Siegerwitz

Ein Buchpaket, bestehend aus “outdoor-Wissen – Alles über Reisen, Wandern, Abenteuer”, “outdoor – Alpen/Dolomiten – Die 50 schönsten Tageswandertouren” und “Outdoor Survival mit dem Messer”, allesamt hier besprochen, gab es zu gewinnen, und zwar für den besten Outdoor-Witz in den Kommentaren zum genannten Artikel.
Harald „I, The Jury“ Effenberg hat es sich nicht leicht gemacht. sich aber schließlich doch für den Witz entschieden, der „am meisten mit Outdoor zu tun hat und überhaupt nicht
PC ist“. Und der stammt von unserem Leser Christian!

Die Polizei durchstreift die umliegenden Wälder und Wiesen auf der Suche nach einem Mann. Plötzlich halten die Beamten einen Jogger an und befragen ihn: “Wir suchen einen Vergewaltiger.”
Der Jogger antwortet: “Da kann ich auch nicht helfen, ich war grad noch bei der Arbeit.”
Die Polizei sucht notgedrungen weiter, da kommt der Jogger noch einmal zurück: “Ich hab’s mir überlegt, ich mach den Job.”

Herzlichen Glückwunsch, die Bücher sind unterwegs. Wir danken allen Lesern, die sich beteiligt haben!

Foto: Matthias Balzer  / pixelio.de

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Wolle mer se neilasse?

Karla Viper

Nichts Böses ahnend saß ich gerade in meinem Büro und öffnete die Post, als die Bürotür aufging. Ich hatte mich eigentlich auf ruhige Arbeitsstunden ohne Laufkundschaft eingestellt, denn bei diesem Wetter mochte kein normaler Mensch das Haus verlassen. Der Wind trieb eisige Kristalle durch die Luft, die wie winzige Rasierklingen in jedes Stück unbedeckter Haut fuhren. Der auf den Straßen gefrorene Schnee trug dazu bei, dass kaum jemand ohne einen notwendigen Grund hinausging, weil er Gefahr lief, sich auf dem glatten Boden ernsthaft zu verletzen.
Eine dampfende Tasse Tee und leise Musik aus dem Radio sorgten für eine wohlige Atmosphäre in meinem Büro. Nicht einmal ein Klingeln des Telefons störte diese Ruhe. Doch unvermittelt hielt der Winter in Form einer weiblichen Person Einzug, die die äußere Kälte wie eine zweite Haut übergestreift zu haben schien, denn im gleichen Moment fiel zunächst der Dampf über meiner Teetasse als feiner Schnee zurück auf den Tisch.
Besonders hübsch konnte ich meine Besucherin nicht nennen, wenig Humor schien ihr wegen der heruntergezogenen Mundwinkel eigentümlich zu sein. Deren scharfen nach unten zeigenden Falten unterstrichen noch ihre harten Gesichtszüge. Selbst der Gang in den Keller dürfte dieser Frau kaum genug Einsamkeit verschaffen, um auch nur die Andeutung eines Lächelns auf ihre Lippen zu zaubern. Genauso farblos wie sie selbst wirkte ihre Kleidung. Eine solche Person hatte ich zuletzt erleben müssen, als mein Sohn in den Vorbereitungen zu seiner Erstkommunion steckte und ich als Elternteil ebenfalls den Bekehrungsversuchen des Pfarrers ausgesetzt war. Unterstützt wurde der Kirchenvertreter damals von einer Frau, Typ „alte Jungfer“ mit Haaren auf den Zähnen, die ihr einziges Heil offensichtlich nur noch in der Glaubensvermittlung mit dem Feingefühl eines Dampfhammers suchte. Wegen dieser Erfahrungen vermutete ich auch diesmal wieder zunächst eine kirchliche Repräsentantin.
„Guten Tag, mein Name ist Karla Viper, ich bin Mitglied des Karnevalsvereins „Der fidele Lachsack“.“
Völlig überrascht von dieser unvermuteten Offenbarung und im Kampf, ein Lachen zu unterdrücken, bat ich die Dame, Platz zu nehmen. Ohne erkennbaren Grund verstummte plötzlich die Musik, während ich die Bildung der ersten Eiskristalle in meinem gerade eben noch fast kochend heißen Tee wahrnahm.
Die Frau ließ ihren Mantel selbst dann noch bis zum Hals zugeknöpft, nachdem sie sich stocksteif hingesetzt hatte. Mit bitterer Miene fuhr sie fort: „Unser Karnevalsverein „Der fidele Lachsack“ feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass geben wir ein Sonderheft heraus, in dem örtliche Firmen sich mit einer Werbung präsentieren können. Wollen Sie auch?“
Der Gedanke, warum gerade diese wie ein Handlanger des Todes wirkende Frau Mitglied in einem Karnevalsverein war, ließ sich nicht verscheuchen: Sollte die Fröhlichkeit der fidelen Lachsäcke nur über ihre Verbitterung hinwegtäuschen? Oder verkörperte sie das Omen für einen Karnevalsverein, der seinen Zenith bereits überschritten hatte? Wie dem auch sei, ohne Grund bringt es kein Verein auf eine fünfzigjährige Tradition daher traf ich eine fatale Entscheidung.
„Was soll denn die Werbung kosten?“
„Unser Heft hat das Format DIN A5, das sind 148 Millimeter in der Breite und 210 Millimeter in der Höhe“, startete Sie in einem eisig monotonen Tonfall, den sie konsequent weiterführte.
„Die kleinste Anzeige wäre eine achtel Seite, das sind entweder 18,5 Millimeter in der Breite und 210 Millimeter in der Höhe oder 148 Millimeter in der Breite und 26,25 Millimeter in der Höhe und kostet Sie € 12,50. Die nächste Größe ist eine viertel Seite…“
Obwohl sie bislang nur kurz geredet hatte, zog die Schwerkraft unterstützt von der Monotonie des Vortrages zunehmend an meinen Augenlidern. Inzwischen fand sich in meiner Teetasse ein völlig durchgefrorener brauner Eisblock, das Blut war aus meinen Händen entwichen, selbst meine Gesichtszüge begannen sich zu verhärten.
„…die halbe Seite kostet Sie € 50,00, als nächstes dann…“, ratterte sie unentwegt weiter.
Mein Heil sah ich einzig nur noch in einer schnellen Entscheidung für einen Werbeplatz.
„Sie haben mich überzeugt, ich nehme eine halbe Seite“, unterbrach ich sie.
„Dann brauche ich von Ihnen noch ein Logo und den Text. Hier ist meine Visitenkarte, dahin schicken sie alles. Die Rechnung stellen wir ihnen anschließend. Haben sie noch Fragen?“
„Nein, nein“, ein „Euer Gnaden“ konnte ich mir gerade noch verkneifen.
Mit einem beinahe drohend wirkenden „Auf Wiedersehen“, verließ sie fast hinaus gleitend mein Büro. Ich öffnete zunächst einmal alle Fenster und Türen, denn ich befürchtete, der Depression zu verfallen, der Körper war zwar gegangen, aber die von ihm verbreitete Aura schien sich krampfhaft in den Ecken des Büros festsetzen zu wollen. Plötzlich erfüllte erneut leise Musik den Raum, der Eisklotz in meiner Teetasse begann zu schmelzen, langsam wich die leichenartige Fahle meiner Hände einem gesunden Farbton.
Die frische Luft tat mir gut und vertrieb die bösen Geister. Bereits nach wenigen Minuten konnte ich meine Arbeit wieder unbelastet aufnehmen, die von der Kälte verhärteten Gesichtszüge lösten sich in ein entspanntes Grinsen auf, das noch eine geraume Weile auf meinen Lippen lag.

