einen wunderbaren (englischen) Artikel über Zuschauersport im Allgemeinen und Norwich City im Besonderen geschrieben. Tolle Lektüre.

Letzte Woche hatten wir in den Links einen scheißfrech mit der Hacke verwandelten Elfer. So ’ne Nummer kann aber auch gewaltig in die Hose gehen.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: http://www.youtube.com/watch?v=I7Pe6f9mrCg

Die diesjährige Tour de France ist schon ein paar Wochen her. Bei den Retronauten haben sie ein Siegerfoto von der allerersten Tour gefunden.

Einer der beliebtesten Artikel bei „Männer unter sich“ war diese Woche die Arbeiterforelle. Leserin Gabriele Helbig, derzeit Irland, machte uns daraufhin auf einen typisch irischen „Männersalat“ aufmerksam. Speck, Blutwurst, Haggis… genau das Zeugs gehört in einen gesunden Salat, Männer, die auf sich achten, essen so etwas einmal täglich. Mindestens.

Max Reinhardt sagte einmal, dass das Theater eine Beschäftigung für Menschen sei, die sich ihre Kindheit in die Tasche gesteckt haben, um ein Leben lang damit herumzuspielen. Ich glaube, dass es nicht nur für Theatermacher wichtig ist, sich ein gewisses Maß an Kindsköpfigkeit zu bewahren. Und die Süddeutsche denkt das auch.

Und der Jazz zum Wochenende: Keith Jarrett improvisiert mal nicht, sondern spielt „Danny Boy“. Einfach so. Da läuft einem ein Engel das Rückgrat runter.
http://www.youtube.com/watch?v=CbesyPby7P8

Was liegt an? 15.8. bis 21.8.

Was nächste Woche auf uns zukommt

Außer Sport ist diese Woche nicht viel los. Okay, Großbritannien geht den Bach runter, die Finanzmärkte crashen zum xten Mal und in der CDU gibt’s die Nächstenliebe noch nicht mal mit 16, aber sonst? Nur Sport.
Im Fußball ist Europacup-Woche. Auch wenn’s noch die Cl-Quali ist oder Euro-League-Playoff ist, es kommt wieder richtig Musik ins internationale Fußballgeschehen. Eindeutig ist – für mich – nur der Ausgang bei Helsinki-Schalke (Donnerstag 18 Uhr 25 bei Sport1), die Messe ist gelesen. Die Bayern werden sich am Mittwoch gegen den FC Zürich (ab 20 Uhr 15 auf Sat1) schwer tun, wie immer, wenn sich ein Team dichtgestaffelt hinten reinstellt. Das ist was, was mir einfach nicht in den Schädel will: Ist es wirklich so einfach, eine derart hochkarätig besetzte Mannschaft ins Leere laufen zu lassen. Sind all die Schweinsteigers, Ribérys und Robbens wirklich hilflos, wenn man ihnen 10 Hollerbachs entgegenstellt? Kann doch nicht sein!
Wie dem auch sei, am spannendsten wird’s sicherlich bei Hannover gegen FC Sevilla (Donnerstag 20 Uhr 15, ZDF). Wobei 96 nicht chancenlos ist, eher im Gegenteil. Das schnelle Umschalten von Abwehr auf Angriff klappt bei denen zwar nicht so gut wie bei Dortmund, aber deutlich besser als derzeit bei den Bayern, das ist sehr ansehnlich, was Hannover zur Zeit spielt. Und Sevilla ist weder Barcelona noch Madrid (Wo stand nochmal das Phrasenschwein?), Sevilla ist für 96 machbar. Ich freu mich auf Donnerstag.

