[Männeressen] Einfach ausgedrückt: das weltbeste Tsatsiki

Wer gerne zum Griechen essen geht, der kennt Tsatsiki. Und wer zu einem guten Griechen essen geht, der mag Tsatsiki. Das Zeug kann wirklich verdammt lecker sein. Man kann allerdings auch eine fade Pampe auf den Teller bekommen, wenn der Koch sich keine Mühe gibt oder – der Horror! der Horror! – zu irgendeinem Fertigzeugs aus dem Kühlregal greift. Zuhause kann man sich selbst ein superleckeres Tsatsiki machen. Es kommt nur auf die – wenigen – richtigen Zutaten an. Und auf den richtigen Ausdruck.

Wie immer gehen wir zuerst einkaufen. Für eine Schüssel Tsatsiki brauchen wir

2-3 Salatgurken 1
Fetten griechischen Joghurt – 10 % Fettgehalt sind das Minimum2
kaltgepresstes, aromatisches Olivenöl, gerne aus Kreta
Oliven für die Deko
gescheites Weißbrot zum Aufmoppen
KEINEN Quark3

Salz, Pfeffer, Knoblauch und KüBi 4 habt ihr im Vorrat.

Als erstes wird – wie immer – das KüBi geknackt und angetrunken. Derart gestärkt, widmen wir uns den Gurken. Die werden geschält5 und halbiert, und dann kratzen wir mit einem Teelöffel die Kerne samt Glibber raus. Die schmecken nach nix und würden unser Tsatsiki verwässern, deshalb fliegen sie in den Müll. Das verbliebene, schiere Gurkenfleisch raffeln wir auf der Haushaltsreibe grob6, geben das Gurkenzeugs in ein Sieb, salzen und lassen es zehn, fünfzehn Minuten stehen. Das Salz zieht Wasser aus der Gurkenpampe, die geben wir jetzt in ein Küchenhandtuchtuch7 und drücken das Wasser so gut es geht heraus. Diese Gurkenmasse verrühren wir im Verhältnis 1:2, 1:3 oder meinetwegen auch 1:4 mit dem fetten, griechischen Joghurt und salzen vorsichtig, wir hatten die Gurke ja schon gesalzen.

Jetzt wappnen wir uns mit einem weiteren Schluck KüBi für die Gewissensfrage: pressen oder mikrofein würfeln? Faule Grobmotoriker wie ich bringen die Knoblauchpresse an den Start und drücken ein bis zwei Knoblauchzehen in die Joghurt-Gurken-Mischung. Perfektionisten häuten die zwei Knoblauchzehen und schneiden sie mit dem oben erwähnten Angebermessern in winzigstmögliche Würfelchen, die dann zur Masse gegeben werden8. Jetzt wird mit Salz und Pfeffer aus der Mühle abgeschmeckt, und ein großer Schwupp bestes, kaltgepresstes Olivenöl untergerührt. Ein Stückchen Schafskäse mit der Gabel zermusen und unterrühren ist total ungriechisch, sorgt aber für geschmacklichen Wumms. Das so entstandene Gesamtkunstwerk darf eine (Knoblauch gepresst) bis mehrere (Knoblauch gewürfelt) Stunden durchziehen.

Vor dem Servieren wird nochmal ordentlich Olivenöl drübergekleckert, aber nicht ungerührt. Eine oder mehrere strategisch geschickt platzierte Oliven sorgen dafür, dass das Auge mitessen kann. Ab auf den Tisch mit dem Zeugs!

  1. Ja, zwei bis drei. In den meisten Rezepten versuchen Sie’s mit einer. Wir verwenden die Kerne nicht, deshalb brauchen wir mehr.
  2. Finger weg von deutschem Joghurt, der ist zu lasch, auch wenn er zehn Prozent hat. Türkischer geht, obwohl der (bzw. die Sorten, die ich kenne) deutlich säuerlicher ist als der griechische.
  3. An gescheites Tsatsiki kommt kein Quark. Versuch mal, in Griechenland Quark zu bekommen, du wirst scheitern. Die Griechen wissen icht, was Quark ist. Die wissen aber, wie Taatsiki geht.
  4. Küchen-Bier
  5. Kann man sich auch sparen, da die Gurke eh geraffelt wird. Ich hab – aus welchen Gründen auch immer – eine Abneigung gegen Gurkenschalen, deshalb schäl ich. Ist mit dem Sparschäler ja in Sekundenschnelle gemacht.
  6. Angeber mit superfeinen japanischen Kochmessern schneiden das Gurkenfleisch in mikrofeine Stifte
  7. das vorzugsweise keinen Weichspüler gesehen hat, alternativ Mulltuch oder einigermaßen reißfestes Küchenpapier
  8. die dann einige Stunden durchziehen muss, damit der Knoblauch seinen Geschmack entfaltet.
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