Abbildung: Klaus Heilmann, Kunstmalstudio Oldenburg

Thomas Fischer ist freier Versicherungsmakler und entdeckte im letzten Jahr auf Empfehlung seiner Frau die Freude am Schreiben. Ursprünglich am Niederrhein geboren, verschlug es ihn der Liebe wegen in die kleinste Sprachinsel der Welt, ins Saterland. Er ist seit 33 Jahren begeisterter Flugmodellbauer.

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Schlägereien der Sonderklasse: Dodge City

Früher gehörte sie zum Männer-Film wie der Kronkorken auf die Bierflasche: die deftige, unterhaltsame Schlägerei, bei der schon mal ein Saloon komplett zu Bruch gehen konnte. Leider hat sich der klassische Barroom Brawl als ziviler Zeitvertreib des weltläufigen Mannes aus der Filmgeschichte fast vollkommen verabschiedet und ist der stillosen, dumpfen  Gewaltausübung gewichen. Das finden wir schade und wollen auf “Männer unter sich” gegensteuern: mit einer kleinen Video-Serie erinnern wir an Filmschlägereien der Sonderklasse und fordern ihre Rückkehr in den Weltfilm. Und wenn der Weltfilm nicht auf uns hört, gibt’s was auf die Zwölf!

Letzte Woche haben wir unsere Serie mit der „Mutter aller Saloon-Schlägereien“ eröffnet, heute setzen wir mit dem „Großvater des Barroom Brawls“ fort: der großen „Free for All“-Saloonprügelei aus dem Errol-Flynn-Klassiker „Dodge City“ (Der Herr des Wilden Westens).

Jungs bleiben Jungs. Können die Fäuste keine Minute still halten, und wenn’s irgendwo ’ne zünftige Keilerei gibt, wollen alle mitmachen. Schon toll, wie sie sich hier durch die Fenster schmeißen, Flaschen und Stühle auf  den Köppen zerdeppern, und die ganze Zeit haben die Jungs ein freudiges Grinsen im Gesicht. So ’ne Wirtshausschlägerei ist ja auch was anderes, als das stundenlange Warten bei Pimkie auf’m Sofa, nicht wahr? Ein Riesenspaß! Wie sich die Zeiten doch geändert haben…

Filmkennern wird der „Sängerkrieg“ auffallen, der diese Prügelei letzlich auslöst. Erinnert irgendwie an“ Casablanca“, nicht wahr? Wenn die Nazis die „Wacht am Rhein“ intonieren, und die Gäste von Rick’s American Café mit der Marseillaise dagegenhalten… Das kann kein Zufall sein, und natürlich ist das kein Zufall. Der Regisseur beider File heißt Michael Curtiz. Die Saloon-Nummer hat ihm offenbar so gefallen, dass er sie in Casablanca noch mal verwendet hat.
Und noch eine Besonderheit hat die „Schlacht von  Dodge City“: Der Protagonist des Films, Errol Flynn als Wade Hatton, macht sich die Finger nicht schmutzig und glänzt durch Abwesenheit. Meines Wissens der einzige Western, der seinen Hauptdarsteller vom großen Barroom Brawl ausschließt.