Heut gibt’s schon Zweitligafußball, Frankfurt Düsseldorf, wie immer abends auf Sport1, das sich langsam aus der Sommerpause pellt. Am Wochenende übertragen sie den Basketball-Supercup aus Bamberg, den letzten Härtetest vor der EM in Litauen. Freitag 20 Uhr 15 Deutschland, Belgien, Samstag 17 Uhr 15 Deutschland-Griechenland und Sonntag 17 Uhr 15 Deutschland-Türkei.
Nebenan bei Eurosport gibt’s die U20-WM aus Kolumbien, die Kanu-Rennsport-WM aus Ungarn, Freunde des Inselfußballs können Donnerstag abend in der Euro-League Heart of Midlothian gegen Tottenham Hotspurs angucken und ab Samstag rollt die Vuelta.
Zusätzlich am Wochenende dann noch Triathlon-WM und Kockey-Em, gesendet von der ARD. Und – natürlich – die Bundesliga. Tatsächlich ordentlich was los.

Allerdings  ist ansonsten tote Hose im TV. Am Sonntag sendet arte um 20 Uhr 15 die Doku „Let’s Play, Boy“ über Hugh Hefner und das Playboy-Magazin (lief vor ein paar Wochen schon auf 3sat), am Sonntag gibt Matthias Brandt sein Debüt als Polizeiruf-Kommissar in der stark actionlastigen, spannenden Folge „Cassandras Warnung“, Regie führte Dominik Graf. Mehr ist nicht im TV.

Auf Kin können sich nur die Comic-Freunde freuen: Captain America – The First Avenger startet. Der Film ist in den USA ganz gut gelaufen, der Trailer sieht okay aus, das Ding hat einen gewissen retromäßigen Charme  und drei obligatorischen Blockbuster-„P“ (Pathos, Patriotismus und Pfiese Nazis):

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: http://www.youtube.com/watch?v=GAiKvcCCYMo

In die Videotheken kommen zwei beachtenswerte Neuerscheinungen, einmal „Der ganz große Traum„, ein schöner Film über die „Gründerjahre“ des Fußballs in Deutschland, zum anderen Paul – Ein Alien auf der Flucht, saukomische Alien-Klamotte mit Männerhumor. Dicke Empfehlung.

Soweit, so gut: ordentlich Sport und Fußball satt, es gab schon schlimmere Wochen. Was mir allerdings total auf den Zeiger geht: diese neuartigen Laufwege-Statistiken im Fußball. Der eine ist 11 Kilometer gelaufen, das macht punktgenau 2 Kilometer mehr als der, der nur 9 Kilometer gelaufen ist. Und deshalb ist der, der 11 Kilometer rennt, ein besserer Fußballer? Ich werd nicht mehr.
Ich weiß nicht mehr, wer, auf alle Fälle jemand, der exorbitant gut kicken konnte (Beckenbauer? Ente Lippens?) hat vor Unzeiten mal gesagt: „Wenn ich nicht will, dann lauf ich pro Spiel nicht mehr als 4 Kilometer. Und da hab ich die Strecke in die Kabine schon mit eingerechnet.“

In diesem Sinne: Viel Spaß und eine schöne Woche!

“Was liegt an“ ist die montäglich erscheinende Wochenvorschau von „Männer unter sich“. Was Männer in den nächsten 7 Tagen interessieren könnte in total subjektiver Auswahl: TV, Sport, Kino, Musik, DVD, Events, was eben anliegt. Haben wir was vergessen? Sollen wir auf was hinweisen? Jederzeit gern, bitte die Kommentare benutzen oder unsere Mailadresse redaktion@maenneruntersich.de .

Foto Ausguck: Katharina Wieland Müller / pixelio.de

 

Links der Woche – 8.8. bis 12.8.

Jeden Freitag auf “Männer unter sich”: Links, die uns während der Woche untergekommen sind – Sport, Cartoons, Reportagen, Hintergründe zu unseren Artikeln usw. Männlicher Lesestoff zum Wochenende, viel Spaß!

