[Tipp der Woche] Star Wars wie es sein soll – „The Mandalorian“ im Stream

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Video-Link: https://youtu.be/5nPevVAy1Bg

Es war im Frühjahr 1978, da saß ich im Royal-Palast im Berliner Europa. „Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Glaxis“ scrollte über die Leinwand, gefolgt von einem kleinen, um sich ballernden Raumschiff und dann kam dieser riesige, gigantische Sternenkreuzer, der gar nicht aufhörte… Ich schaute den ersten Star-Wars-Film an und war begeistert. „Star Wars“ war damals ein Erdbeben, dass nicht nur die SF revolutionierte, sondern das Blockbuster-Kino vollkommen neu erfand, in dem es den klassischen Abenteuer-Film wiederbelebte. Denn – wenn man mal die Raumschiffe und Laserschwerter und das ganze Gedöns weglässt, dann hat man eine kristallklare, altmodische Abenteuergeschichte: der widerstrebende Held, der von den Umständen in einen Feldzug gezwungen wird und sich selbst in zahlreichen Abenteuern vervollkommnen muss, um am Ende den Sie davon zu tragen. Und dieser erste Star-Wars-Film war auch ein Versprechen, nämlich diese klassische Abenteuergeschichte weiterzuschreiben. Das Versprechen wurde jedoch nicht eingelöst. Der 2. Film „Das Imperium schlägt zurück“ atmete noch den Spirit des „High Adventure“, doch schon im 3. Teil begann Lucas, die Integrität seiner Figuren und seiner Geschichte zu beschädigen. Die beiden folgenden Trilogien fand ich beide furchtbar, wirre Beliebigkeit kennzeichnete Vaders Geschichte, und über die woke Anbiederei der Schluss-Trilogie decken mir mal den Mantel des Schweigens: Viel Lärm um letztlich Nichts.  Ich hatte „Star Wars“ endgültig zu den Akten gelegt, doch dann kam Mando.

„The Mandalorian“ ist eine Serie aus dem „Star Wars“-Universum in deren Mittelpunkt ein mandalorianischer Krieger steht. Der Mann ist ein pickelharter Kämpfer, trägt eine Rüstung die ihn fast unverwundbar macht und pflegt zu seinen Waffen eine religiöse Beziehung. Dieser Krieg auf zwei Beinen, der stets nach einem Ort sucht, an dem er ausbrechen kann, wird mit einem niedlichen kleinen Yoda-Baby zusammengeführt, dass er in sein nicht existentes Herz schließt. Fortan ist es eine Aufgabe, mit dem kleinen die Galaxis zu durchstreifen, um ihn zu seinen Leuten zurückzubringen. Und dabei gilt es, jede Menge heikle Situationen zu überstehen und – natürlich – ordentlich Material zu zerdeppern. Dabei orientiert sich die Serie gar nicht mal so sehr an ihrem SF-Setting: „The Mandalorian“ ist ein ins Weltall verlegter Western, in dem der einsame, wortkarge Gunslinger sich auf einen Feldzug begibt, um der Gerechtigkeit zum Sieg zu verhelfen. Und mit diesem Rückgriff auf den Western-Mythos führt Showrunner Jon Favreau „Star Wars“ auf seine Anfänge zurück und löst – 42 Jahre später – George Lucas Versprechen endlich ein: Leute, das ist das ganz große Abenteuer, ein herrlicher intergalaktischer Quatsch, der einen mit roten Ohren und einem breiten Grinsen im Gesicht vor dem Heimkino kleben lässt.

„The Mandalorian“ ist auf Disneyplus zu sehen, die erste Staffel kann man komplett bingen, die 2. Staffel ist letzten Freitag gestartet.

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