 

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Outdoor: „Und? Was jetzt?“

Im Wald

Ein paar Jäger gehen zusammen auf die Pirsch. Sie gehen gerade über eine Lichtung, als einer von ihnen plötzlich zusammenbricht. Er ist nicht ansprechbar, seine Augen starren glasig ins Leere, er scheint nicht mehr zu atmen.
Einer der Jäger greift zu seinem Mobiltelefon und ruft den Notruf an. „Mein Freund ist umgekippt, ich glaube, er ist tot. Was soll ich tun?“, fragt er mit Panik in der Stimme.
„‚Ganz ruhig“, bekommt er zur Antwort, „überzeugen Sie sich erstmal, ob er wirklich tot ist.“ Es ist einen Moment ruhig, dann hört man einen Schuss durch den Wald peitschen.
Und der Jäger fragt: „Und? Was jetzt?“

Foto: Rainer Sturm  / pixelio.de

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Outdoor: Holmes, Watson und die Sterne

Mein Gott! Es ist voller Sterne!

Sherlock Holmes und Dr. Watson zelten in der Wildnis. Nach einem Picknick und einem Nightcap sind sie in ihre Schlafsäcke gekrochen und eingeschlafen.
Mitten in der Nacht weckt Holmes seinen Freund auf: „Watson! Schauen Sie zum Himmel! Was sehen Sie?“
„Ich sehe unzählige Sterne“, antwortet Watson.
„Und, Watson? Was schließen Sie daraus?“
Watson denkt einen Moment lang nach: „Nach dem Stand des Mondes folgere ich, dass es vier Uhr morgens sein muss. An den Wolkenformationen erkenne ich, dass morgen schönes Wetter sein wird. Astronomisch gesehen schließe ich daraus, dass es Millionen von Galaxien und Milliarden Planeten geben muss. Und in Demut erkenne ich, dass Gott allmächtig ist und wir klein und unbedeutend. Und was folgern Sie?“
„Dass irgendein Mistkerl unser Zelt geklaut hat.“

Foto: Alexander Dreher  / pixelio.de

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Die Taube

Harald Effenberg ist Schauspieler, er lebt und arbeitet in Berlin. Fernsehzuschauern ist er unter anderem aus der “Comedy-Falle” oder aus “Hallervordens  Spott-Light” bekannt. Sein Witz-Programm “Unter aller Sau” lief mehrere Monate lang in den Berliner Wühlmäusen. Effenberg, der nur unsportliche Verwandte hat, ist Autor des Buchs “Die 100 besten Witze aller Zeiten“.

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Sommertheater: Murphys Hut

Am letzten Sonntag hat Murphy die Heilige Messe besucht. Pater Flanagan wäre beinahe umgefallen, als er Murphy sah. Murphy war noch nie in der Kirche gewesen. Nach der Messe sprach Flanagan Murphy an: „Murphy, ich bin so froh, dass du dich entschieden hast, die Heilige Messe zu besuchen! Wie hast du den Weg zu uns gefunden?“
„Ich will ehrlich zu Ihnen sein, Vater“, antwortete Murphy. „Letzte Woche hab ich meinen Hut verloren. Und ich mag meinen Hut sehr. Nun trifft es sich, dass O’Leary den gleichen Hut hat wie ich. Und ich weiß, dass O’Leary jeden Sonntag in die Kirche geht. Außerdem weiß ich, dass O’Leary einen Hut abnimmt, wenn er die Kirche betritt und ihn an einen Haken neben der Kirchentür hängt. Also beschloss ich, den Gottesdienst nach der Heiligen Kommunion zu verlassen und O’Learys Hut zu stehlen.“
„Aber du hast O’Learys Hut ja nicht gestohlen, Murphy“, erwiderte der Priester. „Was hat dich bewogen, das nicht zu tun?“
„Nun, nachdem ich Ihre Predigt über die Zehn Gebote gehört hatte, beschloss ich, O’Learys Hut nicht zu steheln. Vater.“
Ein breites Lächeln erschien auf Pater Flanagans Gesicht, und er sagte: „Das muss gewesen sein, als ich über ‚Du sollst nicht stehlen“ sprach. Da hat dein Gewissen dir verboten, den Hut zu nehmen, nicht wahr, Murphy?“
„Nicht ganz, Vater“, antwortete Murphy. „Es war, als Sie über „Du sollst nicht ehebrechen“ sprachen. Da ist mir eingefallen, wo ich meinen Hut hab liegenlassen.“
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