Was für eine Woche! Die Unruhen in Großbritannien sind mir an die Nieren gegangen. Weil es mir gar nicht so unmöglich scheint, dass gleiches hier auch geschieht. Wenn man jungen Menschen die Zukunft nimmt, dann haben Sie im wahrsten Sinne des Wortes nichts mehr zu verlieren. Dann haben sie nichts mehr, wofür sie kämpfen können. Nur noch sehr viele Dinge, gegen die sie kämpfen können.
Bewegendes Dokument auf youtube: Eine schwarze Frau sagt den Plünderern bescheid:
http://www.youtube.com/watch?v=6SHKhvVjLIc

Hier ist, was sie sagt: „This is a fucking realtiy. Allow out burning peoples property.
Allow out burning peoples shops that they work so hard to start thier business. Do you understand? That lady is trying to make her busines work and you lot wana go and burn it up? For what? To say your war-ing and your bad man? This is about a man who got shot in Tottenham. This anit about having fun on the road and burning up the place. Get it real black people. Get real. Do it for a cause. If your fighting for a cause then fight for a fucking cause. You lot piss me the fuck off! I’m shamed to be a Hackney person. Because we are not all gathering together and fighting for a cause. We are running out of Footlocker and theifin shoes. Dirty thiefs ya know .“

Buchläden wurden übrigens nicht geplündert, lediglich das Schaufenster einer schwul-lesbischen Buchhandlung wurde zerstört, wie bei „More Intelligent Life“ (englisch) nachzulesen ist. Wie war das nochmal mir Ursache und Wirkung?

Das ist alles gar nicht so weit weg. Ich meine nicht die paar tausend Kilometer bis London, Neukölln liegt bei mir um die Ecke. Auch da sind Tausende von jungen Menschen ohne Zukunft.

Tja, wie find ich jetzt den Übergang zu den Links? Na gut. „Läbbe geht weiter.“ Fußball. Der vermutlich unverschämteste Elfmeter aller Zeiten:

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: http://www.youtube.com/watch?v=Hg7i85v6ff8

Nächste Woche kochen wir wieder ein Männeressen für euch, bis dahin muss Dean Martin’s Hamburger-Rezept den hungrigen Kerl über die Runden bringen. Unorthodox. Aufs wesentliche beschränkt. Typisch Dean Martin.

Womit wir bei Gesangsdarbietungen wären: einer der männlichsten Songs aller Zeiten. Von Monty Python. (Dank an Julian Twarowski für den Hinweis)

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: http://www.youtube.com/watch?v=p9PiqCeLEmM

Schließlich kommt Steve McQueens Porsche unter den Hammer, vielmehr der Porsche 911, den McQueen in „Le Mans“ gefahren hat. „Le Mans“ ist übrigens ein unterschätztes Meisterwerk, einer der besten Rennfahrerfilme überhaupt. Hier die Startsequenz:

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: http://youtu.be/IPjhb3D587Q

„A lot of people go through life doing things badly. Racing’s important to men who do it well. When you’re racing, it… it’s life. Anything that happens before or after… is just waiting.“ (McQueen in „Le Mans“)

Und zum Abschluss zurück in die Problembezirke. Was macht ein Bademeister im Prinzenbad in Kreuzberg? Nuja, der Kerl hat seinen Laden noch im Griff. Noch.

Euch allen ein schönes Wochenende!


Innenminister Friedrich contra Arno Nym

Typisches Werkzeug eines "anonymen Internet-Bloggers"

Es ist eine gute deutsche Tradition, dass sich unsere Bundesinnenminister mit den Gesetzen, die sie durchsetzen sollen, nicht ganz so gut auskennen. Ex-Bundesinnenminister Hermann Höcherl hat es mal sehr sinnig auf den Punkt: »Man kann nicht immer mit dem Grundgesetz unterm Arm herumlaufen.«
Bundesinnenminister Friedrich muss an seinen Vorgänger gedacht haben, als er am Wochenende bei SpOn ratlos fragte, warum »anonyme Blogger ihre Identität nicht offenbaren« müssten. Kann ja nicht alle Gesetze kennen, der gute Mann, ist ihm sicherlich entgangen, dass es zumindest in Deutschland keine »anonymen Blogger« geben kann, wegen etwas, dass sich »Impressumspflicht« nennt: sowie man hierzulande etwas ins Netz stellt, was über Persönliches oder Familiäres hinausgeht, ist Schluss mit jeder Anonymität.

