[Männeressen]Moussagne? Lassaka?

Beim heutigen Männeressen hab ich ein bisschen Schwierigkeiten mit der Benamung. Beim Guardian, wo ich’s herhabe, nennen Sie es eine Lasagne, weil da Wirsingblätter wie Lasagne-Blätter verarbeitet werden. Als ich‘ dann nachgekocht hab, hat mich die knusprig aufgegangene Kruste aus Eiern, Parmesan und Ricotta aber mehr an eine Moussaka erinnert. Wie soll man das also nennen? Moussagne? Lassaka? Wirsing-Hackfleisch-Auflauf mit Linsen wäre ganz okay, klingt aber so fürchterlich nach TV-Zeitschrift-Rezeptspalte. Ach, kochen wir’s doch einfach!

Zuerst gehen wir – wie immer – einkaufen. Für eine Auflaufform benötigen wir:

1 mittelgroßen Wirsing
500g gemischtes Hackfleisch1
130g Berglinsen oder grüne Linsen
1 kleine Dose geschälte Tomaten
1 Zwiebel
0,125l Milch (kann man auch weglassen)
250g Ricotta
100g Parmesan
2 Eier
evtl. frischen Salbei

Das war’s. Salz, Pfeffer, Olivenöl, Chiliflocken und KüBi2 habt ihr hoffentlich im Vorrat.

Wir trinken sinnig ein KüBi an und betätigen uns als Vorarbeiter, in dem wir mit den Vorarbeiten beginnen. Wir spülen die Linsen gründlich ab und kochen sie in reichlich Salzwasser3 nebenher weich. Nebenher bedeutet, dass wir nebenher weiter KüBi trinken und eine Zwiebel in Würfel schneiden, die wir dann in einer Pfanne in Olivenöl kurz anschwitzen. Dann geben wir das Hackfleisch hinzu und braten es krümelig. Wenn das gelungen ist, kommen die Tomaten aus der Büchse dazu, die Milch, Salz, Pfeffer, ordentlich Chiliflocken, und wenn irgendwo ein wehrloser Schluck Rotwein rumsteht, dann kommt der auch dazu. Dass lassen wir so dreißig Minuten dicklich verpampen, dann kommen die garen Linsen und der Salbei dazu, den wir natürlich vorher ein bisschen geschreddert haben.

Während der Sugo verpampt, können wir auch schon den Wirsing vorbereiten. In einem großen Topf Salzwasser zum Kochen bringen, vom Wirsing die Blätter einzeln abfieseln und die mittlere dicke Rippe rausschneiden und dann immer so vier, fünf Wirsingblätter ein Minütchen im kochenden Wasser baden lassen4. Die fertigen Blätter lassen wir in einem Sieb abtropfen.

Gottseidank sind wir flexibel, denn jetzt müssen wir geschmeidig von Vorarbeiter auf Schichtarbeiter umstellen. Wir greifen uns eine Auflaufform, geben eine großzügige Kelle Sugo hinein und bedecken ihn mit einer Schicht Wirsingblätter. Das wiederholen wir Lasagne-mäßig zwei- bis drei Mal, bis der Sugo aufgebraucht ist, mit Wirsingblättern hören wir auf.

Nocheinmal müssen wir umstellen, jetzt von Schicht- auf Deckarbeiter. In einer Schüssel verkleppern wir die zwei Eier mit dem Schneebesen, dann rühren wir den Ricotta und 3/4 des Parmesans unter. Das spachteln wir auf den Auflauf drauf, bestreuen die Herrlichkeit mit dem restlichen Parmesan, verschließen die Form mit Alufolie und schieben das ganze in den auf 180 Grad heißen Ofen. Nach 15 Minuten nehmen wir die Folie ab, und lassen die Kruste noch so zwanzig Minuten aufgehen und bräunen.

Wenn’s so aussieht, habt ihr fertig. Ofen ausschalten und den Auflauf noch zehn Minuten ruhen lassen. Während der Zeit könnt ihr den Tisch decken, lecker Rotwein einschenken und das letzte KüBi austrinken. Gesundheitsfanatiker machen jetzt noch schnell einen Salat an, Profis sorgen schon mal für eine Reserveflasche vom Roten.

Mahlzeit!

  1. Im Original-Rezept waren’s Salsiccia mit Fenchel, aber ich war zu faul, zum nächsten Kaufhaus, wo’s Salsiccia gibt, zu laufen. Hackfleisch tut’s auch, wer mag, kann ein bisschen angemörserte Fenchelsaat dazugeben.
  2. Küchen-Bier
  3. In vielen Kochbüchern steht, man soll Linsen erst nach dem Kochen salzen, weil sie sonst nicht richtig weich werden. Das ist Unfug, den Linsen ist das Salz egal, bei Säure machen sie die Diva. In Salzwasser gekochte Linsen schmecken besser.
  4. Hört sich nach mehr Action an, als es ist.
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Eine Antwort zu [Männeressen]Moussagne? Lassaka?

  1. AvatarThomas sagt:

    Das klingt wirklich äußerst lecker. Ist mal was anderes, vor allem auch mit den Linsen drin. Wird auf jeden Fall nachgekocht, vielen Dank für das Rezept. 🙂

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