Ungründlich, laut und teuer – warum ich mich nicht (mehr) elektrisch rasiere…

Einige Jahre meines Männerlebens habe ich mich elektrisch rasiert. Der Grund dafür war falsch verstandene Bequemlichkeit. Ich betrachtete damals die notwendige tägliche Rasur als lästige, aber unvermeidbare Pflicht, die ich möglichst geräuschlos hinter mich bringen wollte. Mein Rasierzeugs kaufte ich im Supermarkt um die Ecke, und mit den dort angebotenen Systemrasierern und dem Dosenschaum kam ich nicht gut zurecht. Das Dosenzeugs weichte meine Stoppeln nur unzureichend ein, die Doppelklinger, mit denen ich mich damals rasierte, wurden schnell stumpf, Rasieren war zur relativ teuren und gelegentlich schmerzhaften Sache geworden.

Also kloppte ich Dosenzeugs und die zugehörigen Rasierer in die Tonne und kaufte mir – technikbegeistert wie ich war, bin und bleiben werde – einen Elektromäher, mit dem ich mir ab sofort frühmorgens die Barthaare abschabte. Und war erstmal begeistert. Wirklich superbequem. Rasierer an, rödelrödelrödel, Rasierer aus, fertig. Kein Rumgefummel mit Schaum, kein Abspülen des Rasierapparats, alles war einfach und bequem.

Aber eben auch ungründlich. Denn das ist beim Elektrorasierer konstruktionsbedingt. Die Klingen eines solchen Rasierers können die Barthaare nicht so dicht über der Haut abschneiden wie ein Nassrasiergerät das tun kann, da hilft auch alles Straffziehen der Haut nichts, das man mit dem Elektrorasierer natürlich auch praktizieren kann, jedoch mit deutlich schlechterem Ergebnis.
Und genervt hat mich der Rasierer nach einer Weile auch. Ich hab’s gern ruhig im Badezimmer, und das unsonore Gebrumm, mit dem so ein Teil die Rasur vollzieht, ist nun gar nicht meine Sache. Aber das nahm ich damals gern in Kauf, denn… ich spar ja Geld, dachte ich. Rasierer gekauft, fertig. Keine Folgekosten, kein ständiges Hinzukaufen von Rasierklingen, Schaumzeugs und so weiter. Dachte ich. Ein paar Jahre und insgesamt drei gar nicht mal so preiswerte Elektrorasierer später dachte ich anders. Durchgeschmorter Akku, Unzufriedenheit mit dem Gerät, gebrochener Scherkopf („lohnt nicht mehr zu reparieren“) gingen mehr ins Geld als die paar Klingen und das Bisschen Schaum.

Und das war’s dann. Ungründlich und teuer – warum sollte ich mich weiter auf diese Weise rasieren? Ich beschloss, es noch einmal mit der Nassrasur zu probieren. Aber vielleicht gab’s ja noch was anderes als Dosenschaum und Discounter-Rasierer. Ich bemühte das Internet. Und entdeckte ein gewisses Forum. Der Rest ist – wie man so schön sagt – Geschichte.

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