Aber Friedrich wäre kein deutscher Politiker, wenn er es dabei belassen würde, Inkompetenz in Gesetzesfragen zu demonstrieren, damit kann man nicht punkten, dafür sind die Gesetze zu zahlreich, die das Bundesverfassungsgericht in den letzten Jahren als grundgesetzwidrig annulliert hat. Nee, Friedrich muss uns allen noch nachhaltig vor Augen führen, dass er von diesem Dingenskirchen, Siewissenschon, das Dings, das die Telekom in die Telefonbuchse eingebaut hat, wegen dem der Schröder die Inder hierher holen wollte, genau, das isses, das Internet… also von diesem Dingenskirchen weiß der Friedrich noch weniger als von der aktuellen Gesetzeslage.

Es gibt keine Anonymität im Internet. Jeder, der sich im Internet bewegt, hinterlässt eine meterbreite Spur auf der »Datenautobahn« (um eine für Minister Friedrich verständliche Terminologie zu benutzen), sich ein schickes Pseudonym und ein Anonymizer-Plugin für den Browser zuzulegen langt bei weitem nicht aus.
Wenn man im Netz wirklich anonym bleiben will, gibt es nur eine erfolgversprechende Strategie: Im Netz nichts veröffentlichen. Oder, noch besser, gar nicht erst ins Netz gehen. Ein Pseudonym – und das ist es ja letztlich worüber Minister Friedrich sich so echauffiert, verschafft seinem Träger nur eine höchst begrenzte Anonymität.

Nehmen wir ein Beispiel, dass die meisten von uns kennen, das Nassrasur-Forum. Hier sind die meisten User mit einem Pseudonym unterwegs, und das ist eine mehr als vernünftige Sache. Man muss nicht jedem gleich auf die Nase binden (bzw. es allzu leicht googlebar zu machen), dass man eine (möglicherweise) unvernünftig große Menge Geld für Aftershaves und Rasierseifen ausgibt, mit Gleichgesinnten Vor- und Nachteile von vollhohlen und halbhohlen Rasiermessern diskutiert oder eine neuartige Methode entwickelt hat, mit der man aus Flüssigseife und Raketenantriebsmittel einen Bomben-Schaum schlagen kann…
Jeder User MUSS die Möglichkeit haben, darüber zu entscheiden, wie er sich im Netz präsentieren möchte. Ob mit dem eigenen Namen (eine Teilnahme an Business-Netzwerken wie Xing oder LinkedIn mit einem Nick wie »fieservermummter1962« ist nicht wirklich sinnvoll) oder einem Nickname, der einem User ein gewisses Maß an Schutz bieten kann, aber keinesfalls Anonymität.

Ein Stammgast in einer Kneipe ist den anderen Gästen meist auch nicht als Herr Dr. Wilhelm Meister sondern als »Stonsdorfer-Willy« bekannt, und da jeder weiß, das Stonsdorfer-Willy noch bei seiner Mutter in der Kronengasse 3 wohnt, ist er genausowenig anonym wie ein geschätztes Nassrasur-Forums-Mitglied, das seit Jahren unter einem fantasievollen Nick konstruktive Beiträge postet, am Mitgliederhandel teilnimmt (mit anonymer Postadresse, gell, Herr Friedrich?) und regelmäßig an Forumstreffen teilnimmt. Ohne dabei eine Papiertüte überm Kopf zu tragen.

Kurz und knapp: dieser Anonymitäts-Quatsch konnte nur einem absoluten Vollspaten einfallen, der sich das Internet täglich von seinem Dienststellenleiter ausdrucken und von einem persönlichen Referenten ungelesen abheften lässt. Von einem Denk-Kräppel, der die gewachsene Kultur des Internet noch nicht mal ansatzweise verstehen kann oder will. Von einem Innenminister, der demnächst vermutlich eine Klage gegen den Betreiber von http://www.german-hacker.de anstrengt. Weil der bestimmt was Illegales mit Elektronengehirnen macht.

Foto: Aka  / pixelio.de