Man kann sich ja eigentlich mit allem rasieren…

Eine Seife für alles – dieser Gedanke an sich ist ja bestechend, sowohl für Sparfüchse als auch für besessene Optimierer. Eine Seife für die Handwäsche, fürs Duschen und zum Rasieren – da spart man ein paar Cent, gewinnt Platz im Badezimmer und muss sich nicht umständlich merken, welche Seife noch mal für was zu benutzen war. Wenn das tatsächlich funktioniert, wäre das ja eine Win_Win-Situation. Vollkommen korrekt. Wenn es denn funktioniert. Bei einigen funktioniert es wohl, bei vielen nicht. Bei mir hat es auch nicht funktioniert.

Ganz zu Beginn meiner Nassrasierer-Karriere ist mir dieser Gedanke nämlich auch gekommen. Kunststück, die Idee kommt tatsächlich jedem Mal, der sich nass rasiert, nur die Kollegen mit den E-Mähern sind davor gefeit. Als die Idee mich ereilte, griff ich schnell zum am Waschbeckenrand liegenden Handseifenstück, rührte mit dem Pinsel drauf rum und… Donnerwetter! Schaum! Funktioniert ja! Beseligt pinselte ich mir den Handseifenschaum ins Gesicht, machte zwei Züge mit dem Hobel und staunte nicht schlecht: der Schaum war weg. In der Tat kann man praktisch jede Seife aufschäumen. Aber der Schaum von Seifen, die nicht für die Rasur gedacht sind, enthält eben keine Zutaten, die ihn stabil halten. Der fällt dann eben schnell zusammen und trocknet auch noch aus. Die Folge ist, dass man relativ schnell mit dem Hobel über Barthaare und trockene Seifenreste hoppelt, anstatt durch eingeweichte Barthaare zu gleiten. Experiment gescheitert.

Auch ein späteres Experiment mit einem aus Alepposeife1 ohne Pinsel hergestellten Seifenschmier2 scheiterte: die Rasur war nur geringfügig angenehmer als mit der Handwaschseife. Nachdem ich das halbe Gesicht rasiert hatte, brach ich ab, schäumte mit Rasierseife neu auf und alles war gut.

Bei anderen Männern mag das besser klappen, die Frage ist aber: Bringt das wirklich was. Die Ersparnis liegt wirklich im Bereich weniger Cents: dedizierte Rasierseifen, mit denen man sich ausgezeichnet Rasieren kann, wie zum Beispiel die „Sandelholz“ von Haslinger sind für wenig Geld zu haben und so ergiebig, dass sie monatelangen Nassrasur-Spaß ermöglichen. Ja, Spaß, denn die Rasur mit „Normalseifen“ ist für die meisten Männer ein Notbehelf. Normalseifen weichen bei mir – und den meisten anderen Männern – die Haut schlechter ein und lassen den Hobel nicht so mühelos gleiten wie die preiswerteste Rasierseife oder -creme. Wer Wert auf eine angenehme, schonende Nassrasur legt, der nimmt die Handwasch-Seife zum Händewaschen, die Duschseife zum Duschen und die Rasierseife zum Rasieren.

  1. Das ist eine sehr angenehme, aus Olivenöl hergestellte Seifenart.
  2. Auf was für Ideen man doch kommt, wenn man Mitglied eines Nassrasurforums ist…
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