[Tipp der Woche] Zeitlos brüllkomisch: „Der Partyschreck“ in Sonderedition auf Blu-ray

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Video-Link: https://youtu.be/SU9s8L7Sewg

Die Filmkomödie ist in Gefahr. Und mit Filmkomödie meine ich jetzt nicht irgendwelchen zu lauwarm gebadeten RomCom-Kram, wo der Gipfel der Komik erreicht ist, wenn der Bräutigam so tut, als habe er die Braut vor der Hochzeit nicht gesehen. Nein, ich meine anarchische, zum Brüllen komische, respektlose Filmkomik, bei der man im Kinosessel von einem Erstickungsanfall in den anderen ereilt wird. Ich rede von Filmen wie „Der Partyschreck“ mit Peter Sellers. In diesem Film geht es um den glücklosen Kleindarsteller Hrundi V. Bakshi, der statt gefeuert zu werden eine Einladung zu einer mondänen Hollywood-Party erhält. Genauso gut hätte man eine Bombe in der Party-Location hochgehen lassen können, denn der notorische Pechvogel Bakshi richtet in wunderbarer Arglosigkeit ein Chaos an, das man sonst nur aus Katastrophenfilmen kennt. Dieser Film erscheint am 4. März auf Blu-ray in einer Special Edition, der zwei mit Extras vollgepackte DVDs beiliegen. Und ich kann nur jedem raten, hier zuzuschlagen, denn langsam muss man sich sorgen machen, wie lange man Filme wie den Partyschreck noch ansehen kann, ohne sich durch ein Meer von Disclaimern und Trigger-Warnungen klicken zu müssen, bevor endlich der Vorspann auf dem heimischen Bildschirm erscheint. Man werfe einen Blick auf die jüngsten Userkritiken zu diesem Film in der IMDB und staune: Diesem Klassiker der Filmkomik (der einen festen Stammplatz in meinen persönlichen Top Ten inne hat) wird Rassismus unterstellt, und „kulturelle Aneignung“ und ähnlich woker Blödsinn.

Herrschaften! Wenn man daran Anstoß nimmt, dass ein Inder von einem Briten gespielt wird, dann muss man daran Anstoß nehmen, wenn ein Brite einen Amerikaner spielt, ein Österreicher einen Deutschen und in letzter Konsequenz darf man sich „Hubert & Staller“ nicht mehr angucken, weil Helmfried von Lüttichau in Hannover und nicht in Wolfratshausen geboren wurde. Und überhaupt: kulturelle Aneignung. was soll das sein? Kunst im Allgemeinen funktioniert nicht ohne kulturelle Aneignung, wie will man denn Künstlern verbieten, sich von anderen Kulturen inspirieren zu lassen? Und warum sollte man darstellenden Künstlern vorwerfen, dass sie haargenau das machen, was sie jahrelang im Schauspielunterricht gelernt haben, nämlich andere Menschen darzustellen, Menschen, die sie selbst nicht sind?

Schließlich: wer alles verhindern will, woran Menschen Anstoß nehmen könnten, muss alles verhindern. Es wird immer jemanden geben, der sich von irgendetwas beleidigt fühlt. Und Groß-Komik entsteht nicht, wenn man Witze erzählt, die sorgfältig vermeiden, Schneeflöckchen zum Schmelzen zu bringen. Groß-Komik entsteht, wenn man Menschen kräftig und absichtsvoll auf die Füße tritt, wie das Werk von Giganten wie z. B. W. C. Fields, Groucho Marx und, ja, Peter Sellers, eindrucksvoll beweist. „Es gibt kein Recht darauf, nicht beleidigt zu werden.“, hat Stephen Fry einmal gesagt, und diesen Satz unterschreibe ich gern täglich hunderte von Malen. Während ich mir meine vorbestellte Sonderedition vom Partyschreck anschaue.

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